Der rote "Rallye-Streifen"?
Die Klappe für Akkus und Speicherkarte verriegelt nicht mehr. Also wird sie mit Klebeband gesichert. Ich hatte seinerzeit nur die Farbe Rot an der Hand ;-)
Nach der 3 Megapixel Kodak/Nikon Pronea 6i/DCS330 jetzt doch noch die 1,5 Megapixel DCS315
Warum?
Die DCS330 hatte sich mit der Farbwiedergabe an einem Frühlingstag doch recht schwergetan!
Merkwürdigerweise erwies sich die DCS315 bei zwei drei Testbildchen in den Garten da etwas gutmütiger. Deshalb der Wechsel zur niedriger auflösenden Kodak DSLR. Bei ihr ist lediglich die Belichtungsdatenanzeige im Sucher defekt. Was verschmerzbar ist, denn die gewünschten Daten werden komfortabel über das Menü eingestellt und kontrolliert. Und ja: Wie die DCS330 akzeptiert auch die DCS315 das moderne Yongnuo YN35mm F2N.
Einen kleiner Nachteil gegenüber der DCS330
Während die DCS330 problemlos eine 512 Megabyte SanDisk CompactFlash-Speicherkarte akzeptiert – mehr aber auch nicht – akzeptiert die DCS315 nur eine SanDisk 16 und eine 64 MB CF-Karte. NUR diese beiden! Andere Fabrikate und Größen – auch von SanDisk – werden mit Fehlermeldung verweigert. 64 MB bieten Platz für 32 1,5 Megapixel Fotos. Nun ja, große Foto-Sessions werde ich mit der DCS315 sicher nicht machen ;-) Als winzige Reserve geht noch eine 16 MB SanDisk mit. Da passen mal gerade noch 8 Bildchen drauf …
Objektivfragen Kodak DCS315, DCS330
Sowohl die DCS315 als auch die DCS330 haben das Nikon F Bjonett. Die DCS315 ist "dichter" an der analogen Pronea. Hier lassen sich die einst von Nikon speziell für die APS-Film Proneas gerechneten "Plastik-Objektive" montieren, deren Tuben relativ weit ins Kameragehäuse ragen. Bei der DCS315 kein Problem, bei der DCS330 nicht montierbar. Dort ist ein Filter im Weg, der die Montage unmöglich macht. Um Verwechselungen mit gewöhnlichen Nikon-Objektiven mit F-Bajonett zu verhindern, hatte Nikon diese Blockade durch den verlängerten Tubus gewählt. Die sich übrigens durch Entfernen des Tubus in Grenzen umgehen lässt. Denn auch ohne den Blockier-Tubus stößt die Fassung der Hinterlinse an den Filter der DCS330.
Für einen Rundgang mit der DCS315 habe ich das "schwimmfähige" Voll-Plastik Nikon 1:3.5-5.6 20-60mm IX-Nikkor montiert. Mit dem Cropfaktor 2,7 der DCS315 ein KB-äquivalentes 54-162 mm Zoom.
Für diese Lichtsituationen im Zeitbereich "Blaue Stunde" Available Light war die brave Kodak DCS315 sicher nicht gedacht. Was mich nicht daran hindern konnte trotzdem zu fotografieren! Mal eben die Tiefen/Schatten hochziehen? Nicht mit einer DSLR von 1998 … Zumindest nicht mit Software von 2026. Mehr dazu weiter unten!
Foto vier und fünf des Sechserblocks wurden mit dem Yongnuo YN35mm F2N aufgenommen, der Rest mit dem Nikon 1:3.5-5.6 20-60mm IX-Nikkor bei 20 mm Brennweite. Alles Offenblende. Ich wollte eigentlich ISO 400 haben, die DCS315 stand aber auf ISO 200. Alles Zeitautomatik.
Für den einen ist das möglicherweise alles Papierkorb, für mich bleibt es durch die Unzulänglichkeiten der fast 30 Jahre alten DSLR Kunst. Ganz ohne KI — Künstliche Intelligenz ;-) Von dieser Kunst geht auf jeden Fall etwas ins März 2027 Kalenderblatt!
Die DCS315 kann aber auch ganz anders! Warten Sie's ab
Trotz Kaiserwetter: Ohne Nachbearbeitung mit Hilfe der Farb- und sonstigen Lightroomregler keine 100 Prozent gewünschte Farbwiedergabe. Oder eben auch hier: SchwarzWeiss-Konvertierung …
Bitte besonders die letzte Reihe beachten! Das sind die Konvertierungen durch Kodak Photo Desk!
Links jeweils das Original der Kodak DCS315, in der Mitte der Versuch per Photoshop "Bild/Korrekturen/Farbe ersetzen" der Original Containerfarbe irgendwie näherzukommen. Rechts die natürliche, korrekte Umsetzung durch Kodak Photo Desk.
