Pentax *istDS Praxisbericht von Christian Zahn

Pentax *istDS Kurzbericht

In diesem Kurzbericht geht es um eine recht frühe digitale Spiegelreflexkamera von 2004 mit einem sehr merkwürdigem Namen. 

Boris Jakubaschk zeigt sein Exemplar. Auch er wundert sich über die Bezeichnung. Ralf Jannke stellte die Kamera ebenfalls vor, er beschreibt dort, warum diese Kamera eigentlich schon die dritte / vierte Pentax-dSLR war.

Hier nur kurz: im Jahr 2000 baute Pentax eine Kompakt-Kamera mit festem Objektiv und einem Spiegel, das wäre das erste Modell. Und ebenfalls 2000 wurde ein Prototyp einer Vollformat-dSLR gezeigt, die aber nie über den Prototypen-Status hinauskam, das lag am Sensor von Philips, der damals einfach noch nicht ausgereift war und auch in der glücklosen digitalen Contax N verbaut wurde. 2003 erschien dann die APS-C-Kamera *ist D und 2004 die daraus abgeleitete *ist DS.

Spezifikationen:

  • Die 2004 vorgestellte Pentax *ist DS ist 125 x 92 x 66 mm groß und wiegt mit Akku und Speicherkarte 605 Gramm.
  • Der APS-C CCD-Sensor (24,024 x 15,974 mm mit Pixelpitch 7,8µm) löst maximal 3008 x 2008 Bildpunkte auf (6,3 Megapixel Rohdaten). Mit der ISO-Automatik oder manuell sind 200 bis 3200 ASA einstellbar. Videos sind nicht möglich. Bilder werden als JPEG oder PEF auf SD/SDHC-Karten (max. 32 GB) gespeichert.
  • Das Motiv wird über einen Pentaprismasucher mit eingeblendetem hinterleuchtetem einfarbigem LCD-Display für Aufnahmeparameter angezeigt. Zur Bildkontrolle ist ein 2“ TFT LCD Monitor mit 210.000 Subpixeln vorhanden, der auch die Menüsteuerung übernimmt. Zusätzlich ist ein nicht beleuchtbares Schulterdisplay mit Status- und Belichtungsangaben eingebaut.
  • Das Bajonett ist Pentax K-AF mit im Body eingebautem AF-Motor, ohne Blendenmitnehmer und ohne Zusatzkontakten für Objektive mit eigenem AF-Motor
  • Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S) oder kontinuierlicher Autofokus (AF-C) mit 11 Linien bzw. Kreuzsensoren, Phasen-Erkennung mittels teildurchlässigem Hauptspiegel und Hilfsspiegel abgegriffen, zusätzlich manuelle Scharfstellung mit Fokusunterstützung durch den aktiven AF-Sensor
  • Belichtungssteuerung durch Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik, ISO-Automatik oder manuellen Modus sowie Motivprogramme. Mittenbetont integrale, Spot oder 16-Zonen-Matrixmessung. Belichtungszeiten 30 s bis 1/4000 sek. Selbstauslöser mit 10 s Vorlaufzeit
  • manuell oder automatisch ausklappbarer Blitz mit Leitzahl 15 (bei 200 ASA) und den üblichen Funktionen: Ein/Aus, Automatik, Langzeitsynchronisation, Rote-Augen-Reduktion (Ausleuchtwinkel für 18mm-Objektiv); zusätzlich Norm-Blitzschuh mit Mittenkontakt und TTL-Kontakten
  • Weißabgleich automatisch oder manuell mit diversen Vorwahlen wie Sonne, Wolken, Glühlampenlicht usw.
  • keine optische Bildstabilisierung
  • Energieversorgung durch 4 Mignonzellen

Besonderheiten

Zur Kameravorstellung war Pentax noch ein eigenständiges Unternehmen, die Übernahme durch Hoya erfolgte 2008, 2011 erfolgte der Weiterverkauf an Ricoh, seitdem ist Pentax nur noch ein Markenname.

