Olympus OM-D E-M5 mit MINOLTA MACRO ROKKOR-QF 1:3.5 f=50mm

Links: Kann problemlos auf die russische (M39 Schraub-) Leica-Anlehnung FED 3 montiert werden, ist aber sinnlos, da die Kupplung zum Entfernungsmesser der Messsucherkamera fehlt. Rechts: Sofort einsatzbereit mit dem simplen M39-auf-microFourThirds-Adapter. Oder M39-Adapter für APS-C Sensor Halb- oder Vollformat-DSLMs …

War gar nicht vorgesehen

Nachdem es mir gelungen ist, in den ganzen Fotokram wenigstens eine gewisse Grundordnung reinzubringen, "finde" ich auch Objektive wieder ;-) Nicht, dass ich nach diesem merkwürdigen Minolta Makro gesucht hätte, aber es "lachte" mich aus der Minoltaobjektiv-PE-Box an ;-)

Die Maßstabsangaben auf dem Objektiv spielen für mich keine Rolle. Dieses spezielle Minolta Makro-Objektiv kann problemlos von ca. 40 cm bis Unendlich fokussiert werden.

Auf der Crop 2 microFourThirds DSLM wird das 50 mm Minolta zum interessanten KB-äquivalenten 100 mm Tele.

Was ist so speziell an diesem Objektiv?

Das ist mein einziges Minolta (D)SLR-Objektiv, das kein Minolta-Bajonett hat! Die bisherigen Praxisberichte:

Für eine Erklärung muss man in die Minolta-Geschichte schauen. Ein Jahr, bevor mit der Nikon F 1959 der Meilenstein einer superrobusten und ausbaufähigen Profi-Spiegelreflexkamera die Weltbühne betrat, konnte Minolta 1958 seine ebenfalls hochklassige Spiegelreflexkamera SR2 präsentieren.

Aber was war vorher?

So wie Canon sich vor der Spiegelreflexkamera für seine ersten Kameras die deutsche Messsucher-Leica zum Vorbild genommen hatte, entschied sich Nikon im Erscheinungsbild für die deutsche Messsucher-Contax. Während die Objektive für die Leica und Canon per M39 Schraubgewinde montiert wurden, wählte Nikon ein modifiziertes Contax-Bajonett.

Und Minolta?Auch Minolta baute vor der SR2 ab Anfang der 1950er Jahre Messsucherkameras mit Wechselobjektiven und hatte sich für den Leica M39 Schraubanschluss entschieden. Und aus dieser Zeit stammt das hier präsentierte MINOLTA MACRO ROKKOR-QF 1:3.5 f=50mm. Wobei Minolta da eher Verkäufe seines Makros an Canon- Leica-Messsucherkamerafotografen im Auge gehabt haben muss.

Im Minolta-Messsucherkameraprogramm fehlte ein entscheidendes Zubehör, um das eigene Makro gezielt und sicher einsetzen zu können — ein sogenannter Spiegelkasten.

Beschrieben, gezeigt und vorgestellt im Beitrag: "Aus einer spiegellosen Messsucherkamera/DSLM eine (D)SLR bauen"

Canon und Leica boten entsprechende Spiegelkästen mit M39 Schraubanschluss. Was die Messsucherkameras dann zu Spiegelreflexkameras machte. Mit Hilfe eines Spiegelkastens konnte das Minolta Makro dann problemlos fokussiert werden.

Leica BOWOO

Denkbar wäre noch ein umständliches Hantieren mit einer Minolta Messsucherkamera und einem dem Leica BOWOO vergleichbaren "Nahaufnahmeabstandhalterstäbchensystem". Um ein Motiv von verschiedenen, aber festen Abständen = am Objektiv wählbaren Abbildungsmaßstäben abzulichten. Und das dann mit möglichst kleiner Blende und maximaler Schärfenstiefe.

Zum MINOLTA MACRO ROKKOR-QF 1:3.5 f=50mm nachzutragen wäre noch, dass das Makro in einem kompletten Set verkauft wurde.

Bestehend unter anderem aus dem Objektiv — natürlich —, einem Köcher und zwei Ringen. Um das Makro auf der Minolta SLR überhaupt nutzen zu können, müsste der größere Ring auf der Kameraseite das Minolta SR-Bajonett haben, was nicht der Fall zu sein scheint. Damit wäre das nur ein Verlängerungsring, damit das Objektiv auf 1:1 Abbildung kommt. Ein probates Mittel! Für die 50/55 mm SLR-Makro-Objektive von Canon und Nikon gab es auch diese Verlängerungen. Damit die Objektive, die sonst bei 1:2 Abbildungsmaßstab endeten, bis auf 1:1 kamen.

Zum zweiten, flachen Ring kommentierte im Internet einer, dass der von den Gewinden her nur ein Umkehrring sein kann. Der wird in das Filtergewinde des Makros geschraubt, um das Objektiv in sog. Retrostellung einsetzen zu können. Wozu das gut ist, hat Christian Zahn im Beitrag "Nikon-Objektive in Retrostellung für Makro-Aufnahmen" demonstriert.

Minolta 50mm Macro Versionen

Es bleibt dabei, für die Minolta SLR war das Objektiv so jedenfalls nicht nutzbar! Aus diesem Grund gab es auch zwei Versionen. Siehe oben! Leicht im Minolta SR Lens Index zu finden!

Genug davon!

Auf der spiegellosen Systemkamera lässt sich das Minolta Makro jedenfalls problemlos einsetzen!

Qualitäts-Testreihe auf der 16 Megapixel Olympus OM-D E-M5

1:1 Crops — von links nach rechts: Offenblende f/3,5 - f/5,6 - f/8 – f/11

Gut zu erkennen, dass die Offenblende für Aufnahmen, wo es wirklich auf Schärfe ankommt, unbrauchbar ist. Die Blende f/4 kann man getrost überspringen, die halbe Blende mehr bringt keinerlei Verbesserung. Ab Blende f/5.6 — zweites Foto — wird dieses historische Makro dann brauchbar. O.K. bei f/8 und f/11 mit natürlich mehr Schärfentiefe. Und da sollte man laut Beugungsregel mit dem Abblenden auch aufhören. Der Olympus Sensor hat einen Pixelabstand von 3,7 mü. Multipliziert mit dem mFT Cropfaktor 2 ergibt das Produkt 7,4, großzügig auf Blende f/8 hochgerundet. Üblicherweise vertragen die Systeme noch eine Blende mehr, bevor dann wirklich die Beugungsunschärfe einsetzt. Daher auch noch das letzte Foto mit f/11.

3.600 Pixel

Haben Sie den hinterhältigen, gut getarnten grünen Räuber auf dem grünen Blatt entdeckt?

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben