Minolta Dimage 7i

Hier stelle ich eine zum Vorstellzeitpunkt durchaus als professionell zu bezeichnende Bridgekamera von Minolta vor. Auch Ralf Jannke hat ein Exemplar hier präsentiert. Boris hat ebenfalls eine 7i, leider mit defektem Sensor.

Spezifikationen

  • Die 2002 vorgestellte Minolta DiMAGE A1 ist 117 x 91 x 113 mm groß und wiegt mit Akkus und Speicherkarte 650 g.
  • Der 1/2,3“ CCD-Sensor (8,8x6,6mm) mit Pixelpitch 3,4µm löst maximal 2560 x 1920 Pixel  = 5 Megapixel auf (5,3 Megapixel Rohdaten). Mit der ISO-Automatik oder manuell sind 100 bis 800 ASA einstellbar. Videos sind mit 640x480 Pixeln möglich. Bilder werden als JPEG, TIFF oder MRW (RAW-Format) auf CompactFlash-Karten (max. 2 GB) gespeichert.
  • Das Motiv wird über einen Videosucher 0,4“ mit Dioptrienkorrektur und 71.000 Pixeln angezeigt. Zur Bildkontrolle ist ein 1,8“ TFT LCD Monitor mit 122.000 Subpixeln vorhanden, der auch die Menüsteuerung übernimmt. Zusätzlich ist ein SW-Schulterdisplay mit diversen Aufnahmeparametern vorhanden, es wird passend zum Umgebungslicht durch eine grüne LED beleuchtet.
  • Das Objektiv ist ein 7,2-50,8mm/1:2,8-3,5 (28-200 mm @KB) 7-fach Zoom mit manuellem Zoomring
  • Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S) oder kontinuierlicher Autofokus (AF-C), Ermittlung durch Kontrasterkennung des Bildsensors, zusätzlich manuelle Einstellung mit Hilfe eines um das Objektiv herum angeordneten Encoderrings
  • Belichtungssteuerung durch Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik oder manuellen Modus sowie diverse Motivprogramme. Mehrzonen-Matrixmessung, mittenbetonte Integralmessung oder Spotmessung. Belichtungszeiten 30s bis 1/4000 sek., Selbstauslöser mit 10 s Vorlaufzeit
  • manuell ausklappbarer Blitz mit Leitzahl 7 und den üblichen Funktionen: Ein/Aus, Automatik, Langzeitsynchronisation, Rote-Augen-Reduktion, zusätzlich Minolta-iISO-Blitzschuh (Sony-Kompatibel)
  • Weißabgleich automatisch oder manuell mit diversen Vorwahlen wie Sonne, Wolken, Glühlampenlicht usw.
  • keine Bildstabilisierung
  • Energieversorgung durch 4 Mignonzellen

Besonderheiten

Die DiMAGE 7i ist die Nachfolgerin der DiMAGE 7, die die erste 5 Megapixel-Kamera des Weltmarktes war. Das Gehäuse wurde weitgehend beibehalten, jedoch einige der Kritikpunkte des Vorgängermodells beseitigt, z. B. ist der Handgriff besser gestaltet und die Kamera ist insgesamt schneller geworden und benötigt weniger Strom. Das „i“ in der Typenbezeichnung bedeutet „improved“ = verbessert. Käufer der Vorgängerin erhielten Funktionen per Firmwareupdate „nachgereicht“, die sich durch Software richten ließen; die bessere Hardware der 7i ließ sich dadurch natürlich nicht in die 7 „verpflanzen“.

Die Bridgekamera hat ein damals durchaus respektables Zoom-Objektiv, das KB-äquivalent von 28 bis 200 mm reicht. Die meisten Mitbewerber fingen erst bei umgerechnet 35mm an. Da es am langen Ende noch recht lichtstark ist (1:3,5), ist es auch ohne Bildstabilisation oft ausreichend, um freihand ein unverwackeltes Bild zu ermöglichen. Es ist mit 16 Elementen in 13 Gruppen aufwendig konstruiert, 2 Elemente sind aus ED-Glas, zwei Elemente haben asphärische Oberflächen. Sowohl bei 200 als auch bei 28 mm hat es eine Makrostellung. Die Streulichtblende gehört zum Lieferumfang, sie ist innen schwarz und außen passend zum Kameragehäuse silbern lackiert.

