Der Sommer wird analog — zumindest ein bisschen (mehr) ;-)

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 21. Juni 2026 - Wissen

Im Beitrag 2018: 90 Jahre Minolta — die Geschichte des Herstellers erst weit hinten erwähnt, das Kapitel:

>> 1983: Ging es im Filmformat noch kleiner, qualitativ noch tiefer — als Pocket? Ja es ging. Mit der Minolta Disc S <<

Um das Hantieren mit Film noch weiter zu vereinfachen, stellte Kodak 1982 nach der Instamaticfilm-Kassette 1963 und dem Pocketformat 1972 schließlich den so genannten Disc-Film vor. Das Dilemma dieses viel zu kleinen Formats hat Wikipedia hervorragend beschrieben.

Was Instamatic und Pocket angeht, werde ich mich in diesem Sommer damit "vergnügen". Zumindest für ein paar spielerische Versuche ;-)

Zum Disc-Film hier zwei stark eingekürzte Absätze/Passagen:

Wikipedia: “Grundkonzept einer besonders flachen Kamera" Flach ja, aber in den restlichen Abmessungen groß wie eine Minikamera für Kleinbildfilm... Und das bei vergleichsweise miserabler Qualität.

Wikipedia: “Da aus dem kleineren Format eine erheblich stärkere Vergrößerung resultierte, musste der Film eine feinere Auflösung besitzen, was das eigens entwickelte Material „Kodacolor HR“ bot."

Um im Kodacolor HR Verfahren dann auch gewöhnliche 35 mm Kleinbildfilm mit noch bessere Qualität zu produzieren. Und die mit 24 x 36 mm Negativfläche statt 8 x 10,5 mm Disc... Selbst der 110er Pocketfilm bot mit 13 x17 mm 2,6 mal mehr Fläche als der Disc-Film

Wikipedia: “Kodak stellte das System mit einer Filmempfindlichkeit von ISO 200/24° vor, die Bildqualität entsprach jener des Pocketfilms, war also für gewöhnliche Abzüge in den Formaten 9×13 und 10×15 akzeptabel. Bei größeren Papierabzügen offenbarten sich jedoch schnell die Grenzen dieser Technik. Die geringen Abmessungen der Negative bewirkten trotz der hohen Auflösung des Filmmaterials eine charakteristische „Körnigkeit“ der Aufnahmen, und es fehlte vielfach an Farbbrillanz und Schärfentiefe, selbst bei optimalen Fotografierbedingungen. Somit wurde trotz allem nie die Qualität selbst einfacherer Kleinbildkameras und -filme erreicht."

Was 1988 konsequent nach nur 6 Jahren zur Produktionseinstellung des Disc-Films und zur Wertlosigkeit der dazugehörigen Kameras führte. Was zu Beginn natürlich keiner wissen konnte, denn auch Minolta stellte Kameras für den Disc-Film zur Verfügung.

Und die merkwürdigen Rundbilder auf einer Scheibe daneben?

Das Konzept, Negative auf einer Scheibe zu belichten war gar nicht neu!

Die 1947 oder 48 vorgestellte japanische Sub-Miniaturkamera Sakura Seiki Petal belichtete auf einem kreisrunden Stück Film von 25 mm Durchmesser 6 kreisrunde Negative. Durch ein 5,6/12,5 mm Objektiv mit 1/50 s Verschlusszeit. Die Filmscheiben konnten später mit einer von Petal zur Verfügung gestellten Stanze selbst in der Dunkelkammer aus dem gewöhnlichen Kleinbildfilm gestanzt werden. Die Petal ist eine für mich uninteressante Kamera, die hochpreisig in Sammlervitrinen landet …

Aber Instamatic und Pocket stehen fest in meinem Sommerferienprogramm. Die benötigten Kameras sind vorhanden!

Natürlich wird Digital wieder gewinnen, aber ab etwa Mitte Juli geht es auch analog los. Bis dahin …

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

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