Eigentlich sollte der Beitrag "Minolta Dimâge RD 3000 Nummer Zwei" noch durch ein paar Fotos mit dem 17 mm Vectis auf der analogen Minolta Vectis S1 finalisiert werden, aber das hat sich beim Anbieter der Fotos wohl zerschlagen. Sei's drum …
Nach ein paar Analogexperimenten über die Osterzeit in Farbe und SW, gibt es dann doch noch eine Runde mit dem zum Abschluss des RD 3000 Beitrags für 16 Euro erworbenen universellen V 25-150 mm f/4.5-6.3 und der nie probierten MINOLTA V MACRO LENS 50mm 1:3.5 (32) auf der analogen Minolta Vectis S-1.
Die Brennweite der für den APS-Film gerechneten Objektive sind mit dem Faktor 1,5 zu multiplizieren. Das 25-150 mm Vectis ist ein KB-äquivalentes 37,5 - 225 mm Zoom, das Makro ein 75 mm KB.
Größtes Problem war die Beschaffung des seit 2011 nicht mehr produzierten APS-Films. Anbieter dieses größten Flops der Kamerageschichte, des ausgestorbenen APS-Formats scheinen da große Gewinnmöglichkeiten zu sehen und offerieren nicht selten 20 Jahre bei unbekannten Bedingungen überlagerte, lange abgelaufene Filme zu Wucherpreisen. Vermutlich überwiegend vergeblich, denn ich kenne keine wirklich interessante oder gar professionelle APS-Systemkamera.
Die oben abgebildete Canon EOS IX und die Nikon Pronea 600i gehen für mich noch so eben als Semiprofis durch. Die VECTIS S-1 sehe ich trotz Feuchtigkeits-/Spritzschutz und Motorisierungsmöglichkeit (BP S-1) eher als Einsteiger-SLR …
Chistian Zahn hat die Canon EOS IX und das Kodak-APS-System HIER ausführlich gewürdigt.
Die Nikon Pronea 600i (in den USA Pronea 6i) wurden in digitaler Form als Kodak DCS315 und DCS330 mehrfach in allen Einzelheiten vorgestellt:
- 2019: Kodak/Nikon DCS 315, DCS 330, Minolta Dimâge RD 3000
- Kodak/Nikon Pronea DCS315 (1998), DCS330 (1999) Update 2023
- Kodak/Nikon Pronea 6i DCS330 und DCS315, Checkup 2026
- Kodak/Nikon Pronea 6i DCS315 (DCS330) Checkup 2026
Während Minolta mit seinem neu entwickelten und zur Rest-Minoltawelt inkompatiblen Vectis-Bajonett einen weiteren verhängnisvollen Fehler beging, hatten Canon und Nikon für ihre APS-SLRs an ihren bewährten Objektivanschlüsse festgehalten! Wobei Nikon einige einfach gehaltene Objektive – reichlich Kunststoffeinsatz – für die APS-Proneas anbot. Aber eben im Nikon F-Bajonett!

Noch mit dazugenommen: mein weitwinkligstes Vectis Objektiv: MINOLTA V LENS 22-80mm 1:4(22)-5.6. @KB ein 33-120 mm Zoom
Spezifikation der Minolta VECTIS S-1
- Vorstellungsjahr 1996
- Abmessungen/Gewicht: Länge x Höhe x Dicke 126x77x63 mm, 390 g
- Fotografieren nur noch auf überlagerten APS-Film möglich. Dessen Produktion wurde 2011 eingestellt
- Drei Negativformate: C, H, P für Classic 3:2 KB-Seitenformat belichtete Fläche 25,1 mm × 16,7 mm, High Definition 16:9 belichtete Fläche 30,2 mm × 16,7 mm — das volle APS-Format und Panorama 3:1 30,2 mm × 9,5 mm.
- Minolta TTL-Phasendetektor-Autofokus-System
- Seitlich versetzter TTL-Sucher (Porrosucher)
- Elektronischer Schlitzverschluss B, 30 Sekunden bis 1/2.000 Sekunde, Blitzsynchronzeit 1/125 s
- Belichtungsmessung Mehrfeld- oder (mittenbetont) integral
- Belichtungssteuerung manuell, Blenden-, Zeit- oder Programmautomatik. Automatische Empfindlichkeitseinstellung DX-kodierte Filme ISO 25 bis 6.400
- Serienauslösung mit 1 Bild pro Sekunde
- Eingebautes, automatisch aufklappbares Blitzgerät, Ausleuchtung bis 22 mm Brennweite, Leitzahl 14 (für ISO 200). Vorblitzfunktion und drahtlose TTL-Blitzsteuerung möglich.
- Datumseinbelichtung: Jahr, Monat, Datum (Monat, Tag, Jahr/Tag, Monat, Jahr), Stunde, Minute. Titeleinbelichtung: Titel in zwölf Sprachen wählbar, erscheinen als Aufdruck auf der Rückseite der Fotoabzüge.
- Infrarot-Fernauslöser RC-3 (Sonderzubehör)
- Energieversorgung: 2 x Lithium-Batterien 3 Volt (Typ CR 2)
Ablaufdatum: 06/2005!!!
Über 20 Jahre alt!
Und dafür wurden dann inkl. Porto 20,49 Euro verlangt! Die ich zähneknirschend bezahlt habe. Für zwei Filme a 25 Aufnahmen. Und das war im Vergleich zu anderen Anbietern noch "preiswert". Ich hätte auch 1 – EINEN – AGFA Futura II 200/25 für 24 Euro kaufen können. Ablaufdatum 2004!
Neee, das sind meine zwei ersten und letzten APS-Filme!
Im Unterschied zu den gewöhnlichen Kleinbildfilmen, die mein Fotohändler mit 4K digitalisiert, können die APS-Filme dort nur mit 2K = FullHD gescannt werden. Raus kommen netto: 2.137 x 1.240 Bildpunkte = 2,6 Megapixel.
Der Rest mit der MINOLTA V LENS 22-80mm 1:4(22)-5.6






Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Keinen Augenblick habe ich bereut, die Minolta VECTIS S-1 mit dem ersten von zwei 21 Jahre abgelaufenen APS-Film geladen zu haben. Einen zweiten Film ver-fotografiere ich noch, aber das war es dann! Welchen vernünftigen Grund könnte es geben, nochmals das tote Filmformat einzusetzen?
Die aktuell angebotenen Filme sind vollkommen überteuert. Manchmal angeblich im Tief-/Kühlschrank gelagert, was überhaupt nicht nachprüfbar ist. Es ändert nichts am Alter der Filme!
Und im Vergleich zu meinen zahlreichen Analog- wie Digital-SLRs ist die Minolta VECTIS S-1 nun wirklich nicht mehr als eine Einsteiger-Amateur-SLR.
Dem FullHD-Scan des beim Fotohändler entwickelten und digitalisierten APS-Films per Adobe Lightroom eine Farbverbesserung oder SW-Konvertierung angedeihen zu lassen war kein Problem. Nachschärfen? Finger weg und gar nicht nötig. Aber das Filmkorn durch die zwei Jahrzehnte Überlagerung per Adobe Rauschfilter wegzubekommen? Praktisch wirkungslos! Um es ansehnlich zu bekommen, musste Topaz Photo AI ran. AI = Artificial Intelligence, Künstliche Intelligenz — KI.
Immerhin brachte es die Erkenntnis, meinen zweiten und letzten Kodak APS-ERLEBNIS ALLROUND 200 – ja er heißt wirklich so – in der letzten Folge zur Minolta VECTIS S-1 eine Stufe überzubelichten, was dann ISO 100 entspricht. Danach wandert die Minolta VECTIS S-1 nach Batterieentnahme wieder in die Minolta Alubox, um den DSLRs RD-175 und RD 3000 Gesellschaft zu leisten …
Ralf Jannke, Mai 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 30.04.2026 |









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