Das Objektiv wird mit einem klassischen manuellem Zoomring um das Objektiv verstellt, es macht dabei allerdings mehr oder minder deutliche Kratz- und Schabgeräusche. Die blütenförmige Streulichtblende rastet mit Hilfe eines Bajonetts um das beim Zoomen und Scharfstellen feststehende Filtergewinde M49.

Das Objektiv verzeichnet deutlich sichtbar, auch die chromatische Aberration wird nicht vom Bildprozessor weggerechnet. Es gab Konverter, die die Brennweiten in den Telebereich erweitern.

Die Bilder können als JPEG, TIFF oder im Minolta-RAW-Format MRW aufgezeichnet werden. Der TIFF-Modus wird als „Superfein“ bezeichnet, die am wenigsten komprimierten JPEGs werden in Menu als „Fein“ bezeichnet. Als Speichermedium dienen CompactFlash-Karten Typ I oder II bis 2 GB (mit Microdrive-Unterstützung). Das Abspeichern von TIFFs bzw. MRWs dauert sehr lange, je nach Speicherkarte bleibt der Sucher bzw. das Display bis zu 40 Sekunden dunkel, bevor die nächste Aufnahme gemacht werden kann. JPEGs werden schneller weggeschrieben, dann sind bis zu 2 Bilder/Sekunde möglich, mit auf 1280x960 Pixeln reduzierter Bildgröße sogar 7 Aufnahmen pro Sekunde.

Die Kartenfachklappe wird durch einen kleinen Magneten geschlossen gehalten, unter ihr befindet sich auch die kombinierte USB/Videobuchse, die ein Spezialkabel erfordert.

TIFFs sind etwa 15 MB groß, die MRW-RAW-Dateien ca. 10 MB, JPEG Fine-Bilder benötigen etwa 2-3 MB.

Die Kamera nutzt 3 AF-Felder, aus der sie das nächstgelegene auswählt. In dunkler Umgebung fokussiert die Kamera nur recht schlecht, sie hat weder ein eingebautes AF-Hilfslicht noch benutzt sie das in den Minolta-Systemblitzen eingebaute. Unter der roten Abdeckung an der Kamerafront verbirgt sich kein AF-Hilfslicht, sondern das Mikrofon und die Selbstauslöser-Kontroll-LED.

Die Fokusgeschwindigkeit ist für das Alter gut, bei Einführung galt sie als schnelle Kamera. Trotzdem kann ein Fokussiervorgang durchaus eine Sekunde dauern, bis die Bestätigung im Sucher erscheint.

Der Sensor ist mit 1/2,3“ sehr klein, er wurde von Sony hergestellt und gehört leider zu den Typen, die zu Sensordefekten neigen. Viele 7i-Exemplare sind deswegen heutzutage unbrauchbar bzw. haben zwischen 2004 und 2006 einen neuen Sensor eingebaut bekommen.

Die Stromversorgung erfolgt mit 4 Migonzellen, wobei sowohl Alkalien-Batterien als auch NiMH-Akkus nutzbar sind. Mit heutigen eneloops o. Ä. sind durchaus mehrere hundert Aufnahmen möglich. Die Position des Batteriefaches ist ungewöhnlich, die Zellen liegen waagrecht unterhalb des Suchers. Vorteil dieser Anordnung ist, daß beim Öffnen des Faches die Akkus nicht herunterfallen, wenn die Kamera am Gurt getragen wird. Nachteilig ist, daß die Kamera links sehr schwer ist und bei einhändiger Haltung sich allzugern „wegdrehen“ möchte.

Der Gehäuseblitz klappt manuell betätigt aus. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt TTL mittels Vorblitz. Die Technik heißt „ADI“ = „Advanced Distance Information“ und meint, daß auch die vom Objektiv übermittelte Entfernung in die Berechnung der Blitzleistung einfließt. ADI hat Minolta bereits um 2000 herum für seine auf Kleinbildfilm aufnehmenden Spiegelreflexkameras entwickelt.

