Enna München Lithagon 1:3.5/28mm

Auf der nie endenden Suche nach spannendem "Altglas" habe ich ein Enna München Lithagon 1:3.5/28mm erworben, das als "Rückdeckel" eine edixa flex cds hatte. Die Edixa hat mich nicht interessiert — sie funktioniert auch nicht —, aber das Weitwinkel.

28 mm Brennweite sind heute nichts Besonderes, aber das Lithagon gehört zu den ersten 28 mm Weitwinkelobjektiven, die in den 1950er Jahren für eine Spiegelreflexkamera entwickelt wurden.

Die Ehre der Erstentwicklung gehört dem Franzosen Pierre Angenieux, der 1953 in Paris das erste 28 mm Weitwinkelobjektiv in Retrofokusbauweise der Welt für eine Spiegelreflexkamera präsentierte, das P. ANGENIEUX PARIS F 28 1:3.5 RETROFOKUS TYP R11

Erst zwei Jahre später stellte Johann Lautenbacher von Enna München 1955 die erste Version eines Retrofokus Weitwinkelobjektivs vor, das ENNA München Lithagon 1:3.5/28.

Nur mit dieser Retrofokusbauweise war/ist der Einsatz von kurzen Weitwinkelobjektiven auf der analogen wie digitalen Spiegelreflexkamera überhaupt möglich!

Bei der spiegellosen Messsucherkamera spielt(e) die Bauform des Weitwinkels keine Rolle. Im oben abgebildeten Extremfall 21 mm Superweitwinkelbrennweite kann der hintere Tubus des Objektivs bis kurz vor den Verschluss ragen. Links das Nippon Kogaku Japan (Nikon) Nikkor-Q 1:4 f=2.1cm, rechts das MINOLTA W.ROKKOR-QH 1:4 f=2.1cm. Hier montiert auf Spiegelreflexkameras, bei denen zur Benutzung der 21er der Spiegel hochgeklappt und verriegelt werden muss! Bis zum braven 35 mm Weitwinkel sind alle Messsucherkamera-Objektive zwischen 19/21-35 mm so gebaut.

Die komplette Spezifikation samt optischem Aufbau ist HIER perfekt beschrieben.

Weitere Informationen zum 28 mm Lithagon HIER und HIER

Beispielfotos 3.600 Pixel

Beispielfotos 1.800 Pixel

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Diese 70 Jahre alte Konstruktion muss sich 2026 absolut nicht verstecken! Mit Freude habe ich das Enna München Lithagon 1:3.5/28mm nicht nur in die Sammlung aufgenommen, sondern werde es auch weiterhin benutzen!

Ralf Jannke, Juli 2026

 

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