Geschwister: Kodak DCS ProSLR/c DCS Pro14nx

Meine 13,5 Megapixel Vollformat Kodak DCS ProSLR/c hat Gesellschaft bekommen!

Das „/c“ steht für C-anon. Diese seltenere Version der Kodak von 2004 hat ein Canon EOS-Bajonett und nimmt entsprechende Objektive auf. Begonnen hat die Kodak-Serie mit Nikon F-Bajonett als DCS ProSLR/n.

Kodak DCS Pro 14nx, 13,5 Megapixel Vollformat DSLR, Nikon F-Bajonett

Stark gebraucht mit "Mäusefraß", aber dafür modernisiert!

Das „x“ steht für e-x-tended, erweitert. Gemeint ist die Arbeits-Speichererweiterung von 256 auf 512 MB. Ob dieses Exemplar auch einen neuen Sensor, eine neue Platine hat, ist nicht feststellbar – siehe unten. Als Modell heißt die Kodak weiter DCS Pro14n. Die Modell-Bezeichnung DCS Pro14nx offenbart sich erst und nur beim Start der Kamera. 

Gerne suggerierte die 14 in der Bezeichnung der ersten Modellreihe eine Auflösung von 14 Megapixeln. Tatsächlich löst der Sensor 4.500 x 3.000 Bildpunkte, also „nur“ 13,5 Megapixel auf.

Kurz vor Weihnachten ging mir die Urversion dieser Kodak-Reihe auf Basis der Einsteiger Nikon N80 (in Europa F80) ins Netz. Für sehr zivile 70 Euro, dafür aber mit angekündigten, nicht mehr 100 Prozent intakten Bildsensor. Was beim Verkauf nicht verschwiegen wurde.

Ich bin froh über meine weitgehend funktionierende Kodak DCS ProSLR/c, dass ich nicht bereit war, Summen von drei- bis vierhundert Euro in die anfällige erste Version mit Nikon F-Bajonett zu investieren, die bei Ausfall wie die EOS-Bajonettversion natürlich auch nicht zu reparieren ist.

Die ganze Kodak DCS 14 Pro-Linie stand unter keinem guten Stern

Die erste Version dieser 13,5 Megapixel Vollformat DSLR musste koste-es-was-es-wolle auf der Photokina 2002 vorgestellt werden. Sicher mit dem Hintergedanken, der ebenfalls vollformatigen 11 MP Vollformat Canon EOS 1Ds die Schau zu stehlen. Besonders vom angekündigten Preis her! Die EOS 1Ds sollte seinerzeit 8000 Dollar kosten, die DCS 14 Pro „nur“ 4-5000 Dollar.

Und? 

Viel Lärm um nichts! Denn erst im März 2003 standen die ersten Kodak Kodak DCS Pro 14n-Gehäuse zur Verfügung. Und was die Interessenten mit der ersten Kodak DCS Pro 14n bekamen, war ein „Bananen-Produkt“, das erst beim Kunden reifte. Der 13,5 MP MP 24 x 36 mm CMOS-Vollformat-Sensor kam auch nicht von Kodak, sondern wurde in Kooperation mit dem belgischen Hersteller „Fill-Factory“ entwickelt und in Israel gefertigt.

Kein gutes Haar an der Kodak DCS Pro 14n ließ auch der amerikanische Nikon-Fanboy Ken Rockwell, der heute im Canon-Lager ist… Über seine Ansichten kann man durchaus geteilter Meinung sein, aber sein Kodak DCS-14n Test Review ist lesenswert. Auch wenn er die Kamera NIE in der Hand hatte, was er nicht verheimlicht!

Ken Rockwell: Alles, was ich von der Kodak DCS gesehen und gelesen habe, sagt mir: „Vergiss es!“ (...) „Ich bin kein Kodak-Fan. Und Profifotografen, die ich kenne, die Kodak DSLRs eingesetzt haben, bevor sie ihre Nikon D1 bekamen, hassten die mangelhafte Zuverlässigkeit der Kodaks. Sobald sie ihre Nikon (D1) hatten, benutzten sie die Kodaks nie mehr.“

Zumal neben der 11 MP Vollformat Canon EOS 1Ds auch die Nikon D1X bei entsprechender Arbeitsweise 10 MP Fotos liefern kann. Auch wenn deren Sensor nur APS-C-Größe hat: ca. 15 x 23 mm, bei Nikon DX-Format genannt.

Dass an der Kritik was dran sein musste, wurde klar, als Kodak im Februar 2004 (unter anderem auch auf der CeBit 2004) ein Update der Kamera präsentierte. Aus der „DCS Pro 14n(x)“ wurde eine „DCS ProSLR/n“. Die DCS ProSLR/n hatte einen überarbeiteten, weniger rauschenden Sensor mit wählbaren Filtern davor (vermutlich Anti-Aliasing oder Hot Mirror) eine LED, die signalisiert, wenn auf die Speicherkarte geschrieben wird, einen von 256 auf 512 MB verdoppelten Arbeitsspeicher und kalibrierte ISO 160 bis 800, erweiterbar auf 6 bis 1600.