Zusätzlich ist der Minolta iISO-Blitzschuh vorhanden (mechanisch bekannt seit den Dynax-7000i-Tagen von etwa 1988). Allerdings benutzt die Kamera eine Vorblitztechnik, die zu den älteren analogen Blitzen inkompatibel ist, nur die relativ neuen ADI-Blitze von Minolta funktionieren auch an der 7i, z. B. der 5400HS D. Alle Sony-Blitze mit dem iISO-Fuß funktionieren ebenfalls. Aktuelle Blitze der Sony alpha-Serie benötigen einen (inzwischen nur noch gebraucht oder als Restposten erhältlichen) Adapter. Blitze für Sony CyberShot-Kameras passen weder mechanisch noch elektrisch.

Der Blitz kann auch drahtlos angesteuert werden, dazu muß er auf der Kamera eingeschaltet sein, nach Auswahl des „drahtloser Blitz“-Kameramenu-Eintrages werden sowohl Kamera als auch Blitz entsprechend umgeschaltet, danach kann der Blitz entfesselt betrieben werden. Zur Rückschaltung von Kamera und Blitz in den Aufsteckblitzbetrieb wird der Blitz wieder auf der Kamera montiert und im Kameramenü „ADI-Blitz“ gewählt. Dadurch wird auch der Blitz aus dem Remote-Modus in den normalen umgeschaltet. Das von anderen Kameraherstellern bekannte umfangreiche Umstellen des Blitzes im Blitzmenü ist deshalb nicht nötig.

Falls die Kamera nach Einschalten des externen Blitzes diesen nicht zünden will, sollte der AF-Modus kontrolliert werden, es muß AF-S (Einzel-AF) eingeschaltet sein, damit der Blitz sicher ausgelöst wird. Die Blitzbelichtungsmessung ist sehr ausgewogen, „Überblitzen“ kommt nur selten vor.

Das Kameradisplay ist nicht beweglich. Da über dem eigentlichen Display kein Schutz gegen mechanische Beschädigungen vorhanden ist, sollte eine Schutzfolie aufgeklebt werden, obwohl es recht tief im Gehäuse montiert ist. Die Umschaltung zwischen elektronischem Sucher und Monitor erfolgt manuell oder automatisch durch einen Augensensor. Wie üblich erkennt dieser auch die Fotografenbrust, wenn die Kamera im eingeschalteten Zustand am Gurt getragen wird, die Kamera sollte so am Gurt hängen, daß der Sensor nicht ungewollt betätigt wird. Der Videosucher kann um 90° nach oben geklappt werden, z. B. bei Makroaufnahmen in Bodennähe ohne Verrenkungen. Das rückseitige Display kann auch komplett abgeschaltet werden, dann hilft das SW-LCD-Schulterdisplay, die wichtigsten Kameraparameter anzuzeigen bzw. zu verstellen.

Sowohl Display als auch Videosucher galten damals als durchaus hochauflösend, aus heutiger Sicht sind sie grobpixelig und langsam. Bei einsetzender Dämmerung schaltet die Kamera zusätzlich auf einen Schwarz-Weiß-Modus um, um das wenige Licht möglichst gut ausnutzen zu können, zumal der Sensor maximal 800 ASA Empfindlichkeit hat.

Der Sucher hat ein „ferroelektrisches“ LCD-Panel, jedes der 71.000 Bildpunkte kann jede Farbe annehmen, so daß es „normalen“ LCD-Displays mit 213.000 Pixeln entspricht. Bei Dunkelheit wird das Statusdisplay von einer grünen LED hinterleuchtet, die Erkennung erfolgt durch Auswertung der normalen Kamerabelichtungsmessung,

Die Kamera kann auch komplett über den Sucher bedient werden, die Kameramenus erscheinen dann dort. Während der Aufnahme kann ein Echtzeithistogramm angezeigt werden.

Die Kamera hat relativ viele Tasten, so daß das Menu seltener als bei anderen Kameras der damaligen Zeit bemüht werden muß. Auch die Spotmessung eine eigene Taste. Das Bedienkonzept ähnelt dem der analogen Dynax-Kameras und erscheint aus heutiger Sicht merkwürdig: es gibt zwei Drehräder, die auf eine bestimmte Stellung gedreht werden, dann muß der in der Radmitte befindliche Knopf gedrückt werden und mit Hilfe des Kameradrehrads wird nun der ausgewählte Parameter verstellt. Die Umschaltung zwischen Bild-Aufnahme, -Wiedergabe, Filmaufnahme, Setup, und des USB-Übertragungsmodus erfolgt durch ein verriegeltes Drehrad, das auch als Hauptschalter dient. Die Umschaltung zwischen den Belichtungsmodi „A“, „S“ und „M“ erfolgt durch Druck auf eine Taste und Drehen am Drehrad, die Umschaltung zwischen den Motivprogrammen und die Rückstellung auf „P“ durch Druck auf eine andere Taste.

Viele der Kamera- und Bildparameter können in Einstellungsspeichern abgelegt werden, so kann schnell zwischen völlig verschiedenen Konfigurationen umgeschaltet werden. Allerdings können sie nicht mit Namen versehen werden, man muß sich also merken oder aufschreiben, was in den Parametersätzen wie gespeichert wurde.

Die RAW-Dateien enthalten einige Pixel mehr als die offiziellen 2560 x 1920 Bildpunkte, einige Konverter wie z. B. dcRAW geben bis zu 2568x1928 Pixel aus.

Die DiMAGE 7i schreibt etliche interessante Daten in den MakerNotes-Teil der EXIFs jedes aufgenommenen Bildes, darunter etliche Aufnahmeparameter, die Bildqualität, Angaben zur automatischen Scharfstellung uvm. Einen Lagesensor hat die 7i leider nicht, sie kennzeichnet Hochformataufnahmen darum nicht selbst, diese muß der Fotograf bei der Bildbearbeitung am Computer selbst ins Hochformat drehen.

Der kamerainterne Kalender reicht bis zum Jahr 2099, danach springt er wieder auf 2002 zurück.

In der Standard-Einstellung gibt die Kamera viele Töne und Klänge von sich, die zum professionellen Anspruch nur wenig passen wollen. Das Verschlußgeräusch, das aus dem Lautsprecher tönt, ist das einer Spiegelreflexkamera mit Motor, man hört dann deutlich den Filmtransport nach der Aufnahme, auch das Ein- und Ausschaltgeräusch klingt eher nach einer billigen Einsteigerknipskiste denn einer 1200 Euro teuren Profikamera. Glücklicherweise lassen sich im Menu die Töne nicht nur umkonfigurierten, sondern auch komplett abschalten.

Der Anschluß für den dreipoligen elektrischen Fernauslöser ist hinter einer unverlierbaren Gummiabdeckung verborgen, die Buchse entspricht derjenigen, die an den Minolta bzw. Sony Spiegelreflexkameras verbaut ist. Auch die Buchsen für das Netzteil und dien Videoausgang sitzen hinter einer Gummiklappe, sie erfordern beide keine Spezialkabel.

Die UVP der DiMAGE 7i betrug ca. 1200 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei etwa 5-30 Euro je nach Zustand und Lieferumfang. Wie erwähnt: Der Sensor ist anfällig für Totalausfall, bei Gebrauchtkauf sollte man sich aktuelle Aufnahmen der Kamera zusenden lassen, wenn man eine funktionsfähige DiMAGE 7i erwerben möchte. Ich bekam mein Exemplar im Frühling 2022 vom Editor dieses Textes geschenkt.

Beispielfotos

Alle Aufnahmen entstanden bei 100 ASA, gespeichert als MRW, gewandelt mit Adobe Camera RAW und bearbeitet mit Photoshop CS6. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In einige Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert.

​​​​​​​Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Das Gehäuse der 7i ist ein Aufsteigermodell, es besteht aus Metall und Kunststoff. Der Unterschied der metallenen Teile und denen aus lackiertem Kunstoff ist kaum erkennbar, leider sind beide Werkstoffe kratzempfindlich und werden bei intensiver Benutzung unansehnlich. Die verwendeten Materialien sind jedoch nach 20 Jahren gut erhalten, der berüchtigte „Gummiauflagenschwund“ oder das „Verkleistern“ aufgespritzter Gummierungen anderer Kamerahersteller ist bei meinem Exemplar bislang nicht aufgetreten. Allerdings scheint die Gummierung des Handgriffs (die nur eine hauchdünne aufgespritzte Gummischicht war) inzwischen in weiten Teilen zu fehlen, der schwarze Griff fühlt sich nur nach Plastik an. Auch die in der Spritzgußform vorhandenen „lederartige“ Narbenstruktur ist auf Fotos der Kamera in zeitgenössischen Tests nicht sichtbar.

