Ein lohnender Flohmarktgang!

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 17. Februar 2026 - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Das nenn’ ich Flohmarktbeute!

Nein, die Nikon D4 gehörte nicht dazu, aber das montierte Nikon Zoom-NIKKOR 35~105mm 1:3.5-4.5 AI-S habe ich sichtlich gebraucht, aber mit einwandfreier Technik für 15 Euro gerne mitgenommen. Laut Seriennummer von 1983 bis 2005 viele Jahre produziert.

Rechts unten eine 15 Euro RAYNOX HD-FXR180 HIGH DEFINITION FISH-EYE CONVERSION LENS. Versifft, aber zu Hause problemlos zu reinigen. Keine Kratzer, kein Fungus. Wofür der Vorsatz. Nach 2022 soll endlich mal wieder meine ungeliebte Sony Cyber-shot DSC-R1 an dir frische Luft. Für die gab/gibt es unter anderem einen 0,8x Weitwinkelvorsatz, der aktuell für um 300 Euro offeriert wird. Mit "Jagdglück" auch mal unter 100 Euro inkl. US-Porto. Auch dafür würde ich diesen Vorsatz nicht nehmen, auch wenn er ein rectilinear abbildendes 19 mm Superweitwinkel generiert. Beim für 15 Euro mitgenommenen Fisheye-Vorsatz musste ich nicht lange suchen. Um den in den Ostertagen auf die Sony R1 zu montieren brauchte es nur einen 72 mm Filter aus meiner Wühlkiste, dem das Glas entnommen wurde. Und einen ebenfalls noch vorhandenen 72-auf-67 mm Reduzierring. Ich bin gespannt.

Höhepunkt ist der oben rechts abgebildete Prismensucher für die zweiäugige 2,8 oder 3,5 Mittelformat 6x6 Rolleiflex. Der Sucher wird für bis 250 Euro angeboten und für 130 bis 150 Euro auch verkauft. Runtergefallene Exemplare mit Beulen im Deckel oder Fungus (Pilzbefall) sind für 50 bis 60 Euro zu haben. Mit meiner chinesischen Rolleiflex – „Segull“ – kann der Original Rolleisucher nichts anfangen. Vielleicht habe ich mit der dichter an der Rollei angesiedelten AIRES mehr Glück. So oder so, für 20 Euro durfte ich den Rollei-Sucher in gutem Zustand samt Köcher einfach nicht liegenlassen ;-)

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

Zur Homepage des µ-Museums