Bisher konnte dieses exotische, abblendbare (!) Spiegelobjektiv einfach nicht liefern. Jetzt nochmal ein Versuch.
Was es mit dem Abblenden auf sich hat, ist in den beiden bisherigen Beiträgen nachzulesen:
Wobei sich mir der Sinn des „Abblendens“ durch simple Lichtreduzierung mittels Graufilter nicht erschließt.
Das Chinon ist aus Analogzeiten
Wollte man damit aus der Hand fotografieren, waren da ASA/ISO 200 oder gleich 400 Filmempfindlichkeit angesagt. Nach der simplen Regel: ASA/ISO gleich Verschlusszeit bei Blende 16 bei entsprechend viel (Sonnen)Licht. Also entweder mit ISO 400 f/16 1/400 s oder f/8 1.600 s. Oder mit ISO 200 f/16 1/200 s oder f/8 1/800 s. Am Spätnachmittag, in der Dämmerung je nach Jahreszeit eben weniger. Bei Fujichrome Dia 100 bei Blende 8 nur 1/500 s. Das bedeutet realistisch Stativ!
Aber wofür dann die Abblend-/Lichtreduziermöglichkeit von f/8 auf f11 und f/16?
Eine Erklärung wäre der profane Sonnenuntergang. Die SLR mit ISO 200 geladen. Belichtungszeit mit Sonnenball Richtung f/8 1/1000 s. Und wenn es doch mehr Licht ist? Nur wenige SLRs boten 1/2000 Verschlusszeit. In diesem Fall bei 1/1000 s Abblenden oder eben Lichtverringerung auf f/11 per Graufilter. Das Filterrad trägt diese Beschriftung: Blende F8, = kein Graufilter, 2x=F11, 4x=F16.
Soweit die Theorie
Die beiden folgenden Beispielfotos zeigen, dass dieses Exemplar CHINON 500mm F8 entweder defekt, dejustiert, oder zumindest digital vollkommen ungeeignet ist. Selbst mit Fokus-Peaking und Monitor-/E-Sucher-Vergrößerung ist ein Fokussieren auf den Punkt nicht sicher machbar.
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Der blaue "Rauch" in der Mitte des Bilds bei der Fernaufnahme? Im Objektiv ist keine Trübung zu erkennen, die das verursachen könnte …
Ich hatte beim Einsatz auch das Gefühl, dass sich das Chinon nicht wirklich auf Unendlich fokussieren lässt. Wobei das Foto auf den Baumstamm ja im Nahbereich lag, und es da keine Unendlichproblematik gab. Man könnte zur Kontrolle den T2-Anschlussring mit dem alten Canon FD-Bajonett versuchsweise gegen einen mit beispielsweise Nikon F Anschluss tauschen. Aber da habe ich wenig Hoffnung. Natürlich ginge noch eine weniger hochauflösende DSLM mit Canon FD-/DSLM-Bajonett. Ich habe aber hier nichts vor Ort.
Zur Kontrolle habe ich das 500er auf die mit ISO 200 Farbnegativfilm geladene analoge SLR Canon EF montiert
"Irgendwie" hatte ich das Gefühl, das Chinon wäre da etwas besser. Aber zunächst nur im Sucherbild. Um sicher zu gehen, schaue ich mir später den belichteten Film an. Das Ergebnis liefere ich nach! Für jetzt ist erstmal Schluss …
Wenn es denn ein gutes Spiegelobjektiv sein soll, greife ich zum bewährten 500mm Reflex Nikkor, dessen einziger Nachteil die hohe Nahdistanz von 4 m ist. Neben der Qualität entscheidend: Es lässt sich fokussieren! Der Nikon Nachfolger ist deutlich kompakter und kann bis 1,5 m ran. Aber weil ein Spiegelobjektiv eher selten eingesetzt wird, reicht mir mein Exemplar, was nicht nur seinerzeit eine reine Kostenfrage war.
Interessant von den Abmessungen und der Nahdistanz — 1,72 m — wäre das walimeX MC MIRROR LENS 1:8.0 f=500mm. Einem sinnvollen Gebrauch steht aber die Unmöglichkeit entgegen, das walimex im Gegensatz zum 500 mm Nikkor sicher auf den Punkt fokussieren zu können. Es bleibt reines Raten …
Ganz ordentlich, aber zu groß ist das SIGMA MIRROR ULTRA-TELEPHOTO 1:8 f=500mm
Am kompaktesten und handlichsten ist das ELICAR COMPACT REFLEX MULTI COATED f:5.6/300mm. Das ist nach dem 500 mm Nikkor dann meine Nummer Zwei.
Das SIGMA MIRROR TELEPHOTO 1:13.5 f=1000mm läuft bei mir "außer Konkurrenz". Es gehört in die Ecke "Habenwollen" ;-) und ist sinnvoll nur vom Stativ aus einzusetzen.
Das CHINON 500mm F:8 geht jetzt erstmal wieder ins Technik-Museum.
Ralf Jannke, April 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 3.04.2026 |






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