Gegensätzlicher und gleichzeitig erfolgreicher konnte der letzte Flohmarkt nicht sein!

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 29. Mai 2026 - Wissen, Sammeln

Das Aufmacherbild hat die Photoshop KI generiert. Die sich mit "Digitalkameras" extrem schwer tat!

Christian Zahn hatte 2023 einen opulenten Beitrag zur Akku-Problematik verfasst: "Der Lithium-Ionen-Akku-Zoo", der aber besser diesen Titel hätte haben müssen: "Das Digitalkamera-Akku-Irrenhaus"

Konsequenz: Ich habe mir lange abgewöhnt, die Fotoweste zum Flohmarktbesuch mit verschiedenen Akkus vollzustopfen. Am Anfang meiner Besuche hatte ich sechs frisch geladene Li-Ionen Akkus der Größe AA dabei und vier der Größe AAA. O.K., man hätte das noch um je einen Standard Akku für Canon, Nikon und Sony erweitern können, um dann festzustellen — passt doch nicht ins gefundene Modell.

Mittlerweile ist meine Fotoweste leer, ich kaufe nur über den Preis. Natürlich mit dem Risiko, zuhause den Defekt der Flohmarkt-Kamera feststellen zu müssen. Und was den Preis angeht: Bei 30 Euro für eine Digitalkamera vom Flohmarkt ist bei mir aktuell Schluss. Erstaunlicherweise bin ich mit dieser Strategie bislang gut gefahren. Was ganz wenige Flops durch defekte Kameras betrifft.

Natürlich gehört Glück dazu, aber ich habe beim letzten Besuch tatsächlich Minoltas, genauer KonicaMinoltas erste und letzte Profi Dynax DSLR gefunden, eine Dynax 7D. Der Verkäufer wusste wohl nicht, was er da in dem ganzen Müll stehen hatte …

Der Preis für die KonicaMinolta Dynax 7D?

Wenn da jetzt eine Vorstellung Richtung 100 Euro gekommen wäre, hätte ich mich gleich umgedreht. Nicht auf einem Flohmarkt! Als der Anbieter dann 30 Euro ausrief, habe ich mit 20 Euro und dem Argument, wenn die Kamera defekt ist, erstmal dagegen gehalten. O.K. 25 Euro war es mir dann doch das Risiko wert.

Und das Risiko wurde belohnt!

Zuhause wurde die Dynax 7D mit Akku und Speicherkarte bestückt und gestartet. Die 7D läuft wie sie soll und tritt die Reise an zu Christian Zahn, dem geschätzten Sammlerkollegen und Mit-Autor von Digicammuseum.de. Was soll ich mit zwei Dynax 7D? ;-) Christian bekommt sie als Lohn für seine großartige Umbauarbeit des Energieteils des 200 mm Medical Nikkors!

Die KonicaMinolta Dynax 7D wird bei eBay gewerblich für ca. 220 Euro angeboten – letztes 2026 Mai-Drittel. Darunter auch die übliche Lachnummer "von Privat" für 159 Euro: "defekt, nur Ersatzteile". Verkauft wurden Exemplare für 100 bis 200 Euro. Von daher also ein SUPER-SCHNAPP, die Flohmarkt Dynax 7D!

Schnell im Garten probiert …

Die Dynax 7D vom Flohmarkt kam natürlich ohne das schnell montierte MINOLTA AF ZOOM 24-50mm 1:4 (22)!

Und das Schweinchen-farbige Teil neben der Dynax 7D?

Das musste für 2 Euro natürlich auch mit. Um den erwarteten Bildschrott zu liefern …

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

Zur Homepage des µ-Museums