Nikon Coolpix P100 Kurzvorstellung von Christian Zahn

Hier stelle ich eine Superzoom-Bridgekamera von Nikon vor, leider ist sie defekt, darum zeige ich nur wenige Bildbeispiele.

Spezifikationen:

  • Die 2010 vorgestellte Nikon Coolpix P100 ist 114 x 83 x 99 mm groß und wiegt mit Akku und Speicherkarte 480 Gramm.
  • Der rückseitig belichtete 1/2,3“ CMOS-Sensor (6,2 x 4,6 mm) löst maximal 3648 x 2736 Pixel  = 10 Megapixel auf (10,6 Megapixel Rohdaten), der Pixelpitch beträgt 1,7µm. Die Empfindlichkeit ist automatisch oder manuell von 160 bis 3200 ASA einstellbar. Bilder werden als JPEG auf SD-/SDHC-Karten (max. 32 GB) gespeichert, zusätzlich ist ein kleiner interner Flash-Speicher vorhanden. Full-HD-Videos sind möglich.
  • Das Objektiv ist ein 1:2,8-5/4,6-120mm 26-fach Zoom mit 14 Elementen in 11 Gruppen, die kb-äquivalente Brennweite beträgt 26-678 mm. 
  • Das Motiv wird über einen 0,6“-Videosucher mit 230.000 Subpixeln oder einen 3“ TFT LCD Monitor mit 460.000 Subpixeln angezeigt.
  • Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S) oder kontinuierlicher Autofokus (AF-S), Ermittlung durch Kontrasterkennung des Bildsensors, 99 AF-Felder
  • Belichtungssteuerung durch Programmautomatik, 256-Zonen-Matrixmessung oder Spotmessung, Belichtungszeiten 8s bis 1/8000 sek., kombinierter mechanischer und elektronischer Verschluss, elektronischer Selbstauslöser
  • im Gehäuse integrierter Blitz mit ca. Leitzahl 8
  • Weißabgleich automatisch oder manuell
  • Bildstabilisierung mittels beweglich gelagertem Bildsensor
  • Energieversorgung durch Lithiumakku EN-EL5

Besonderheiten

„Coolpix“ heißen bei Nikon fast alle alle Kompakt- bzw. Bridge-Digitalkameras. Die Coolpix P100 rangiert aufgrund ihres Aussehens und Preises in der Klasse der Bridgekameras mit Superzoom.

Die Stromversorgung erfolgt mit dem auch in vielen anderen Nikon-Kameras verwendetem Lithiumakku EN-EL5. Es wurde keine Ladeschale mitgeliefert, sondern nur ein Netzadapter, die Ladung des Akkus erfolgt in der Kamera. Der Adapter liefert aber nicht genug Strom, um die Kamera damit betreiben zu können, dazu mußte ein anderes Netzteil nachgekauft werden. Ebenso war eine Akkuladeschale als Sonderzubehör erhältlich. Immerhin kann der Akku auch über USB geladen werden, solange die Kamera an einen Computer angeschlossen ist.

Zur Bildaufzeichnung dienen SD-/SDHC-Karten bis 32 GB, außerdem gibt es einen kleinen internen Speicher, die wie üblich ein „Abfallprodukt ist, denn im Flashbaustein für die Firmware der Kamera war noch etwas Platz für Fotos.

Die Coolpix hat relativ viele Bedienelemente, oben auf dem Gehäuse ist der Auslöser mit dem Zoomhebel angebracht, daneben der Hauptschalter und das Moduswahlrad. Auf der Rückseite befinden sich oberhalb des Displays das Daumenrad, die Videostart-Taste mit Umschalter zwischen normalem und Zeitlupenvideo sowie die Display-Taste, links vom Sucher die Umschaltung zwischen Sucher und Display. Rechts neben dem Monitor ist das Steuerkreuz mit OK-Taste angebracht, dessen Richtungstasten eine Doppelfunktion für Makro, Blitz, Belichtungskorrektur und Selbstauslöser haben. Darunter zwei weitere Tasten für Löschen und Menu.

Der Gehäuseblitz ist fest eingebaut, er muß von Hand aus- und eingeklappt werden. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt durch das Objektiv mittels Vorblitzen.

Das Objektiv beginnt bei damals durchaus enormen Weitwinkel 26mm und reicht in den extremen Telebereich von 678mm. Ohne den Bildstabilisator durch Verschieben des Sensors aus der Ruhelage wäre der Telebereich nicht freihand nutzbar, be schlechter Beleuchtung in Innenräumen oder bei trübem Wetter muß die Kamera zusätzlich die Empfindlichkeit stark anheben, um unverwackelte Aufnahmen zu schaffen.

Die Umschaltung zwischen dem ziemlich grob auflösendem Videosucher und dem rückwärtigem Display erfolgt von Hand, eine Automatik gibt es mangels Augensensor nicht. Das Display hat doppelt so viele Subpixel wie der Sucher und galt deshalb zum Herstellzeitpunkt als fein auflösend. Das eigentliche Displaypanel ist hinter einer dicken entspiegelten Schutzscheibe angebracht, es kann um 90° nach oben und unten geklappt werden.

