Kann eigentlich nicht über Wasser funktionieren …

Avatar of Ralf JannkeRalf Jannke - 09. Juli 2025 - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

UW NIKKOR 28mm f/3.5

Wenn die Preise stimmen, nehme ich auch weiter Exoten an Bord! In diesem Fall das  UW NIKKOR 28mm f/3.5 NIKONOS

Nach dem Nikon NIKKOR 35mm 1:2.5 (UW — für UnterWasser) mein zweites Nikkor, das eigentlich zum Fotografieren mit der Kleinbild Unterwassersucherkamera NIKONOS vorgesehen war.

Zum 35 mm gibt es diese beiden Beiträge

Das UW NIKKOR 28mm f/3.5 NIKONOS soll ausschließlich für die Unterwasserfotografie gerechnet worden sein.  Deshalb soll es über Wasser nicht funktionieren. Hmmm … Liegt es nur daran, dass der so genannte Brechungsindex von Luft 1,000 und Wasser 1,333 so unterschiedlich ist, dass es unscharfe Fotos gibt, wenn mit dem 28er auf der Nikonos über Wasser fotografiert wird, und die geschätzte Entfernung auf der Skala des 28ers eingestellt wird. Was bei kleinen Blenden f/8 bis f/16 bei manchen Fotos dank der hohen Schärfentiefe möglicherweise gar nicht auffällt.

So schrieb ein Anwender: "Warum ist das so ein Mist?" (Gezeigt wurde ein Foto, das mit der Nikonos V und dem 28 mm f/3.5 aufgenommen wurde.) "Ich brauche mal einen Rat. Ich bin erst seit Kurzem mit Filmen beschäftigt. Ich habe ein paar Rollen Portra 400 aus meinem Labor zurückbekommen. (…) Ich habe mir ein 28-mm-UW-Nikkor gekauft, mir ist schon klar, dass das nur für Unterwasseraufnahmen geeignet ist. Deshalb ist das Bild im Grunde unscharf, weil (…) ich nicht weiß, dass ich die Entfernung anders berechnen muss. Manche Bilder wirken körnig, haben starke Kontraste und haben generell nicht die sanfte Pastellqualität, die ich von Portra erwartet hatte. Könnt ihr mir sagen, was schiefgelaufen ist (abgesehen von der Schärfe)? Es war relativ früh am Morgen, nicht am Mittag. Ich vermute, es lag an der Streulichtreflexion, einem unterbelichteten Bild oder an der Bildwiedergabe dieses speziellen Objektivs?"

Besonders die letzte Bemerkung weckt Hoffnungen! "Bildwiedergabe dieses speziellen Objektivs …"

Die Entfernungsmessung, besser -einstellung spielt bei Adaption auf eine spiegellose Systemkamera überhaupt keine Rolle, da dort punktgenau auf den Sensor fokussiert wird.

So oder so, das hat mich vom Kauf aber nicht abgehalten, das werde ich selbst probieren. Das 28er werde ich genauso adaptieren, wie schon das 35er!

So wie das Nikon NIKKOR 35mm 1:2.5 seinen Ursprung in der Nikon Messsucherkamerawelt hat, könnte auch das UW NIKKOR 28mm f/3.5 NIKONOS von dort stammen. Auch wenn der optische Aufbau der 28 mm Weitwinkel unterschiedlich ist.

In „NIKKOR - The Thousand and One Nights No.79“ wird das Messsucher-Nikkor W-Nikkor·C 2.8cm f/3.5 als „standard lens für Landschaftsfotografie beschrieben, das viele Meisterwerke produziert hat. Dieses hat einen interessanten Aufbau, bestehend aus 6 Linsen in 4 Gruppen – siehe oben. Das UW NIKKOR 28mm f/3.5 NIKONOS ist aus 6 Linsen in 5 Gruppen aufgebaut.

Das Unterwasser-Nikkor darf nicht mit dem NIKON NIKONOS 28MM LW-NIKKOR F/2.8 verwechselt werden.  Dieses Nikonos-Nikkor ist lediglich spritzwassergeschützt für ausschließlich ÜBERwasser-Einsatz und hat einen anderen optischen Aufbau: 5 Linsen in 5 Gruppen.

Richtig vorgestellt und ausprobiert wird das UW NIKKOR 28mm f/3.5 NIKONOS ab Miitte Juli

 

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Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

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