Moderner Klassiker: Spiegellose Systemkamera Nikon 1 J1, Vorstellungsjahr 2011

Von der Nikon-Systemkamera mit Spiegel zur spiegellosen Nikon - für 80 Euro...

Am Preis ist ja unschwer zu erkennen, dass es was Kleines sein muss. Um die Digitalkamerasammlung zu komplettieren, sollte noch ein Stellvertreter der 2011 gestarteten spiegellosen Nikon 1 Serie Aufnahme finden. Als letze „Einser“ kam im Mai die J5 auf den Markt. 2018 wurde das Nikon 1 System eingestellt.

Gekauft habe ich eine rote J1 inklusive 3,5-5,6/10-30 mm VR Nikkor

Zum Preis mussten aber nochmal 50 Euro Reparaturkosten addiert werden :-( Übeltäter war das Objektiv, dessen Fehler  – "Schwächelt mitunter: 1 Nikkor VR 3,5-5,6/10-30 mm" – bekannt war und sogar lange nach Ablauf der Garantie noch kostenlos repariert wurde. Da ich es als Risiko ansah, nur das Zoom einzuschicken, gingen die J1 UND das Zoom zur Durchsicht. Und dann war eben doch eine Feinmechaniker-/Elektronikerstunde fällig. So kann mich die rote Nikon ! J1, auf die schon der kleine Sohn ein Auge geworfen hat, noch viele Jahre begleiten.

Die erste 1 in der Modellbezeichnung symbolisiert den kleinen 1 Zoll (Inch) 13,2 x 8,8 mm Sensor mit einem Crop-Faktor von 2,7, der in dieser Nikon 1 Modellreihe verbaut wurde.

Das montierte 3,5-5,6/10-30 mm VR Nikkor entspricht folglich einem 27-81 mm Kleinbildzoom.

Nikon Serie 1 Modelle, Objektve und Zubehör

Insgesamt 11 Modelle mit 1 Zoll Sensor gab es von Nikon. Je nach Modell in verschiedenen Farben: J1, J2, J3, J4, J5, S1, S2, V1, V2, V3 und (wasserdicht!) AW1. 

An Objektiven gab es:

  • 3,5-5,6/6,7-13 mm VR
  • 2,8/10 mm
  • 2,8/10 mm AW (Unterwasser)
  • 3,5-5,6/10-30 mm VR
  • 3,5-5,6/10-30 mm VR PD
  • 4-5,6/10-100 mm VR
  • 4-5,6/10-100 mm VR PD
  • 3,5-5,6/11-27,5 mm
  • 3,5-5,6/11-27,5 mm AW (Unterwasser)
  • 1,8/18,5 mm
  • 3,8-5,6/30-110 mm VR
  • 1,2/32 mm
  • 4,5-5,6/70-300 mm VR   

Wobei das ultralichtstarke 1,2/32 mm durch den Cropfaktor 2,7 zwar zum ultralichtstarken 1,2/86 mm Kleinbildobjektiv wird, dieses aber mit einer weniger spektakulären Schärfentiefe von 1,2 x 2,7 = 3,2.

Unter dem Zubehör dürfte neben dem Blitzgerät für die blitzlose V1 der Konverter FT1 das interessanteste Teil gewesen sein. Gestattet der FT1 die Verwendung von AF-S DX- und FX-Nikon Autofokus-Objektiven auf den Kameras der Einser-Serie. Beispielsweise 300 mm werden so zu 810 mm!

Die älteste deutsche Digitalkamera-Internetseite, digitalkamera.de hat einen lesenwerten "Nachruf – Nikon 1 System wird eingestellt" geschrieben.

Alle Daten zur Nikon 1 J1 in der deutschen Bedienungsanleitung

Kompakthandbuch zur Nikon 1 J1

Nach Kontrolle und ggf. Installation der letzten Firmware geht die J1 auf einen Foto-Rundgang.

Die nie in Produktion gegangene zweite Nikon-Kamerareihe mit 1 Zoll Sensoren

Februar 2017 verkündete Nikon das Aus für die Premium-Kompaktkameras der DL-Serie. Die DL-Modelle mit fest verbauten Zoomobjektiven (mit Kleinbildbrennweitenangabe!): Nikon DL18-50 f/1.8-2.8, Nikon DL24-500 f/2.8-5.6 und Nikon DL24-85 f/1.8-2.8 gingen nie in Produktion.

Jetzt also eine 1 Zoll-Sensor Nikon 1 J1

Mit der Nikon 1 J1 ins Bonner Museum König

Volles Bildformat 3.872 x 2.592 Bildpunkte, 10 Megapixel, Auto-ISO 100

Qualitäts- und sonstiger Eindruck: Völlig unbeschwertes Knipsen im Smartphone-Stil!

Dieses Mal nicht negativ gemeint, denn die Nikon 1 J1 wurde auf selbstfestgelegte "Vollautomatik" geschaltet: Auto-ISO bis 3200, P-Automatik und AF-Mehrfeld-Automatikerfassung. Mit dem großen Vorteil gegenüber konventionellen Smartphones mit der Brennweite im Rahmen der 27 bis 81 mm (@KB) spielen zu können. Im Innenraum war es auch kein Thema keinen zusätzlichen E-Sucher zu haben. Doppelspeicherung im Nikon NEF-Rohdatenformat und JPEG fein. Benutzt habe ich nur die Rohdaten, die mit Adobe Lightroom 5.7.1 ganz nach Gutdünken bearbeitet, beschnitten und teilweise nach SW konvertiert wurden.

Alle Einzelbilder der vier 5000 x 5000 Pixel Tableaus mit voller Auflösung (10 MP). 1:1 Ausschnitte der Fotos.

An das erste, 2011 gekaufte Exemplar der Nikon 1 J1 erinnere ich mich mit Grausen. Seinerzeit schnell auf parkende Autos vor der Haustür gehalten, zeigte dieses Exemplar schon bei ISO 400 ein einziges Rauschen. Ganz schlimm in den Metallic-Silber bis Metallic-Anthrazit lackierten Autos. Bunte Pixel ohne Ende.

Da hat Nikon ganz offensichtlich was dran getan. Ich verrate sicher kein Geheimnis, dass man die J1 besser bei Auto-ISO bis 800 belässt. Aber was nützt es, wenn dabei verwackelte Bilder herauskommen. Selbst die vierstelligen Auto-ISO waren nicht so schlimm, dass sie nicht verwertbar waren. Die Konvertierung nach SW war keine Notlösung, aber einige Motive kamen so für meinen Geschmack besser rüber.

Trotz "Smartphone-Mania" eine schöne Familienknipse für unbeschwertes Bildermachen…

Ausbauen werde ich mein spiegelloses Nikon "System" eher nicht. Viellicht in ein paar Jahren, wenn der letze aufs Smartphone umgestiegen ist und seine V1 (mit E-Sucher!) verramscht...

Ralf Jannke, April 2019

 

 

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