Casio QV-10
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Digitale Fixfokus-Kompaktkamera Markteinführung: 1995 Neupreis: 400 € Sensor: 0.25 MP auf ca. 5 mm2 Brennweite (KB): 60 mm |
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Hält man die QV-10 in den Händen, kann man kaum glauben, dass das ein Produkt aus dem Jahr 1995 ist. Zumindest dann nicht, wenn man die barocken Formen vor Augen hat, mit denen sich die Mitbewerber noch bis zum Ende der 90er Jahre auf den Markt trauten. Das Gehäuse ist schlank, elegant und äußerst ergonomisch gestaltet. Bemerkenswert ist das schwenkbare Objektiv, das für Selbstportraits auch auf die Kamerarückseite gedreht werden kann. Das ist auch für Aufnahmen mit dem Selbstauslöser praktisch. Diese Bauform, die Casio danach noch einige Jahre beibehielt und die es z.B. auch von Nikon gab, wurde in der QV-10 erstmalig eingesetzt.
Eine andere Innovation der QV-10 war jedoch noch viel entscheidender: Es war die erste Digitalkamera mit eingebautem Display. Es diente gleichzeitig als Sucher und man konnte die gemachten Bilder sofort anschauen. Heute ist das eine Selbstverständlichkeit, damals war es eine Sensation. Eine ungewöhnliche Idee ist die Blendenverstellung am Objektiv: Ein kleiner Schalter unter der Objektivöffnung dient dazu, mechanisch eine kleine Plastikmaske vor die Objektivlinse zu schwenken. Dadurch wird die Blende von F2,8 auf F8 verkleinert und damit die Tiefenschärfe erhöht. Seitlich am Objektiv gibt es noch einen Schalter. Er schaltet die Optik in den Makromodus. Speicherkarten waren 1995 - außer im PCMCIA-Format - noch nicht gebräuchlich, und so verzichtet die QV-10 auf einen wechselbaren Datenträger. Der interne Speicher von 2 MB fasst immerhin 96 Aufnahmen, muss die Daten dazu aber massiv komprimieren. Dafür, dass die QV-10 eine echte Pionierleistung war, wirkt sie erstaunlich ausgereift. Doch damit genug des Lobes, denn leider krankt die Kamera an einem sehr essenziellen Punkt: Der winzig kleine Sensor hat nur eine Auflösung von 250000 Pixeln, was die Kamera auf Bilder von 320 x 240 Pixeln herunter- oder 640 x 480 Pixeln hochrechnet. In beiden Fällen sind die Ergebnisse geradezu atemberaubend schlecht. Die ohnehin niedrig aufgelösten Bilder werden durch die starke Komprimierung auch noch durch Artefakte verunstaltet. Ähnliches bekam man bis vor kurzem jedoch auch noch von QVGA-Handykameras geboten. Für Innenaufnahmen fehlt der Kamera ein Blitz. Oben auf dem Gehäuse gibt es zwar eine Abdeckung, unter der man einen ausklappbaren Blitz vermuten könnte. Öffnet man sie, findet man darunter jedoch nur die Anschlüsse für das serielle Datenkabel, die Videoausgabe und ein externes Netzteil. Zur Stromversorgung ist anzumerken, dass die QV-10 hier offenbar einen schwerwiegenden Designfehler hat: Bricht die Stromversorgung beim Speichern eines Bildes zusammen, z.B. weil die Batterien leer sind, wird der eingebaute Flash-Speicher korrumpiert und die Kamera ist danach nicht mehr zu benutzen. Es gibt keine bordeigene Möglichkeit, diesen Fehler zu beheben - die Kamera wird zum Reparaturfall. Angeblich ist der wesentliche Unterschied zum Nachfolgemodell QV-10A, dass diese über eine Reset-Funktion verfügt, mit der der Speicher vom Anwender repariert werden kann. | |
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