Eigentlich ist die Adaption von Fremdlinsen mit inkompatiblem Objektiv-Bajonett/Anschluss auf digitale Spiegelreflexkameras ja mittlerweile obsolet. Mit Fremdlinsen sind Adaptionen wie beispielsweise eines Pentax M42-/K-Objektivs auf eine Nikon Kamera mit F-Bajonett gemeint. Oder ein Objektiv mit dem alten Canon FD-Anschluss auf eine Nikon (D)SLR. Also immer die Kombination ganz unterschiedlicher Objektiv-Anschlüsse. Was bei spiegellosen Systemkameras bei weit über 90 Prozent Objektiv-/Adapter-/DSLM-Kombinationen heute problemlos geht, funktioniert auf der Systemkamera mit Spiegel nicht. Die so genannten Auflagemaße sind zu unterschiedlich und verhindern in den meisten Fällen, dass die Objektive auf Unendlich fokussiert werden können. Die Fokussierung auf Unendlich gelingt nur, wenn der jeweilige Adapter eine Korrekturlinse eingebaut hat.
Und um so eine Kombinationen geht es hier
Nachdem das Vivitar AF 28-70mm 1:3.5-4.8 AUTOFOCUS ZOOM aus reinem Spieltrieb auf die spiegellose 20 Megapixel Halbformat Samsung NX 200 adaptiert wurde, ging dieses spezielle Zoom mit autarkem Autofokus anschließend auf die 16 MP Vollformat Nikon DSLR D4. Der Hauptunterschied neben dem Format: Die Nikon D4 benötigt einen Canon FD-auf-Nikon F-Adapter MIT Korrekturlinse.
Beim Canon FD-/Nikon F-Adapter hatte ich diese Produktmerkmale bestellt — Anzeigentext in Amazon: >> Konvertierung von FD-Objektiven in Al (F-Mount), Objektiventfernungsskala verfügbar, Fokus bis unendlich, integrierte Korrekturlinse am Adapter. Volle manuelle Steuerung, manueller Fokus und manuelle Belichtung. <<
Was kam, war ein Adapter OHNE Korrekturlinse :-(
Als Bagatell-"Schaden" habe ich aber nicht weiter reklamiert. Aber ein Belegfoto wollte ich mit dem Vivitar AF 28-70mm 1:3.5-4.8 AUTOFOCUS ZOOM wenigstens aufnehmen. Unendlich und Entfernungen ab gefühlt 2 m bleiben verwehrt, aber der Nahbreich geht. Also wurde der Autofokus des Vivitars durch Schalten auf Makro deaktiviert und mit demselben Hebel aufs Testmotiv fokussiert.
Das Ergebnis?
Keine Überraschung! Nachdem das Vivitar adaptiert im Vollformat der spiegellosen Nikon Z "geliefert" hatte, konnte jetzt kaum etwas schiefgehen. Als bekennender "Experimentator", Spielkind, habe ich dann aber doch den "richtigen" Adapter MIT Korrekturlinse bestellt. Auf einen Adapter mehr oder weniger kommt es in meinem Pool auch nicht mehr an ;-)
Auflagemaß
Aus der Wikipedia-Tabelle diese Werte für Kameras und Objektive, die hier schon adaptiert wurden:
- Nikon F 46,5 mm
- M42/Pentax K 45,46 mm
- Minolta A 44,5 mm
- Minolta SR/MC/MD 43,5
- Canon FL/FD 42 mm
- Konica AR 40,5 mm
Beispiel 1: Nikon F DSLR plus M42- oder Pentax K-Objektiv. Die Differenz der Auflagemaße beträgt 46,5 - 45,56 mm, gerundet 1 mm
Beispiel 2: Nikon F DSLR plus Canon FL-/FD-Objektiv. Differenz 46,5 - 42 mm = 4,5 mm Differenz
Der optische Eingriff, die Beschaffenheit der Korrekturlinse im Adapter ist bei Adaption eines Canon Objektivs aufs Nikon F-Bajonett also rechnerisch höher. Ob sich das dann wirklich in Abbildungsqualität messen lässt?
Beispiel 3: Minolta/Sony A DSLR plus Minolta SR/MC/MD Bajonett. 44,5 - 43,5 mm = 1 mm
Beispiel 4: Minolta/Sony A DSLR plus Konica AR Bajonett. 44,5 - 40,5 mm = 4 mm
Die Grenzen! 1:1 Crops aus 16 MP, ca. 60 mm Brennweite
Von links nach rechts: Offenblende bei ca. 60 mm Brennweite ca. f/4,x – f/5,6 - f/8. Schuld an der Überstahlung dürfte wahrscheinlich die notwendige Korrekturlinse im Adapter sein. Also beim Rundgang mit dem Vivitar AF 28-70mm 1:3.5-4.8 AUTOFOCUS ZOOM auf der D4: Blende f/5.6 und kleiner!
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Dass die Qualität dieses speziellen Vivitar AF Zoom von 1988 gut ist, hat ja bereits der Beitrag "Eine Canon F1 aus dem Vorstellungsjahr 1970 mit Autofokus?" gezeigt, wo das autarke AF-Zoom erfolgreich auf die Vollformat Nikon Z adaptiert wurde. In diesem Beitrag auch die Technik und Spezifikation des Zooms. Und natürlich den Vorteil ohne die zusätzliche Korrekturlinse fotografieren zu können!
Deshalb war schon interessant, ob die benötigte Zusatz-Linse im Canon FD-auf-Nikon F-Adapter in irgendeiner Form schärfe-reduzierend wirken könnte.
Ja, das tut sie! Wenn man sich in der 16 Megapixel Aufnahme des Bonner Landgerichts mit der roten Straßenbahn davor die Dachkanten genau ansieht, erkennt man die "Anspannung" – mit fällt kein besserer Ausdruck ein – der Kanten. Eine Art Saum. Es ist nicht knackig scharf, irgendwie weich. Auch die Ecken "kommen" nicht – trotz Blende f/11. Nicht scharf, Farbsäume. Langer Rede kurzer Sinn: Um seine vorhandenen Stärken auszuspielen, gehört das Vivitar auf eine analoge Canon SLR oder adaptiert auf eine spiegellose Systemkamera!
Es war Neugier, reiner Experimentiertrieb, Zeitvertreib, der Spaß gemacht hat. Nach dem speziellen Vivitar AF-Zoom kommen noch ein paar wenige Objektive mit Canon FL-/FD-Objektvanschluss auf Nikon DSLRs! Jetzt zieh' ich's durch!
Ralf Jannke, Mai/Juni 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 30.05.2026 |























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