Sony entwickelte und fertigte den CCD-Sensor, Pentax das Gehäuse, die Elektronik nebst Firmware sowie die Objektive. Der 6-Megapixelsensor der *istDS ist baugleich mit dem aus der ein Jahr älterem *istD und dürfte baugleich oder bauähnlich auch in der Nikon D100 / D70(s) vorhanden sein, diese Kameras haben eine Nennempfindlichkeit von 200 ASA und fast identische Sensorgrößen und Auflösungen.

Der Name ist sehr ungewöhnlich, Pentax hatte 2003 die analoge Einsteigerkamera für Kleinbildfilm *ist präsentiert, im Internet kursieren etliche Erklärungsversuche für die Buchstaben, wobei keine offiziell durch Pentax bestätigt wurde. Das Sternchen könnte mit „Star“ gedeutet werden, also etwas Hervorragendes. Oder es steht wie bei MD-DOS als Platzhalter für eine Zeichenkette mit beliebiger Länge, dann könnte der Name als „Artist“ oder etwas ähnliches interpretiert werden. „D“ steht für „Digital“, „S“ vermutlich für „Small“, also klein.

Die *ist D erschien etwa ein Jahr früher, sie ist weitgehend baugleich, aber etwas größer, denn sie speichert auf CompactFlash-Karten, die mehr Platz benötigen. War diese schon die damals kleinste dSLR des Marktes, reduzierte die *ist DS nochmals Größe und Gewicht. Und außerdem war sie erheblich günstiger, denn die Ende 2003 erschienene EOS 300D hatte den Markt aufgewirbelt, alle anderen Hersteller mußten ebenfalls Einsteigermodelle unter der 1000-Euro-Grenze anbieten, brauchten dafür aber einige Zeit. Nikon leitete aus der D100 eine D70 ab und Olympus präsentierte eine neu entwickelte E-300.

Die Stromversorgung der Kamera erfolgt im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbermodellen mit 4 Mignonzellen, der Käufer brauchte keine damals teuren Lithiumakkus zu erwerben. Zwar war die Kapazität der damals üblichen NiMH-Akkus recht gering und deren Selbstentladung hoch, aber man konnte ja einfach ein paar Akkusätze mehr mitnehmen. Alternativ kann die Kamera auch mit zwei der damals teuren und heute auch nicht billig gewordenen 6-Volt-Lithiumbatterien CR-V3 betreiben.

Seitdem es NiMH-Akkus mit geringer Selbstentladung gibt (Stichwort „eneloop“, Verkaufsstart 2005/2006), ist es noch einfacher, Akkusätze parat zu halten. Beträgt bei einem normalem NiMH-Akku die Selbstentladung innerhalb von 48 Stunden nach dem Aufladen bis zu 10% und dann pro Monat je nach Typ zwischen 10% und 50%, so bedeutet das, daß solche Akkus schon nach einem Monat nur noch weniger als die Hälfte ihrer Nennkapazität haben und nach zwei Monaten fast völlig leer sein können. Eneloops und ähnliche Akkus verlieren im ersten Monat nur bis zu 15% und danach jedes Jahr weitere 15% des Ladestandes, so daß sie auch nach Jahren noch nutzbar sind.

Ich erinnere mich daran, für meine erste richtige Digitalkamera, die Olympus Camedia C-40, die mit zwei Mignonzellen betrieben wird, 2002/2003 NiMH-Akkus mit 2500 mAh gekauft zu haben, diese mußte ich immer am Abend vor der geplanten Foto-Tour aufladen, denn schon eine Woche später reichten sie in der Kamera nicht mehr lang.

In den EXIFs speichert die Pentax neben den üblichen Angaben wie Brennweite, Objektivtyp, effektive Blende und Belichtungszeit (ungerundet), Blitzmodus, usw. auch Details wie den Batterie-Ladezustand im Leerlauf und unter Last, die Sensortemperatur, die Seriennummer, den Firmwarestand von Kamera und Bildprozessor, die exakte Sensorgröße im Millimetern auf drei Stellen nach dem Komma genau, die in der Schärfenebene liegenden AF-Felder, wie lange die Scharfstellung dauerte, das Produktionsdatum der Kamera sowie die Zahl der aktuellen Verschlußauslösungen und noch viele weitere Angaben.