Die Kamera gehört zur Klasse der „Bridgekameras“, die eine Brücke schlagen sollen zwischen der einfachen Kompaktkamera und der anspruchsvolleren System- bzw. Spiegelreflexkamera.

Das Zoomen ist durch den Zoomring präzise durchführbar. Das Objektiv verzeichnet in Weitwinkelstellung deutlich sichtbar, aber bei etlichen Motiven noch nicht störend. Der Bildprozessor „schönt“ die optischen Fehler noch nicht, wie es heutzutage üblich ist.

Der Sensor neigt aufgrund seines Alters zum „Ausbrennen“ der hellen Stellen. Kritische Gegenlichtsituationen werden meist gut belichtet, jedoch muß ab und zu eine Belichtungskorrektur minus eine Blende eingestellt werden, um z. B. helle Himmelspartien zu erhalten. Alternativ kann auch mit der Spotbelichtungsmessung gearbeitet werden, die auf Knopfdruck jederzeit zugeschaltet werden kann. Leider rauscht der Sensor in den dunkleren Bildpartien auch bei 100 ASA sichtbar, insbesondere wenn die Schatten per EBV aufgehellt werden müssen. Störend sind auch die deutlich sichtbaren chromatischen Aberrationen, die aber bei RAW-Aufnahmen am Computer gut beseitigt werden können.

Die Farben werden gut wiedergegeben, an Sonnentagen ist der blaue Himmel auch ohne Polfiltereinsatz gut durchgezeichnet.

400 ASA sind noch halbwegs brauchbar, 800 ASA hingegen sollten nur selten eingesetzt werden. Den Programmieren der Firmware war das bewußt, die ISO-Automatik wählt nur 100 oder 200 ASA aus, 400 und 800 müssen manuell eingestellt werden.

Der elektronische Sucher und das rückwärtige Display lösen nur grobpixelig auf, das Motiv ist erkennbar, eine Schärfebeurteilung ist jedoch kaum möglich. Der Kontrastumfang beider Anzeigen ist geringer als die aufgenommenen Bilder, man kann sich nicht immer darauf verlassen, daß die Bilder korrekt belichtet sind. Werden RAWs oder TIFFs aufgenommen, zeigt die Kamera in der Bildwiedergabe nur die auf der Speicherkarte vorhandenen *.THM („Thumbnails“ = Vorschaubilder in Daumennagelgöße) an, in diese kann nicht gezoomt werden.

Der Einsatz eines Polfilters ist möglich, da das Filtergewinde weder beim Zoomen noch beim Scharfstellen bewegt wird. Allerdings ist die Filterwirkung im elektronischen Sucher nur schlecht erkennbar.

Die Bildqualität ist trotz des „Zwergensensors“ und des Superzooms heutzutage gerade noch als gut zu bezeichnen, bei höheren ASA-Zahlen verlieren die JPEGs der Kamera allerdings durch den Entrausch-Algorithmus deutlich an Zeichnung. Es empfiehlt sich, in RAW zu fotografieren und mit heutiger Software das Rauschen zu beseitigen, ohne Bilddetails zu verlieren.

Fazit: eine digitalkamerahistorisch durchaus interessante Kamera (weil frühes Superzoom), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen auch bei niedriger ASA-Stufe nur noch eingeschränkt geeignet. 5 Megapixel reichen leider nur recht selten aus.

Christian Zahn

 

Kommentare (1)

  • RW
    RW
    vor 2 Wochen
    Hallo,
    kleine Korrektur: der Sensor hat laut Datenblatt von digitalkamera.de eine Größe von 2/3" ist also doch relativ groß.
    Grüsse
    R. Weiß

    Korrekt, so steht es auch im Manual!
    Ralf Jannke

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