Der beweglich aufgehängte Bildsensor kann im ausgeschaltetem Zustand frei herumschwingen, deswegen klappert es aus dem Innerem der Kamera wenig vertrautenerweckend. Das störte schon zeitgenössische Tester.

Der Sensor ist winzig, damit er etwas weniger rauscht, wird er „von Hinten“ belichtet, d. h., seine bildempfindlichen Bildpunkte sind vorne, die Leiterbahnen der Ausleseelektronik auf seiner Rückseite, so können sie größer sein, als wenn Elektronik und Pixel wie bei normalen Sensoren auf derselben Seite angebracht wären. Die Grundempfindlichkeit ist merkwürdig, 160 ASA als kleinste einstellbare Empfindlichkeit ist nicht allgemein üblich.

Es gibt einen normalen Videomodus mit Full-HD-Aufnahmen und einen Highspeed-Zeitlupen-Modus, der bei 1280x720 Pixeln 60 Bilder/sek und bei 320x240 sogar 240 B/s ermöglicht. Systembedingt sind diese Hochgeschwindigkeitsaufnahmen stumm, während normale Videos mit Stereoton aufgenommen werden. Außerdem ist die Länge beschränkt, bei 240 B/s wird z. B. die Aufzeichnung nach 10 Sekunden automatisch beendet.

Die Kamera schreibt einige spezielle Angaben in den MakerNotes-Teil der EXIFs, darunter die Bildqualität, das aktuelle AF-Feld, Status von Schärfe, Weißabgleich uvm.

Als Schnittstellen stehen zur Verfügung: Video und USB zum Auslesen der Bilder aus der Kamera bzw. zum Anschluß eines Druckers sowie HDMI. Video und USB sind zu einer Nikon-eigenen Spezialbuchse zusammengefaßt, Normkabel passen deshalb nicht. Die Buchsen sind mit einer unverlierbaren Gummiabdeckung geschützt.

Der Werbeaufkleber am Objektiv ist noch vorhanden, Nikon fand damals folgende Merkmale wichtig: Weitwinkel, 10,3 Megapixel, 26-facher Zoombereich, rückseitig belichteter CMOS-Sensor, bis zu 10 Bilder pro Sekunde, Full-HD-Videos und Zeitlupenvideos.

Der UVP der Coolpix P100 betrug etwa 350 Euro, der aktuelle Zeitwert übeträgt je nach Zustand und Lieferumfang zwischen 10 und 50 Euro. 

Sensordefekt

Die gezeigte Kamera ist defekt, der Sensor oder die dahintergeschaltete Auswerteelektronik funktionieren nicht mehr richtig, Im Sucher ist das Bild noch meist gut erkennbar, flackert aber deutlich mit violetten „Blitzen“, also kurzfristig komplett violettem Bild. Die Fotoaufnahme läßt die Kamera entweder abstürzen, so daß der Akku entnommen werden muß, um sie wieder einschalten zu können oder es werden größtenteils violette Bilder erzeugt, wobei das gesamte Motiv im oberem Fünftel zusammengequetscht und von Streifen überlagert wird.

Beispielaufnahmen

Alle Beispielaufnahmen entstanden bei 160 ASA, gespeichert als JPG, bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurden bearbeitet. 100%-Aussschnitte sowie die Aufnahmeparametern finden sich in jedem Bildbeispiel.

Die Aufnahmen sind nicht von mir angefertigt worden, sondern höchstwahrscheinlich vom Erst- oder Zweitbesitzer der Kamera, sie entstanden laut Dateidatum im Sommer 2011. Wenn der Bildzähler stimmt, sind etwa ca. 6000 Fotos mit der Kamera gemacht worden.

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Das Gehäuse der Coolpix P100 ist eine Kombination aus Kunststoff und Metall. Das Stativgewinde aus Metall ist in das Kunstsoffgehäuse eingeschraubt.

Die Kamera gehört zur Klasse der Bridgekameras mit Superzoom-Objektiv.

Die Bildqualität kann ich nicht aufgrund des Defekts nicht beurteilen, sie dürfte vermutlich der damals üblichen Qualität eines 10-Megapixel-Sensors der 1/2,3“-Klasse entsprechen. Die im internem Speicher gefundenen Bilder waren nicht besonders scharf, das kann aber auch an der damaligen Aufnahmesituation oder den Bildeinstellungen liegen.

Im Weitwinkelbereich „beult“ das Objektiv, bei 26mm hat es ca. 3% tonnenförmige Verzeichnung.

Fazit: eine digitalkamerahistorisch uninteressante Kamera (weil Dutzendware), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen vermutlich nicht mehr geeignet. Auch für die P100 gilt: fast jedes aktuelle Smartphone macht vermutlich bessere Bilder, die Coolpix kann höchstens mit der enormen Telebrennweite von fast 678 mm „punkten“.

Christian Zahn, April 2026

 

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