Nikon Coolpix 5000, 8400 und 8800 Funktionstest 2026 von Christian Zahn
Diese drei Digitalkameras hatte ich 2023 bzw. 2024 bereits mit allen technischen Daten vorgestellt, zum Jahreswechsel 2025/2026 habe ich sie kurz in Betrieb genommen.
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/nikon-coolpix-5000-c-zahn/
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/nikon-coolpix-8400-c-zahn/
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/nikon-coolpix-8800-c-zahn/
Zu diesen Coolpix-Modellen gab es diese weiteren Erfahrungsberichte:
- 2017: Nikon Coolpix 5000
- 2018: Nikon Coolpix 8400: Die ausbaufähige Pro(fessional)(Con)sumer-Kamera
- 2023: Nikon Coolpix 8800, Sommer/Herbst 2023
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Die Coolpix 5000, 8400 und 8800 rangieren aufgrund ihres Funktionsumfanges und des Verkaufspreises in der Prosumer-Klasse, sie wenden sich an den „professionellen Consumer“, den ambitionierten Amateur oder als Zweitkamera neben einer dSLR an den Profi. Die 5000 erschien 2002, die beiden anderen Modelle zeitgleich 2004. Den technischen Fortschritt erkennt man sowohl an der Auflösung als auch an der Preisreduktion.
Die Stromversorgung der Coolpix 5000 erfolgt mit dem Lithium-Akku EN-EL1 ein, der auch in anderen Kameras verwendet wurde (z. B. in Coolpix 775, 880, 4300, 8700). Der Akku ist nicht Nikon-spezifisch, sondern paßt unter Anderem auch in die Konica Minolta DiMAGE A200. Sollte der Akku leer sein, kann die Coolpix 5000 auch mit einer Lithium-Einwegbatterie 2CR5 betrieben werden.
Ein Batteriegriff mit Hochformatauslöser und zweitem Zoomhebel MB-E5000 konnte untergeschraubt werden, der interne Kameraakku wird dann nicht benötigt. Da in den Griff sechs Mignonzellen eingesetzt werden, können fast überall verfügbare Alkaline-Batterien benutzt werden. Die Kamera wird durch den Griff quasi doppelt so groß und schwer, liegt aber besser in der Hand.
Die Stromversorgung der 8400 und 8800 erfolgt mit dem Lithium-Akku EN-EL7 ein, der lediglich in diesen beiden Kameras verwendet wurde und heutzutage nur sehr schwer zu bekommen ist. Preiswerte Nachbauten existieren nicht, jedoch gibt es Anbieter, die die Zellen des Original-Akkus durch neue ersetzen. Alternativ kann man selbst passende Lithium-Akkuzellen einbauen, allerdings ist das Zerlegen des zugeschweißten Kunststoffgehäuses schwierig, denn die darin befindlichen Akkuzellen dürfen nicht beschädigt werden, weil sie dann in Brand geraten können. Und brennende Lithiumakkus zu löschen ist sehr schwer, weil Lithium auch unter Wasser brennt!
Für die Coolpix 8400 gab es einen Batteriegriff/Hochformatauslöser mit zweiter Zoomwippe für 6 Mignonzellen MB-CP10, dieser ist aber genauso wie das originale Netzteil EH-54 nur sehr selten zu bekommen und deshalb erheblich teurer als die Kamera.
Zur Bildaufzeichnung aller drei Kameras dienen CompactFlash-Karten Typ I, die dickeren Karten Typ II passen ebenfalls, also auch Microdrives. Die Typenbezeichnungen lassen es erkennen: die 5000 hat eine Auflösung von 5 Megapixeln, die beiden anderen Kameras 8 Megapixel. Gespeichert können sowohl unkomprimierte TIFFs als auch JPEGs in verschiedenen Kompressionsstufen und Auflösungen. Außerdem kann das Rohdatenformat NEF aufgenommen werden.
Das Display aller drei Kameras ist recht klein, die Auflösung mit etwas über 100.000 Subpixeln ist aus heutiger Sicht grobgerastert, damals wurde es als gut bezeichnet. Es läßt sich drehen und schwenken, zum Schutz sogar so drehen, daß beim Transport oder beim Tragen der Kamera um den Hals die Rückseite außen liegt.
