Kodak START 1075Z und Vivitar 300Z ZOOM, zwei analoge Sucherkameras – oder: Der große Griff ins Klo :-(

Analogkameras im digitalen Kameramuseum – digicammuseum.de?

Die Geschichte der Digitalkamera von den Anfängen der filmlosen Erfassung auf Sensor und der Mitte der 1980er Jahre noch analogen Speicherung auf spezielle Videodisketten bis heute ist weitgehend auserzählt. Kameras wie beispielsweise die Trust PhotoCam PLUS von 1997 sind selten geworden. Wenn solche Teile bezahlbar auftauchen, wird natürlich weiter gesammelt und berichtet!

Wer analog fotografiert, kommt ums Digitalisieren eh nicht rum, wenn er seine Fotos im Internet präsentieren will

Also wird es in Zukunft hier immer auch mal Beiträge zu Analogkameras geben! Für den Sommer sind bei mir einige spannende Kameras eingeplant.

Mit den Kameras aus der Überschrift geht es analog aber ganz nach unten – in die Anfänger-/Gelegenheitsknipser-Klasse. Hintergrund: Es war eine Zeitlang möglich für Analog-Experimente abgelaufene, überlagerte Farbnegativfilme für wenig Geld zu erwerben. Bis Experten meinten, daraus einen Hype starten zu müssen. Etwa "Kunst durch abgelaufene Filme …" Ergebnis: Auf der Fotobörse Gladbeck im März 2026 entblödeten sich Anbieter nicht für abgelaufene ISO 200 Fujifilme einen Stückpreis von 9 Euro auszurufen. Neupreis für 3 Kodak 200 a 36 Aufnahmen 23,99 Euro.

Es geht aber auch noch drunter – theoretisch …

Auf wenig beachteten kleinen Allerweltsflohmärkten. Und so steckten in der Kodak START 1075Z und der Vivitar 300Z ZOOM je ein Teil-/unbelichteter 24 Aufnahmen Kodak 200 und ein 36 Aufnahmen Kodak 200. Stückpreis der beiden Einfach-Kameras: 5 Euro!

Und hier kommt der "Break" mit den katastrophalen Fotoergebnissen der Kameras oder besser den darin befindlichen Filmen

Aus dem Kodak 200 Film der Kodak START 1075Z

Auf diese vor wenigen Tagen belichtete Katastrophe habe ich alles losgelassen, was Lightroom, Photoshop und Topaz PhotoAI hergaben. Einschließlich der Konvertierung nach SW. 

Aus dem Kodak 200 Film der Vivitar 300Z ZOOM

Diese Bildchen sind vor Jahren in irgendeiner Reithalle entstanden. Offensichtlich hat die Belichtung bei damaligem Neuzustand des Kodak-Farbnegativfilms die Fotos überleben lassen. Alles, was dagegen April 2026 frisch belichtet wurde, war Mülltonne.

Wie schrieb das Labor?

>> Leider sind die Restlichen Bilder unbelichtet,  jeweils 4 oder 5 Bilder. Die Filme sind überlagert. <<

In der Tat. Ich hätte nicht gedacht, geglaubt, dass zumindest Farbfilme durch Überlagerung bei unbekannten Bedingungen bis zur Unbrauchbarkeit zerstört werden!

Falls noch jemand Lust hat: Hier sind die Spezifikationen der beiden Einfach Sucherkameras von Kodak und Vivitar

Spezifikation der Kodak START 1075Z

  • Vorstellungsjahr 1996
  • Abmessungen/Gewicht: 133 x 47 x 75 mm, 285 g
  •  Objektiv 38-60mm EKTANAR Zoom Lens, f/4,3–6,4 (4 einzeln stehnde Linsen, eine asphärisch geformt.
  •  Verschluss: 1/40–1/500 s mit Selbstaulöser
  •  Programmautomatik EV 6 (1/8 s, f/2,8) to EV 17 (1/430 s, f/17)
  •  DX kodierte Filme von ISO 25–3200.
  •  240 Zonen Autofokus to infinity
  •  Eingebauter Blitz (ISO 100) 4 m (wide) 2,8 m (tele), Red-eye reduction.
  •  Energieversorgung 3 V CR123 Lithiumbatterie

Spezifikation der Vivitar 300Z ZOOM

  • Vorstellungsjahr: Mitte 1980er Jahre
  • Abmessungen/Gewicht 146 x 76 x 64 mm, 346 g
  • Autofokus
  • Filmempfindlichkeiten DX-kodiert von ISO 50 bis 1600
  • Motorischer Filmtransport, Selbstauslöser
  • Eingebauter Blitz An/Aus, Roto-Augen-Reduktion
  • Objektiv Manuell zu betätigendes 38-60mm f/4.5-6 Zoom
  • Energieversorgung 6V CRP2 Lithium-Batterie

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Um eine (bezahlbare) Erfahrung reicher – oder: NIE WIEDER!

Wie schrieb das Labor?

>> Leider sind die Restlichen Bilder unbelichtet,  jeweils 4 oder 5 Bilder. Die Filme sind überlagert. <<

Eine Erkenntnis gab es aber doch. Der in der Konica C35 AF belichtete AGFACOLOR XRG 200 war 12/2006 abgelaufen. Also 20 Jahre überlagert! Möglicherweise hat es geholfen, dass der in seiner dicht verschlossenen Kunststoffpatrone besser gegen Umwelteinflüsse – außer Wärme – geschützt war, als die Filme der hier vorgestellten Kameras. Und ich kann noch von einem 2005 abgelaufenen APS-Film berichten. Dem sah man die Überlagerung ebenfalls an. Aber im Ergebnis noch brauchbar! Und auch hier: Der APS-Film kam aus einem dicht verschlossenen Behälter!

So oder so bei zukünftigen Flohmärkten: FINGER WEG!

Wenn es nicht gerade eine hochinteressante Kleinbildkamera ist. Und ein eingelegter Film dann einfach entsorgt wird …

Ganz sicher werde ich die beiden hier beschriebenen Einfach-Sucherkameras nicht nochmal mit frischem Film bestücken, was vermutich so wie HIER funktionieren würde. Dafür sind zu viele andere hochwertige Kleinbildkameras im Bestand.

Ralf Jannke April 2026

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben