Canon ION "White" in Papierform…

16. Oktober 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Im Kapitel „Still Video Kameras“ gibt es über die analog, aber filmlos auf Videofloppy (Diskette) aufzeichnenden Canon ION-Modelle zahlreiche Berichte über die wenigen, heute noch funktionierenden Exemplare im Bestand.

Nach unseren Erfahrungen sind von zehn IONs acht bis neun defekt. Wobei es für einen immer wieder auftretenden Fehler eine ziemlich komplizierte Reparaturmöglichkeit gibt, die im Kapitel auch ausführlich bebildert beschrieben wird. Froh über die zwei drei noch laufenden Exemplare, investiere ich keinen Euro mehr in Canon Stillvideo-Kameras. Professionelle Geräte wie die Nikon QV 1000 und die Canon RC-701/RC-760 tauchen nur ganz selten auf und sind dann als reine Sammlerkameras auch unbezahlbar. Das trifft auch auf die eher mal auftauchende Canon RC 470 zu, die im Gegensatz zu einer funktionierenden ION RC 260/560 aber heute kaum noch ans Laufen zu bekommen ist. Und das hat bei mir Priorität. Ich will mit JEDER Kamera auch ein paar Fotos machen. Aber auch der Preis für die Exponate muss stimmen…

Gerne nehme ich aber preiswertes Papier an Bord wie einen schwedischen Originalprospekt zur Canon ION RC-251 in weißer Gehäusefarbe. Eine Reproduktion des Prospekts kann hier angeschaut werden.


Sony Alpha SLT-A33

12. Oktober 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Eine sehr spezielle DSLR…

Die von 1989 bis 1992 produzierte Canon EOS RT und die digitale Sony Alpha SLT-A33 von 2010 haben eine interessante Gemeinsamkeit: Beide Kameras besitzen einen starren, teildurchlässigen Spiegel. Das einfallende Licht wird geteilt! 1/3 wird in den EOS RT-Sucher gespiegelt, resp. auf das Phasendetektions-AF-Modul der SLT-A33. 2/3 gelangen auf den Film bzw. Sensor.

Evolution: DSLR - DSLT - DSLM

Von links nach rechts: Sony DSLR Alpha 200, Sony DSLT Alpha SLT-S33, Sony DSLM Alpha NEX3 (ohne E-Sucher), Sony DSLM Alpha 3000 (mit E-Sucher)

Und das macht sie zu etwas Besonderem! Die SLT-A33 dürfte auch mit ziemlicher Sicherheit die letzte digitale Spiegelreflexkamera sein, die ich für meine Digitalkamerasammlung erworben habe. Für alle Hersteller sind nicht nur historische, sondern auch heute immer noch brauchbare Beispiele da. Es gibt keinen wirklichen Grund, weitere DSLRs an Bord zu nehmen.

Als DSLT ist die 2010 vorgestellte Sony Alpha SLT-A33 so etwas wie das Bindeglied zwischen DSLR und DSLM

In der Alpha SLT-A33 ist der Spiegel noch vorhanden, aber er ist starr und teildurchlässig, transluzent. Was auch die Bezeichnung der Kamera erklärt! (D)SLT steht für (Digital)SingleLensTranslucent. Die SLT-A33 bietet einen 3 Zoll Liveview-Monitor mit fast 1 MP Auflösung, was so noch nichts besonderes ist. Wird eine entsprechende DSLR in den Liveview-Modus geschaltet, klappt der Spiegel hoch und der rückseitige Monitor wird zum Sucher. Die Benutzung des SLR-Suchers ist dann aber nicht möglich. Nicht so bei der SLT-A33. Sie hat einen über 1 Millionen Bildpunkte hochauflösenden E-Sucher (EVF), der unter anderem den Bildausschnitt zu 100 Prozent zeigt. Und im permanenten Liveview-Modus der Kamera auch die für bewegte Motive deutlich bessere Phasendetektion des Autofokus' bietet. Die Mehrzahl DSLRs mit Liveview bei hochgeklapptem Spiegel bietet dann nur den für unbewegte Motive zwar hochgenauen Kontrast-Autofokus, dem bei mobilen Motiven aber schnell die Luft ausgeht.

