Sony SLT alpha 33 und NEX3 Funktionscheck 2025 von Christian Zahn

Beide Kameras habe ich 2021 bzw. 2023 bereits inkl. allen technischen Daten vorgestellt:

Weil beide Modelle einen identischen Sensor und Verschluss aufweisen, vergleiche ich sie hier und zeige Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten auf.

Passend zu Christians Funktionskontrolle der beiden Sonys hier noch mal zusammengefasst, was im Digicammuseum.de über die Jahre denn von mir schon zu den beiden Sonys und ähnlichen und Nachfolgemodellen geschrieben wurde.

Die Sony SLT Alpha 58 habe ich einfach dazugenommen, weil sie mit in diese Klasse gehört. Von Christian gibt es überigens noch eine Funktionskontrolle des Nachfolgers Sony SLT Alpha 65V. Wenn ich mir das so ansehe, wäre bei mir die Sony SLT Alpha 33 2026 mal wieder für einen kleinen Funktionscheck fällig …

Jetzt zu Christian: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Stromversorgung der Kameras erfolgt durch den Lithium-Akku NP-FW50. Er wird auch in etlichen anderen Sony-Systemkameras der NEX- und alpha-Serien benutzt. Karten- und Akkufach sind nicht voneinander getrennt. Der Akku ist eigentlich zu klein dimensioniert, für Fotoausflüge sollte immer ein Ersatzakku mitgenommen werden. Außerdem ist inzwischen bei fast allen meinen Akkus eine große Selbstentladung feststellbar, nach etwa 3 bis 4 Monaten sind vollgeladene Akkus von allein quasi geleert. Dabei ist es egal, ob es sich um originale Sony-Akkus handelt oder um Nachbauten von verschiedenen Fremd-Anbietern. Ich mußte vor dem Funktionstest erst einmal einige Akkus laden, um die A33 und die NEX3 einschalten zu können.

Der Akku enthält einen kleinen Chip, damit die Restkapazität prozentgenau auf dem Kameradisplay angezeigt werden kann, möglicherweise ist durch die Alterung dessen Strombedarf so groß geworden, daß er den Akku „leersaugt“. Die UVP des originalen Akkus betrug anfangs 99 Euro (inzwischen ist er ab 49 Euro zu bekommen), er hat keinen Sicherheits-Chip, so daß es recht bald günstige Nachbauten gab. Wie üblich haben die kompatiblen Akkus meist weniger Kapazität (z. B. nur 800 mAh), da sie aber häufig weniger als 10 Euro kosten, sind 4 Stück preiswerter als ein einziger Originalakku.

Die alpha 33 ist ein Schwestermodell der ebenfalls 2010 erschienenen spiegellosen Systemkameras NEX-5 bzw. NEX-3; Sensor, Verschluss, Bildaufbereitung und Akku sind baugleich, Kamerabajonett und Autofokusmodul sowie die Bauform nicht. Im Gegensatz zu den NEXen hat die alpha 33 einen im Gehäuse eingebauten Bildstabilisator. Außerdem verkaufte Sony 2010 eine weitere Kamera mit ähnlichen Daten, die alpha 290, diese hat einen klassischen Klappspiegel und ist somit eine „waschechte“ dSLR.

Die alpha 33 ist trotz ihres Aussehens keine „richtige“ Spiegelreflexkamera, sondern ein Zwischenschritt auf dem Weg hin zur spiegellosen Systemkamera. Sie hat keinen Schwingspiegel, der für jede Aufnahme hochgeklappt werden muß, sondern einen teilreflektierenden feststehenden Spiegel (SLT= Single Lens Translucent). 1/3 des sichtbaren Lichts wird ständig auf den unterhalb des Blitzes eingebauten Phasenerkennung-Autofokussensor geworfen, 2/3 des Lichts fallen durch den Spiegel hindurch auf den Bildsensor, dessen Bild wie bei einer Systemkamera von einem Videosucher angezeigt wird.

Dieses System vereinigt die Vorteile von dSLR und Systemkamera: 100%-Anzeige des realen Sensorbildes und ständige Verfügbarkeit der schnellen und präzisen Phasen-AF-Sensoren. Außerdem sind enorme Serienbildgeschwindigkeiten möglich, die alpha SLT-33 erreicht 7 Bilder pro Sekunde. Dafür sind schnelle Speicherkarten erforderlich, damit die Datenmenge auch „weggeschrieben“ werden kann.

Das Bajonett der A33 ist das Minolta-AF-Bajonett, das 1985 zusammen mit der ersten Serien-Autofokus-SLR des Weltmarktes eingeführt wurde (Minolta 7000). Die Kamera hat den AF-Motor im Gehäuse eingebaut, die Kopplung erfolgt über die auch von Nikon und Pentax her bekannte „Schraubenzieherklinge“, die in einen drehbaren Schlitz im Objektiv eingreift. Objektive mit eingebauten AF-Motor werden ebenfalls unterstützt, genauso wie „Powerzoom“-Objektive mit elektrischer Brennweitenverstellung.

Minolta hatte das Bajonett als „A“-Bajonett bzw. alpha-Bajonett bezeichnet, darum übernahm Sony diesen griechischen Buchstaben als Kennzeichnung ihrer dSLRs und SLTs.

Das A33-Display kann gedreht und geschwenkt werden, es kann sogar mit der Displayseite zur Kamera eingeklappt werden, so ist es vor Beschädigung sehr gut geschützt und wird automatisch abgeschaltet. Das eigentliche Display ist durch eine Kratzschutzscheibe vor mechanischer Beschädigung gesichert. Man sollte aber eine Schutzscheibe aus gehärtetem Glas aufkleben, die die Zubehörindustrie in passenden Größen im Angebot hat. Die Antireflexbeschichtung der Sony-Schutzscheibe ist extrem empfindlich, bereits durch „Rubbeln“ mit dem Zeigefinger beginnt sie sich abzulösen. Dieses Phänomen ist bei Sony-Displays bereits seit etwa dem Jahre 2000 bekannt und wurde auch bei Nachfolgemodellen nicht beseitigt.

Der Sucher ist ein recht hochauflösender Videosucher. Die elektronische Wasserwaage der Kamera kann als künstlicher Horizont eingeblendet werden, leider nicht gleichzeitig mit dem Live-Histogramm. Zwischen Videosucher und rückseitigem Display kann per Augensensor automatisch umgeschaltet werden, bei eingeklapptem Sucher schaltet der Augensensor den Videosucher auf Wunsch stromsparend nur dann ein, wenn die Kamera ans Auge gehalten wird.

Die NEX3 ist viel kleiner und flacher als die A33. Leider wird die Kompaktheit der Kamera mit drei Nachteilen erkauft:

- Im Gehäuse ist kein Bildstabilisator eingebaut, wie es bei Minolta und Sony sonst üblich war, sondern der „Optical Steady Shot“ (OSS) muß im Objektiv vorhanden sein.

- Das schlanke Gehäuse trägt ein recht klobiges Objektiv, die NEX-3 mit dem 18-200 ist extrem frontlastig.

- Es gibt keinen Videosucher, auch nicht zum Nachrüsten.

Die Trageösen der NEX3 sind ungewöhnlich angebracht: sie sitzen nicht an der Kameraoberseite, sondern sind an der Rückseite senkrecht montiert. Nach einer Weile des Tragens hat man sich daran gewöhnt, daß die Kamera mit dem Objektiv nach unten hängt. Vermutlich haben die Konstrukteure diese Lösung gewählt, weil die NEX-3 mit dem 18-200 sowieso nach vorne kippen würde, auch wenn die Ösen wie bei anderen Kameras montiert gewesen wären. Die Gurtmontage hat einen weiteren Vorteil: beim Tragen um den Hals scheuert das recht empfindliche Display nicht am Körper herum, sondern zeigt frei nach oben, so daß es weniger Beschädigungen durch Jackenknöpfe o. Ä. abbekommen kann als es z. B. dSLRs passieren kann.

Die Speicherung beider Kameras erfolgt auf SD-/SDHC/SDXC-Karten bis ca. 2 TB oder auf die Sony-typischen MemorySticks (beide Kartentypen werden in einen einzigen Schacht gesteckt, jedoch mit den Kontakten jeweils andersherum). Das Einschieben der SD-Karte ist problemlos, das des etwas dünneren und schmaleren Memorysticks hingegen sehr „fummelig“. Interessanterweise gibt es im Kartenfach der NEX3 eine rote Zugriffs-LED, die bei geschlossener Kartenfachklappe nicht sichtbar ist. Sie soll den Anwender warnen, wenn er die Karte entnehmen möchte, die Kamera aber noch auf diese zugreift.

Das Raw-Format ARW (vermutlich als Abkürzung für „AlphaRawFormat“) wird vermutlich immer komprimiert gespeichert. Auf Wunsch werden parallel zu den ARWs auch zusätzlich JPEGs gesichert.

Der Gehäuseblitz der A33 ist fest eingebaut, er klappt durch Druck auf eine Taste elektrisch heraus bzw. bei Vollautomatik auch selbstständig, muß jedoch manuell wieder eingeklappt werden. Der interne Blitz kann auch als „Master“ für das drahtlose Steuern von entsprechend ausgestatteten Zweitblitzgeräten dienen.

