Sony alpha 580 Kurzvorstellung von Christian Zahn
Hier stelle ich eine digitale Spiegelreflexkamera von Sony vor. Die Hersteller-Eigenschreibweise der Typenbezeichnung ist Alpha 580 bzw. a (alpha) 580. Die Besonderheit der a 580 ist ihre Methode der Bilderzeugung im Live-View-Modus: es wird ein zweiter Bildsensor benutzt! Leider ist mein Exemplar defekt, darum zeige ich keine Beispielfotos.
Anlass für diesen Kurzbeitrag war Ralf Jannkes Mail, der vom Kauf einer ähnlichen a 550 von einem Flohmarkt berichtet hatte
Für 25 Euro. Äußerlich in sehr gutem Zustand, aber nach jedem Auslösen "Camera Error". Egal welcher Akku, egal ob SD-Speicherkarte oder Sony Memory Stick, egal ob Minolta A- oder Sony-Objektiv. Schade, aber Kauf ohne Risiko! Denn ich hatte mit der bekannten Anbieterin, wo ich schon etliches zu vernüftigen Preisen gekauft hab, Rückgabe beim nächsten Flohmarkt ausgemacht! Es geht seriös auch ohne eBay!
Spezifikation Christian Zahns Sony alpha 580:
- Die 2010 vorgestellte Sony alpha 580 ist 137 x 104 x 84 mm groß und wiegt mit Akku und Speicherkarte 679 Gramm.
- Der APS-C große CCD-Sensor (23,6x15,8 mm) löst maximal 4912 x 3264 Pixel = 16 Megapixel auf (16,7 Megapixel Rohdaten). Der Pixelpitch beträgt 4,8µm. Automatisch oder manuell sind 100 bis 12800 ASA einstellbar. Live-View ist möglich, ebenso Full-HD-Videos mit Stereoton. Bilder werden als JPEG oder ARW (RAW) auf SD-/SDHC-Karten (max. 32 GB) bzw. MemoryStick Pro Duo (bis ca. 16 GB) gespeichert.
- Das Objektiv-Bajonett ist das Minolta-AF-Bajonett (alpha-Bajonett)
- Das Motiv wird über einen Spiegelreflexsucher angezeigt, zusätzlich ist ein 3“ TFT LCD Monitor mit 921.600 Subpixeln vorhanden, der auch die Menüsteuerung übernimmt.
- Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S), kontinuierlicher Autofokus (AF-C) oder manuelle Scharfstellung, Ermittlung durch Phasenkontrastsensor im Spiegelkasten, mittels teildurchlässigem Hauptspiegel und Hilfsspiegel abgegriffen. 15 Linien- bzw. Kreuzsensoren, alle AF-Felder im Sucher dauerhaft markiert, aktives Feld kurz rot aufleuchtend
- Belichtungssteuerung durch Vollautomatik, Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik, Motivprogramme oder manuelle Nachführmessung, 40 Zonen-Matrixmessung, mittenbetont integrale oder an aktiven AF-Punkt gekoppelte Spotmessung. Belichtungszeiten 30s bis 1/4000 sek., Belichtungskorrektur +/-2 Blenden, Selbstauslöser mit 2 oder 10 s Vorlaufzeit
- ausklappbarer Blitz mit Leitzahl 12, zusätzlich Minolta-Blitzschuh mit ADI-TTL-Zusatzkontakten
- Weißabgleich automatisch oder manuell
- Bildstabilisierung durch beweglich gelagerten Sensor
- Energieversorgung durch Lithium-Akku
Besonderheiten
Die Stromversorgung erfolgt durch einen Lithium-Akku NP-FM500H. Er wird auch in etlichen anderen Sony-dSLRs benutzt, die Akkus haben einen Chip eingebaut, um die Restkapazität prozentgenau anzeigen zu können.
Die alpha 580 ist ein Nachfolger der alpha 550 in einem unwesentlich geänderten Gehäuse, nach nur einem Jahr wurde die Auflösung von 14 auf 16 Megapixel gesteigert und Liveview ist sowohl mit dem Zweitsensor im Prismahöcker als auch über den Bildsensor möglich. Parallel erschien das Schwestermodell SLT-A55, es ist weitgehend baugleich, hat jedoch einen transluzenten feststehenden Spiegel und einen elektronischen Sucher.
Die alpha 580 kann mit einem optionalen Akku-/Batteriegriff mit Hochformat-Auslöser erweitert werden, mit diesem liegt sie wesentlich besser in der Hand.
Der Bildstabilisator kann bei jedem Ein- bzw. Ausschalten zum Abschütteln von evtl. am Sensor haftenden Staub genutzt werden. Das klappt natürlich nur, wenn der „Dreck“ nicht am Sensor „klebt“.
Der Sucher ist keine schwere Pentaprisma-Konstruktion, sondern eine leichtere und preiswertere, aber leider ziemlich dunkle und winzige Kunststoff-Pentaspiegel-Version. Im Sucher befindet sich unterhalb der eigentlichen Mattscheibe eine grün hinterleuchtete LCD-Anzeige. Dort finden sich Angaben zu Blitz, Belichtungszeit, ASA-Wert, Blende, Lichtwaage, etliche Bildparameter, Fokuskontrolle uvm. Der Sucher hat eine Bildfeldabdeckung von ca. 95%, das Okular besitzt eine Dioptrienkorrektur. Unter dem Okular befindet sich ein Augensensor, er kann auf Wunsch das rückseitige Display abschalten oder den Autofokus einschalten.
Die voluminöse Augenmuschel gaukelt dem Betrachter einen wesentlich größeren Sucher vor, als die Kamera in Wirklichkeit hat. Brillenträger sehen nur wenig vom Bild, sie müssen die Kamera vor dem Auge hin- und herbewegen, um entweder das Bild oder die Sucheranzeigen zu sehen.
Die A580 ist die erste dSLR von Sony mit LiveView mittels Hilfssensor oder den normalen Bildwandler. Ein zweiter, allerdings sehr niedrig auflösender CMOS-Sensor ist im Spiegelgehäuse eingebaut, mit einem mechanische Schieber wird das Sucherokular verschlossen und eines der Pentaspiegelelemente leicht gedreht, so daß der Strahlengang auf den zweiten Sensor fällt und dessen stark rauschendes Bild auf dem Display angezeigt werden kann.
Weil die AF-Sensoren im Kameraboden weiterhin funktionsfähig sind, muß die A580 in diesem Modus nicht per langsamen Kontrast-AF scharfstellen, sondern mit schnellen Phasen-AF. Sony nannte diese Technik „Quik AF Live View“.
Alternativ kann wie bei digitalen Spiegelreflexkameras der meisten damaligen Mitbewerber der Bildsensor zur Erzeugung des Live-View-Bildes verwendet werden, entweder mit langsamen Kontrast-AF oder durch Nutzung der normalen AF-Sensoren, dann wird kurzzeitig der Spiegel heruntergeklappt, fokussiert und der Spiegel wieder hochgeklappt.
Die Speicherung erfolgt auf SD-/SDHC-Karten bis 32 GB oder die Sony-typischen MemorySticks in der Variante MemoryStick Proton bis ca. 16 GB.
Das Raw-Format ARW (vermutlich als Abkürzung für „AlphaRawFormat“) wird immer komprimiert gespeichert. Auf Wunsch werden parallel zu den ARWs auch zusätzlich JPEGs gesichert. Sind beide Speicherkartentypen gleichzeitig in der Kamera, kann mit einem Schiebeschalter zwischen ihnen umgeschaltet werden.
Der Gehäuseblitz klappt durch Druck auf eine Taste elektrisch heraus bzw. bei Vollautomatik auch selbstständig, muß jedoch manuell wieder eingeklappt werden.