Die Sony SLT-A33 hat gegenüber der oben gezeigten Canon EOS RT einen großen Vorteil. 1/3 Licht für den Kamerasucher sind nicht viel. Heißt das analoge Sucherbild ist durch den teildurchlässigen Spiegel deutlich dunkler als beim konventionellen Spiegel, der alles ins Pentaprisma der SLR reflektiert. Das gleicht die Sony durch ihren elektronischen Sucher spielend aus – die Sucherhelligkeit!

Korrektur!

Irgendwie habe ich den Kommentar "abgeschossen". Deshalb an dieser Stelle der wichtige Einwand/Nachtrag unseres Lesers A. Lenz. Er schrieb:

"Kleiner aber prinzipieller Unterschied: Die Sony SLT zweigt das Licht nicht für den Sucher ab! Bildschirm und E-Sucher beziehen ihr Bild vom Hauptsensor. Das Phasen-AF-Modul bekommt das Drittel des Lichts. Mit der Entwicklung und Verbesserung der Phasen-AF-Pixel auf dem Hauptsensor wird die SLT-Technik daher auch zunehmend überflüssig. Hybrid-AF-Systeme ab Sensor sind mittlerweile genauer als und genau so schnell wie Phasen-AF-Systeme und dabei flexibler." Soweit A. Lenz

Statt mit dem braven 3,5-5,6/18-55 mm "Plastik"-Kit-Zoom wurde die SLT-A33 für den ersten Trip mit einem viel interessanteren Kitzoom bestückt. Das wunderbare 4/35-70 mm gab es 1985 zur ersten wirklich komplett durchdachten und praxistauglichen AF-SLR der Welt: Minolta 7000 AF. Auf der APS-C Sony wird das 2020 dann 35 Jahre alte Zoom zum 4/53-105 mm.

Ein ausführlicher Bericht dieser 14 Megapixel DSLT mit 15 x 23 mm APS-C-Sensor kommt!


Spiegellose Nikon Z50 mit APS-C-Sensor

09. Oktober 2019, Ralf Jannke - Wissen

2015 stellt Samsung den Kamerabau ein, 2019 präsentiert Nikon seine spiegellose Z50. Ich konnte es nicht lassen die oben gezeigte „Nikon Z50“ aus meiner 14 Megapixel Samsung NX11 zu basteln. Das 1,8/50 mm Serie E Nikon Objektiv ist sogar echt. Es läuft per entsprechendem Adapter auf der NX11 und weiteren spiegellosen DSLMs…

Zur richtigen Nikon Z50

Die wichtigste Frage war: Hat die „kleine“ Nikon DSLM Z50 mit 20 MP APS-C-Sensor einen E-Sucher oder nicht? Denn es gab Design-Studien, wo nicht sicher war, dass die Z50 einen ElectronicViewFinder – EVF – hat. Da kann Entwarnung gegeben werden. Die Z50 hat einen EVF!

Aber womit soll Nikon mit einer APS-C Z50 DSLM inklusive 16-55 mm Zoom punkten? Weil sie eine Nikon ist? Das reicht heute nicht mehr! Für Nikon sind die Preise aber geradezu moderat! Um meine letzen beiden verbleibenden AF-S Kitzooms 3,5-5,6/18-55 mm VR und 4-5,6/55-200 mm VR mal auf eine Z50 montieren zu können, müsste ich aktuell 1100 Euro investieren. Liest sich alles viel besser, als zuvor von mir gedacht! Aber: Für mich kommt die Z50 mindestens ein Jahr zu spät!

Alle technischen Daten zur Z50 im englischsprachigen Prospekt

Irgendwo im Internet wurde die Nikon Z50 im Niveau der Sony A 6400 angesiedelt

Deshalb steht die Nikon Z50 zusammen mit der Sony A 6400 und "meiner" FUJIFILM X-T30 zum Vergleich in dieser Tabelle. "Ob die Z50 aus meiner persönlichen und ganz unmaßgeblichen Sicht ein größerer Erfolg wird als die Vollformat-DSLMs Nikon Z6, Z7, wird sich 2020 entscheiden." – hatte ich zuerst getextet. Diese Z50 zu diesen Preisen hätte 2018 VOR den Vollformatern Nikon Z6/Z7 kommen MÜSSEN! Ich könnte mir vorstellen, dass Nikon dann heute besser dastehen würde.

