Pentax *ist DS mit PK-Manuellfokusobjektiven von Christian Zahn
In diesem Kurzbericht geht es um die Verwendung manuell zu fokussierender Objektive an einer digitalen Pentax-Spiegelreflexkamera mit Halbformatsensor von 2004.
Die Kamera habe ich hier bereits ausführlich vorgestellt, die Funktionsweise des Zusammenspiels von Pentax dSLRs und Objektiven ebenfalls.
Obwohl die *istDS keine dort beschriebene „grüne Taste“ hat, funktioniert die Belichtungsmessung trotzdem, man nimmt statt dessen die AL-Lock - Taste auf der Rückseite.
Benutzung der *istDS mit manuell zu fokussierenden alten Pentax-K-Objektiven
Die Kamera hat leider nur das in der Pentax-Szene als „verkrüppelt“ bezeichnete K-AF2 Bajonett ohne Blendenmitnehmer. Die Steuerung der Blende erfolgt deshalb immer durch die Kamera, die Pentax-Kitobjektive haben keinen Blendeneinstellring.
Die Benutzung alter Pentax-K-Objektive ohne Autofokus ist trotzdem möglich, unterliegt aber gewissen Besonderheiten:
- Haben die Objektive das mit der Pentax Super-A bzw. Program-A eingeführte Ka-Bajonett (erkennbar an den Zusatzkontakten in der Bajonettauflagefläche der Objektive), so funktionieren alle Belichtungsmessungen und Belichtungsarten.
- Haben die Objektive keine elektrischen Kontakte, so kann die K-X mangels Blendenmitnehmer die am Blendenring eingestellte Blende nicht erkennen, außer manuellem ist kein anderer Modus möglich.
Aber: Pentax hat ein Alleinstellungsmerkmal verbaut, die Arbeitsblendenbelichtungsmessung (so wie es früher an analogen M42-Kameras gang und gäbe war).
Diese Art der Belichtungsmessung ist ein wenig „tricky“, sie wird in der Anleitung beschrieben, aber nicht wirklich gut erklärt.
Dabei gibt es eine wichtige Einschränkung: Das Objektiv muß eine blanke, also elektrisch leitende Bajonettfläche haben, da die Kamera am Kurzschluss aller elektrischen Kontakte erkennt, daß ein altes Objektiv angesetzt ist. Hat das Objektiv z. B. eine schwarz eloxierte, nicht leitende Oberfläche am Bajonett, ist für die Kamera kein Objektiv angesetzt, die AE-L - Taste ist dann ohne Funktion! Die Belichtung muß dann geschätzt und per Histogramm des aufgenommenen Bildes beurteilt und korrigiert werden!
Am Blendenring wird die gewünschte Blende eingestellt, das Motiv anvisiert und das Objektiv scharfstellgestellt. Achtung: in „M“ ist nur das mittlere AF-Feld aktiv, alle andren können nicht benutzt werden! Die Schärfenanzeige unterhalb es Suchers unterliegt einer gewissen Ungenauigkeit, man sollte bei Offenblendenbenutzung möglichst einmal von „Fern“ und einmal von „Nah“ auf die Einstellung drehen, bei der die Kamera „Scharf“ signalisiert und dann davon die Mitte einstellen. Stärker abgeblendet ist das nicht so entscheidend, sofern keine Teleobjektive verwendet werden.
Jetzt die ALE-L- Taste drücken. Die Kamera schließt die Blende, klappt aber den Spiegel nicht hoch. Nun macht sie eine Belichtungsmessung und überträgt den Wert in die manuelle Belichtungssteuerung, der Wert wird auch im Sucher angezeigt. Jetzt kann mit diesen Belichtungswerten sooft ausgelöst werden, wie man will. Ändert man den Bildausschnitt oder die Lichtverhältnisse stimmen nicht mehr, muß eine neue Belichtungsmessung durchgeführt werden, ansonsten gibt es Fehlbelichtungen, es ist keine Belichtungsautomatik!
Es gibt eine sehr ernstzunehmende Warnung vor Ricoh-Objektiven für Programmautomatik, den Rikenon-P-Objektiven. Diese haben einen Schalter im Objektiv, der die Vorwahl der kleinsten Blende an die Kamera mitteilt; allerdings ist dieser Kontakt an Pentaxkameras gefährlich: die Position des Kontaktes befindet sich an einer ungünstigen Stelle, beim Ansetzen an eine Pentax-AF-Kamera verhakt sich der Stift in einer Bajonettschraube der Kamera, das Objektiv läßt sich dann nur mit roher Gewalt oder durch aufwendige Zerlegung von Body und Objektiv wieder von der Kamera trennen.
Ein kleiner Wermutstropfen: weil die *istDS keinen eingebauten Bildstabilisator hat (das bekamen erst spätere Modelle), fragt sie die Objektivbrennweite nicht ab und trägt somit auch nichts in die EXIFs ein. Welches Objektiv mit welcher Blende man für seine Fotos nutzte, muß man sich also beim Fotografieren aufschreiben.
Beispielaufnahmen
Alle Beispielaufnahmen entstanden mit Programm- und ASA-Automatik, gespeichert als PEF, gewandelt mit Adobe Camera RAW und bearbeitet mit Photoshop CS4. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten, Schärfe und chromatische Aberrationen wurden korrigiert, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In alle Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert.
Fazit
Beide Objektive harmonieren mit den 6 Megapixeln der Kamera, die Schärfe ist gut. Obwohl die *ist DS noch keine „grüne Taste“ hat, kann sie aber trotzdem manuelle PK-Objektive nutzen. Die SMC-A-Objektive sind dabei am einfachsten, da die Pentax die Blende steuern kann, somit stehen alle 4 Belichtungsmodi „P A S M“ zur Verfügung. Haben die alten Objektive keine Blendenwerte-Codierung (die meisten PK-Objektive sind so gebaut), dann funktioniert nur „M“, das aber recht komfortabel. An das Drücken zweier Tasten nacheinander hat man sich schnell gewöhnt, lediglich die Schärfenkontroll-LED im Sucher ist zu gutmütig und bestätigt zu geringfügig zu nahe bzw. zu weite Fokussierung bereits als „Scharf“.
Christian Zahn, April 2026
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 6.04.2026 |







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