Nikon Z6 und Fuji X-E1 mit Meopta Belar 4,5/50 (Fake EL NIKKOR)

Nicht mit mir!

Was so verlockend für 100 Schwedenkronen (ca. 9 Euro) auf einem Flohmarkttisch lang, ließ mich genauer hinsehen. Was gut war! Denn in der Original Verpackung inklusive Schraubbehälter des Nikon EL-Nikkor 50mm f/4 steckte ein einfaches Meopta Belar 4,5/50 Vergrößerungsobjektiv aus tschechischer Produktion.

Für schließlich 50 Schwedenkronen (ca. 4,50 Euro) habe ich das Meopta dann doch zum Spielen mitgenommen…

Spezifikation

  • Hersteller Meopta - Optika, Prerov/Tschechische Republik
  • Das Belar soll von 1953 bis 2005 produziert worden sein. Wenn die Angaben im Netz stimmen, ist meine Version zwischen 1960 und 1969 gefertigt worden.
  • Abmessungen: Ø 38 mm, Länge 27 mm, Filter Ø 29 mm, 41 g 
  • Optischer Aufbau 3 oder 4 Linsen (Tessar)
  • Kleinste Blende f/22

Der benötigte Adapter zur Montage von Vergrößerungsobjektiven wie dem Belar mit M23 auf M39 Gewinde war schnell gefunden und geordert. So kann das Meopta in einen Leica M-/M39-/Fuji X-/Nikon Z-Helicoid montiert werden. Was aber nur sinnvoll ist, wenn ein kurzer M39 Zwischenring — rar und gewöhnlich Leica und damit teuer — oder mehrere M39-auf-M42 Ringe hintereinander montiert werden. Ohne diese Maßnahme ist das Meopta Belar 3,5/50 nur in einem begrenzten Entfernungsbereich fokussierbar. Nur mit Zwischenringen wie dem oben montierten (Leica) Summar Elmar 5cm M1:3 werden dann Unendlich und Nahbereich möglich. Die Kombination zeigt bei Offenblende sogar etwas "Bubble-Bokeh" ;-)

Am zweckmäßigsten hat sich diese Kombination erwiesen

Meopta mit M39 Adapter und dann der M39 Adapter in einen M39-auf-M42 Ring. Das Ganze dann in den M42-/Nikon Z-Helicoid geschraubt – fertig. Fokussieren von Unendlich bis in einen sehr kurzen Nahbereich!

Erster Blümchen-Funktionscheck im eigenen Garten

Bonn im "Tropenklima": an 30 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit! Unser Kaktus freut sich ;-) 4.800 Pixel 16:9

3.600 Pixel

Was die Regler hergaben … Ca. 3.000 Pixel

Nach langer Zeit mal wieder die "geliebte" Ziegelmauer ;-)

Jeweils untere Ecke links 1:1, Blende f/4,5 - 5,6 - 8 - 11

24 Megapixel

1.800 Pixel

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Was die zahlreichen Blümchenbilder angeht. Die Blüten liegen in dem Entfernungsbereich, für den das Meopta Belar 4,5/50 gerechnet war – zum Einsatz auf einem Vergrößerer, wo das Fotopapier aus vergleichbaren Nahabständen belichtet wurde.

Und größere Entfernungen?

Ein völlig unscheinbares 5 Euro-Juwel! Ein im positiven Sinn absoluter Langweiler. Eine viel zu gute Abbildungsqualität ;-) Auch bei der natürlich nicht lichtstarken Anfangsblende von f/4,5. Das kann kein Dreilinser sein, das wird ein vierlinsiger Tessar-Typ sein. Mit Blende f/11 trifft es immer ins Schwarze!

Das Einzige, was ich bedauere: Es gab auch Versionen mit viereckiger, quadratischer Blende. Für ein mal ganz anderes Bokeh … Aber auch so bleibt es ein unschlagbares Preis-/Leistungs-Objektiv!

Ralf Jannke, September 2026

 

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