Spannend wird aber, was nach der Z50 mit der Nikon APS-C-Sensor DSLR-Linie passiert. Ob die gleich auflösenden 20 MP Sensoren von Z50, D500 und D7500 identisch sind, kann bezweifelt werden. Die 51 AF-Sensoren der von der AF-Leistung her schwächeren D7500 und die 153 AF-Sensoren der D500 stecken unabhängig vom wahrscheinlich gleichen Bildsensor jeweils auf einem unterschiedlichen Extra-AF Modul. Die nochmal gut 50 mehr 209 AF-Sensoren für die Phasendetektion der Z50 sind dagegen direkt auf dem Bildsensor integriert. Ob sich das in einer besseren Autofokusleistung der Z50 im Vergleich zur sehr guten D500 niederschlägt? Mit 11 B/s ist die Z50 auch nochmal schneller als D500 (10 B/s) und D 7500 (8 B/s). Von der Papierform kannibalisiert die Z50 die komplette Nikon D7xxx und D5xxx DSLR-Reihe, ja sogar die D500! Auch von den Neupreisen! Was möglicherweise einkalkuliert und gewollt ist! Und die D3xxx Linie? DSLRs für Einsteiger? Welche Einsteiger? Es würde mich nicht wundern, wenn Nikon diese Serie einfach einstellt. Etwa nach dem Motto: Fotografiert mit dem Smartphone oder interessiert euch für/kauft gleich eine anständige Z50 DSLM!

Kaufen würde ich keine brandneue Kamera aus der Nullserie! Es ist besser zu warten, bis die ersten Firmwareupdates da sind und sich (Frühjahr 2020?) entsprechend niedrigere Straßenpreise einstellen. Egal wo ich unterwegs bin, sehe ich immer das gleiche Bild: Tauchen neben 99 Prozent Smartphones zum Fotografieren draußen mal spiegellose Kameras auf, tragen die so gut wie immer den Namen Sony (bevorzugt Vollformat!), Fuji und Panasonic (mFT). Der Markt an Vollformat DSLMs scheint fest in Sony-Hand zu sein, und die kleineren 15 x 23 mm APS-C-Sensor-DSLMs teilen sich Fuji und Sony. Und dazu eben noch ein bisschen vom vermutlich aussterbenden Format microFourThirds. Ob sich da in Zukunft eine paar Nikon Z50-Exemplare dazu gesellen? Ich wünsche es Nikon!

Denn die Z50 ist für mich viel, viel interessanter als die (zu teure) Z6, um bei ähnlicher Auflösung zu bleben. Ja, ich kenne den Unterschied zwischen Vollformat und APS-C ;-)

 


AGFA ePhoto CL30 clik Dummies/Mockups

08. Oktober 2019, Ralf Jannke - Wissen

Die AGFA ePhoto CL30…

…gibt es in zwei Versionen.

Als AGFA ePhoto CL30 Clik wurde die Kamera 2000 vorgestellt. AGFA versuchte hier mit dem Speichermedium IOMEGA Clik Diskette einen eigenen Weg. Was sich allerdings von vornherein als als Fehlentscheidung, Flop erwies.  Mit ihren 40 MB Fassungsvermögen hatte die Clik Diskette keine Chance gegen diversen Speicherkarten mit ähnlichem und höherem Datenvolumen. Mit dem mechanisch anfälligen Laufwerk hatte man offensichtlich auch nichts von Dauer geschaffen. Gerne hätte ich ein paar Fotos mit der CL30 Clik gemacht, aber trotz originalverpackter Clik-Disk kamen nur "üble" Geräusche aus dem Laufwerk der AGFA :-( Dabei spielte es keine Rolle, ob die ePhoto CL30 Clik an einem Windows-, Apple Mac OS 9-, Apple Mac OS 10- oder Ubuntu-Linux-Rechner mit passender Software hing. So bleibt die CL30 Clik ein seltenes und interessantes Sammel-Dekorations-Stück.

Als Sponsor stellte Agfa dem Goethe-Institut ePhoto CL30 Cliks zur Verfügung, mit denen anlässlich der Expo 2000 in Hannover das Thema „Wasserwelten“ dokumentiert werden sollte. In einer Sonderaktion gab es die ePhoto CL30 Clik mit drei 40 MB Clik-Disketten für 1074 DM. Für die Clik-Disketten gab es auch einen fast 500 DM teuren PCMCIA-Adapter, der aber nur für Notebooks mit PCMCIA-Einschub und externe Apple Mac SCSI-Lesegeräte zu benutzen war. Eine Canon Powershot 600 oder Fuji DS300, die mit PCMCIA-Speicherkarten geladen werden können, können damit nichts anfangen. Was für ein Unsinn! Auch von dieser Seite war das Konzept der IOMEGA 40 MB Clik-Diskette zum Scheitern verurteilt.

Die AGFA CL30 gab es auch ohne "Clik" (Laufwerk). Und die wurde bereits ein Jahr vorher – 1999 – präsentiert. Wahrlich eine AGFA Marketing-Glanzleistung der ePhoto CL30 mit der modernen und robusten Compactflashs-Seicherkarte die anfällige ePhoto CL30 Clik hinterherzuschieben…

Beide ePhoto CL30-Versionen werden im großen Beitrag "AGFA Digitalkameras, ein nachdenklich stimmendes Kapitel" gewürdigt und auch mit der CL30 aufgenommenen Fotos präsentiert.

Aktuell (Oktober 2019) wurden jetzt in der Farbe "Grün" und Rot zwei funktionslose Dummies der AGFA ePhoto CL30 clik offeriert

Allerdings zu Startpreisen von 50 Euro, die mich den Geldbeutel gar nicht erst öffnen ließen. Statt für zwei Plastikteile 100 Euro aufwärts zu investieren, wurde dem Anbieter der Mockups im Stillen fürs Zeigen gedankt, ein kostenloser Blick ins Datenarchiv getan und Photoshop gestartet. Rausgekommen ist die oben gezeigte Ahnung, wie die "bunten" AGFA ePhoto CL30 clik Modelle, die so nie auf den Markt kamen, ungefähr ausgesehen haben.

Die eine Farbvariante war in der Anzeige als Rot angegeben, die zweite als "Grün", das meinem Farbempfinden aber eher Blau war. Entsprechend habe ich als Farbvorlage für das "grüne" – äh – blaue ePhoto CL30 clik-Mockup die existierende blaue AGFA ePhoto 780c gewählt. Und für die grüne Variante stand eine beliebige Konsumerkamera, die es tatsächlich in Grün gibt, Modell.


Nicht in Vergessenheit geraten…

05. Oktober 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren, Reparieren

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Noch 79 Tage bis Weinachten/86 Tage bis zum Jahreswechsel. Langsam aber sicher geht der Stoff für wöchentliche Praxisberichte oder Blogs aus. Ein guter Grund den Praxisbericht über die 7 Megapixel Olympus Camedia C-7070 Wide Zoom aus dem Vorstellungsjahr 2005 ins Jahr 2020 zu verschieben. Wobei das ein Beitrag über eine "digitale Weitwinkel-Olympus" werden wird, denn der C-7070 fehlen Zoomdrehschalter und Auslöser. Letzterer ist problemlos durch einen abgeschnittenen Nagel zu ersetzen, der mit etwas Tesafilm gegen das Verlieren unterwegs gesichert wird ;-) 

Für Ungeduldige kann ich auf die Beiträge zur schon abgearbeiteten Camedia C-5060 Wide Zoom und Camedia C-8080 Wide Zoom verweisen.

Wobei es auch zur C-5060 2020 einen neuen Bericht geben wird, denn in der Zwischenzeit ist noch ein komplett funktionierendes Exemplar in die Sammlung aufgenommen worden.


