Panasonic Lumix DMC-TZ3 Kurzvorstellung von Christian Zahn

Diesmal stelle ich eine digitale Reise-Kompaktkamera vor, die Lumix TZ3. Leider ist sie ziemlich „hinüber“, das Display zeigt nur noch viel zu helle Bilder sowie Informationen und der Sensor erzeugt „psychedelische“ Fotos. Fokussierung, Aufnahme, Bildspeicherung und Wiedergabe hingegen scheinen noch einwandfrei zu funktionieren. Den Nachfolger TZ5 hatte ich Anfang 2025 hier präsentiert, vieles dort gesagte trifft auch auf die TZ5 zu.

Spezifikationen:

  • Die 2007 vorgestellte Panasonic TZ3 ist 105 x 59 x 37 mm groß und wiegt mit Akku und Speicherkarte 257 Gramm.
  • Der 1/2,35“ CCD-Sensor (6,2x4,6mm) löst maximal 3072 x 2304 Pixel  = 7,2 Megapixel auf (8,5 Megapixel Rohdaten). Der Pixelpitch beträgt 2µm. Mit der ISO-Automatik oder manuell sind 80 bis 1250 ASA einstellbar. QuickTime-Videos sind mit 848x480 Pixeln möglich. Bilder werden als JPEG auf SD/SDHC-Karten (max. 32 GB) gespeichert.
  • Das Leica DC Vario-Elmar ist ein 4,6-46mm/1:3,3-4,9 10-fach Zoom, die kb-äquivalente Brennweite beträgt 28-280mm. 
  • Das Motiv wird über einen 3“ TFT LCD Monitor mit 230.000 Subpixeln angezeigt, der auch die Menüsteuerung übernimmt.
  • Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S), Motivverfolgung (AF-S) oder manueller Fokus, Ermittlung durch Kontrasterkennung des Bildsensors, 9 AF-Felder
  • Belichtungssteuerung durch Vollautomatik, Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenautomatik, manuellen Modus, Motivprogramme, Matrixmessung, Spotmessung  oder mittenbetont integrale Belichtungsmessung. Belichtungszeiten 8s bis 1/2000 sek., kombinierter mechanischer und elektronischer Verschluss, Selbstauslöser mit 10 s Vorlaufzeit
  • im Gehäuse integrierter Blitz mit Leitzahl 6
  • Weißabgleich automatisch
  • optische Bildstabilisierung
  • Energieversorgung durch Lithium-Ionen-Akku 3,7V 1000 mAh

Besonderheiten

Die Panasonic Lumix DMC-T3 wurde in Kooperation mit Leica gebaut. „Elmar“ ist eigentlich eine traditionelle Bezeichnung von Leica für eine bestimmte Art von Festbrennweiten. „TZ“ bedeutet „Traveller-Zoom“, die Kamera ist also eine sogenannte „Reisekamera“ mit einem Brennweitenbereich von 28mm (für „Viel-Drauf“ bei Parties, in Fachwerkstraßen usw.) und „langem“ Tele (für Tiere im Zoo, Schiffe am Strand usw.). „Lumix“ heißen fast alle Digitalkameras von Panasonic, „DMC“ steht möglicherweise für „Digital Media Camera“.

Zeitgleich mit der TZ3 wurde die weitgehend baugleiche TZ2 vorgestellt, sie hat einen Sensor mit nur 6 Megapixel Auflösung und war etwas günstiger. Die TZ3 ist „Made in Japan“, eine Auslagerung der Produktion in Billiglohnländern erfolgte erst bei späteren Modellen.

Die Stromversorgung erfolgt mit einem LiIon-Akku DMW-BCD10 / CGA-S007, der unter anderem auch in der Lumix TZ1, TZ4, TZ5, TZ15, TZ15 und TZ50 verwendet wird.

Der Hauptschalter ist kein Taster, sondern ein Schiebeschalter. Auf der Oberseite befindet sich der Auslöser mit dem darum angeordneten Zoomring, das Moduswahlrad (mit Stellung für Bildwiedergabe) und eine Taste für die Aktivierung/Deaktivierung des Bildstabilisators. Auf der Rückseite gibt es je eine Taste für Quickmenu und Displayumschaltung. Das Steuerkreuz mit mittlerer Menu/OK-Taste hat Zweitfunktionen für Belichtungskorrektur, Selbstauslöser, Blitzfunktionen und Makromodus.

Das Display ist fest eingebaut, seine 230.000 Subpixel galten damals als durchaus normal, die Größe von 3“ als „riesig“. Das Display sitzt hinter einer Schutzscheibe, die aber nur aus transparentem Kunststoff ist, der seinerseits gerne verkratzt. Wie üblich sollte eine Schutzfolie aus dem Zubehörhandel aufgeklebt werden.

Die Speicherung erfolgt auf SD-/SDHC-Karten bis 32 GB oder den ca. 50 MB großen internen Speicher. Zum Marktstart waren 16 und 32 GB-Karten nur angekündigt, aber noch nicht verfügbar, 8 GB schon sehr teuer, so daß viele Benutzer vermutlich nur 2GB-Karten gekauft haben dürften.

Der Gehäuseblitz ist fest eingebaut. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt TTL mittels Vorblitz. Leider sitzt die Blitzröhre sehr nah am hervorstehendem Objektiv, so daß bei es bei geblitzten Portraits zu den gefürchteten „roten Augen“ kommt.

Das Objektiv beginnt bei damals durchaus „normalem“ Weitwinkel von 28mm und reicht bis in den Telebereich von 280mm. Ohne Bildstabilisator wäre es nicht möglich, im Telebereich unverwackelte Aufnahmen anzufertigen, die Stabilisierung erfolgt durch den Power O.I.S benannten Optical Image Stabilisator mittels beweglichen Elementen im Objektiv.

Es gibt ein Quick-Menu für die schnelle Einstellung der wichtigsten Aufnahmeparameter. Die meisten der darin eingestellten Werte bleiben auch nach Abschalten der Kamera aktiv.

Die ungewöhnliche Auflösung von 7,2 Megapixeln ist der Tatsache geschuldet, daß ein 1/2,3 Zoll großer Sensor mit 8,5 Megapixeln eingebaut ist, das Objektiv aber nur einen für kleinere Sensoren (1/2,5 Zoll) gerechneten Bildkreis hat. Darum werden nicht alle Bildpunkte verwendet, die Sensor-Randbereiche bleiben unberücksichtigt. Panasonic stellt seine Bildsensoren größtenteils selbst her und ist nicht auf den Zukauf beim Konkurrenten Sony angewiesen.

Die Kamera schreibt einige interessante Dinge in die EXIFs: Neben den üblichen Angaben zu Kamera, Brennweite, Offenblende, aktuelle Blende, ASA-Wert, Aufnahmemodus, Belichtungszeit, Aufnahmezeitpunkt finden sich die Firmwareversion, die Seriennummer, das Herstelldatum, diverse Aufnahmeparameter, ein optimaler Babyname (sic!), der Status des Bildstabilisators uvm.

In die EXIFs steht die Zahl der Auslösungen nicht, aber es gibt eine oft gut funktionierende Möglichkeit, sie zu ermitteln:
Sofern der Vorbesitzer die Bildnummer nicht im Kameramenu zurückgesetzt hat, läßt sie sich aus dem Ordner sowie dem Bilddateinamen ermitteln: Die Kamera beginnt mit der Ordnernummer 100 und zählt diesen alle 1000 Aufnahmen hoch, somit entspricht der Ordner 102 Auslösung 2000 bis 2999. Diese Zahl findet sich auch im Dateinamen jedes Bildes. Im Bild-Dateinamen „P1020786“ muß die fünfte Stelle gelöscht und die zweite Stelle um Eins vermindert werden, daraus resultiert dann „P002786“, somit hat die Kamera vermutlich 2786 Aufnahmen gemacht.

Keine Schnittstelle entspricht einer Norm, für USB und Video sind Panasonic-Spezialkabel erforderlich, da diese zu einer Kombibuchse zusammengefaßt sind. Die optionale Dauerstromversorgung erfordert ebenfalls ein Kabel mit Spezialstecker.

Der UVP der Panasonic TZ3 betrug etwa 450 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei ca. 20-40 Euro je nach Zustand und Lieferumfang. Ich fand die Kamera in der Grabbelkiste eines lokalen Fotohändlers für „einen schmalen Euro“.

Beispielaufnahmen

Alle Beispielaufnahmen entstanden bei Vollautomatik, gespeichert als JPEG, bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde nicht bearbeitet, es sind also fast unveränderte Bilder „Out of the Cam“.
(Bild: PanasonicLumixTZ3-Beispiel1 - xxx)

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Das Gehäuse der Panasonic TZ3 ist größtenteils aus Metall, jedoch wie allgemein üblich nur aus hauchdünnem Aluminiumblech. Lediglich die Akkufach/Speicherkarten- und Schnittstellen-Klappen sind aus Kunststoff. Die Kamera war in Schwarz und Silber erhältlich.

Die Kamera gehört zur Klasse der etwas gehobenen Kompaktkameras mit Superzoom. Sie läßt sich gut halten, der „Griff“ ist deutlich ausgeprägt. Einhandbedienung ist möglich, aber das Festhalten mit der zweiten Hand ist trotzdem sicherer.

Ein Urteil zur Bildqualität kann ich nicht abgeben, mein Exemplar ist defekt. Die Kamera erzeugt stark purpurstichige Aufnahmen, denen man ansieht, daß helle Bilddetails in dunkle Bildpartien „überlaufen“, also der der Sensor, die nachgeschaltete Digitalisierung oder der Bildprozessor haben starke Schäden. Das Erstaunliche ist, daß überhaupt Bilder gemacht werden können, d. h., die Lumix der Meinung ist, daß sie scharfe Motivdetails entdeckt hat und somit den Auslöser freigibt.
Auch das Display bzw. die vorgeschaltete Anzeigeaufbereiung ist kaputt, manchmal kann man Teile der Menüführung erkennen, aber meist ist alles viel zu hell, also quasi komplett Weiß, was man sehen kann.

Was diese Schäden verursacht hat, darüber kann nur spekuliert werden. Ein Sturz, ein Wasserschaden, Alterungseinflüsse oder eine Kombination davon?
 
Fazit: eine digitalkamerahistorisch eher uninteressante Kamera (weil eine von etlichen Superzoomern), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen eher ungeeignet. 7,2 Megapixel sind teilweise etwas wenig.

Christian Zahn, März 2026

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben