Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U – ein echter Filmscanner

Vom namhaften, weltbekannten Kamera- und Objektivhersteller Minolta, der 2006 aufgeben musste. Was nicht ganz stimmt, denn Sony übernahm nach der vergeblichen Minolta Fusion mit Konica 2006 die KonicaMinolta-Reste. Sehr erfolgreich, wenn man sieht, wo Sony mit seinen spiegellosen Vollformat-Systemkameras heute steht. Ohne die "Starthilfe" von KonicaMinolta wäre das vermutlich so nicht gelungen.

Im Beitrag "2018: 90 Jahre Minolta" wird die Geschichte Minoltas erzählt. Scanner fanden in dem Beitrag allerdings keine Würdigung. Deshalb jetzt ein kleines bisschen Wiedergutmachung. Mit dem Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U.

Dessen Nachfolger Scan Dual III kam 2002 auf den Markt. Also dürfte der Scan Dual II AF-2820U zwischen 2000 und 2002 produziert worden sein. Die Scanner Bedienungsanleitung ziert auch ein (c) 2000 Minolta. Ob es einen Vorgänger Scan Dual (I) gab, habe ich nicht weiter recherchiert. Sehr wohl gab es die Nachfolger Scan Dual III und IV. An der Modellbezeichnung ist schnell zu erkennen, dass der Minolta Dimage Scan Dual II AF 2820U mit 2820 dpi Auflösung scannen kann. Mit einer Tiefe von 8 oder 12 bit pro Farbkanal.

Die technischen Daten des Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U

Auch wenn die deutschsprachige Seite ScanDig mit dem Scan Dual II den eingescannten Negativen/Dias eine miserable Bildqualität attestiert, habe ich ohne zu zögern zugegriffen. Denn auf der Internetseite photographyreview.com war zu lesen: "The bundled software produces horrible scans." — "Die mitgelieferte Software erzeugt schreckliche Scans." Lag es nur an der Software? Dazu unten mehr.

Warum dieser Minolta Scanner?

Weil er bessere Ergebnisse liefert, als diese in den Beiträgen "Analogfotografie mit der Minolta SR-7" und "Friedliche Koexistenz: TOPCON analog und FUJIFILM digital" gezeigten Primitiv-Scanner. Wobei silberdichte SW-Negativfilme jedem Scanner eine hohe Hürde in den Weg stellen.

Der Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U hatte zunächst einen entscheidenden Vorteil gegenüber meinem höherauflösenden Plustek OpticFilm 7400, der bis 7200 dpi Auflösung bietet.

Zum Thema Scan-Auflösung diese Bemerkungen

Bei voller Scanauflösung des Plustek von 7200 dpi würden sich rechnerisch Bildgrößen vom 36 x 24 mm Negativ oder Dia 10.200 x 6.800 Pixel = 69 Megapixel ergeben. Das dürfte etwa dem 10-fachen entsprechen, was ein ISO 100 Film tatsächlich auflöst. Dass ein analoger Kleinbildfilm theoretisch 36 Megapixel auflöst, gehört für mich ins Reich der Fabeln und Märchen. Ein Mac-Magazin schrieb 2002 anlässlich der Vorstellung der Canon EOS D60 zu Recht, dass mit den 6 Megapixel der D60 der Kleinbildfilm erreicht sei!

Das hat Konsequenzen. Denn es existiert auch die Meinung, dass man ab 2400/3600 dpi nur noch das Filmkorn immer stärker akzentuiert, aber keine weiteren Details erfasst. Bei 3600 dpi ergeben sich fürs 24 x 36 mm Kleinbildnegativ/-dia 5.100 x 3.400 = 17 Megapixel, und bei 2400 dpi sind es 3400 x 2267 = 7,7 MP. Da liegt der Minolta Dimage Scan Dual II AF 2820U mit seinen 2820/1410 dpi genau richtig. Er erzeugt 4000 x 2265 = 10,7 MP.

Aber wo ist jetzt der entscheidende Minolta-Vorteil gegenüber dem Plustek?

Den gibt es nicht mehr. Aber noch vor ca. zwei Jahren hat nicht nur Plustek die Mac OS/X Welt ziemlich "links liegenlassen" :-( Es gab/gibt keine Treiber für Mac OS X. Eine Zeitlang musste ich den Plustek unter einem virtuellen Windows 2000/Windows 7 laufen lassen. Was ging, aber nicht wirklich Spaß machte. Und der Minolta? Da würde es von der Software ganz übel aussehen. Sie endet beim uralten Mac OS 9 Betriebssystem. Was Windows angeht, habe ich nicht nachgeschaut.

Die Lösung heißt VueScan

Die (sonst) englischsprachige Internetseite schreibt: "Können Sie keinen Treiber für Ihren Scanner finden? VueScan kann Ihnen helfen! Wir haben über 6500 Scanner rückentwickelt und Treiber in VueScan integriert, damit Sie den bereits vorhandenen Scanner weiterhin verwenden können."

Bis noch ungefähr vor einem Jahr war VueScan nicht in der Lage meinen Plustek OpticFilm 7400 zu erkennen, ich hatte es immer mal probiert. Das hat sich jetzt geändert!

Was sehr gut ist und meinen Plustek jetzt richtig wertvoll macht — und verpflichtend! Denn ein Großteil meiner Dias fürs private Archiv wurde per Durchlichteinheit des guten Canoscan 9950 digitalisiert. Nicht schlecht, aber der Plustek kann es besser! Bedeutet "Arbeit", denn ich werde erneut digitalisieren. Immerhin hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, welche Dias würdig sind, erneut und dann final digitalisiert zu werden. Nach diesem Durchgang werde ich die Diamengen aber konsequent entsorgen. Denn vom weiteren Liegen werden die Dias nicht besser!

Der Download der Vuescan-Vollversion war mir die 69,95 Euro absolut wert! Zum Probieren, gibt es Trial-Versionen!

Und der frisch erworbene Minolta Dimage Scan Dual-AF 2820U?

Der war mir die ca. 80 Euro wert und er liegt jetzt an meinem bevorzugten Urlaubsort. Um fortan die mit ausgewählten Analog-Kameras in Skandinavien aufgenommenen und selbst vor Ort entwickelten SW-Negativfilme in ordentlicher Qualität digitalisieren zu können! Was Dank Stapelverarbeitung einigermaßen komfortabel ist. Es werden immer 6 Negative in einem Batch eingelesen.

Dem Thema Dias/Filme digitalisieren haben wir uns bereits mehrfach gewidmet:

Wie man digitalisieren möchte, bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen! Trotz der Methode per Vorsatz Nikon ES-28 oder ES-2 habe ich mich jetzt doch für den Minolta Dimage Scan Dual II AF-2820U entschieden, der immer einen Sechserstreifen (SW-) Negative pro Durchgang scannt. Bei geplanten drei SW-Filmen a 36 Aufnahmen hält sich der Aufwand in Grenzen.

Ralf Jannke

 

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