Die Flohmarktsaison neigt sich dem Ende zu…

27. September 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

3,8-5,6/28-200 mm Tamron vom Flohmarkt

Für mich wenig nachvollziehbar haben die Meteorologen den 1. September jedes Jahres zum Herbstanfang deklariert. Dasselbe für die Jahreszeiten Frühjahr, Sommer und Winter. Für mich bleibt der Herbstanfang die Tag- und Nachtgleiche ab dem 21. September. So oder so, auf meinem kleinen „Privat-Flohmarkt“ ist der Herbst eingezogen. Digitalkameras der Dutzendware lagen nur noch als „Bückware“ rum, nach der ich mich nicht mehr bücke. Dazu noch mangels Akku eine unkontrollierbare HP-Kamera, die ich für die geforderten 20 Euro gar nicht, und funktionierend vielleicht für 10 Euro mitgenommen hätte.

Was aber nichts machte, denn ein vor Ort begutachtetes und zu Hause auch einwandfrei funktionierendes 3,8-5,6/28-200 mm Tamron mit Nikon F Bajonett habe ich für 8 Euro gerne mitgenommen. Das wird in Zukunft die ausgelagerte 6 Megapixel Nikon D50 zieren, soll aber auch mit der gleichauflösenden Nikon D70 mal auf Tour. Die D70 war Nikons erste halbwegs bezahlbare „Volks-DSLR“ und 2015 eine meiner ersten Sammel-DSLRs, die 2020 mal wieder gewürdigt werden soll. Auch wenn ich mich, was aktuelle Nikon DSLRs und überhaupt DSLRs angeht, dort mittlerweile zurückgezogen habe. Ausgewählte alte Nikon- und andere Kameras dürfen/müssen von Zeit zu Zeit mal an die frische Luft ;-) Die Nikon DSLRs zusammen mit dem 8 Euro Tamron vom Flohmarkt.

Deren Universalität stieß in Analog-Zeiten schnell an ihre Grenzen, wenn das Licht wegging, schnelle Verschlusszeiten gefordert waren und nur ein langsamer, feinkörniger ISO 100 Diafilm in die Kamera eingelegt war. Dieses Problem hat die Nikon D70 und unzählige Kameras ihrer Zeit nicht mehr. Entweder startete die Empfindlichkeit gleich bei ISO 200, und eine Steigerung auf ISO 400/800 verkraften auch die alten DSLRs problemlos. Da gab es bei 8 Euro für ein kompaktes 7-fach Zoom nichts zu überlegen. Wobei das 28-200 mm Tamron 20 Jahre alt sein dürfte. Und damit aus einer Zeit, wo sich noch wirklich nicht jeder eine digitale Spiegelreflexkamera leisten konnte…

Fujifilm/Polaroid Sofortbild 

Auch wenn ich die links abgebildete FUJIFILM instax 100 schon habe, bei 5 Euro nehme ich auch noch ein zweites Exemplar an Bord, wie auf dem Flohmarkt gefunden.

Geladen wird die 1999 vorgestellte instax 100 mit aktuell verfügbarem, so genanntem „Fuji Instax Wide“ Film, der Bilder von 62 x 99 mm Format liefert. Ein Doppelpack Fuji-Sofortbildfilm = 20 Aufnahmen für die instax 100 kostet 17,99 Euro, 90 Cent pro Bild… Rechnet man das Format mit der Brennweite der instax 100 – 95 mm – um, entspricht das etwa 40 mm Kleinbildbrennweite. Die Licht-„Stärke“ von f/14 wird durch die ISO 800 Empfindlichkeit des Sofortbildfilms etwas aufgefangen. Zeitautomatik mit Belichtungszeiten von 1/64 bis 1/200 s, die Kamera hat einen eingebauten Blitz.

Immer wieder verschoben, möchte ich mich neben Digital 2020 auch endlich dem Thema Sofortbildfilm widmen. Es macht von Zeit zu Zeit eben Spaß ein Bild nicht nur virtuell auf dem Monitor betrachten und in die sozialen Netzwerke stellen zu können, sondern real in der Had zu halten und ggf. gleich verschenken zu können.