Die mitgelieferte Pentax-RAW-Software und die meisten käuflichen RAW-Konverter geben nur die nominellen 3008 x 2008 Pixel aus, freie Konverter können die gesamten 3040 x 2022 Sensorpixel auslesen. Die „fehlenden“ Randpixel werden üblicherweise zur Korrektur der Objektivverzeichnung verwendet. 

Wie bei Einsteiger- und Amateur-dSLRs üblich, ist ein Miniblitz eingebaut, in der *ist DS wird er fast immer manuell aus- und eingeklappt, nur im Vollautomatikprogramm „Auto PIct“ und den Motivprogrammen entriegelt die Kamera ihn selbsttätig. Beim Ausklappen wird er eingeschaltet, seine Leitzahl beträgt 15 bei 200 ASA und er leuchtet den Bildwinkel des Setobjektivs bei 18mm aus. Zusätzlich ist ein Norm-Blitzschuh mit TTL-Zusatzkontakten eingebaut, die Pentax TTL-Blitztechnik heißt P-TTL, wobei das „P“ nicht wie häufig fehlinterpretiert für Pentax steht, sondern für „Preflash“. Wie bei anderen digitalen Blitzsystemen TTL=„Thru The Lens“ sendet die Kamera bei heruntergeklapptem Spiegel einen oder mehrere schwachen Vorblitze aus, die die Belichtungs-Meßzelle in der Kamera auswertet und in Verbindung mit dem Umgebungslicht eine Blitzleuchtdauer festlegt, die bei hochgeklapptem Spiegel und geöffnetem Verschluss vom Blitz abgegeben wird. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt somit vor der Belichtung, die Vorblitze sind im Sucher erkennbar.
Pentax hat auch einen drahtlosen Fernsteuermodus für Systemblitzgeräte, jedoch kann der eingebaute Blitz der Kamera diese Blitze nicht steuern, sondern benötigt einen Sendeblitz, der im Blitzschuh montiert ist.

Als eine der wenigen Pentax-dSLRs versteht die *ist DS auch das „analoge“ Blitzprotokoll älterer Pentax-Systemblitze aus der vordigitalen Zeit, die Ergebnisse mit P-TTL-Blitzen sind aber ausgewogener, weil durch die Vorblitze das Umgebungslicht besser ausgewertet werden kann. Und die alten analogen Blitze funktionieren nur bei 200 und 400 ASA, höhere Empfindlichkeiten erfordern P-TTL-Blitze.

Mit einem Aufsteckblitz sieht die Kamera recht merkwürdig aus, der Metz 44 AF-1 ist einer der etwas kleineren Systemblitzgeräte, trotzdem dominiert er die Kombination und die Kamera wird stark kopflastig. Trotzdem ist ein solcher Blitz angeraten, denn der internen Blitz klappt nicht allzuweit nach oben, was zu „roten Augen“ führen kann, aber insbesondere zu Abschattungen des Blitzlichtes durch die Objektiv-Streulichtblende bei Weitwinkelaufnahmen.

Das Display löst für den Herstellzeitpunkt relativ fein auf, leider ist es fest eingebaut und kann weder gedreht noch geklappt werden. Vor dem eigentlichen Panel ist eine Kunststoff-Schutzscheibe montiert, wie allgemein üblich sollte sie mit einer weiteren Schutzfolie vor Kratzern geschützt werden. Zusätzlich ist ein Schulter-Statusdisplay vorhanden, es zeigt viele Kamera-und Aufnahmeparameter, kann aber leider nicht beleuchtet werden.

Live-View kennt die *istDS nicht, weil in ihr ein CCD-Sensor eingebaut ist, darum gibt es auch keine Video-Aufzeichnung. Die Abblende-Vorschau hat keine extra Taste, sondern der Hauptschalter wird zum Abblenden etwas weiter gedreht, durch eine Feder kehrt er dann selbst wieder in die Normalposition zurück.