Zusätzlich zum Display hat die Coolpix 5000 einen optischen Realbildsucher mit Dioptrienkorrektur, der aber wie üblich etwas weniger zeigt, als später auf den Bilder zu sehen ist. Neben dem Sucher sind zwei LEDs vorhanden, sie dienen der Kontrolle von Autofokus und Blitz. Ein LCD-Statusdisplay mit Angaben etlicher Bildparameter hilft, die Kamera auch größtenteils mit ausgeschaltetem Farbdisplay bedienen zu können, nach Druck auf eine Funktionstaste sind die Angaben zum eingestelltem Parameter im Statusdisplay erkennbar.
8500 und 8800 haben einen Videosucher mit Dioptrienkorrektur, der eine höhere Auflösung als das rückseitige Display hat, aber mit heutigen Suchern nicht mithalten kann. Das Sucher-LCD-Panel ist höchstwahrscheinlich von Epson zugekauft worden und wurde baugleich in etlichen Kameras der Mitbewerber verbaut.
Der Autofokus der 8400 arbeitet hybrid: neben der üblichen Kontrastermittlung durch den Bildsensor gibt es die von den filmbasierten Kompaktkameras her bekannte aktive Infrarottechnik: Eine IR-Diode sendet einen Strahl auf das Motiv, die Laufzeit bis zum Eintreffen des reflektierten Licht in der daneben angeordneten IR-Empfangsdiode wird gemessen, daraus kann die Motiventfernung errechnet werden. Da mit der aktiven Messung vorfokussiert wird, erfolgt die anschließende Fokussierung auf dem Bildsensor schneller als bei Kameras, die nur mit Kontrasterkennung arbeiten.
Die 5000 und die 8800 habe eine „normalen“ Autofokus, sie ermitteln die maximale Schärfe nur durch Kontrasterkennung auf dem Bildsensor, die IR-Dioden der 8400 wurden nicht eingebaut.
Die Blitzbelichtungsmessung der 5000 erfolgt nicht durch das Objektiv mittels Vorblitz, sondern durch eine im Blitzgehäuse befindliche Meßzelle. Nikon-Systemblitze können in den Norm-Blitzschuh mit Zusatzkontakten eingeschoben werden, sie werden ebenfalls über die interne Meßzelle gesteuert. Dazu muß der Aufsteckblitz in den TTL-Betrieb geschaltet werden, da ansonsten die Kamera den Blitz nicht in der Leistung regeln kann.
Es sind keine speziellen Nikon-Digital-taugliche Blitze erforderlich, sondern es kann jeder Nikon-kompatible Blitz benutzt werden, der analoges TTL-Protokoll implementiert hat.
Die Blitzbelichtungsmessung der 8400 und der 8800 erfolgt durch das Objektiv mittels Vorblitzen. Erstmals in einer Nikon Kompaktkamera ist ein iTTL-kompatibler Blitzschuh eingebaut, die kurz vorher zusammen mit der D2 bzw. D70 vorgestellten Aufsteckblitze SB-600/SB-800 können von der Kamera gesteuert werden und ergeben eine ausgewogene Belichtung, die sowohl das Umgebungslicht als auch das Blitzlicht gut dosieren, „totgeblitze“ Motive gibt es fast nicht. Der Zoomreflektor des Aufsteckblitzes paßt sich der Kamerabrennweite an.
Das Zoomobjektiv aller drei Kameras ist unterschiedlich, die 5000 deckt einen Brennweitenbereich von 28 bis 85mm ab, die 8400 etwas weinwinkligere 24-85mm und die 8800 hat 35-350mm einen starken Telebereich.
Aus heutiger Sicht ist die Coolpix 5000 langsam und träge, Ein- und Ausschalten, Zoomen, automatisches Fokussieren und Wegschreiben der Bilder auf die Speicherkarte dauern lange: Nach etwa 7 Sekunden ist die Kamera „startklar“, ein JPG in bester Qualität braucht bis zu 3 Sekunden zum Speichern, ein TIFF fast eine halbe Minute!
Die Serienbildgeschwindigkeit der 8800 ist bei Reduktion der Bildgröße auf 640x480 Bildpunkte für den Bauzeitraum beeindruckend, im Ultra-Highspeed-Modus werden 30 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet und zwar maximal 100 Aufnahme in Folge. Wie man sieht, entsprechen die Auflösung und die Bildrate exakt der Video-Größe und -Geschwindigkeit, somit ist dieser Bildaufzeichnungsmodus schlicht ein „Abfallprodukt“ der Videofähigkeiten von Bildsensor und Bildprozessor. „Normale“ Serienbilder schafft die Coolpix lediglich mit knapp 3 Bildern pro Sekunde (maximal 5 Aufnahmen in Folge), das aber nur, wenn JPEG als Qualität eingestellt ist, bei NEFs oder TIFFs gibt es keinen richtigen Serienbildmodus, der Puffer ist zu klein, um mehr als ein TIFF oder zwei NEFs zwischenzuspeichern.
