Neben dem Orignal die schamlose Kopie Elikon Autofokus
An Analog wieder Geschmack gefunden ;-)
„Die Geschichte des Autofokus' und sein wichtigster Erfinder: Minolta“
Im Beitrag auch die Funktionsprinzipien der ersten Autofokus-Steuerungen!
Wer hat’s erfunden? Nein, nicht Minolta sondern Konica!
O.K. Minolta gebührt die Ehre die erste Autofokus Spiegelreflexkamera der Welt in Serienproduktion vorgestellt zu haben. Abgesehen von Prototypen bleibt der Erfinder des Autofokus in Serienreife Konica!
"Vor zwei Jahren lud Honeywell Kamerahersteller ein, eine Offenlegungsvereinbarung in Höhe von 50.000 US-Dollar in das Autofokus-Modul zu investieren. Für 50.000 US-Dollar gab es technische Informationen, technischen Support, einige AF-Module und das Recht, noch mehr Module von Honeywell zu kaufen. Dreizehn Hersteller haben sich dem Programm angeschlossen, berichtet Ron Brown, Honeywells Marketing Manager. Vier Hersteller zeigten auf der Photokina 1976 Prototypen von Autofokus-Kameras: drei Filmkameras (Eumig, Elmo und Sankyo) und ein SLR-Zoomobjektiv (gemeint ist die Asahi Pentax ME-F und 2,8/35-70 mm AF Zoom Objektiv). Die Dimensionen des Erfolges von Honeywell lassen sich daran messen, dass zwar sowohl Nikon als auch Canon Autofokussysteme ankündigten, aber beide nicht über einen Prototypenstatus hinauskamen. Konica verdient Anerkennung dafür, dass sie mit einer Serienkamera an den Start gegangen sind. „Das Visitronic-System gibt es schon länger", sagt Peter Ildau, Vizepresident der Konica Camera Co. "Aber wir sind die Ersten, die es in die Konica C35 bauten."
Bedienungsanleitung zur Konica C35 AF
Zur Technik nur so viel: Das KONICA HEXANON 38mm F2.8 kommt mit seiner größeren Schärfentiefe als die üblichen 50 mm Brennweite eines Normalobjektivs dem Einfach-Autofokus sicher entgegen. Als Vierlinser nach dem Tessar-Aufbau (Zeiss "Adlerauge") dürfte das Objektiv auch für ordentliche Abbildungsschärfe sorgen.
Die Belichtungsmessspanne ist mit EV9 (f/2.8 1/60 s) bis EV 17 (f/22 1/25 s) nicht eben hoch. Ich werde die Konica C35 AF also nur bei schönem Wetter mit viel Licht zum unbeschwerten Knipsen einsetzen. Der abgebildeten AGFACOLOR XRG 200 ist 12/2006 abgelaufen. Ich habe ihn wie ISO 100 belichtet.
Der einzige Fehler dieser Konica: Sie schaltet nicht aus!
Die KI schrieb dazu:
>> Die Konica C35 AF hat keinen dedizierten Hauptschalter. Sie schaltet sich aus, wenn der Objektivdeckel aufgesetzt wird, da dieser den Belichtungsmesser abdeckt und den Auslöser blockiert. <<
Das funktionierte nicht.
>> Leuchtet eine Lampe dauerhaft oder zieht die Kamera Strom, liegt oft ein Problem mit der Elektronik, dem Blitzkondensator oder verklebten Kontakten vor, was meist das Entnehmen der Batterien erfordert. <<
Genauso werde ich es machen. Batterien zwischendurch raus. Ich hatte die Konica nämlich ein paar Tage liegen lassen, um dann festzustellen, dass die Batterien leer waren. Also wird die Konica für die Fahrt erst mit frischen Batterien bestückt, wenn es losgeht. Um die Batterien dann zwischendurch rauszunehmen. Ich wollte ja nur einen Testfilm mit der ersten Autofokuskamera der Welt schießen!
Es sind schließlich zwei Testfilme geworden …
Die Anfahrt hatte ich in Farbe aufgenommen, um den Film sofort zur Entwicklung zu geben. Was mittlerweile nicht nur in Schweden mangels Hauslabor meist Ewigkeiten — 10 Tage und länger — dauert. Da ich mir nicht sicher war, ob der Film noch rechtzeitig eintrifft, bevor ich wieder nach Hause fahre, hatte ich kurzerhand vor Ort Inventur gemacht. Raus kam einige zu entsorgende Chemie, aber auch ein Fomapan 100 SW-Film, mal gerade 2023 abgelaufen. Und ein Amaloco SW-FIlm Entwickler, auch aus 2023. Dazu brauchbares Fixierbad. Also los: eine Runde SchwarzWeiss.
Wobei mir schnell die Idee kam, den Film nach 25 Aufnahmen mit der Konica zurückzuspulen, um die restlichen 11 Aufnahmen in der ebenfalls in die Ferien mitgenommene Olympus Trip 35 zu belichten. Mit bestem Erfolg! Darüber in einem eigenen Bericht mehr.
Nach der problemlosen SW-Entwicklung kam das Digitalisieren
Im ersten Versuch/Durchgang mit dem hinten im Foto abgebildeten komfortablen JAY-tech Combo-Scanner PS970, der Rechner-autark direkt auf SD-Karte speichert.
Aber dieses simple Verfahren des Abfotografierens der Negative mit 5 oder 10 Megapixel Auflösung stößt bei den silberdichten SW-Negativen schnell an seine Grenzen. Wobei nicht klar ist, ob die 10 MP nur interpoliert sind. Den JAY-tech habe ich trotzdem seinerzeit für 5 Euro in Originalverpackung von einem Flohmarkt mitgenommen. Nur der Halter, Schieber für Negative und Dias fehlte. Den passenden für Negative fand ich dann bei einem weiteren "Scanner" dieses Typs, einem *ION FILM 2SD PRO für 5 Euro aus einem Secondhand Laden. Ich will den JAY-tech aber später nochmal mit unkomplizierteren Farbnegativen probieren.
Aber wie weiter?
Da steht doch noch der Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U zur Verfügung. Alles über diesen echten Filmscanner und die eingesetzte Software zur Ansteuerung (VueScan!) ist HIER nachzulesen
Den Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U habe ich beim letzten Mal wegen kompletter Betriebsblindheit nicht ans Laufen bekommen :-( Der Minolta hat eine Verschlussklappe, die auf dem Monitor angezeigt nach Software-Start zur Kalibrierung geschlossen werden muss. Unübersehbar eine Rastung für einen APS-Film Einsatz komplett geschlossen, für gewöhnlichen Kleinbildfilm aber auf eine zweite Markierung "35mm". Die ist durch grau graviert in grauem Untergrund so perfekt "getarnt", dass ich die Markierung glatt übersehen habe. Mangelnde Erfahrung durch Wenig-Benutzung oder eben totale Betriebsblindheit. Nachdem ich den "Fehler" und die 35mm-Rastung endlich gefunden hatte, wurde digitalisiert.
Was bei den maximal 2820 dpi trotz Batch-Scan kein wirkliches Vergnügen war, denn bis die jeweils 6 Negative durch sind, vergeht reichlich (nicht) gemessene Zeit. Für einen 36er Film vergeht sicher rund eine Stunde. Egal, der Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U liefert bei SW-Negativen ein um Klassen besseres Digitalisierungsergebnis, als die Nur-Negativ-Abfotografier-"Scanner".
Durch andere SW-Film-/Entwicklerwahl, etwas dünnere Negative, Scannen, Nachbearbeitung und die "Geheimwaffe" Topaz Photo AI – siehe oben!
Vor leichter Randbeschneidung haben die Negative Pixelabmessungen von 3.900 x 2.628 Punkten = 10,2 Megapixel.
Ich habe hier auf 1.800 Pixel reduziert, im Endergebnis ca. 2 Megapixel. Bei der Motivwahl ging es mir ja nur um die reine Funktionsprüfung der Konica C35 AF. Die mit Bravour bestanden wurde! Die simple Belichtungsautomatik und der Autofokus der Konica funktionieren einwandfrei!
Qualitäts-und sonstiger Eindruck
Vom Konica-Objektiv her konnte kaum etwas schiefgehen. Ein 4-linsiger Tessar-Typ, bei Zeiss einst als "Adlerauge" beworben/geadelt. Was zum Start natürlich nicht klar war: Belichtet die Einfach-Automatik richtig, stellt der Autofokus scharf? Beides funktionierte einwandfrei! Ob ich die Konica 35 AF nochmal benutze, verneine ich eher. Weil da noch mehr interessante Analogkameras sind. Wie beispielsweise die Olympus Trip 35.
Das ist ein Hype für mich, nicht diese völlig überteuerte 1800 Euro XYZ Monochrome …
Und Monochrome/SW ist das Stichwort
Ich habe jetzt nur aus Not zum SW-Film gegriffen. Wenn SW-Fotografie analog, dann sollte das Objektiv die Anbringung vom Grün-, Gelb-, Orange- und Rotfilter gestatten. Wenn der Farbfilm irgendwnn eintrifft, gibt es noch ein kleines Update. Damit ist die erste Autofokus-kamera der Welt sicher genügend gewürdigt.
Ralf Jannke, April 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 7.04.2026 |















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