Das Prisma ist ein echtes Pentaprisma aus Glas, kein preiswertes Element aus verspiegelten Einzelteilen, der Sucher hat eine Dioptrienkorrektur. Die Mattscheibe kann vom Benutzer gewechselt werden. Beide Features gab bei den Mitbewerbern nur in wesentlich teureren Modellen.

Der AF-Sensor hat insgesamt 11 AF-Felder, davon sind nur die beiden äußeren Liniensensoren, die 9 anderen sind Kreuzsensoren. Mit 11 Feldern war die Pentax etlichen Mitbewerberkameras überlegen, zum Vergleich: die EOS 300D hatte 7, die D70 fünf und die E-300 mußte mit drei AF-Feldern auskommen.

Die Kamera hat relativ viele Bedienelemente, der Hauptschalter ist griffgünstig um den Auslöser angeordnet, wird er weitergedreht, aktiviert er die Bildvorschau. Es gibt ein Einstellrad, ein Steuerkreuz mit zentraler „OK“-Taste, eine Taste für die Belichtungskorrektur in der Nähe des Auslösers, und vier Tasten neben dem rückseitigem Display für Menu, Bildlöschen, Info und Bildwiedergabe. Zusätzlich ist durch Druck auf die „Fn“-Taste ein Quickmenu einblendbar, so daß vier Parameter verstellt werden können, ohne das umfangreiche Kameramenü aufrufen zu müssen. Alles andere erfordert Einstellungen im Systemmenü.

Das Steuerkreuz verstellt jederzeit den aktiven AF-Punkt, die OK-Taste kann im Menu auf Anwahl des mittleren AF-Feld geschaltet werden.

Die Position des hinteren Daumenrades ist etwas ungünstig, das Rad ist viel zu nah am Sucher angebracht, der Daumen muß relativ weit bewegt werden, um es zu erreichen. Immerhin wird dadurch eine ungewollte Verstellung unterbunden.

Zum Puffern der Kamerauhr beim Akkuwechsel hat die *istD nicht wie in anderen später erschienene Pentax-dSLRs einen eingebauten kleinen Lithiumakku, dessen Lebensdauer begrenzt ist und der bei vielen Anwendern bereits kurz nach der Garantiezeit nicht mehr funktionierte, sondern vermutlich einen Kondensator. Meine Kamera hält die Uhrzeit noch gut, so daß ein Akkuwechsel unterwegs keine Neu-Eingabe von Datum und Uhrzeit erfordert.

Das RAW-Format ist das herstellereigene PEF, letzteres ist vermutlich unkomprimiert, die Dateien sind ca. 11 MB groß. Mitgeliefert auf der CD wurde damals ein hauseigener RAW-Konverter, der aber nur noch auf historischer Rechentechnik funktioniert, ebenso das damals von der Pentax-Webseite herunterladbare Fernsteuer-Programm, das die Kamera per USB verkabelt auslösen und die Bilder direkt auf den Rechner übertragen konnte.

Die Kamera hat keinen Lagesensor, Hochformataufnahmen müssen also später am Computer gedreht werden, damit sie korrekt angezeigt werden.

Wer sich darüber ärgert, daß die Kamera bei jedem erneutem Aufruf der Bildwiedergabe nur das Bild anzeigt und nicht die gewünschten Zusatzinformationen wie Histogramm usw.: das laßt sich im Kameramenu umschalten!

Die Serienbildrate beträgt bis zu knapp 3 Aufnahmen je Sekunde, wobei sie nach Füllung des internen Pufferspeichers aufgrund der Schreibgeschwindigkeit der Speicherkarte deutlich langsamer wird. Da die Kamera nur die zum Zeitpunkt der Kameraherstellung bekannten Schreibgeschwindigkeiten von SDHC-Karten ausnutzt, ist sie recht langsam. Ist nach fünf RAWs oder 8 JPGs der Puffer gefüllt, sinkt die Aufnahmefrequenz auf eine Bild alle zwei bis vier Sekunden, das dann allerdings so lange, bis die Karte voll oder die Akkus leer sind. Dazu muß man aber eine schnelle Karte nutzen, langsame 2GB-Karten von früher schaffen manchmal nicht mal 1 MB pro Sekunde Dauerschreibleistung.

