Google Guetzli – ImageOptim: Noch kleinere JPEG-Dateien ohne Qualitätsverlust?

Ist Google in die Schweiz gezogen? Guetzli? Wikipedia schreibt: Guetzli ist ein schweizerdeutscher Ausdruck für Keks, Plätzchen, eine kleine Süßigkeit, etwa Praline oder andere Produkte der Konfiserie oder Pâtisserie.

Und was hat das mit EBV zu tun?

Guetzli: Google veröffentlicht Encoder für bis zu 30 Prozent schlankere JPEG-Dateien

Ich habe es ausprobiert und kann es bestätigen. Ohne die 30 Prozent nachgerechnet zu haben. Zuvor wurde ImageOptim runtergeladen, das es zunächst nur für Mac OS 10 gibt.

Dateigrößen beim Komprimieren

An erster Stelle steht die 5.456 x 3.632 Pixel 20 Megapixel Originaldatei. Das Foto wurde mit der spiegellosen Sony Alpha 3000 (DSLM) aufgenommen. Wenn ich Sammel-Digitalkameras zu Hause ablichte, dann greife ich nur zu dieser hervorragenden Sony Alpha 3000, bestückt mit dem ganz ordinären 3,5-5,6/18-55 mm Kit-Zoomobjektiv.

An der JPEG-Dateigröße – 3,8 Megabyte (MB) – ist leicht zu erkennen, dass Sonys Firmware da auf höchste Qualität achtet! Photoshop bietet beim Speichern im JPEG-Format Qualitätsstufen von 12 bis 1. Die Original Sony-JPEG mit Qualitätsstufe 12 gespeichert, liefert eine 5,9 MB-Datei. Unsinnig, weil größer als das Original. Die 3,8 MB große Original-Datei liegt damit zwischen den Photoshop JPEG-Format Qualitätsstufen 11 und 10. Ein hervorragender Wert! Wenn es um den Versand von Fotos beispielsweise an eine Tageszeitung geht, wählt man gewöhnlich die Photoshop JPEG-Format Qualitätsstufe 7, was in diesem Fall eine 1,2 MB Datei erzeugt. Und so geht es mit den immer kleiner werdenden Dateigrößen weiter. Mit den Photoshop JPEG-Format Qualitätsstufen runter bis 1. Dazwischen das, was ImageOptim erzeugt hat.

Die 100 Prozent ImageOptim Qualitätseinstellung spart mit 3,1 MB Größe gegenüber dem 3,8 MB Original etwa 20 Prozent ein. Im ImageOptim aber „Verlust“ gewählt, reduziert sich das 3,8 MB Original auf 774 KB (Kilobyte) Größe. Das ist eine Dateigrößen-Reduzierung um 80 Prozent! Kleiner wird es mit Photoshop nur noch, wenn die Photoshop JPEG-Format Qualitätsstufe 3 und 1 oder „Für Web und Geräte speichern“ gewählt wurde. Und damit bekomme ich das JPEG-Foto schließlich auch kaputt komprimiert.

Als Beispiel für eine Internetabbildung habe ich einen 900x 900 Pixel-Ausschnitt meines Testobjekts, der Nikon D50 gewählt:

Photoshop vs. ImageOptim

Gut gemacht!

Ich bin immer vorsichtig, wenn da "Wundersoftware" angeboten wird, die etwas verbessern soll... Auch wenn sie kostenlos ist. Im Fall von ImageOptim ist das tatsächlich der Fall. Klicken Sie auf die beiden Screenshotvergleiche von oben. Auf dem Monitor ist bereits bei 1:1/100 Prozent Monitorwiedergabe die bessere Qualität der viel kleineren (!) ImageOptim-Variante gegenüber Photoshop zu erkennen. Obwohl die ImageOptim-JPEG mit 72 KB deutlich kleiner ist als der Nachbar links mit 187 KB! Zur Verdeutlichung hier noch einmal in 2:1/200 Prozent Monitorwiedergabe. ImageOptim zerstört weniger, es sind weniger der typischen und sichtbaren 8x8 Pixelgruppen JPEG-Artefakte.

Auf eine gewisse "Gefahr" muss aber hingewiesen werden. So blitzschnell wie die gewünschten Dateien in das ImageOptim-Fenster gezogen sind, so schnell sind auch die Originale überschrieben. Was im Fall der Einstellung "Qualität: 100 %" praktisch keinen Schaden anrichtet, bei der Einstellung ""Verlustbehaftet" aber bleibend kleinere JPEG-Dateien erzeugt.

Zum Experimentieren also bitte unbedingt mit Datei-Kopien arbeiten! 

Ansonsten: Gut gemacht ImageOptim!

Ralf Jannke, März 2017

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