Kodak „belohnte“ die Treue und Geduld seiner DCS Pro 14n „Alpha-Tester“/Erstanwender wahrhaft "fürstlich": Für 1500 Dollar wechselte Kodak u.a. die Sensoren und Hauptplatinen der ersten Kodak DCS Pro-Serie aus. So einfach kann man sich aus dem Markt schießen: Am 31. Mai 2005 kam auf der Kodak-Seite auch prompt die „NOTICE OF DISCONTINUANCE“ – die „Meldung der (Geschäftsaufgabe) Einstellung“ der KODAK PROFESSIONAL DCS Pro SLR/n and SLR/c Digital Kameras.

Ein Blick in 10 Jahre alte Beiträge in der fotocommunity zeigt die ganze „Bandbreite“ der Meinungen zur 13,5 MP Kodak. Schwarzweiß gemalt ist da alles drin: Von Schrott bis Spitzenergebnisse... Zumindest meine DSC ProSLR/c liefert hervorragende Daten.

Zur Kodak DCS Pro SLRnx

Zum Start  ein Firmwareupdate

Der Grund: Ich erinnere mich an rätselhafte Ausfälle meiner 1,3 Megapixel Kodak/Canon EOS1n DCS3c, deren Sensor Streifen und "komische" Farben produzierte. Eine einfache Neuinstallation der Firmware, und alles lief wieder wie es sollte. Was seinerzeit eine lästige Prozedur war, denn die DCS3c musste dazu am PC oder Mac mit SCSI-Ausbau hängen. Wie einfach ist es dagegen heute, die Firmware einfach auf eine CF zu spielen!

Die erworbene DCS PRO14nx wurde u.a. so beschrieben: "An sich funktioniert die Kamera, jedoch hat der Sensor Belagsflecken und Streifen. Er müsste sicher getauscht werden."

Letzteres geht mangels Ersatzteilen natürlich nicht mehr. Tatsächlich hat der Sensor mehrere dünne Störlinien, eher Haarlinien, vermutlich komplett ausgefallene Fotozellenreihen oder die lokale Auslesung. Mit Photoshop ist dem aber gut beizukommen ist. Nicht wirklich weg bekommt die "Belagsflecken", die sich bei genauer Kontrolle als kreisförmige Ablösungen zwischen Schutzglas und eigentlichem Sensor erwiesen. Zum Glück liegen die Störungen am Sensor-/Bildrand. Dagegen half ein Firmwareupdate natürlich nicht :-(

Firmwareupdates zur Kodak DCS Pro-Linie

Die alte Kodak-Seite, wo die Firmwareupdates lagen, ist lange vom Netz. Auf der neuen Seite existiert die Kodak Vergangenheit nicht mehr. Auf dieser Seite sind die Kodak-Firmwareupdates zur DCS Pro noch zu finden. Ich habe sie sofort runtergeladen und so für alle Fälle gesichert!

Die auf der oben genannten Seite gefundene Firmware war tatsächlich neuer, als die in der PRO14nx installierte. Alles über die Entwicklung und die Modelle nicht nur der Kodak DCS Pro-Reihe hat der ehemalige Kodak-Ingenieur Jim McGarvey in der (englischen) "The Kodak DCS Story" zusammengefasst!

ISO Test

Das Höher-ISO-/Qualitätsmaximum dürfte in den ausgelassenen ISO-Stufen zwischen ISO 400 und 800 liegen. Also nicht überstrapazieren, die DCS PRO14nx! Schärfe- und Rauschregler auf Null!

ISO 800/1000, korrigiert, volle Auflösung 4.500 x 3.000 Pixel

Bei Speichern im JEPG-Format kann nicht mehr als ISO 800 gewählt werden. Mehr Empfindlichkeit – ISO 1000, 1250 und 1600 – ist nur bei Speichern im Kodak DCS PRO14nx Rohdatenformat möglich. Im Gegensatz zur hier vorgestellten Kodak DCS ProSLR/c werde ich die DCS PRO14nx NICHT mit vierstelligen ISOs traktieren. Und es beim geplanten Rundgang mit ISO 250 bis 640 versuchen. Und auf jeden Fall im Rohdatenformat speichern!

So, hier ist erstmal Schluss

Keine Frage, dass ich diese Kodak DCS PRO14nx trotz des Sensorschadens zu einem kleinen Fotorundgang mitnehme. Fortsetzung folgt!

Ralf Jannke, April 2019

 

 

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