Die Spiegelvorauslöung ist versteckt: sie wird nur bei Verwendung des 2-Sekunden-Selbtsauslösers aktiviert, d.h. die Spiegel klappt hoch und die Blende schließt, dann laufen 2 Sekunden Verzögerung ab und danach öffnet sich der Verschluss. Bei dem 12-Sekunden-Selbstauslöser gibt es keine Spiegelvorauslösung!

Der Serienbildmodus und das Sport-Motivprogramm haben einen niemals behobenen Firmware-Bug (oder ein Feature, das sich nicht von selbst erklärt). Trotz Einstellung der Kamera auf AF-S, also Einzel-Autofokus, bei der die Schärfe normalerweise einmalig vor den Aufnahmen ermittelt wird und alle Aufnahmen im Serienbildmodus mit dieser fest eingestellten Entfernung aufgenommen werden, schaltet die *ist DS auf AF-C um, ermittelt also zwischen allen Aufnahmen erneut die Schärfe. Das ist für statische Motive eher hinderlich, denn verschiebt sich im Freihandbetrieb das angepeilte Motiv geringfügig, so fokussiert die Kamera bei den Folgebildern möglicherweise auf etwas vor oder hinter den gewünschtem Motivdetail. Die Bildserie wird durch die erneute Fokussierung langsamer, außerdem reagiert der Auslöser teilweise träge, weil nachfokussiert wird, bis die Schärfe sitzt. Man glaubt dann, der Auslöser habe einen Defekt und drückt unwillkürlich viel zu fest.

Eine Möglichkeit, der Kamera das Nachfokussieren zu verbieten: Stativeinsatz, Kamera das Motiv scharfstellen lassen und dann am seitlich angebrachtem Schieber auf „MF“, also manuellen Fokus umstellen. Dann muß aber darauf geachtet werden, die Scharfstellung des Objektivs nicht aus Versehen durch Berühren des Objektiv-Fokusrings zu verstellen.
Die zweite Methode: Im Menu kann die „OK“-Taste so programmiert werden, daß sie den AF abschaltet. Also Auslöser nur antippen = fokussieren, OK-Taste drücken und halten, Auslösen, Auslöser und OK-Taste loslassen.

Es ist dringend angeraten, die letzte veröffentliche Firmware zu installieren. Die erste Version erkannte nur 1GB-Karten, die zweite Version nur 2GB-Karten, SDHC-Karten mit maximal 32 GB wurden als kostenloses Feature-Upgrade mit der letzten Firmware-Release nachgereicht. Zum Ermitteln muß die Kamera mit gedrückte Menu-Taste eingeschaltet werden, steht dann nicht VER 2.02 im Display, muß upgedatet werden. Aktuell (2026) ist die notwendige Datei noch bei Ricoh auf den Supportwebseiten herunterladbar.

Im Handbuch der Kamera und auf ihrer Rückseite wird nur das SD-Kartenlogo gezeigt, SDHC-Karten sind erst seit 2006 verfügbar. „Hut ab“ vor Pentax, daß die *ist DS mit 32GB großen Karten umgehen kann, obwohl diese zum Herstellzeitpunkt noch nicht spezifiziert und während der Programmierung der letzten Firmware von Dezember 2006 als damals nur theoretisches Produkt noch gar nicht für Tests verfügbar waren, sondern lediglich 4GB große Karten.

Der elektrische Fernauslöser nutzt eine zu etlichen Canon-Amateurmodellen sowie vielen Fuji-Systemkameras kompatible 2,5mm-Klinkenbuchse, USB und Video sind zu einer Spezialbuchse kombiniert, in die nur herstellereigene Spezialkabel passen. Alle Buchsen sind mit Klappen verschlossen, das Speicherkartenfach ist vom Akkufach getrennt und hat eine Verriegelung. Steht es offen, schaltet sich die Kamera ab. An der Kameravorderseite ist ein Empfänger für einen Infrarot-Auslöser angebracht.