Im Zusammenhang mit Fuji Sofortbildfilm und Fuji überhaupt möchte ich noch auf die Phoenix-Dokumentation/ZDFinfo erzählt in der Reihe "Firmen am Abgrund" hinweisen. Es geht um alteingesessene, lange erfolgreiche Unternehmen, die nahe am Bankrott waren und ein Comeback geschafft haben. Sehenswert warum und wie Fuji es im Gegensatz zu AGFA und Kodak geschafft hat zu überleben! Der Beitrag wird am 2. Oktober um 06.00 Uhr wiederholt. Vielleicht die Idee eine Aufzeichnung des Videos zur fast noch nachtschlafenden Zeit zu programmieren?

Interessant die Philosophie des langjährigen Fujifilm-Vorstandsvorsitzenden Shigetaka Komori, der trotz Produktion von Kosmetika und pharmazeutischen Produkten und der Übermacht des Smartphones am gedruckten Foto festhält. Ein Foto ist für ihn nur ein Foto, wenn man es in der Hand hält. Damit ist nicht das Betrachten entsprechender Monitore von Smartphone und Kamera gemeint! Mit am beeindruckendsten in der Dokumentation der Rettungsversuch tausender Fotos. Nach der Tsunami-Katastrophe im Nordosten Japans 2011 reinigten und restaurierten Heerscharen freiwilliger Helfer Papierbilder, um in Notunterkünften präsentiert den Besitzern die Möglichkeit zu geben, ihre Fotos wiederzuerkennen und zurückzubekommen. Das zeigt den hohen Wert, den Shigetaka Komori trotz Fujis Rettung durch Kosmetik und Pharma beimisst. Digitalkameras kamen in dem Beitrag nur ganz am Rande vor…

 


Photokina 2020 ohne Leica, Nikon, Olympus?

17. September 2019, Ralf Jannke - Wissen

Aus der Pressemeldung der Kölner Messe

„Schon bei der letzten photokina konnten mit dieser Konzeptanpassung wichtige Neuaussteller gewonnen werden. Auch der Anteil jüngerer Besucher ist seit zwei Veranstaltungen konstant gestiegen. Die Aufmerksamkeit für die photokina ist ungebrochen groß, ebenso wie die Vorfreude vieler Besucher und Aussteller auf die photokina 2020."

„Wir freuen uns über eine starke Nachfrage und Anmeldungen aus den neuen sowie den klassischen Segmenten von Unternehmen wie unter anderem Canon, CEWE, GoPro, Sony, Panasonic, Kodak Alaris, Sigma, Tamron, Carl Zeiss, Hasselblad, Hahnemühle, Arri, Rode Mikrophones, DJI und Insta360“, so Christoph Werner, Geschäftsbereichsleiter der Koelnmesse."

"Dem gegenüber stehen Absagen unter anderem von Leica, Nikon und Olympus.“

Auch wenn andere namhafte Hersteller 2020 noch teilnehmen: Geht es Leica, Nikon, Olympus so schlecht, dass sie sich die immensen Kosten einer Messe sapren, sparen müssen? Oder ist es mehr  der Niedergang, die nachlassende Bedeutung der einst größten Foto-Messe der Welt? Selbstverschuldet durch die aus meiner Sicht idiotische Verlegung vom Herbst ins späte Frühjahr eines jeden Jahres. Und das Jahr für Jahr?

Der Fotohandel hat längst reagiert

"Herbst ist Hausmesse-Zeit im Fotofachhandel – Mehr als 25 Hausmessen und Foto-Tage im Herbst 2019". Digitalkamera.de listet hier entsprechende Termine.


Influencer, Beeinflusser

05. September 2019, Ralf Jannke - Wissen

Aktuell im Internet gelesen…

Martin Vieten im Kommentarabschnitt zum Beitrag: „Neu für APS-C: Sony E 16–55 mm F2,8 G und E 70–350 mm F4,5–6,3 G OSS vorgestellt

„Wir von photoscala waren wie die allermeisten deutschen Kollegen zu keiner Produktvorstellung eingeladen. Sony setzt seit einiger Zeit bei der Kommunikation vor allem auf "Influencer" anstelle von Fachjournalisten. (…)“

Die Vorgehensweise mit bezahlten Beeinflussern wird die sinkenden Absatzzahlen des Fotomarkts auch nicht aufhalten 

Lesen Sie zu diesem Thema den Abschnitt „Missbrauch sozialer Medien für Schleichwerbung“:

„Das unappetitliche Thema der halblegal bezahlten horrenden Schmiergelder für Werbung, Falschaussagen und gezielte Beeinflussungen durch sogenannte Meinungsführer und Meinungsbildner in den sozialen Medien (Influencer) seit 2014 soll hier zugunsten der Hersteller nicht weiter ausgebreitet werden (…)"

"In Deutschland und vielen anderen Ländern ist so eine Schleichwerbung schlicht verboten. (…)"

"In Europa boomt der Markt mit der vorsätzlichen Beeinflussung derart, dass inzwischen ganze Agenturen davon gut leben können, jeweils hunderte Fotografen dafür zu vermitteln. Laut Spiegel (Bettina Hensel: Vollzeitjob Social Media) wurden Mitte 2016 noch immer offiziell 600 Euro oder 1.500 US$ bezahlt, in Deutschland rund 1.000 Euro je vorsätzlich gefälschtem Artikel, der nicht als Werbung gekennzeichnet wird."

"Offiziell räumen Firmen ein, 500-2.000 Euro für ein Advertorial in Deutschland zu bezahlen. Dabei handelt es sich meist um eine als Produkttest getarnte Werbung, (…) im Text zu den (Reise- etc.) Fotos auf die Herstellermarke und deren angebliche Vorteile eingeht oder die Ausrüstung (ganz zufällig) mit ins Bild bringt. (…) Für jede der ebenso gefälschten positiven Antworten und Kurz-Stellungnahmen sogenannter angeblicher Freunde, Buddys und vermeintlichen Kritiker etc. unter dem Artikel werden in Deutschland laut Agenturangaben jeweils 150 Euro bezahlt."

Quelle und kompletter Text: „Foto-Wirtschaft - in der Krise/Foto-Wirtschaft im Sturzflug“ 


BRAUN NÜRNBERG Kameras

23. August 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Braun? Da war doch was...

"Und wieder kann nur vom Niedergang eines deutschen Kameraherstellers berichtet werden, dessen Name heute nur noch auf in Asien gefertigte OEM/ODM-Kameras gedruckt wird. In aller Kürze: 1915 als Carl Braun Camera-Werk in Nürnberg gegründet, wird die Kameraproduktion 1965 nach Fernost verlagert, 2000 Insolvenz. 2004 Umbenennung in BRAUN PHOTO TECHNIK GmbH. Quelle: Wikipedia, wo ausführlich über BRAUN NÜRNBERG berichtet wird." war im Praxisbeitrag über BRAUN NÜRNRBERG (Digital-) Kameras zu lesen...

Zu den völlig unwichtigen unter dem BRAUN-Label in Fernost auftragsgefertigten Digitalkameras kam jetzt noch eine echte BRAUN NÜRNBERG Analog Kamera

Eine Super Paxette I aus 1955, eine Mess-Sucherkamera mit gekuppeltem Entfernungsmesser. Die Super Paxette I hatte ein festverbautes Objektiv, hier ein Steinheil München Cassarit 1:2.8 f = 45 mm. Beim Nachfolger Super Paxette II konnte man das Objektiv wechseln. Die Paxette hat einen Zentralverschluss, der Zeiten von B, 1, 1/2, 1/5, 1/10, 1/25, 1/50, 1/100 und 1/300 s liefert. Nach über 60 Jahren funktioniert noch alles einwandfrei!

Eine ausführliche Auflistung der Paxette-Reihe ist hier in englischer Sprache zu finden.

 


Schöner Neuzugang: Pentax K200D von 2008

08. August 2019, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Antike und Moderne ;-)

Zum Ablichten der Kameras für die Sammlung entferne ich gewöhnlich die Kamerariemen. Um ihn ggf. gegen einen Komfort-Riemen aus Moosgummi zu tasuchen, der beim Tragen nicht so auf die Schulter oder dauernd in den Nacken schlägt. Was hier nur unter Zerstörung des liebevoll selbstgemachten Riemens/Gurts im INKA-Anden-Style möglich wäre, der handangenäht ist! Hab ich so noch nie gesehen. Vielleicht ein Hinweis auf den Herkunft der Pentax? Nein, nicht aus Südamerika, sonders aus Polen! Leicht an der eingestellten Menüsprache zu erkennen. Diese Pentax wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit in unserem Nachbarland richtig und intensiv benutzt! Eine Kamera absolut nach meinem Geschmack!

"Schlanke" 50 Euro hat das 2008 vorgestellte 10 Megapixel Pentax K200D Arbeitstier gekostet. Mit IBIS: In-Body-Image-Stabilisation! So bezeichnet man heute die Bildstabilisierung, wenn dieser Komfort mit JEDEM Objektiv möglich ist, da die Stabilisation im Gehäuse stattfindet…

"Pentax ist es mit der K200D außerordentlich gut gelungen, eine Kamera zu bauen, die sich deutlich von der Masse abhebt. (...) Die Bildqualität geht ebenfalls in Ordnung und braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. (...) Einzig der Autofokus und die Speicherzeit trüben in bestimmten Situationen den ansonsten durchweg positiven Eindruck." lautete das Fazit zur K200D auf Deutschlands ältester Seite zum Thema Digitalkamera (gekürzt). Der Autofokus ist für mich von völlig untergeordneter Bedeutung. Wenn ich schnellen und sicheren AF brauche, liefern meine Fuji DSLMs und die Nikon DSLR D4 professionelle Resultate.

Eigentlich sollte die 6 Megapixel Pentax *ist D L2 aus 2006 als „Objektivtäger“ für die oben abgebildeten Objektve herhalten. Jetzt übernimmt die Pentax K200D. Die K200D wird die "Digitalrückwand" für ein manuell zu fokussierendes Ricoh Rikenon 1,7/50 mm P (ab 1985) mit Pentax K-Bajonett und das manuelle und lichtstarke SMC PENTAX-M ZOOM 1:2.8-4 40-80mm, das zwischen 1980 und 1984 produziert wurde. Entschleunigte Fotografie mit einem über 10 Jahre alten DSLR Schätzchen ;-)

Totgesagte leben länger!

Diese Pentax müsste längst hinüber sein… Statistisch gehen die Verschlüsse zwischen ca. 29.000 und 34.000 Auslösungen kaputt. Einzelne Exemplare überschreiten jedoch auch die 50.000 Auslöseungen. Die hier präsentiere K200D funktioniert bei aktuell fast 60.000 Klicks immer noch!

Kurzsteckbrief Pentax K200D

Die K200D ist 134 x 95 x 74 mm groß und ist mit 725 g deutlich schwerer als die Pentax *ist D L2 aus der Sammlung. Der K200D 23,6 x 15,8 mm APS-C CCD-Sensor löst maximal 3.872 x 2.592 Bildpunte, 10 Megapixel auf. Der Sensor ist beweglich und bietet neben einer Staubreduktionsfunktion Bildstabilisierung (SR-Shake-Reduction-System). 

Die K200D ist 134 x 95 x 74 mm groß und ist mit 725 g deutlich schwerer als die Pentax *ist D L2 aus der Sammlung. Der K200D 23,6 x 15,8 mm APS-C CCD-Sensor löst maximal 3.872 x 2.592 Bildpunte, 10 Megapixel auf. Der Sensor ist beweglich und bietet neben einer Staubreduktionsfunktion Bildstabilisierung (SR-Shake-Reduction-System). 

Speicherformat JPEG, Pentax-RAW oder Adobe DNG. Gespeichert wird auf SD-Karte. Sensor-Empfindlichkeit Auto-ISO 100 bis 400 oder manuelle Vorgabe ISO 100, 200, 400, 800 und 1.600. Lt. Digitalkamera.de soll die Mattscheibe wechselbar sein… Phasenvergleich-Autofokus mit 11 Sensoren. Energieversorgung über zwei CR-V3 Li-Batterien oder vier Akkus der Größe AA.

Alle Details zur Pentax K200D in der deutschen Bedienungsanleitung

Firmware

Selbige wurde von 1.0 auf Version 1.1 upgedated.

Große Überraschungen sind kaum zu erwarten, werkelt der vermutlich von Sony zur Verfügung gestellte Sensor nicht nur in der stabilisierten Alpha 200 sondern auch in der Pentax K200D.

Praxisbericht voraussichtlich im Herbst