2023 war es noch möglich mit wenigen Mausklicks eine Statistik über die Anzahl Neuvorstellungen an Objektiven zu erstellen. Für das Jahr waren etwas über 100 Objektive, pro Woche also rund 2 – ZWEI – neue Objektive. Schon damals fragte ich mich, wer diese Objektive alle kaufen und auch benutzen soll. Bei Autofokus und Action lasse ich verbesserte Neuvorstellungen natürlich gelten, aber die Menge an MF-Festbrennweiten??? Gefühlt hat sich an dieser "Schlagzahl" auch 2026 nichts geändert …
Ich bin seitdem eigentlich nur noch auf der Jagd nach „Altglas“, Vintage-Objektiven. Und fahre damit bestens. Auch wenn diese Objektive nie die Abbildungsqualität aktueller Hochleistungsobjektive mit ihren Linsen aus Spezialglas und Nanovergütungen erreichen. Müssen sie auch gar nicht! Gewisse optische Fehler machen den Charme und die Art der Abbildung spielend wett.
Mit dem Influencergelaber vom „Mikrokontrast“ der neuen Gläser, die man angeblich nach Test zurückschickt — wer's glaubt —, ist man zurück in der 1970er Jahre Fotoclubansicht. Wo in einem klasse eingefangenen Motiv moniert wurde, dass die Ziegelsteine in der oberen rechten Bildecke ja nicht knackscharf wären. Gewöhnlich von Leuten, die selten bis nie eigene Fotos präsentierten … Bilder bekommen durch Nanovergütung garantiert nicht mehr Aussage!
Und so wurde aktuell das oben abgebildete AUTO TAMRON 1:2.8 f=35mm für 20 Euro sehr gerne in den eigenen Pool aufgenommen
Das ist ein Preis ganz nach meinem Geschmack! Wenn ich da zwei gehypte Objektive mit entsprechenden Preise sehe. Das Carl Zeiss Jena Flektogon 2,8/35 gerne zu 150 Euro und drüber, das russische KMZ MIR-1V 2,8/37 in ähnlichen Bereichen, gerne aber auch mal über 200 Euro. Dann doch für einen Bruchteil das brave Tamron.
Spezifikation AUTO TAMRON 1:2.8 f=35mm
- Vorstellungsjahr ab 1969 (es gab mehrere Versionen)
- Abmessungen/Gewicht: Ø mm, Länge mm, Filter Ø 55 mm, 287 g
- Optischer Aufbau 6 Linsen in 5 Gruppen
- Anzahl der Blendenlamellen 5, kleinste Blende f/16
- Nahdistanz 0,3 m
AUTO TAMRON 1:2.8 f=35mm Nummer Drei?
Die bisher zwei AUTO TAMRON 1:2.8 f=35mm Varianten/Exemplare und die dazugehörigen Praxisbeiträge:
- Oktober 2021: Profane Rarität — oder das vergessene 35 mm Tamron Weitwinkel – mein erstes Exemplar mit defekter Blende
- März 2024: AUTO TAMRON 1:2.8 35mm – Festbrennweite, "Fest-Blende", Update – mein erstes Exemplar mit defekter Blende
- April 2024: Nikon Z6/Canon EOS 1D AUTO TAMRON 1:2.8 35mm "Fest-Blende", Update II – mein erstes Exemplar mit defekter Blende
- März 2024: AUTO TAMRON 1:2.8 f=35mm Version 1 – korrekt Exemplar Nummer Zwei auf der Nikon Z6
Zum Auseinanderhalten bewusst Fett-/Schrägschrift markiert
Bei den bisher vorhandenen zwei Exemplaren handelt es sich bei gleicher Beschriftung/Brennweite/Lichtstärke um zwei ganz unterschiedliche Objektive!
Beide Exemplare kamen mit dem problematischen Canon FD-Anschluss. Problematisch, weil ich bisher noch bei keinem anderen Objektivanschluss eine so hohe Defekt-Quote habe, wie bei Canon FD. Und immer, was die Blendenfunktion betrifft — ob Original Canon oder Fremdobjektiv!
Jetzt kommt dann mein dann drittes Exemplar dazu. Was ich tatsächlich "versehentlich" erworben habe, da ich Exemplar Nummer Zwei glatt vergessen hatte. Man wird alt ;-) Macht aber nichts, Nummer Drei geht nach den Ferien an den Sammlerkollegen und Mitautor Christian Zahn.
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Nun ja: Wenn man in die alleräußersten Formatecken schaut ist ein gewisses "Corner-Smearing" zu erkennen. Was mich aber selten stört! Ob ein vergleichbares 35 mm Nikkor der gleichen Bauzeit erheblich besser wäre, habe ich nicht vor herauszufinden. Das Letzte, worauf ich Bock hätte, wäre ein 1:1 Vergleich. Wozu? Das ist dann vom Niveu allenfalls eine Stufe besser als Testtafel-/Siemenssternfotografie …
Ralf Jannke Juli/August 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 25.07.2026 |
















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