Die UVP betrug 899 Euro ohne Objektiv. 2026 ist der Gebrauchtpreis auf ca. 25-55 Euro je nach Zustand und Lieferumfang gefallen. Manchmal wird sie fälschlicherweise als Pentax’ erste digitale Spiegelreflex beworben, das war aber die *ist D. Ich bekam die Kamera Anfang 2026 von Ralf Janke überlassen, vielen Dank dafür! Die Vorbesitzer haben die Kamera kaum benutzt (ca. 1200 Auslösungen), sie kam in quasi ladenneuem Zustand bei mir an und alle fast Gebrauchsspuren stammen von mir.

Beispielaufnahmen


Alle Beispielaufnahmenentstanden mit Programm- und ASA-Automatik, gespeichert als PEF, gewandelt mit Adobe Camera RAW und bearbeitet mit Photoshop CS4. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten, Schärfe und chromatische Aberrationen wurden korrigiert, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In alle Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert. Das verwendete Objektiv war das erst nach der Kamera erschienene 18-55 AL-II.

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Das Gehäuse der *ist DS ist ein Einsteigermodell, es besteht äußerlich komplett aus Kunststoff, lediglich das Bajonett und das Stativgewinde ist sichtbar aus Metall. Im Inneren hingegen ist ein Metallchassis eingebaut, an das alle Komponenten geschraubt wurden. Die verwendeten Materialen sind nach mehr als 20 Jahren gut erhalten, der berüchtigte „Gummiauflagenschwund“ oder das „Verkleistern“ aufgespritzter Gummierungen anderer Kamerahersteller ist (zumindest bei meinem Exemplar) bislang nicht aufgetreten.

Es gab die Kamera sowohl im gezeigtem Schwarz als auch in einer recht seltenen teilweise silbernen Variante, sie sie sieht dann fast so aus, wie ihre analogen Vorgängerinnen für Kleinbildfilm.

Die Bedienung ist Nutzern anderer Pentax-dSLRs sofort vertraut, das Umsteigen von einem neuerem Modell ist recht einfach, auch wenn die *ist DS etliche Funktionen der später erschienenen Kameras noch nicht kennt.

Dem Sensor merkt man das Alter an, der Dynamikumfang ist noch nicht so groß wie heutzutage, aber durchaus brauchbar. Die Kamera belichtet „auf die Lichter“, deshalb haben die Schatten teilweise wenig Zeichnung, die hellen Stellen „brennen“ dafür nur kaum aus. Bei niedrigen bis mittleren ISO-Zahlen rauscht die Kamera beherrschbar. 800 ASA sind noch durchaus nutzbar, bei 1600 / 3200 ASA steigt das Rauschen an und die Bilddetails werden von der Kamera dadurch stark „glattgebügelt“. Die ISO-Automatik der Kamera kann vom Anwender eingestellt werden, der obere Grenzwert ist in ganzen Stufen vorwählbar. Die Farben werden gut umgesetzt, mir gefällt die Farbabstimmung von Sensor und Bildaufbereitung.

Das für 6-Megapixel-Sensoren gerechnete Setobjektiv 18-55 DA AL II reizt die Auflösung der Kamera aus, Sensor und Objektiv harmonieren gut.

Die Fokus-Treffsicherheit ist gut, die Fokussiergeschwindigkeit hingegen ist mit heutigen Systemkameras natürlich nicht vergleichbar. Action, Sport, Wildtierfotografie o.Ä. ist nicht das Metier der *ist DS, selbst Kinder oder Haustiere könnten die AF-Leistung schon überfordern. Statische oder sich nur langsam bewegende Motive hingegen stellen kein Problem dar.

Der Lärmpegel hält sich in Grenzen, andere Spiegelreflexkameras sind erheblich lauter.

Fazit: eine digitalkamerahistorisch interessante Kamera (weil zweite Pentax-dSLR), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen noch geeignet, sofern 6 Megapixel und 200-400 ASA ausreichen, die Motive sollten möglichst statisch sein. Alternativ muß man bei höheren Empfindlichkeiten ein heutiges KI-basiertes ENtrausch-Werkzeug zur Nachbearbeitung nutzen. Und man bedenke: Weder Objektiv noch Kamera haben einen Bildstabilisator!

Christian Zahn, März 2026

 

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