Warum? Ausgang war meine Unzufriedenheit im „Bewertungsmaßstab für alte Kameras“ besonders mit der durch den Fussballspieler symbolisierten Tauglichkeit für bewegte Motive, nennen wir es wie die Überschrift: „Sportfotografietauglichkeit“
Da hatten vor der jetzigen Korrektur einfache Knipskameras höhere Bewertungen als professionelle Spiegelreflexkameras, mit denen versierte Fotografen seit Jahrzehnten Tag für Tag erfolgreich ungezählte Reportage- und Sportfotos für Zeitungen und Magazine abliefern. Ein Unding!
Aber wie ändern, dass sich ein möglichst realistisches Bild ergibt?
Was fällt Ihnen bei den beiden Bildern auf? Sie zeigen die gleiche Ziegelwand, bei etwa gleicher Brennweite bei ISO 800 fotografiert. Links mit einer neun Jahre alten Canon EOS 50D mit EF-S 17-85 Kitobjektiv, rechts mit einer aktuellen Panasonic Lumix DMC-G81 mit 14-140 Kitobjektiv. Zu sehen ist natürlich nur ein Ausschnitt, auf etwa 200% vergrößert. Das Bild der Lumix wirkt deutlich schärfer – dafür sind allerdings Strukturen zu sehen, die es in der Vorlage definitiv nicht gibt. Im weicheren Bild der Canon verschwindet die Struktur der Ziegelsteine bei schwachen Kontrasten ein wenig in der Unschärfe, bleibt aber erkennbar.
Die Lumix hat also etwas hinzuerfunden. Aus der regelmäßigen Ziegelstein-Struktur ist ein wildes Liniengewirr geworden. Vor allem Smartphones und aktuelle Consumerkameras produzieren Bilder von fast unnatürlicher Schärfe und übertriebener Farbigkeit, die mit der Realität oft ähnlich wenig zu tun haben wie typische Postkartenmotive.
Was bedeutet schon eine Lichtstärke von f/1,2 (50/55/58 mm Nikon-Objektiv) f/1,0 (50 mm Canon USM L) oder f/0,95 (50 mm Leitz Noctilux)
Den Rekord hält das 0,7/50 mm Carl Zeiss Planar. Das Objektiv wurde speziell für das NASA Apollo Mondprogramm 1966 konstruiert und die der Erde abgewandte, dunkle (!) Seite ("Dark Side of the Moon") fotografieren zu können. Der amerikanische Filmproduzent und -regisseur Stanley Kubrick benutzte das 0,7/50 mm Planar, um Szenen seines Film Barry Lyndon bei Kerzenlicht drehen zu können.
Jetzt schickte uns Nico van Dijk dieses Foto einer Nikon D1, die mit einem RAYXAR E50/0.75 bestückt ist.
Das vermutlich meistgekaufte Ersatzteil für Digitalkameras sind Akkus - einerseits wegen ihrer begrenzten Lebensdauer und andererseits weil der mitgelieferte Energiespender bei ausgedehnten Fotosessions irgendwann in die Knie geht.
Gleichzeitig ist es für die Hersteller ein ausgesprochen einträgliches Geschäft. Immerhin kostet das Markenprodukt meist zwischen 40 und 100 Euro, während die Herstellungskosten in fast allen Fällen deutlich unter 10 Euro liegen dürften. Kein Wunder, dass die Hersteller diese Gewinnspanne nur ungern an Dritte abgeben möchten. Das beantwortet auch die Frage, warum es Dutzende Akkus fast gleicher Größe gibt, die aber trotzdem nur in ein bestimmtes Kameramodell passen. Bei populären Kameramodellen sind günstigere Fremdprodukte in jedem Elektromarkt zu finden, bei den übrigen wird man online fündig.