Die Coolpix 5000 wurde mit einer Firmware erstausgeliefert, die keine RAW-Aufzeichnung ermöglichte, das NEF-Format wurde per Update nachgereicht. Leider ist die notwendige Datei auf den Nikon-Servern nicht mehr zu finden, allerdings auf etlichen, teilweise recht dubiosen “Treibersammlern“ im Internet. Das Firmware-Upgrade funktioniert jedoch nicht wie bei späteren Nikon-Kameras, bei der die Datei einfach auf eine Speicherkarte geschrieben wurde und die Kamera beim Einshalten anbietet, das Upgrade durchzuführen, sondern es muß unbedingt ein spezielles Computerprogramm benutzt werden, das jedoch auf aktuellen Betriebssystemen nicht benutzbar ist. Möglicherweise ist diese Tatsache der Grund, warum Nikon die Dateien nicht mehr direkt anbietet, sondern zum Kontaktieren eines Servicebetriebs rät.
Die Anzeige des aktuellen Firmwarestandes findet sich nicht im Systemmenü, sondern die Kamera muß mit Druck auf die Mode-Taste eingeschaltet werden, dabei „darf“ man die Taste solange gedrückt gehalten, bis ein spezielles Nikon-Logo mit dem Firmwarestand erscheint. Zum normalen Verwenden wird die Coolpix danach abgeschaltet und wieder eingeschaltet.
Die UVP der Coolpix 5000 betrug etwa 3100 DM (umgerechnet ca. 1600 Euro), der aktuelle Zeitwert beträgt etwa 50-75 Euro je nach Zustand und Lieferumfang.
Die UVP der Coolpix 8400 betrug 1000 Euro, im Moment muß man etwa 10-25 Euro für eine gebrauchte Kameras bezahlen.
Die UVP der Coolpix 8800 betrug 1100 Euro, der aktuelle Gebrauchtpreis liegt bei ungefähr 20-75 Euro.
Liegt den 8x00-Kameras gar kein Akku oder nur ein defekter Akku bei, sind die Kameras am unteren Ende der Preisspanne angesiedelt, wenn der Akku noch funktioniert, kann das obere Ende der Preisspannen auch überschritten werden! Ein einzelner und funktionierender Akku kann durchaus teurer sein als eine Kamera mit brauchbarem Akku, ich habe Angebote über 150 Euro für den EN-EN7-Akku gesehen.
Alle Beispielaufnahmen entstanden bei 50-400 ASA, gespeichert als TIFF bzw. JPG, bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurden korrigiert. 100%-Aussschnitte sowie die Aufnahmeparametern finden sich in jedem Bildbeispiel.
Fazit 2026
Die Inbetriebnahme der drei Kameras war problemlos: Akku und Speicherkarte einlegen, Datum einstellen und sofort losfotografieren. So habe ich es gerne! Glücklicherweise hat einer meiner beiden EN-EL7-Akkus noch eine recht passable Laufzeit. Den zweiten, tiefentladenen würde ich normalerweise entsorgen und einen Fremdakku kaufen, aber da es diese nicht gibt, hebe ich ihn auf, um ihn in einigen Jahren mit neuen Zellen bestücken zu lassen. Hoffentlich gibt es dann den Dienstleister noch, der das heutzutage macht!
Die Geschwindigkeit aller drei Kameras erscheint heutzutage behäbig, bei der Aufzeichnung von TIFFs oder NEFs kann man nicht von einem Serienbildmodus sprechen, sondern die Aufzeichnungsrate in Bildern pro Minute und nicht in B/s angeben. Nichts für Sport, Aktion, Tiere, Menschen! Bei Beschränkung auf unbewegte Motive hingegen sollte auch die langsame Autofokusgeschwindigkeit keine Probleme machen, lediglich die recht geringe Auflösung von 5 bis 8 Megapixel schränkt die Motivwahl inzwischen ein, unwiederholbare Aufnahmen sollte man mit jüngeren und höher auflösenden Kameras fotografieren.
Die drei Kameras habe ich mir auf die „will ich 2026 benutzen“-Liste gesetzt. Hoffentlich komme ich auch dazu, diesen Vorsatz umzusetzen!
Christian Zahn, Januar 2026
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 20.01.2026 |







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