Apple QuickTake 200 und Minolta Dimâge V

Zeitlich im gleichen Jahr – 1996 – präsentiert, haben die zur Apple QuickTake 200 „umetikettierte“ Fuji DS-7 und die Minolta Dimâge V neben der Auflösung von 640 x 480 Pixel = VGA eine weitere Gemeinsamkeit: Diese Kameras speichern auf Smartmediakarte

Bis dahin nichts Besonderes, aber die Spannungsversorgung dieser Karten: 5 Volt. Diese Speicherkarten sind im Vergleich zu ihren in unzähligen Olympus-Digitalkameras eingesetzten 3,3 Volt-Varianten, die es wie Sand am Meer gibt, absolute Exoten. Verrückte glauben, für eine 2 MB-5V-Karte bis zu 80 Euro verlangen zu können! Das ist ein Vielfaches, was ich für die Dimâge V und die QuickTake 200 zusammen bezahlt habe. Beachten Sie bitte die beiden im Foto gezeigten Karten. Rechts die 5 V-Variante, links die 3,3 V-Variante. Unterscheidbar nur durch den schwarz auf schwarz geprägten, schwer erkennbaren Aufdruck 2MB-5 (Volt) und die abgeschrägte Kante auf der "falschen" Seite – im roten Kreis! Ob es auch 5V-Karten mit höherem Speichervolumen gab, ist mir nicht bekannt.

Mit der Dimâge V kommt endlich auch die bisher völlig zu Unrecht vernachlässigte Marke Minolta zu ihrem verdienten Auftritt! Dem weitere folgen werden.

Jahrzehntelang (in meinen Augen) die Nummer drei hinter Nikon und Canon! Pionier, der mit der Minolta 7000 AF (Maxxum in den USA) 1985 die erste SLR mit gehäuseintegriertem Autofokus der Welt erschaffen hat. Hier neben der Apple QuickTake 200 die erste Digitalkamera von Minolta!

Bildübertragung von der 5V Smartmediakarte in den Rechner

Screenshot der Mac OS 9 Oberfläche mit dem Floppy Disk Adapter/Flash Path im Einsatz.

Prinzipiell immer ein Vorteil, eine Speicherkarte für die Kamera, weil dann die Bilder nicht über die lahme serielle Schnittstelle per Kabelverbindung Kamera/Computer übertragen werden müssen, sondern ein ungleich schnellerer Kartenleser eingesetzt werden kann. ABER: Während mein universeller Leser fast jede Speicherkarte aufnimmt, darunter auch Smartmedia, versagt sie bei 5V-Smartmediakarten. Ich kann sie einschieben, aber es passiert – NICHTS. Ich will nicht ausschließen, dass ein anderer Leser in der Lage ist, auch eine 5V-Smartmediakarte zu lesen, habe stattdessen aber zu alter Hardware gegriffen.

Denn neben Smartmedia-Kartenlesern gab es von Olympus und Fuji den oben abgebildeten "Floppy Disk Adapter FD-A1S" ("Flash Path"), die die Smartmediakarte aufnimmt. Es hat exakt die Abmessungen einer 3,5“ Diskette und wird einfach ins Disketten-Laufwerk geschoben. Vorausgesetzt, der Anwender hat noch einen alten PC/Mac, der ein Diskettenlaufwerk hat. Ein externes, über USB angeschlossenes Diskettenlaufwerk nützt nichts, es kann mit dem Flash Path-Adapter nichts anfangen. PC oder Mac mit dem entsprechenden Treiber versehen, können die Daten so auch (!) von der 5 V Smartmediakarte in den Rechner überführt werden. Vorausgesetzt, die zwei Batterien des Smartmediakartendisketten-Adapters haben genug Energie. 

Bei mir kam die Smartmediakartendiskette in den Power Macintosh (Desktop) G3 von 1997.

Apple QuickTake 200

Auch die QuickTake 200 ist eine sehr schlichte Kamera, bei der sich mehr oder weniger alles von selbst erklärt. Immerhin kann sie gegenüber ihren Vorgängern QuickTake 100 und 150, die Apple in Kooperation mit Kodak konstruierte, einen richtigen Monitor vorweisen. Und eben Wechselspeicher!

Englische Bedienungsanleitung zur QuickTake 200

Minolta Dimâge V

Mit dem gegen das Restkameragehäuse verdrehbaren und sogar abnehmbaren (9 Linsen in 7 Gruppen) 5,0-5,6/4,8-13 mm (34-92 mm @KB) 2,7-fach Zoomobjektiv wagte sich Minolta auf Neuland. Per Kabel mit dem Gehäuse verbunden, konnte damit unter anderem "um die Ecke" und unmöglichen Positionen fotografiert werden. In der Makrostellung kann man sich dem Motiv bis auf 6 cm Entfernung nähern. Zwei schöne Internetlinks, die die Möglichkeiten der Kamera zeigen, wenn das Objektiv von der Kamera entfernt und am Kabel angebracht wird:

Digitalkamera mit mobilem Objektiv

VINTAGE DIGITAL CAMERA WITH UNIQUE FEATURE

Video-Präsentation der Minolta Dimage V auf der Photokina 1996 (deutsch!)

Zusammen mit Casio und der QV10, dürfte Minolta der Erste gewesen sein, der dieses Prinzip: Objektiv und Kamera gegeneinander verdrehbar präsentierte. Nikon griff diese Idee 1998 auf, und baute nach der Coolpix 900 zahlreiche Kameras nach diesem Prinzip!

Beispielfotos Minolta Dimâge V

Minolta Dimâge V-Fotos "out-of-the-cam" in Originalgröße: 640 x 480 Pixel. Keine Nachbearbeitung. Bitte einfach auf die Bilder klicken.

Beispielfotos Apple QuickTake

Apple QuickTake 200-Fotos "out-of-the-cam" in Originalgröße: 640 x 480 Pixel. Keine Nachbearbeitung. Bitte einfach auf die Bilder klicken. Dafür, dass die QuickTake 200 fast 20 Jahre alt ist, eine erstaunlich gute Farbwiedergabe...

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