Sony hat sich daher noch eine zusätzliche Schwierigkeit ausgedacht: Die hauseigenen Akkus - am "Infolithium"-Schriftzug zu erkennen -
Zumindest die Ladegeräte professioneller Digital-SLRs bieten die Möglichkeit, Akkus nicht nur zu laden, sondern auch gezielt zu konditionieren. Auch wenn moderne NiMH-, Lithium-Akkus nicht mehr den gefürchteten Memory-Effekt der alten NiCD-Akkus haben, schadet es nicht, moderne Akkus von Zeit zu Zeit zu „erfrischen“.
Zuschmieren von Details durch zu geringen Fotodioden-/Pixelabstand (Pixelpitch). Zur Verdeutlichung bei hoher Sensorempfindlichkeit von ISO 1600. Bitte auf die Ausschnitte klicken/tippen. Das komplette Motiv jeweils einmontiert.
Aufmerksamen Lesern ist vielleicht nicht entgangen, dass mittlerweile bei den meisten Kameras die Entfernung/Abstand der einzelnen Fotodioden, Pixel auf dem Sensor – neudeutsch den „Pixelpitch“ angegeben wird.
Auch wenn's auf den ersten Blick so aussieht - wir sind nicht unter die Kamerahändler gegangen. Ich habe mich aber ein wenig mit der Frage befasst, was denn wohl die einzelnen Komponenten einer Kamera in der Herstellung kosten. Aus erster Hand erfährt man das natürlich nicht, aber es gibt eine ganze Reihe von Anhaltspunkten.
Die Tage habe ich meine völlig unterschätzte Canon PowerShot S90 „wiedergefunden“. Auch wenn sie mit Baujahr 2009 nicht mehr als „sammelswert“ einzustufen ist, ist diese Kamera kein Wunder, dass mit etwas Nachdenken bei dem einen oder anderen unnötige Kaufräusche verflogen sind. Was es mit der merkwürdigen Bildschirmanzeige "CHDK" (rechtes Foto) auf sich hat, ist Gegenstand eines späteren, ausführlichen Blogbeitrags.
Mit der PowerShot S90 habe ich eine hemdtaschentaugliche 3648 x 2736 = 10 Megapixel Kamera, die bis auf die Videofähigkeit (nur 640x480 Pixel VGA) jedes Smartphone schlägt – theoretisch. Denn die Anzahl Knöpfchen = Einstellmöglichkeiten ist eher etwas für einen erfahrenen Systemkamera Anwender. Die Smartphone-Knipsfraktion dürfte das nur abschrecken.
Auch wenn es im digicammuseum.de um (ur)alte, historische Digitalkameras bis etwa Baujahr 2005 geht, ist der Blick in die Zukunft nicht verboten. Im Erfahrungsbericht zur Nikon D2X hatte ich geschrieben: "Nachdem auch ich das Pixelrennen (...) bald Jahr für Jahr mitgemacht habe, wie es sich für einen anständigen Konsumenten gehört, war 2012 Schluss! Abgeschreckt von den in immer höherer Frequenz präsentierten Neuvorstellungen, abgestoßen von immer geistloser werdenden Kommentaren im Internet, besonders was den Vergleich Digitale Spiegelreflexkamera - Digital Single Lens Reflex (Camera) DSLR gegen (spiegellose) Digital Single Lens Mirrorless – DSLM – angeht. Wo Fanboys für die hochwertige Spiegelreflexkamera den ausgesprochen schwachsinnigen Begriff: "Spiegelklatscher" erfunden haben.
Und, was ist daran so bemerkenswert, wird sich der eine oder andere fragen?
Seit Vorstellung der ersten spiegellosen Systemkamera Panasonic Lumix G1 2008 wurden die Hersteller dieser Kameras nicht müde, die – sinngemäß – „weltschnellste automatische Entfernungseinstellung“ ihres jeweils frischen Modells zu betonen. Wobei man genau lesen muss: "weltschnellste automatische Entfernungseinstellung." Ja, aber auf was?
Das bedarf jetzt einer Korrektur. Adobe macht den Titel streitig! Mit seiner Photoshop-Version 0.63, die ebenfalls auf 1988 deklariert ist. Und schon erstaunlich vollständig wirkt, was die Bearbeitungsfunktionen angeht. OK, Ebenentechnik und Text gab es noch nicht...