Und nochmal: „Happy Flohmarkt“!

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 28. Februar 2026 - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Ich beginne mich wirklich zu fragen, ob ich mir im März 2x120 km Autobahnfahrt antun soll, um nach Jahren mal wieder eine Fotobörse zu besuchen. Aber mich interessiert einfach, ob sich das Angebot, Händlerverhalten besonders in Sachen Preisvorstellungen geändert hat. Wie voll ist es im Vergleich zu den Börsen-Hochjahren vor 2000? Und noch mehr fahre ich, um auf der Fotobörse vielleicht ein paar alte Bekannte zu treffen …

Vom letzten lokalen Flohmarkt

Ich bin ein Fan „krummer“ Brennweiten ;-)

Obwohl ich wusste, dass das PENTACON auto 2.8/29 MADE IN G.D.R bereits im Bestand ist und benutzt wurde, habe ich für 5 Euro eine weitere, aber neuere Version PENTACON auto 2.8/29 MULTI COATING mitgenommen. Und schnell ins bereits vorhandene Foto (unten) montiert.

Nach den umfangreichen Spielereien mit den beiden Nikon NIKKOREX Objektiv-Vorsätzen, die den von Mamiya im Auftrag für Nikon produzierten NIKKOREX Billig SLRs und ihren nicht wechselbaren Normalobjektiven zu etwas Weitwinkel und Tele verhalfen, bin ich irgendwie auf den Geschmack gekommen ;-)

Nein, eine zu den beiden Vorsätzen
    •    Nippon Kogaku Japan NIKKOR-Tele 1:4 85/48
    •    Nippon Kogaku NIKKOREX-Wide 1:5.6
genau passende NIKKOREX-SLR habe ich nicht.

Aber eine reaktivierte CHIYODA KOGAKU MINOLTA ER. Die nach dem gleichen Prinzip aufgebaut ist: Spiegelreflexkamera, fest montiertes Normalobjektiv, Zentralverschluss mit maximal 1/500 s als schnellster Verschlusszeit. Brennweitenverkürzung oder -verlängerung nur durch Vorsätze. Und dabei haben sich die beiden oben genannten NIKKOREX-Vorsätze als kompatibel erwiesen. Ein Praxisbericht ist im Entstehen!

Aber das war noch nicht alles

Neben der MINOLTA ER wartet in den Osterferien eine Mamiya Family auf mich, die nach dem gleichen Prinzip arbeitet. Sollte die noch funktionieren, was ich erst Ostern feststellen kann, werde ich einen Farbnegativfilm spendieren und ausprobieren, ob sich ein NIKKOREX Vorsatz montieren und einsetzen lässt. Ist das nicht der Fall, wird eben so etwas in der Gegend „rumgeknipst“ ;-)

Dabei hat sich der gewöhnliche Farbnegtivfilm wieder am praktischten erwiesen

Mit gewissem Belichtungsspielraum und Entwickeln dann beim Stammhändler. Der bietet Entwicklung und direktes Digitalisieren bei 4K Auflösung, was mehr als ausreichen für die KB-Negative ist. Keine Zwangsabnahme von Papierabzügen, die 4K-Scans landen zum Download für ein paar Wochen auf einem Server. Die Negative können auf Kundenwunsch entsorgt werden! O.K., SW würde ich noch selbst verarbeiten und digitalisieren …

Nicht warten muss ich nach dem aktuellen Flohmarktrundgang, der eine weitere "Mamiya" in die Sammlung spülte

Die Rede ist von der PORST autoflex, die in den 1960er Jahren die erste SLR aus der heute nicht mehr existierenden Kette Photo-Porst war. Diese SLR soll rar sein, da sie nicht in großen Stückzahlen verkauft wurde. Die als PORST autoflex gelabelte SLR wurde von Mamiya hergestellt und selbst als Mamiya Auto-Lux 35 verkauft.

Die PORST autoflex

  • ist mit einem dreilinsigen SEKOR (die Mamiya Objektivbezeichnung) 1:2.8 f=48mm ausgestattet, Blendenwerte bis f/22
  • hat einen Copal-Zentralverschlusszeiten B(ulb) und 1/15 bis 1/500 s
  • kann ASA/ISO Filmempfindlichkeiten von 10-400 einstellen
  • hat einen Blitzschuh mit Mittenkontakt, zusätzlich PC-Buchse am Gehäuse
  • hat eine Nahdistanz von 0,8 m

Und das Beste: Die autoflex ist mit einer batterielos selenzellen-gesteuerten Blendenautomatik für ihre Zeit sehr komfortabel ausgestattet, kann natürlich auch manuell gesteuert werden. Mit Belichtungsanzeige (Nadel) im Sucher! Und diese Automatik funktioniert noch!

Wie weit die Belichtungswerte stimmen, habe ich noch nicht kontrolliert. Nach mehreren Anläufen ist es mir endlich gelungen, den festgefressenen Filter zu entfernen. Dazu verbrachte die PORSt unter anderem in Folie verpackt eine Nacht in der Gefriertruhe. Und nach einer weiteren Nacht – das Gewinde mit "STAHLWERK ROSTLÖSER EXTRA STARK" zur chemischen Entfernung von Rost eingesprüht – ließ sich der Filter endlich abdrehen. Mit "Rost" verbinde ich zwar Eisen, aber es könnte wohl doch auf Aluminium gewirkt haben … Mit Filterzange fürs empfindlichere Objektiv und Rohrzange für den Filter war der Filterrest dann schnell rausgedreht. Denn das war die Voraussetzung, um einen Weitwinkel- oder Televorsatz ins 40,5 mm Filtergewinde zu montieren.

Im Foto ist der NIPPON KOGAKU JAPAN NIKKOR-Tele 1:4 85/48 Vorsatz. Für eine kleine Runde mit der PORST autoflex werde ich aber den Nippon Kogaku NIKKOREX-Wide 1:5.6 bevorzugen. Der erweitert den Bildwinkel auf Größenordnung 60º, was einem 35 mm Objektiv entspricht. Der Praxisbericht ist im Entstehen!

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

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