Der Blitzschuh ist der 1988 mit der Dynax 7000i eingeführte iISO-Schuh, quasi ein „umgedrehter“ Normschuh. Er sollte damals als stabilere und automatisch rastende Verbindung zwischen Kamera und Blitz dienen, er verhinderte für einige Jahre die Benutzung von Fremdblitzen an Minolta-Gehäusen. Seit der KonicaMinolta 7D ist er um die digitale Vorblitztechnik „ADI“ = „Advanced Distance Integration“ erweitert, die die vom Objektiv übermittelte Entfernungsangabe in die Blitzbelichtung mit einbezieht. Blitzgeräte, die von KonicaMinolta für ihre digitalen Kameras entwickelt wurden, können verwendet werden und wurden von Sony noch eine Weile unter anderer Bezeichnung weitergebaut. Blitzgeräte für aktuelle Sony-Systemkameras können benutzt werden, benötigen allerdings einen nur noch gebraucht erhältlichen Adapter.

Der mitgelieferte Miniblitz HVL-F7S für die NEX3 hingegen ist nicht eingebaut, sondern er wird in eine proprietäre Buchse eingesteckt und verschraubt, die mit einer gefederten Klappe verschlossen ist. Er kann auf der Kamera verbleiben, da er sich nach unten klappen und dadurch ausschalten läßt. Im Lieferumfang der Kamera ist ein kleiner verschließbarer Behälter, er kann am Kameragurt befestigt werden, so daß der Blitz immer mitgetragen werden kann, ohne an der Kamera montiert zu sein. Allerdings ist die Montage recht umständlich, so daß man ihn besser immer angeschraubt läßt.

Der Miniblitz kann mit dem monströsen 18-200-Objektiv nur mit Hilfe eines zusätzlichen Adapters genutzt werden, der ihn weiter nach oben und vorne verschiebt. Dieser Adapter mußte zusätzlich erworben werden, er war weder bei der Kamera noch bei dem Objektiv dabei.

Beide Kameras sind „Made in Thailand“, sie wurde also nicht im japanischen Werk montiert.

Der UVP der Sony alpha SLT-33 betrug etwa 650 Euro. Ich erwarb mein Exemplar Ende 2022 für ca. 25 Euro inkl. einem Jahr Händlergewährleistung. Das gezeigte Exemplar sieht zwar kaum benutzt aus, hatte aber trotzdem ca. 35.000 Auslösungen gemacht. Vermutlich wurde die Kamera meist auf einem Stativ benutzt, der Tragegurt war zwar angebracht, aber fast frei von Gebrauchsspuren.

Der aktuelle Gebrauchtpreis ist auf ca. 50 Euro gefallen.

Der UVP der Sony NEX-3 mit Miniblitz und 18-55 OSS betrug etwa 550 Euro. Ich erwarb mein Exemplar Ende 2021 für ca. 60 Euro zusammen mit dem Set-Objektiv 18-55, dem Miniblitz und einem Akku. OVP, Ladegerät und CD fehlten, darum war das Set so günstig. Das gezeigte Exemplar sieht fast unbenutzt aus, der Vorbesitzer hatte lediglich ca. 1200 Aufnahmen gemacht. Darum war auch das empfindliche Display frei von Kratzern und Flecken.

Der aktuelle Gebrauchtpreis ist auf ca. 50 bis 100 Euro je nach Zustand und Lieferumfang gefallen.

Beispielfotos Sony SLT alpha 33

Beispielfotos Sony NEX3

Alle Beispielaufnahmen entstanden bei 100 bis 200 ASA, gespeichert als ARW, gewandelt mit AdobeCameraRAW, bearbeitet mit mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde bearbeitet. Aufnahmeobjektiv waren das SAM II 18-55 bzw. das SEL 18-55.

Fazit 2025

Beide Kameras zeigen den Weg von der klassischen Spiegelreflexkamera hin zur spiegellosen Systemkamera. Sony war sich wohl aber nicht ganz sicher, ob die spiegellose NEX ein Erfolg werden würde, so daß fast zeitgleich die alpha 33 mit feststehendem Spiegel in einem an eine klassische dSLR erinnernde Gehäuse auf den Markt gebracht wurde. Letztlich hat aber die Spiegelreflexkamera verloren, im Jahr 2025 baut nur noch ein einziger Hersteller neue Kameras mit Klappspiegel, außer Pentax setzen alle Kamerahersteller auf das Prinzip der spiegellosen Systemkamera mit Wechselobjektiven.

Obwohl es wieder Spaß gemacht hat, beide Kameras zu nutzen und die 14-Megapixel-Bilder ansprechend geraten sind, kommen die A33 und die NEX3 wieder in die Aufbewahrungsbox. Eine Kamera ohne Videosucher nutze ich nicht so gerne und mein Objektivpark für die A33 ist zu eingeschränkt, so daß ich lieber Kameras mit anderen Bajonetten verwende.

Christian Zahn, Dezember 2025

 

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