Epson PhotoPC 850Z: Die 3 Megapixel-Kamera, die keine ist...

OK, es steht auch nicht auf dem Kameragehäuse! Da ist zu lesen: 2.1 Megapixels. Aber irgendwie verfolgt mich das "Gespenst" Interpolation seit der großen AGFA-Story. Dort sorgt die hauseigene Software "photoGenie" dafür, dass ein 1280 x 960 Pixel = 1,3 MP Foto der AGFA ePhoto 1680 nach der Übertragung von der Kamera in den Rechner automatisch per Interpolation auf 1600 x 1200 Pixel = 2 MP vergrößert wird. Im Unterschied dazu sorgt bei der 1999 vorgestellten Epson PhotoPC 850Z das kamerainterne Verfahren "Hypict" in der Kameraeinstellung "drei Sterne plus H" dafür, dass die 1600 x 1200 Pixel = 2 MP direkt in der Kamera auf 1984 x 1488 Pixel = 3 Megapixel hochgerechnet werden. Das fordert natürlich wieder einen Softwarevergleich heraus: Epsons Bildpunktzahlenhochrechnung Hypict gegen Photoshops bikubische Interpolation. Wobei Epson da nicht maßlos überzogen hat, und die Hochskalierung mit rund 125 Prozent sehr moderat ausgefallen ist! Am Ende des Beitrags finden Sie den Interpolations-Vergleich.

Die Epson PhotoPC 850Z erinnert mich von ihrem Habitus an die Fuifilm DS-300. Da stehen 126 x 82 x 72 mm, 440 g (Epson) 153 x 96 x 78 mm, 680 g (Fuji) gegenüber, wobei die Epson in den wichtigsten Bereichen überlegen ist: Auflösung und Lichtstärke! Außerdem hat die 850Z einen Monitor für die Bildkontrolle.

Was die Belichtungsmöglichkeiten angeht, bleibt bei der 850Z kaum ein Wunsch offen. Der Fotograf, die Fotografin kann wählen zwischen: Komplettautomatik ohne Eingriffsmöglichkeit, Programmautomatik, Blendenautomatik mit einer Zeitenvorwahl in sehr ungewöhnlichen, ca. 1/8 Stufen und Zeitautomatik für die Blenden f/2, f/2,8, f/4, f/5,6, f/8 und f/11 und manueller Belichtung. Und die Automatiken sind noch feinfühlig +/- 2 EV in 0,2 EV-Schritten korrigierbar. Das alles sorgt dafür, dass auch beim Einsatz eines externen Blitzgeräts mit Computersteuerung, sprich Vorwahlblenden korrekt belichtet werden kann. Das Einzige, was Epson da 1999 hätte besser machen können, das ist die Einstellung der Sensor-Empfindlichkeit. Ich kann wählen zwischen einer Pfeilspitze >, zwei Pfeilspitzen >>, drei Pfeilspitzen >>>, was für ISO 100, 200, 400 steht.

1 B/s bei 2 und 3 MP Bildauflösung haut keinen um, aber mit etwas Aufmerksamkeit und Voraussicht ist auch ein etwas hektischeres Motiv einzufangen. 2 B/s werden nur bei mickrigen 640 x 480 Pixel VGA-Auflösung möglich.

Was das komprimierte JPEG-Format betrifft, geht die Epson PhotoPC 850Z mit den Daten sorgfältig um. Die 2-Sterne-Qualität erzeugt 16:1 komprimierte JPEGs. Mit 3 Sternen und 1600 x 1200 Pixel Bildgröße ist man mit 8:1 auf der sicheren JPEG-Komprimierungsseite. Drei Sterne plus "H" für die hochgerechnete (interpolierte) 1984 x 1488 Pixel werden im Verhältnis 12:1 komprimiert, was 1999 ein guter Kompromiss war.

Mit der damals serienmäßig diabeiliegenden 8 MB Compactflashkarte kam man allerdings nicht weit. Da Speichervolumen heute kein Thema mehr ist, steht die Qualität fest: 3 Sterne bzw. 3 Sterne „H“.

Der Gemächlichkeit der Epson PhotoPC 850Z Rechnung getragen, wurde die Kamera einfach auf ein heimatmuseumähnliches Freigelände mitgenommen, wo die Motive nicht weglaufen können ;-) Ein paar Bildchen davon:

Für das Baujahr – 1999 – geht die Schärfeleistung in Ordnung. Bis auf leicht korrigierten Kontrast und Farbe direkt aus der 1600 x 1200 Pixel = 2 MP Epson 850Z Drei-Sterne-Datei ohne Unscharfmaskierung.

Zum Interpolationsvergleich Epson Hypict gegen Photoshop bikubisch musste die darunter abgebildete Yashica Electro herhalten:

Interpolationsvergleich Epson gegen Photoshop

1 zu 1 Ausschnitte aus (interpolierten) 3 Megapixel Aufnahmen

Kameraintern rechnet die Epson PhotoPC 850Z über "Hypict" aus der 1600 x 1200 Pixel Aufnahme direkt eine 1984 x 1488 Pixel = 3 MP Aufnahme rechnen. Oberes Foto.

Zum Vergleich dadrunter die bikubische Photoshop-Interpolation, mit der aus 2 MP ein 3 MP gemacht wurden. Wer gewinnt? Geschmacksache. In der (unsinnigen) 2:1/200 Prozent Monitorwiedergabe wirkt Photoshop einen Hauch schärfer, Hypict etwas glatter, was dem einen oder anderen Motiv unter Umständen sogar entgegen kommt/kam. Keine Nachschärfung (Unscharfmaskierung) der Vergleichsbilder. Einstand! Ohne Photoshop konnte der Anwender einem Kunden direkt eine technisch gute 3 MP Datei zur Verfügung stellen, was 1999 einen Vorteil bedeutete.

Ralf Jannke

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