Die Kamera kann mehrere Aufnahmen zu einem HDR-Bild verrechnen, wenn der Kontrastumfang des Motivs zu groß für den Sensor ist, diese Funktion kann nur mit der Kamera auf einem Stativ sinnvoll genutzt werden. Ebenso herrscht Stativpflicht bei dem Multi-Shot-Rauschunterdrückungsmodus, dabei nimmt die Kamera mehrere Bilder auf und verrechnet diese miteinander, um das Bildrauschen zu verringern. Wunder darf man nicht erwarten, die Technik war 2010 nur für etwa 1,5-2 Blendenstufen „gut“, heutzutage kann man mit KI-Tools und einer einzelnen Aufnahme bessere Ergebnisse erzielen.
Der Serienbildmodus ist recht beeindruckend, bis zu 7 Bilder pro Sekunde nimmt die Kamera auf, bis der Bildpuffer gefüllt ist. Der Videomodus ist mit Full-HD- und Stereoton gut, aber die Kamera kann während des Drehens nicht nachfokussieren, das muß immer manuell erfolgen.
Die alpha 580 hat recht viele Bedienelemente, ein Fingerrad ist vor dem Auslöser angebracht, der Hauptschalter um diesen herum. Auf der Oberseite sind das satt rastende Moduswahlrad, der Live-View-Umschalter, sowie 4 Tasten abgebracht. Die Rückseite wird von Sucher und Display dominiert, die 8 Tasten und ein Steuerkreuz sind teilweise recht klein geraten. Vorne am Bajonett gibt es eine Abblenddtaste.
Das Menu ist umfangreich, viele Bildparameter lassen sich nach Druck auf eine dedizierte Taste umstellen, für etliche weitere Bildeinstellungen gibt es ein Schnellten, so daß Ausflüge ins Systemmenü nicht allzuhäufig gemacht werden müssen.
Ein Anschluß für einen elektrischen Fernauslöser ist nicht vorhanden, er ist kompatibel zu den Auslösern von Minolta. Es gibt auch einen Empfänger für eine (nicht mitgelieferte) Infrarot-Fernbedienung.
Das Display kann nach oben oder unten geklappt werden. Das eigentliche Display ist durch eine Kratzschutzscheibe vor mechanischer Beschädigung geschützt. Man sollte aber eine Schutzscheibe aus gehärtetem Glas aufkleben, die die Zubehörindustrie in passenden Größen im Angebot hatte, weil Sony-typisch die Entspiegelungsschicht auf dem Display sehr empfindlich gegen Abrieb ist.
Fast alle Schnittstellen sind hinter unverlierbaren Abdeckungen verborgen, es sind keine Spezialkabel für den USB-, den HDMI- und den Mikrofon-Anschluß erforderlich, alle Buchsen entsprechen der jeweiligen Norm. Nur die Netzteilbuchse hat eine Sony-eigene Buchse.
Trotz des relativ geringen Verkaufspreises ist die Kamera „Made in Japan“. Erst die späteren Modelle wurden aus Kostengründen nicht mehr im „Heimland“ sondern in Billiglohnländern gebaut.
Die UVP der Sony alpha 200 betrug etwa 800 Euro. Ich bekam mein Exemplar im Frühjahr 2026, es ist vermutlich durch einen Wasserschaden zerstört worden und läßt sich nicht einschalten. Der aktuelle Zeitwert ist mit etwa 80 bis 150 Euro je nach Zustand und Lieferumfang anzusetzen.
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Das Gehäuse der Sony alpha 580 ist größtenteils aus Kunststoff und teilweise mit gummiartiger Belederung überzogen. Aus Metall sind nur wichtige Teile wie das Objektivbajonett oder das Stativgewinde. Die Kamera gehört zur Klasse der digitalen Aufsteiger-Spiegelreflexkameras mit APS-C-Sensor.
Eine Beurteilung der Bildqualität kann ich nicht abgeben, mein Exemplar ist defekt.
Fazit: eine digitalkamerahistorisch nicht uninteressante Kamera (weil dSLR mit LiveView mit zweitem Bildsensor), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen durchaus noch geeignet. 16 Megapixel reichen für etliche Anwendungen aus, sofern das Spiegelgeklapper nicht stört.
Christian Zahn, Mai 2026
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 16.05.2026 |








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