Fuji X-M1 Funktionstest 2026 von Christian Zahn

Diese spiegellose Systemkamera hatte ich 2023 mit allen technischen Daten vorgestellt. Anfang 2026 habe ich sie wieder kurz ausprobiert.

Besonderheiten

Fujifilm hat früh angefangen, eigene Sensortechniken zu entwickeln, die nicht auf dem Bayer-Pattern beruhen: den Super-CCD mit wabenförmiger Pixelstruktur und verschieden großen Sensorpixeln oder den in der hier vorgestellten Kamera arbeitenden X-Trans-Sensor. Dieser hat kein Schachbrett-Pattern (mit 2x2-Pixel-Matrix) wie fast alle anderen Sensoren der anderen Kamerahersteller, sondern das Fuji-X-Trans-Pattern, bei dem sich die Farben in einer 6x6-Matrix wiederholen, außerdem sind in jeder Matrix vier grünempfindliche Pixel (im Quadrat angeordnet) vorhanden. Moiré soll so ohne Anti-Aliasing-Filter vor dem Sensor vermieden werden, außerdem wird das Rauschen bei höheren Empfindlichkeiten verringert.

Die 2013 vorgestellte X-M1 gehört zur ersten Generation dieser Kameralinie, ihr Sensor ist derjenige aus der X-E1 und auch vieles anderes ihrer Technik entstammt dieser Kamera. Um den Verkaufspreis niedrig halten zu können, hat Fuji jedoch etliches weggelassen, so fehlt der X-M1 z. B. ein elektronischer Sucher. Für die Zielgruppe der Einsteiger ist er ein unwichtiges Feature, er kann deshalb auch nicht später nachgerüstet werden. Die Kamera ist sehr klein gebaut, damit der Akku der X-E-Serie in den Handgriff paßt, mußte Fuji das hintere Fingerrad um 90° drehen, es ist senkrecht und nicht waagrecht eingebaut. Auch sind einige weitere Bedienelemente weggefallen, es gibt nur eine einzige umdefinierbare Funktionstaste, das Belichtungskorrekturrad ist unbeschriftet und ist recht leichtgängig.

Fuji bot einen Zusatz-Handgriff an, ohne den die Kamera kaum sicher in der Hand gehalten werden kann, sie ist einfach zu klein. Außerdem verlegt der Griff das Stativgewinde in die optische Achse. Allerdings muß er zum Zugriff auf das Akku- und Speicherkartenfach abgeschraubt werden.

Die Kamera scheint nicht sonderlich erfolgreich vom Markt angenommen worden zu sein, sie erhielt keinen Nachfolger, es gibt keine X-M2. Fuji etablierte statt dessen 2015 mit der X-A1 eine nochmals günstigere Kameralinie, die allerdings keinen Fuji X-Trans-Sensor hat, sondern statt dessen Standard-Bayer-Pattern-Sensor nutzt.

Zusammen mit der X-M1 stellte Fuji auch einige neue Objektive der XC-Serie vor, wobei das „C“ in der Typenbezeichnung auf „Compact“ hindeuten könnte. Sie sind preiswert gefertigte „Budget“-Objektive, die deutlich den Sparzwang erkennen lassen. Die Objektive bestehen inkl. Bajonett komplett aus Kunststoff und der bei den XF-Objektiven vorhandene Blendenring fehlt, im „A“-Modus dient zur Blendeneinstellung das hintere Kameradrehrad. Vermutlich dürfte die Zielgruppe der Einsteiger diese Funktion sowieso selten benutzt haben und fast ausschließlich in „P“ bzw. der Vollautomatik fotografiert haben.

In der Kamera ist ein kleiner Miniblitz eingebaut, er klappt rein mechanisch nach Druck auf einen Entriegelungsknopf heraus und muß von Hand wieder eingeklappt werden. Der Mechanismus besteht aus zwei Teilen, so daß er recht weit nach oben und vorn aus der Kamera herauskommt. Mit der Hand kann der Blitz auch in einer 90° nach oben gerichteten Stellung festgehalten werden, um indirekt gegen die Decke zu leuchten. Die Leitzahl beträgt 7 bei 200 ASA, was bei 800 ASA immerhin 14 und bei 3200 ASA 28 entspricht. Außerdem ist ein Norm-Blitzschuh mit TTL-Zusatzkontakten vorhanden.

Die UVP der X-M1 betrug ca. 680 Euro, im Set mit den Setobjektiv XC 16-50 800 Euro. 2026 liegt der Gebrauchtpreis bei etwa 300 Euro ohne Objektiv, er ist somit in den letzten Jahren etwas angestiegen statt gefallen.

Alle Beispielaufnahmen entstanden bei 200 ASA, gespeichert als JPG, bearbeitet mit Photoshop CS4. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten sowie Schärfe wurden korrigiert, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In alle Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert und die Aufnahmeparameter eingefügt.

Fazit 2026

Die Inbetriebnahme war problemlos: Akku und Speicherkarte einlegen, Datum und Uhrzeit einstellen, Objektiv montieren, losfotografieren. Jedoch fiel mir nach dem Übertragen der Bildern in den Rechner auf, daß die Kamera auch alle anderen Einstellungen vergessen hatte, also waren die Signaltöne wieder eingeschaltet, JPEG als Bildformat gewählt usw. Da hätte ich gleich draufkommen können, die Bildspeicherung war so flott erfolgt, die größeren RAWs wären langsamer weggeschrieben worden. Außerdem war ein Staubfädchen auf dem Sensor.

Da ich in den letzten Wochen etliche Aufnahmen mit der X-E2 gemacht habe, wirkt die X-M1 wie eine billige Plastik-Einsteigerkamera und ich vermisse den Videosucher. Ich mag keine „Kamera-am-Gurt-gestreckt-in-Vorhalte“-Aufnahmen, darum kommt die Fuji wieder zurück in die OVP, die nächste Benutzung dürfte erst wieder in einigen Jahren erfolgen.

Christian Zahn, Januar 2026

 

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