Die TLR — TwinLensReflex – die zweiäugige 6x6 Mittelformat Spiegelreflexkamera: Sommerprogramm 2026

Zur Einstimmung gleich drei spannende Raritäten!

Von links nach rechts: OLYMPUS FLEX, MolFoReFlex, Aires Auto

MolFoReflex???

Molander & Son begannen mit der Vermarktung von Yashica in Schweden. Da war die Idee, der Weg zu einer Yashica, die als Mol(anders)Fo(toagentur) Reflex(Kamera) MolFoReflex umgelabelt wurde, nicht mehr weit! 1000 Exemplare der nur durch Austausch der Namensplakette zur MolFoReflex umgelabelten Yashica A sollen bestellt, 400 sollen ausgeliefert und verkauft worden sein. Und die Aires Auto? Wer genau hingesehen hat, hat die exquisite Objektiv-Bestückung dieser Aires-Version erkannt. Sie ist mit Nikon-Objektive bestückt!  

Der berühmteste Vertreter der zweiäugigen Spiegelreflexkamera ist zweifellos die deutsche Rolleiflex

Selbst in Zeiten, wo die extrem ausbaufähige und schnelle Nikon F Kleinbildspiegelreflexkamera oder die unscheinbare und leise Kleinbild-Messsucherkamera Leica M das Werkzeug unzähliger Profifotografen der 1960er Jahre war, war die Rolleiflex noch nicht gleich obsolet. Wenn der 24 x 36 mm Kleinbildfilm einfach nicht die gewünschte oder geforderte Vergrößerungsfähigkeit bieten konnte, musste die noch einigermaßen kompakte Rolleiflex mit ihren 58 x 58 mm Negativen/Dias ran.

Die Rolleiflex war derartig beliebt, so erfolgreich, dass sie von den "bösen Japanern" hemmungslos kopiert wurde. Vielleicht mit ein Grund, dass Rollei selbst mit der einfacher gehaltenen Rolleicord eine preiswertere Alternative bot.

Wobei die meisten japanischen Kopien, die Bezeichnung Klone trifft die Sache sicher besser, von guter mechanischer und Objektiv-Abbildungs-Qualität waren. Wenn auf dem Namensschild Aires, Minolta, Olympus oder Yashica stand – siehe oben!

Meine erste und einzige Rolleiflex hatte ich etwa Mitte der 1980er Jahre, eine heute kaum noch bezahlbare Rarität in Form einer Tele-Rolleiflex. Eine Sünde, die einst verkauft zu haben … Schwamm drüber. Aber diese Spezial-Version zeigte das Dilemma der "normalen" Rolleiflex. Es gab keine echte Objektiv-Wechselmöglichkeit. Und deshalb gab es neben der gewöhnlichen Rolleiflex mit ihren 75/80 mm Objektiv — etwa 50 mm Im Kleinbildformat entsprechend eine Weitwinkelrollei mit einem fest montierten 55 mm Objektiv — etwa 28 mm im Kleinbildformat — und schließlich die Tele-Rollei mit einem 135 mm Objektiv, etwa der 85 mm Kleinbildporträtobjektivbrennweite entsprechend.

Alternativ zu diesen drei TLRs bot Rollei später noch zwei speziell gerechnete und optisch hochwertige "Zeiss Mutare 0,7 und 1,5, die die Brennweite der Standard-Rolleiflex von 80 mm auf 56 mm verkürzten oder zum 120 mm Tele verlängerten. Diese sündteuren Mutare — Sammlerstückpreise meist jenseits 500 Euro — riefen andere Anbieter aus Asien auf den Plan, um ungleich preiswertere, dafür optisch aber sicher weniger hochwertige Weitwinkel- und Televorsätze anzubieten.

Bevor es zum Thema Vorsatz-Objektive geht, noch der Vollständigkeit halber

Fast vergessen, bot auch Minolta mit seiner AUTOCORD eine erstklassige zweiäugige Spiegelreflexkamera an! Von der ich irgendwo mal gehört hatte, dass die mechanisch noch besser als die Rolleiflex gewesen sein soll. Und wie man exzellente Objektive rechnet, wusste Minolta schon immer! 

Für seine TELE KONIFLEX aus den 1950er Jahren bot Konica neben dem obligatorischen, aber wechselbaren (!) 85er ein 135 mm Tele! Und auf keinen Fall zu vergessen die zweiäugigen 6x6 SLRs von Mamiya, die Objektivwechselmöglichkeit boten! Alles HIER beschrieben.

Wer im Internet sucht, wird noch zahlreiche weitere Rolleicord-/Rolleiflex-Klone finden!

Chinesische Rolleiflex-Kopie Seagull (Möve)

Meine ersten Gehversuche in Sachen Mittelformat liegen weit zurück: 2019. Der dazugehörige Beitrag lautete: "MONTANUS SUPER REFLEX CAMERA/ROCCA: Die zweiäugige Spiegelreflexkamera des heute vergessenen Herstellers Montanus aus Solingen" Eine hochwertige 6x6 Mittelformat-TLR mit einem lichtstarken 2,8/80 mm Objektiv. Natürlich Rolleiflex-ähnlich, technisch aber teilweise ganz anders gelöst!

Erst im Sommer 2023 ging es weiter mit Mittelformat analog. Unter anderem mit der 6x6 China Rolleiflex-Kopie Seagull (Möve) und einer 6x9 Vredeborch Standard-Menis VREDE BOX(Kamera). Wobei sich die China-Rolleiflex Dank des schnellen kombinierten Filmtransporthebels, der gleichzeitig den Verschluss fürs nächste Foto spannt, als erstaunlich schnelles Arbeitsgerät erwies.

Die chinesische Seagull werde ich diesen Sommer nicht einsetzen. Es hat nichts mit der erzielbaren Abbildungsqualität zu tun. Die ist gut! Die Seagull bietet kein Rollei-kompatibles Objektivbajonett zur Aufnahme von vorhandenen Rolleifiltern, Nahlinsen und weiteren Vorsätzen.

Televorsatz

Weiter im "Angebot" ;-)

Neben dem spannenderen WW- und Televorsatz Original Rollei-Filter für SW-die Fotografie und ein kompletter Set Rolleinar-Nahlinsen im Original Lederetui. Ich möchte nicht wissen, was das mal neu gekostet hat! Für mich hochwillkommene Flohmarktware, die ich für einen Fünfer immer gleich mitnehme! Die schöne OLYMPUS FLEX war hier aber nur Deko, im Urlaub muss die AIRES Automat ran. Mit dem gleichen Rollei-kompatiblem Objektivbajonett, aber die schnellere Kamera dank des kombinierten Filmtransport- und Verschluss-Spannhebels. Die Olympus hat "nur" den einfacheren Drehknopf für den Filmtransport. Wie das Rolleicord Vorbild. Das Olympus-Objektiv dürfte von der Abbildungsqualität auf dem gleichen Niveau sein, wie die Nikon-Augen der AIRES Automat …

Vorweg: Zum komfortablen und und vor allen Dingen schnellen Digitalisieren der großen Negative habe ich mir einen Reflecta San X66 gegönnt. Das ist für ca. 200 Euro natürlich kein Scanner, sondern der Reflecta fotografiert die Negative einfach ab! Der erste Schnell-Check an einem 6x9 cm SW Negativ aus einer Kodak Brownie war vielversprechend! Für meine Ansprüche mehr als ausreichend!

Alles Weitere im großen Sommer-Update!

Ralf Jannke, Juli 2026

 

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