Pentax *ist DS mit Sigma 28-105 UC-III – Praxisbericht von Christian Zahn

In diesem Kurzbericht geht es um ein für analogen Film gerechnetes Zoomobjektiv, das von ca. 2000 bis 2005 / 2008 gefertigt wurde. Benutzt habe ich es an der Halbformatkamera Pentax *ist DS, die das Objektiv mit ihren 6 Megapixeln nicht überfordert. Die Kamera und das Objektiv an der Vollformat Nikon Z5 hatte ich hier bereits vorgestellt.

Das Sigma Zoom 1:3,8-5,6/28-105 UC-III  ist in Japan gefertigt worden (Lens Made in Japan, was normalerweise darauf hinweist, das nicht nur die optischen Elemente in Japan gefertigt wurden, sondern das Objektiv auch dort montiert wurde). „UC-III“ in der Typenbezeichnung meint „Ultra-Compact“ in der dritten Version. Die erste Generation dieses mit einem damals sehr beliebten Brennweitenbereich ausgestattetem Zooms erschien bereits kurz nach dem Aufkommen von Autofokuskameras 1986-88, einige Modelle wurden damals auch mit manuellem Fokus und Anschluß für z. B. für Contax-Kameras gebaut. Die UC-III-Generaton ist kurz vor dem Ende der analogen Kamera-Ära um 2000 herum auf den Markt gekommen.

Im Inneren ist vermutlich nicht viel Metall eingebaut, auch der äußere Tubus ist nur aus Kunststoff. Sichtbar aus Metall ist nur das Bajonett, der Blendenschließhebel und Teile der hinteren Objektivfassung. Der Zoomring ist griffig, weil mit geriffeltem Gummi überzogen, der manuelle Fokusring dreht auch bei automatischer Scharfstellung immer mit, sein Einstellweg ist mit ca. 30° viel zu kurz für eine sichere manuelle Fokussierung, außerdem verstellt er sich typisch für ein AF-Objektiv viel zu leicht.

Das gezeigte Objektiv hat eine Springblende mit 6 Blendenlamellen. Die Länge beträgt ca. 74 mm, der Durchmesser ca. 71 mm und es wiegt etwa 300 Gramm. Beim Zoomen verändert es die Länge um ca. 30mm, beim Scharfstellen bleibt es dank Innenfokussierung gleichlang. Dem Blendeneinstellring merkt man an, daß er möglichst in der „A“ = Automatikstellung verbleiben soll, er rastet dort ein und ist recht hakelig. Die manuellen Blendenwerte rasten teilweise in ganzen, teilweise in halben Stufen.

Die Streulichtblende wird per Bajonett angebracht, das Filtergewinde 58mm bleibt also frei zugänglich. Es dreht sich beim Fokussieren nicht mit, was den Polfiltereinsatz einfach macht. Die Streulichtblende gehörte zum Lieferumfang. Da sie beim Scharfstellen und Zoomen feststeht, hat sie eine „Blütenform“ und ist darum wirkungsvoll. An der Cropkamera hingegen ist sie eigentlich zu groß, eine Gummisonnenblende für Normalobjektive ist wirkungsvoller, da aus den 28-105 mm Brennweite ein äquivalentes 42-158 mm-Zoom wird.

Das Objektiv liefert bereits bei Offenblende eine ausreichende Schärfe, das 28-105 UC-III kann den Sensor der *ist DS ab etwa 5,6 abgeblendet ausreizen. Die chromatische Aberrationen sind bei allen Blenden und Brennweiten nur wenig sichtbar, abgeblendet werden sie fast völlig beseitigt. Die recht „weichen“ Bildecken des Objektivs werden von der Kamera weggeschnitten.

Das Objektiv verzeichnet besonders am „kurzen“ Ende recht deutlich, aber für ein solch preiswert und klein gebautes Zoom mit relativ großem Brennweitenbereich relativ wenig. Allerdings konnte früher dieser Fehler bei Aufnahme auf Film auch gar nicht korrigiert werden, darum mußten sich die Objektivhersteller Mühe geben, optische Bildfehler bereits im Objektivdesign zu beseitigen und nicht erst später im Bildprozessor der Kamera nach der Aufnahme geraderechnen zu lassen.

Das Sigma hatte einen Neupreis von etwa 400 DM, was z. B. im Vergleich zum AF-Nikkor 28-105 sehr preiswert war, das weit mehr als das Doppelte kostete. Neuwertige Restbestände werden 2026 für ca. 200-250 Euro angeboten. Gebraucht bekommt man das Sigma für etwa 5 bis 40 Euro je nach Bajonettanschluß, Lieferumfang und Zustand.

Beispielaufnahmen

Alle Beispielaufnahmen entstanden mit Programm- und ASA-Automatik, gespeichert als PEF, gewandelt mit Adobe Camera RAW und bearbeitet mit Photoshop CS4. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten, Schärfe und chromatische Aberrationen wurden korrigiert, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In alle Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert.

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Im Gegensatz zur Vollformat Nikon Z5, an der mich das Objektiv nicht überzeugte, harmoniert es mit der Pentax *ist DS sehr gut. Auf Vollformat hochgerechnet entspricht der kleine APS-C-Sensor der Pentax mit 6 Megapixeln lediglich ca. 13,5 MP und es wird nur die gute Bildmitte des Objektivs verwendet. Ungünstig ist nur die Tatsache, daß weder die Kamera noch das Objektiv einen eingebauten Bildstabilisator haben, die Kombination empfiehlt sich freihand nur für gute Lichtverhältnisse, ansonsten sollte unbedingt ein Stativ verwendet werden.

Christian Zahn, April 2026

 

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