Ja, CHIYODA KOGAKU MINOLTA war die frühere, komplette Bezeichnung!
Der Nikon NIKKOREX Weitwinkelvorsatz benötigte einen Filter-Reduzierring 46-auf-40,5 mm und passte dann mechanisch perfekt!
Zwei Vorsätze sind im Bestand
Dieser Vorsatz wurde für die NIKKOREX oder Nikon AUTO35 gerechnet, die mit einem hochwertigen, sechslinsigen und fest montierten Nippon Kogaku Japan NIKKOR-H 1:2 f=48mm bestückt ist. Daher auch die Vorsatz-Bezeichnung 85/48. Meine AUTO35 wurde als Totalschaden erworben, um die Kamera auszuschlachten, um das Objektiv zu entnehmen und in die Digitalwelt zu adaptieren
Dieser Vorsatz wurde für das lichtschwächere und einfachere NIKKOR-Q 1:2.5 f=5cm (4 Linsen, Tessar-/"Adlerauge"-Formel) gerechnet, das die NIKKOREX 35/2 zierte. Dort wurde auf die Brennweitennennung verzichtet, aber ein Bildwinkel von 64 Grad genannt, was 35 mm Brennweite entspricht.
Neben diesen beiden NIKKOREX-Vorsätzen gibt es noch den "richtigen" 35 mm Vorsatz fürs 48er und einen 90 mm für die Nikkorex 35/2. Den vorhandenen Nippon Kogaku NIKKOREX-Wide 1:5.6 wollte ich trotz der schlechten Digital-Erfahrung auch analog auf Film unter anderem auf der Minolta probieren.
Zur Minolta ER
2019 gab es den Beitrag: "Minolta Geschichte: Analog-SLR Modell ER, 1963", wo alles zu dieser speziellen Minolta nachzulesen war, und mit der auch fotografiert wurde! 2019 das letzte Mal, weil dann die ER blockierte. Sieben Jahre später habe ich schließlich mal die Bodenplatte abgeschraubt, um nachzusehen, ob da irgendetwas gebrochen oder ausgehakt ist. Das schien nicht der Fall. Ein, zwei Teile demontiert, alles mit WD 40 besprüht, wieder zusammengebaut, und die ER lief wieder. Es kann nur irgendetwas stark geklebt haben, was jetzt wieder gängig ist.
Das Einzige, was mir bei der ER zunächst ein Rätsel war, das war die Wahl der Filmempfindlichkeit. Das Manual half da nicht weiter, Markierungen waren nichtbzu erkennen. Aber ein Drehen an die beiden Grenzen ISO 10 und ISO 400 zeigte schnell, wie es geht. Bei Position 12.00 Uhr gab es einen Anschlag für die ISO 400, wie ISO 10. Damit war das geklärt. Was aber letztlich egal war, da die batterielose, Selen-gesteuerte Blendenautomatik mit Zeitvorwahl schon 2019 den Betrieb eingestellt hatte. Also Handarbeit, manuelle Belichtung im Bereich ISO 10 bis 400, Blende f/2,8 bis f/22, Verschlusszeiten 1/30 bis 1/500 s.
Montage der Nikkorex Objektiv-Vorsätze
Die Nikkorex-Vorsätze kommen mit einem 40,5 mm Filtergewinde. Die Minolta ER hat 46 mm. Also wurde für wenig Geld ein Reduzierer gekauft –siehe oben. Die Montage ging völlig problemlos! Und ein sofortiger Kontrollblick durch den Sucher der ER zeigte: Es kann losgehen! Wobei ich auf den Televorsatz vezichte, ich bevorzuge Weitwinkel! Mit dabei der Handbelichtungsmesser GOSSEN Sixtino und für den ersten Versuch ein sicher abgelaufener ISO 400 Farbfilm unbekannten Herstellers aus einer Einmalkamera. 20 Aufnahmen müsste der noch hergeben. Was keine gute Idee war …
Belichtungmessung
Wie oben bereits geschrieben: Manuelle Belichtung. Kein wirklicher Nachteil, da laut Bedienungsanleitung die Belichtungsmessung nicht mehr funktioniert, wenn ein Vorsatzobjektiv montiert wird. Wohl, weil das die Selenzelle teil-verdeckt.
Das auf der Minolta ER fest verbaute MINOLTA ROKKOR-TD 1:2.8 f=45mm gab es auch "lose" mit Minolta SR-/MC-MD-Bajonett. Für die entsprechenden Spigelreflexkameras. Es ist aus vier Linsen in drei Gruppen im Tessar-Design ("Adlerauge") aufgebaut. Die Blende besteht aus 8 Lamellen, kleinste Blende f/22. Nahdistanz 0,9 m
Start mit Hindernissen!
Vom Fotohändler kam die Mail, dass einer von drei Filmen unbelichtet sei … Genau der Film, den ich in der MINOLTA ER belichtet hatte. Wenn die ER keinen Defekt hat, muss dieser Film bereits beim Einlegen kaputt gewesen sein. Es stammte aus einer 1x Wegwerfkamera, kann aber dort nicht belichtet worden sein, sonst hätte ich erkennbar Doppelbelichtungen haben müssen.