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Gerne habe ich die Herausforderung angenommen, mit den beiden Raritäten Kodak DCS315 und DCS330 2026 zu fotografieren. Gewinner ist dann doch die DCS330. Nicht wegen der nominell doppelten Auflösung von 3 Megapixel, sondern noch mehr wegen der schon auffallend guten Schärfe des Bildsensors in Kombination mit dem 3,5-4,5/28-70 AF Nikkor. Wobei ich bei einem weiteren Versuch dann doch mal das 3,5-5,6/18-105 mm AF-S DX Nikkor montieren würde.
Zur Farbwiedergabe
2019 war im Beitrag zur gleich aufösenden 1,5 Megapixel bei Bild-"Reparatur" und Ehrenrettung der Kodak DCS 420 zu lesen:
>> Dass ich es bei einigen Fotos bei einer SW-Version belassen habe, lag zunächst an der Unmöglichkeit die Fotos farblich ansehbar hinzubekommen. Hantiert - so muss man es schon beschreiben - wurde nicht besonders gut mit Adobe RAW, Lightroom und Photoshop. Selbst Weissabgleichsversuche mit Aufnahme eines vermuteten Grauwerts per Pipette in Lightroom brachten kein überzeugendes Farbergebnis. Immer einen Tick daneben, wie eine farblich miserabel gedruckte Postkarte.
Es half alles nichts, zurück in die Vergangenheit vors Jahr 2000 mit dem Original Kodak TWAIN, um die mit der DCS 420 aufgenommenen Fotos anständig zu dekodieren. Also Windows 2000 gestartet, Photoshop 6.0 und eben das Kodak-Import-Modul (TWAIN) aktiviert, und schon war es gut – siehe oben. Dass die DCS 420 bei bestimmten Motivstrukturen Probleme hat und mit bunten Störmustern (Moiré) reagiert, ist einfach dem Alter der Kamera geschuldet. Aber die Farbumsetzung: entscheident besser! Mit entsprechender Photoshop-Hilfe konnte der Fotograf/Bildbearbeiter dann Mitte der 1990er Jahre das Maximum aus der Kodak holen. <<
Konsequenz
Ich werde versuchen, die DCS330/315 Dateien per Stick in den Windows 2000 Rechner zu bringen. Was sich umgehend als nicht funktionierend erwies, da die gefundene Original Kodak-Software nur bis Windows 98 läuft … Was dann zunächst kein Problem war, denn neben dem Windows 2000 Laptop ist noch ein Windows 98 Rechner im Bestand! Auf dem es ebenfalls nicht ans Laufen zu bekommen war ;-(
Meinen Uralt Powermac G3 der Mitte 1990er Jahre habe ich erst garnicht gestartet. Denn ich habe schon vor längerer Zeit für 20 Euro aus einem Sozialkaufhaus einen eMac gekauft. Ja eMac nicht iMac. Um den aber auf den ausgebauten Dachboden zu bekommen, hätte es fast eines Krans bedarft. 22,5 kg wiegt dieses Monstrum! Auf dem eMac läuft Mac OS 10.4. Er hat bereits beste Dienste geleitet, um 6x6 Mittelformat-Negative mit dem CanoScan 9950F Flachbett-Scanner mit Durchlichteinheit zu digitalisieren. Für den Canon gibt es keine aktuelle Software mehr …
Der Kodak DCS330-Treiber (Photoshop Plug-in) war auf den eMac nicht zu installieren, der hätte Apples altes Betriebssystem Mac OS 9.x gebraucht. Aber Kodak Photo Desk! Die Installation lief problemlos durch! Und danach große Spannung. Sowohl die Kodak DCS330 als auch die DCS315 TIFF-RAW-Dateien werden einwandfrei dekodiert!
Da liegen Welten, Lichtjahre zwischen!
Links der vergebliche Versuch, die Farben irgendwie hinzubekommen, rechts der brauchbare Notversuch nach SW zu konvertieren. In der Mitte die farbrichtige Umsetzung mit Kodak Photo Desk. Wobei ich die umfassenden Möglichkeiten von Kodak Photo Desk noch nicht mal zu einem Bruchteil genutzt habe! Da wäre noch viel mehr gegangen! Ich habe nur 1:1 konvertiert … Bei den Nachtaufnahmen von oben übrigens als 48 bit TIFF, was dann Reserven bei der Tiefenaufhellung ermöglicht!
Finale 2026
Ganz "einfach". Wer ernsthaft aus den Rohdateien der ersten Generation Kodak DSLRs DCS3xx und DCS4xx das Maximum rausholen will, kommt um "Steinzeit" Rechner- und Softwaretechnik nicht rum! Und dann bevorzugt Apple Macintosch. Ob eine freie RAW-Software wie beispielsweise RawTherapee oder ein frühes Lightroom 3.x mehr aus den Kodak TIFF-RAW-Files hätte zaubern können, habe ich nicht probiert.
Und doch hat es großen Spaß gemacht, sich der Herausforderung der bald 30 Jahre alten Kodak DSLRs zu stellen!
Ralf Jannke, März 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 11.03.2026 |





































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