Fürs Titelfoto galt: "Bäumchen, wechsel dich" ;-)
Im Originalbild mussten die Nikon und Exakta tauschen, damit die Brennweitenreihe stimmte. Dann wurde das Foto generativ erweitert und die Topcon RE-2 mit dem Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3:5 f=13,5 cm einmontiert.
Schon seit Messsucherkamera (Leica) Zeiten gab es ein Objektiv-Setup, das in der Regel noch bezahlbar war.
Bestehend aus einem
- gemäßigten 35 mm Weitwinkel mit Lichtstärke f/2,8-4
- dem unvermeidlichen 50 mm Normalobjektiv mit nach Möglichkeit und noch bezahlbarer Lichtstärke f/2
- und einem 2,7-fach vergrößernden 135 mm Tele. Wer konnte mit Lichtstärke f/2,8 oder sonst eben mit f/3,5-4,5
Exakt zu übertragen in die Spiegelreflexkamerawelt.
Mit dem Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3:5 f=13,5 cm ist dann mein Topcon Objektiv-Trio komplett:
- Tokyo Kogaku Japan Auto-Topcor 1:2.8 f=3.5cm
- Tokyo Kogaku Japan Auto-Topcor 1:1.8 f=5.8cm
- Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3:5 f=13,5 cm
Wer wusste schon, dass die US Marine nach umfangreichen Tests und Vergleichen dem in Europa fast unbekannten Hersteller Topcon den Vorzug vor dem übermächtigen Nikon gab?
Nikon präsentierte sein erstes 2,8/300 mm 1971, Canon noch fünf Jahre später: 1976. Topcon bot bereits 1958 sein Tokyo Kogaku Japan R TOPCOR 1:2.8 f=30cm. Was angeblich zum „Nikon-Bestseller“ wurde ;-) Eine nicht bekannte Zahl von 30 cm Topcoren sollen vom Topcon/Exakta-Anschluss auf Nikon F-Bajonett umgebaut worden sein …
Auch wenn Vergleichsmöglichkeiten zu Nikon, Leitz & Co. fehlen, dennoch interessant. Das 3,5/13,5 cm ist bereits bei f/5,6 sehr gut, das 3,5 cm bereits bei Offenblende. Selbst die Ecken sind gut. Was ich mit meinem defekten Exemplar, dem die Blende komplett fehlte, bestätigen konnte! Bei f/8-11 sind die beiden Topcore dann Spitze, was ja perfekt zur Vollformat Nikon Z6/7 passt, deren Objektive man aus Beugungsgründen gar nicht weiter als f/8-11 abblenden sollte!
Mich hatte Topcon schon immer fasziniert. Problem: Topcon ist teuer, sehr teuer! Auch die Objektive
Immerhin hatte es über die Zeit zu einer „echten“ Topcon RE-2 gereicht!
Echte Topcon?
Ja! Als „echte“ Topcon bezeichne ich nur die Spiegelreflexkameras mit Exakta Objektiv-Anschluss.

Denn es gab auch jüngere Kameras wie die TOPCON IC-1 AUTO oder die Topcon uni. Beide mit dem gleichen, aber zur "richtigen, echten" Topcon ganz anderen, inkompatiblen Objektivanschluss.
Im ersten Anlauf musste ich meine Topcon RE-2 notgedrungen mit einem Meyer-Optik Görlitz Primagon 4.5/35 bestücken, das in Exakta-Anschluss kam. Kein schlechtes Objektiv, aber eben kein Topcon!
Erst im August 2025 kam ich zu meinem ersten Tokyo Kogaku Japan RE.Auto-Topcor 1:2.8 f=3.5cm. Mit 60 Euro vertretbar, aber dafür mit defekter Blende. Was der Verkäufer immerhin nicht verschwiegen hat. Aber es war nur die halbe Wahrheit. Die Blende stellte sich nicht als defekt, sondern als komplett fehlend heraus. Christian Zahn hat sich diesem Exemplar angenommen und eine funktionierende Hilfs-Blende gebaut!
Immerhin ließ dieses erste Exemplar aber schon erahnen, wie gut die Topcon Objektive waren und sind! Ich habe mit diesem 3,5 cm auf der Vollformat Nikon Z6 und auf der Halbformat Fuji X-E1 fotografiert. Natürlich nur mit Offenblende!
Und diese beiden Klassiker werden jetzt mit dem Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3:5 f=13,5 cm komplettiert!
Preise
Fürs funktionierende Tokyo Kogaku Japan RE.Auto-Topcor 1:2.8 f=3.5cm Tokyo Kogaku Japan RE.Auto-Topcor 1:1.8 f=5.8cm inklusive Topcon-Zwischenringen und Gegenlichtblenden habe ich 100 Euro investiert. Nehme ich den Stückpreis, dann hat das Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3:5 f=13,5 cm das gleiche gekostet: 50 Euro. Und bei diesen drei Objektiven wird es in der Zukunft aller Vorausicht nach auch bleiben.
Andere, interessante Brennweiten liegen so gut wie immer im (hohen) dreistelligen Euro-Bereich. Das können nur Zufalls- oder Flohmarktfunde werden …
Spezifikation

- Vorstellungsjahr 1963
- Abmessungen/Gewicht Ø 51 mm Länge 87 mm, Filter Ø 49 mm, 390 g
- Optischer Aufbau 4 Linsen in 3 Gruppen (Sonnar-Prinzip)
- Anzahl Blendenlamellen 6, kleinste Blende f/22
- Nahdistanz 1,5 m
Fuji X-E1 mit dem Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3:5 f=13,5 cm
Auch wenn die Fuji X-E1 keinen stabilisierten Sensor wie die Olmpus OM-D E-M5, Nikon Z6/7 zu bieten hat, soll sie nach dem Kurzeinsatz "Fuji E-X1 mit Ernst Leitz Wetzlar Elmar f=9cm 1:4"
LInk
"demnächst" erneut an die frische Luft ;-) Auf jeden Fall ist das eine stylische Kamera-/Objektivkombination.
Ich habe dann doch beschlossen, das schöne Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3.5 f=13.5cm erst auf der Vollformat NIKON Z6 auszuführen. Um dichter als die 1,5 m an ein Motiv ranzukommen, sollte man immer einen kleinen Set Zwischenringe mit Exakta-Bajonett in die Tasche stecken. Zur Demonstration im Foto wurden mehrere Ringe kombiniert, die für das folgende Foto nicht nötig waren. Erstmalig habe ich auch die beiden Elemente der Teleskop-Streulichtblende des Tele-Topcors ausgezogen.
Fokus-Stacking
Sicher unschwer zu erkennen, welche Aufnahme aus drei Einzelbildern zusammengerechnet wurde!
Die Menge/Stärke der Zwischenringe mit Exakta-Bajonett wurde so gewählt, dass die Kamera formatfüllend erfasst wurde. Alle Fotos natürlich vom Stativ, ISO 200, Selbstauslöser (10 s) und Blende f/11. Die nicht reichte, um die komplette Keystone KA-1 ELECTRIC EYE Schmalfilmkamera komplett scharf zu bekommen. Über die Blende f/11 hinaus, hätte die mögliche f/16 oder f/22 vemutlich nicht gereicht – ich habe es erst garnicht probiert – und die Abbildung durch Beugungsunschärfe schlechter werden lassen. Für die bis zur Federwerksmotor-Aufziehkurbel scharfe Abbildung wurde drei Einzelaufnahmen mit drei unterschiedlichen Fokuspunkten aufgenommen. Den Rest, die Verrechnung der drei Einzelfotos zum fertigen Ganzen übernahmen Lightroom und Photoshop.
Exakt nach dem Tutorial: "Photoshop Tutorial: Focus Stacking für durchgehend scharfe Bilder" durchgeführt.
Eigentlich könnte ich die Testerei des Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3:5 f=13,5 cm damit beenden. Aber da soll schon noch ein bisschen aus der Hand draußen mit kleineren Blendenzahlen/größeren Blendenöffnungen fotografiert werden!
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Eins von unzähligen guten 135 mm Teles, das Tokyo Kogaku Japan RE Auto-Topcor 1:3:5 f=13,5 cm! Wenn es Frühling wird, geht das 13,5 cm Topcor raus!
Ralf Jannke, Januar 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 26.01.2026 |












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