Also
Minolta ER Rückwand geöffnet, Verschlusszeit und Blende weg von der sowieso nicht mehr funktionierenden Automatik und zum Start "B" gewählt. Um dann nach dem Auslösen und Spiegelhochklappen zu sehen, dass sich die Blende einwandfrei schließt und öffnet und sich auf den gewünschten Wert stellen lässt. Anschließend die Blende ganz geöffnet, und die Verschlusszeiten probiert. Das Auge kann zwar nicht absolut messen, aber die langen Zeiten registrieren und 1/250 von der 1/500 s unterscheiden. Von daher auch alles O.K. Um dann beim erneuten Filmeinlegen wie beim ersten Mal (!) wieder peinlich darauf zu achten, dass sich beim Transportieren der ersten zwei Leerfotos die Rückspulkurbel auch mitdreht!
Der Kodak 200 Color wurde nach Belichtung dann wieder beim Stammhändler entwickelt und mit 4 K digitalisiert.
Diese extreme Randabschattung hatte sich im Sucher allenfalls angedeutet, aber nicht in dieser bildzerstörerischen Wirkung!
Es kann nur daran liegen, dass der "falsche" NIKKOREX Weitwinkelvorsatz einfach zu weit vor der Frontlinse der MINOLTA ER liegt. Es ist davon auszugehen, dass der Original Minolta ER-Weitwinkelvorsatz dicht genug vor die Frontlinse kommt, OHNE zu vignettieren!
Ein bisschen Luft wäre noch gewesen, wenn ich den leeren 40,5 mm Filter abgeschraubt hätte. Aber ob die 4,5 mm Filterhöhe bei der ER noch entscheidend viel gebracht hätten? Dieser Distanzring musste montiert werden, um den NIKKOREX Weitwinkelvorsatz auf das 48 mm Nikkor oder die PORST autoflex zu schrauben.
Immerhin, die Möglichkeit behalte ich im Hinterkopf, wenn ich in den Ferien nach meinen beiden verbliebenen Mamiya Einfach SLRs schaue.
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Ich wollte mit der Kombination Minolta ER und Nippon Kogaku NIKKOREX-Wide 1:5.6 ja nicht ernsthaft fotografieren, aber sehen, ob der Weitwinkelvorsatz mit dem MINOLTA ROKKOR-TD 1:2.8 f=45mm besser harmoniert als mit der "PORST autoflex" oder dem adaptierten 48 mm Nikkor auf der Vollformat Nikon Z.
Tut er nicht!
Die Abbildungsqualität (der Mitte) geht in Ordnung – das Objektiv der ER ist gut. Aber diese Randabschattung ist das Killer-Argument! Wie das Nippon Kogaku NIKKOR-Q 1:2.5 f=5cm ist das MINOLTA ROKKOR-TD 1:2.8 f=45mm übrigens ein Vierlinser nach dem Tessar-Prinzip – Zeiss "Adlerauge".
Eine Erkenntnis aus den Experimenten immerhin: Die Minolta ER ist bis auf die Belichtungsautomatik in Ordnung!
Sollte ich in Zukunft zu Hause in Bonn wieder Lust auf diese Kameraklasse haben, werde ich aber doch eher zur "PORST autoflex" mit ihrer funktionierenden Blendenautomatik greifen – statt mit dem Handbelichtungsmesser zu hantieren.
Und der Tele-Vorsatz? Trockenversuch
Einen teuren Farbnegativfilm samt Entwicklung werde ich in der Minolta ER nicht mehr verschwenden. Um zu sehen, ob der erwiesen bessere Nippon Kogaku Japan NIKKOR-Tele 1:4 85/48 mit der ER eher harmoniert.
Dazu muss der oben dargestellte "Trockenversuch" genügen. Mit hochgeklapptem Spiegel, offener Blende f/2,8 und offenem Verschluss bei B schaue ich auf die lose auf die Filmebene gelegte Mattscheibe meiner Canon F1. Um das Ganze dann per Smartphone abzulichten.
Das war ein primitiver Versuchsaufbau. Es scheint aber so zu sein, dass der Televorsatz brauchbar sein müsste. Zumindest mit so geringer Vignettierung, dass man die Teleaufnahmen allenfalls gering beschneiden könnte. Aber der Trockenversuch muss einstweilen genügen. Was noch negativ aufgefallen war, ich habe gefühlt 2 m "Minimal"-Distanz …
Trotz der Erfahrungen werde ich meinem NIKKOREX Weitwinkelvorsatz mit in die Osterferien nehmen. Liegt doch da noch eine MAMIYA FAMILY und eine mamiya/sekor 528TL parat. Wenn denn eine von den beiden Einfach-SLRs noch funktioniert! Dann gibt es den finalen Weitwinkelvorsatz-Test. Die Mamiyas werden aber nur mit SW-Film geladen. Den ich vor Ort entwickeln und digitalisieren kann …
Ralf Jannke, März 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 6.03.2026 |
















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