Topcon RE.Auto Topcor 1:2,8 3,5cm nach Reparaturversuch von Christian Zahn
Leider ist die Blende des Objektivs defekt, ein Reparaturversuch scheiterte, weil die gesamte Blendenmechanik von einem der Vorbesitzer entfernt wurde.
Nach Einbau einer selbstgefertigten Lochblende habe ich mit dem Objektiv einen Fotoausflug gemacht
Zur Geschichte von Topcon verweise ich auf den oben verlinkten Bericht oder auf Ralfs Beschreibung hier im Digicammuseum.
Das RE-Auto Topcor 35 mm wurde gleichzeitig mit der RE Super 1963 vorgestellt und mehr oder minder unverändert bis 1977 produziert. Es besteht aus 7 Elementen in 5 Gruppen, die Vergütung ist einfach.
Eine endgültige Beurteilung der Abbildungsleistung muß leider entfallen, da das gezeigte Exemplar defekt ist und keine Blendenmechanik mehr besitzt. Es gilt aber als ausgezeichnetes 35mm-Weitwinkel der 1960er Jahre, damals erreichten viele Mitbewerber ein so hohes Abbildungsniveau nicht. Seine Verzeichnung ist minimal, insbesondere für ein Objektiv von 1963.
Der aktuelle Gebrauchtpreis des Topcor 2,8/35mm ist nur schwer ermittelbar, da es enorme Preisspannen je nach Zustand und Lieferumfang gibt, die meisten werden zu Sammlerkursen teuer angeboten. Es muß beachtet werden, daß Topcon auch andere 35mm-Objektive hergestellt hat, die ein exotisches Bajonett aufweisen, das heutzutage nur schwer adaptierbar ist, da es keine kommerziell hergestellten Adapter für diese Objektive gibt, die UV-Topcore werden deshalb erheblich günstiger angeboten.
Die Beispielaufnahmenentstanden mit der Nikon Z5 bei ASA- und Zeitautomatik, mit eingeschaltetem Bildstabilisator und bei Loch-Blende ca. 9, gespeichert als JPG und bearbeitet mit Photoshop CS4. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten sowie Schärfe wurden korrigiert, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. In alle Aufnahmen sind 100%-Ausschnitte vergrößert einmontiert. Normalerweise fotografiere ich nur im Nikon-Rohformat NEF, aber ich hatte vergessen, nach dem Anfertigen der Verzeichnungs-Beispielaufnahme wieder auf RAW zurückzustellen, darum diesmal ausnahmsweise Bildbeispiele aus den 8-Bit-JPGs.
Fazit
Ich übernehme mein Fazit größtenteils aus dem Reparaturbericht
Leider ist das Objektiv nicht mehr in Ordnung, die unfachmännische Reparatur durch einen der früheren Besitzer hat es mehr oder minder ruiniert. Das RE.Topcon 1:2,8 / 35mm gehört laut Aussagen diverser Besitzer im Internet zu den besseren 35mm-Objektiven der frühen 1960er Jahre, seine ideale Schärfe hat es wohl bei 1:5,6 bis 1:8. Ralf Jannke hat dieses Exemplar bei Offenblende probiert, es ergab dann beeindruckende Aufnahmen, ich kenne etliche schlechtere 35er aus dieser Zeit (auch aus deutscher Produktion!). Bei Blende 1:9 ist es in der Bildmitte recht gut, in den Bildecken relativ unscharf, aber die optische Qualität dürfte mit der ursprünglichen Blende besser gewesen sein, denn die Steckblende besteht wie beschrieben nicht aus dünnem Metall, sondern aus einem Kunststoffteil mit kreisrundem Loch (effektive Blendendicke ca. 0.3mm).
Die Verzeichnung ist gering, bei den meisten Motiven dürfte dieser Bildfehler nicht stören.
Ich habe mir etliche Beispielbilder angesehen, die Hobbyfotografen mit einem funktionierendem RE-Topcor 35mm bei Arbeitsblende 8 gemacht haben und die Eckunschärfe ist dort nicht so ausgeprägt, wie beim hier gezeigtem Exemplar. Somit: die Steckblende sitzt vermutlich nicht an der optisch richtigen Stelle im Objektiv, sondern ein oder zwei Millimeter zu weit weg von Sensor und ihre Form ist nicht perfekt, sie hätte aus 0,05mm dicken Stahlblech gefertigt werden müssen, was mir nicht zur Verfügung stand. Somit: Derjenige, der die Blendenmechanik unfachmännisch reparieren wollte und sie dabei vermutlich zerstört hat und danach komplett wegließ, hat das das gezeigte Exemplar leider ruiniert. Aber funktionierende Exemplare sind momentan so teuer, daß ich mir ein einwandfreies Re-Topcor nicht kaufen werde, um die Abbildungsleistung vergleichen zu können.
Christian Zahn, Februar 2026
Neuen Kommentar schreiben
| Autor: | Christian Zahn |
| Mail senden | |
| Erstellt: | 27.01.2026 |















Kommentare (0)
Keine Kommentare gefunden!