Minolta DiMAGE 7i, A1 und A200 Funktionstest 2026 von Christian Zahn
Alle drei Bridgekameras von Minolta bzw. Konica-Minolta hatte ich 2020 bzw. 2023 mit den meisten technischen Eigenschaften vorgestellt. Also war es wieder an der Zeit, sie erneut in Betrieb zu nehmen:
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/minolta-dimage-7i-c-zahn/
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/konicaminolta-dimage-a1-c-zahn/
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/konicaminolta-a200-christian-zahn/
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
De drei Kameras sind sich recht ähnlich, auch wenn sie unterschiedlich aussehen. Das eingebaute Zoom-Objektiv mit auf KB umgerechneter Brennweite von 28 bis 200mm ist baugleich, ebenso die Sensorgröße. Die 7i von 2002 und die A1 von 2003 haben nur 5 Megapixel, die A200 hat 8 Megapixel.
Das Objektiv wird mit einem klassischen manuellem Zoomring um das Objektiv verstellt, die blütenförmige Streulichtblende rastet mit Hilfe eines Bajonetts um das beim Zoomen und Scharfstellen feststehende Filtergewinde M49.
Die Bilder der 7i können als JPEG, TIFF oder im Minolta-RAW-Format MRW aufgezeichnet werden. Als Speichermedium dienen CompactFlash-Karten Typ I oder II bis 2 GB (mit Microdrive-Unterstützung). Die A1 und die A200 speichern in den selben Bildformaten, verstehen aber CF-Karten bis 32 GB.
Die Stromversorgung der 7i erfolgt mit 4 Migonzellen, wobei sowohl Alkali-Batterien als auch NiMH-Akkus nutzbar sind. Mit heutigen eneloops o. Ä. sind durchaus mehrere hundert Aufnahmen möglich. Die Position des Batteriefaches ist ungewöhnlich, die Zellen liegen waagrecht unterhalb des Suchers. Vorteil dieser Anordnung ist, daß beim Öffnen des Faches die Akkus nicht herunterfallen, wenn die Kamera am Gurt getragen wird. Nachteilig ist, daß die Kamera links sehr schwer ist und sich bei einhändiger Haltung allzugern „wegdrehen“ möchte.
Die Stromversorgung der A1 erfolgt mit einem LiIon-Akku NP-400, der auch in einigen anderen digitalen Kameras verwendet wurde, z. B. in der DiMAGE A2, Dynax 5D / 7D, Samsung GX-20 oder Sigma SD-14. Optional kann unter die A1 ein Akkugriff mit Hochformatausläser BP-400 unter die Kamera geschraubt werden. Der Griff nimmt entweder zwei Akkus oder mittels Batteriekorb 6 Mignon-Akkus bzw. -Batterien auf. Am Griff ist eine weitere Öse für den Kameragurt vorhanden, so daß die Kamera mit dem Griff auch im Hochformat getragen werden kann, ideal für Portraitfotografen.
Die A200 nutzt einen anderen Lithiumakku, der baugleich zum Nikon EN-EL1 ist, der unter Anderen in der Coolpix 775, 880, 4800, 8700 uvm. eingesetzt wird. Auch unter die A200 kann ein Griff montiert werden, der EBP-100.
Der Gehäuseblitz aller drei Modelle klappt manuell betätigt aus. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt TTL mittels Vorblitz. Die Technik heißt „ADI“ = „Advanced Distance Information“ und meint, daß auch die vom Objektiv übermittelte Entfernung in die Berechnung der Blitzleistung einfließt. ADI hat Minolta bereits um 2000 herum für seine auf Kleinbildfilm aufnehmenden Spiegelreflexkameras entwickelt. Zusätzlich ist der Minolta iISO-Blitzschuh vorhanden (mechanisch bekannt seit den Dynax-7000i-Tagen von etwa 1988).
Falls die Kamera nach Einschalten des externen Blitzes diesen nicht zünden will, sollte der AF-Modus kontrolliert werden, es muß AF-S (Einzel-AF) eingeschaltet sein, damit der Blitz ausgelöst wird. Die Blitzbelichtungsmessung ist sehr ausgewogen, „Überblitzen“ kommt nur selten vor.
Sowohl Display als auch Videosucher galten damals als durchaus hochauflösend, aus heutiger Sicht sind sie grobpixelig und langsam. Bei einsetzender Dämmerung schaltet die Kamera zusätzlich auf einen Schwarz-Weiß-Modus um, um das wenige Licht möglichst gut ausnutzen zu können. Die Sucher der 7i und der A1 können nach oben geklappt werden und so als eine Art „Lichtschachtsucher“ eingesetzt werden; in der A200 ist der Sucher fest eingebaut
Die Kameras können auch komplett über den Sucher bedient werden, die Kameramenus erscheinen dann dort. Während der Aufnahme kann ein Echtzeithistogramm angezeigt werden.
Die eingebaute Bildstabilisation arbeitet nicht wie in andere damals bereits auf dem Markt befindliche Kameras, in denen eine Linsengruppe im Objektiv bewegt wird, sondern der Bildsensor ist beweglich gelagert und gleicht durch seine Gegenbewegungen die Verwacklung beim freihändigen Fotografieren aus.
Der 5-Megapixel-Sensor der 7i und der A1 stammen von Sony und hatten teilweise einen Serienfehler, der zum Totalausfall der Bilderzeugung führt, die Kameras nehmen dann nur noch Fotos in Falschfarben auf oder ein rein schwarzes Bild. Der Fehler wurde auch noch nach Ablauf der Garantiezeit behoben, inzwischen ist eine DiMAGE mit Sensorschaden nur noch ein Vitrinenstück.
Alle drei Sensoren haben mit 2/3“ einen etwas größeren Sensor, als er normalerweise in Kompaktkameras eingebaut wird (Cropfaktor 3,9 gegenüber Kleinbild).
Die A1 und die A200 wurde nach dem 2003 erfolgten Zusammenlegen der Kamerasparten von Minolta und Konica vorgestellt, demzufolge erhielten die Kameras den eher sperrigen Namen KonicaMinolta DiMAGE A1 bzw. A200. Auch der Zusammenschluss dieser beiden Firmen konnte sich am Markt nicht behaupten, 2006 wurde die Kamerasparte an Sony veräußert.
In der Standard-Einstellung geben die Kamera viele Töne und Klänge von sich, die zum professionellen Anspruch nur wenig passen wollen. Das Verschlußgeräusch, das aus dem Lautsprecher tönt, ist das einer Spiegelreflexkamera mit Motor, man hört dann deutlich den Filmtransport nach der Aufnahme, auch das Ein- und Ausschaltgeräusch klingt eher nach einer billigen Einsteigerknipskiste denn einer 1300 Euro teuren Profikamera. Glücklicherweise lassen sich im Menu die Töne nicht nur umkonfigurierten, sondern auch komplett abschalten.
Am Kameragriff der A1 sind metallische Streifen vorhanden, sie erkennen, ob der Fotograf die Kamera anfaßt oder nicht. So kann die A1 auf Wunsch bereits fokussieren, wenn die Kamera ans Auge gehalten wird und nicht erst, wenn der Auslöser halb angedrückt wird. Am Griff der A200 ist dieses Feature wieder weggelassen worden, denn die Streifen sind aus einem Metall, das bei etlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen kann.
Die UVP der DiMAGE 7i betrug ca. 1200 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei etwa 5-30 Euro je nach Zustand und Lieferumfang. Der Sensor ist anfällig für Totalausfall.
Die UVP der DiMAGE A1 betrug ca. 1300 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei etwa 10-50 Euro je nach Zustand und Lieferumfang. Auch der Sensor der A1 ist anfällig für Totalausfall.
Die UVP der DiMAGE A200 betrug ca. 900 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei etwa 25-75 Euro je nach Zustand und Lieferumfang.
Die Beispielaufnahmenentstanden bei 100-200 ASA, gespeichert als JPG bzw. MRW, gewandelt mit Adobe Camera RAW und bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In einige Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert.
Fazit 2026
Die Inbetriebnahme gestaltete sich problemfrei: Akku und Speicherkarte einlegen, Datum einstellen und losfotografieren.
Der kamerainterne Kalender der A1 reicht nur bis zum Jahr 2025, danach springt er wieder auf 2003 zurück. Beim nächsten Fotoausflug kann ich dann kein aktuelles Datum mehr einstellen.
Die berüchtigten 5-Megapixel-Sonysenoren scheinen von den Vorbesitzern meiner 7i bzw. A1 bei Minolta getauscht worden zu sein, denn sie sind nach über 20 Jahren immer noch funktionsfähig.
Vielleicht mache ich mit allen drei Kameras im Jahr 2026 mal wieder einen Fotoausflug, vielleicht bleiben sie aber auch länger in den Sammelboxen.
Christian Zahn, Januar 2026
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| Autor: | Chrstian Zahn |
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| Erstellt: | 12.01.2026 |







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