Wenn die Amateur-Fussballsaison losgeht — im Frühjahr …

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 18. Januar 2026 - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Comeback alter Digitalkameras?

Die "Welt" schrieb: "Nur noch Handy-Fotos? Das erstaunliche Comeback der Kompaktkamera"
Hmmmm … Ist das realistisch?

Ein gut argumentierter und geschriebener Füll-Beitrag. Möglicherweise aber einfach nur von anderer Stelle ab- und etwas umgeschrieben, denn das Thema "ploppte" vor einiger Zeit schon mal an anderer Stelle auf.

Ich sehe von einem Comeback alter Digitalkameras jedenfalls bisher — nichts. Denn es würde (mir) schon auffallen, wenn sich mittlerweile zwischen die Hunderte von Smartphones die eine oder andere alte Kompakt-Digitalkamera mischen würde.

Nun gut, ich bin eh kein Maßstab, was alte Digitalkameras angeht ;-)

2015/2016 habe ich angefangen Digitalkameras zu sammeln.

Darunter die oben abgebildete schwer ramponierte, aber noch funktionierende 1.600 x 1.200 Bildpunkte 2 Megapixel Olympus Camedia C-2100 Ultra Zoom. Die ich dann Jahre später erneut in Top-Zustand ein zweites Mal gekauft habe.

Natürlich aus Nostalgie, und weil das erste Exemplar trotz Einschränkungen so viel Spaß gemacht hatte, gesellte sich zu den zwei Olympus Camedia C-2100 Ultra Zoom ein hochinteressanter Zwilling! Trotz geringerer Auflösung — TIFF 1.360 x 1.024 Bildpunkte, (S)HQ 1.280 x 960 = 1,3 Megapixel — technisch aber viel interessanter die 2016 erworbene Olympus Camedia E-100RS. Als damals schnellste Kamera der Welt.

Die hatte allerdings ein technisches Problem, das offensichtlich öfters auftrat: Das defekte Moduseinstellrad.

Seitengründer und Admin Boris Jakubaschk schrieb seinerzeit dazu:
Info zu Reparaturen

Auch bei vorsichtigem Umgang mit der Kamera kann es passieren, dass das Moduswahlrad samt Einschalter bei dieser Kamera abbricht. Eine Lösung, um diesen Defekt selbst zu reparieren, liegt noch nicht vor. Die Reparatur durch Olympus war sehr teuer und läge heute weit über dem Zeitwert der Kamera. Vermutlich ist sie ohnehin mangels Ersatzteilen nicht mehr möglich.

Auch die Camedia C-2100 Ultra Zoom könnte von diesem Problem betroffen gewesen sein, ist sie bis auf Sensor und Ausleseelektronik/-verarbeitung und die Farbe mit der E-100RS weitgehend identisch.

Und wie ich die Olympus Camedia C-2100 Ultra Zoom ein zweites Mal haben musste ;-), habe ich mir zum Jahresanfang ein zweites Exemplar Olympus Camedia E-100RS gegönnt. In sehr gutem Zustand, komplett funktionierend!

Die 1,3 Megapixel sind nach wie vor weniger interessant, aber die 15 Bilder pro Sekunde würde ich gerne mal probieren — im Frühjahr wieder auf dem Fussballplatz einer unteren Amateurliga.

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

Zur Homepage des µ-Museums