Das letzte Osterferien-Projekt … Wirklich?

12. April 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Nein, denn da "fand" sich bei der Inventur doch noch die klasse, einige Jahre nicht mehr benutzte CANON DIGITAL IXUS 90IS

Jetzt, vier Jahre später:

Akku laden und einlegen, Uhr stellen und die IXUS problemlos in Betrieb nehmen. Wie war damals zu lesen: "Ich habe vermutlich keine Digitalkamera, die (scharf-) kantiger ist … Und das macht diese so eckig designte Canon durchaus zu etwas Besonderem."

Ein kleiner Praxisbericht folgt!

 


Das letzte Osterferienprojekt

07. April 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

BEAUTY LIGHT MATIC SP und YASHICA REFLEX 35, geladen mit SW-Negativfilm

Die YASHICA REFLEX 35 (aus Penta J) kam 1961 auf den Markt. Einen ersten Beitrag zur Yashica gab es im Herbst 2022.

HIER liegt das Manual zur Yashica

Jahreswechsel 2022/2023 gab es einen Beitrag zur 1959-1963 produzierten SP = S-Professional, BEAUTY LIGHTMATIC SP

Manual zur sehr ähnlichen BEAUTY LIGHTOMATIC III HIER

Philosophie

Es hat sich schnell gezeigt, dass die einfachen und besseren analogen (Mess-)Sucherkameras einfach dankbarer sind. Aus einem simplen Grund. Bei Spiegelreflexkameras kann das Objektiv ja gewöhnlich gewechselt werden. Was viel sinnvoller ist, das ist die Adaption der alten Objektive auf moderne spiegellose Systemkameras. Ausnahme: Analog-SLRs mit fest montierten Normalobjektiven. So wie hier: Minolta ER, Mamiya family, PORST autoflex (= Mamiya Auto-Lux 35) mit Nikon/NIKKOREX Weitwinkelvorsatz

Bei der YASHICA REFELX 35 habe ich jetzt eine Ausnahme gemacht.

 


135 mm "süchtig" ;-)

27. März 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

ISCO - GÖTTINGEN ISCONAR 1:4/135

Abgebildet die zwei bekannten Versionen des 135ers

Auch wenn ich beim Klick auf die (übersetzte) eBay Schweden/Tradera-Schaltfläche "Jetzt kaufen" wusste, dass ich das ISCO-GÖTTINGEN ISCONAR 4/135 bereits im Bestand ist, habe ich erneut gekauft. Mein erstes Exemplar mit Exakta-Anschluss muss aus einer späteren Produktion stammen, denn dort wurde reichlich Plastik verbaut. 

Laut Lippisches Kameramuseum wurde die Metallversion von 1959 bis 1965 gebaut

  • Abmessungen/Gewicht: Ø 63 mm, Länge 125 mm, Filter Ø 46/48 mm, 280 g
  • Optischer Aufbau 3 einzeln stehende Linsen
  • Rastblende, 14 Blendenlamellen, kleinste Blende f/22
  • Nahdistanz 1,5 m
  • Anschluss M42

Die „Plastik“-Version wurde laut Allphotolenses von 1960 bis 1970 gebaut

Überraschungen in Sachen Abbildungsqualität sind bei einem einfachen Dreilinser nicht zu erwarten, positiv aufs Bokeh könnten sich aber die 14 Blendenlamellen auswirken, die bei fast jeder Blende eine kreisrunde Öffnung bilden. 

Neben dem 135er ist noch "der kleine Bruder" im Bestand: Für 8 Euro vom Flohmarkt: ISCO-GÖTTINGEN ISCONAR 1:4/100 Nikon Z7

Ostern werde ich berichten

 

 


Die Chance, diese Digitalkamera von 1997 ans Laufen zu bekommen, ist gering

23. März 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Trust PHOTOCAM PLUS

Wie in der Blog-Überschrift schon geschrieben

Die Chance der Trust PHOTOCAM Plus aufgenommenen Fotos zu entlocken, ist sehr gering. Es sei denn, in der Originalverpackung liegt auch die Software. Windows 98 wäre verfügbar!

Abgesehen davon: 320 x 240 Pixel Bildchen auf 640 x 480 Pixel hochinterpoliert, dürften einem die Augen tränen lassen ;-) Egal: Mit rund 30 Euro nicht eben preiswert, gehört die Trust von 1997 einfach in die Sammlung eines Digicammuseums!

Technische Daten im Screenshot von unserem geschätzen amerikanischen Sammlerkollegen Rodger L. Carter

Mehr zur Trust über die Ostertage


Fotobörsentest

21. März 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Nach Ewigkeiten werde ich mal wieder auf die Fotobörse Gladbeck am 22. März fahren

Ohne große Erwartungen. Einfach mal Angebot und Preise checken. Und um alte Bekannte wiederzusehen. Schon vor 10 Jahren hatte ich zum Thema Fotobörsen geschrieben, dass ich bei dem einen oder anderen Verkaufstisch gerne mal heimlich bestimmte Geräte markiert hätte. Um dabei festzustellen dass sich der Anbieter flexibel wie ein Amboss verhält ;-) Keinerlei Preissenkung. Stattdessen blöde Sprüche wie: "Für Gerät X müsse er aber xyz Euro haben." Blöd nur, wenn das Zeug dann Jahr für Jahr wieder auftaucht, um nach Fotobörsenende wieder unverkauft in den Karton zu wandern …

Nun ja, das konnte mir bei eBay, eBay-Kleinanzeigen und dem schwedischen eBay-Ableger "Tradera" (Handel) egal sein.

Dokumentation und Testgerät

Mitgenommen hatte nach Vorab-Funktionskontrolle ich die seit jetzt fünf Jahren nicht mehr benutzte spiegellose 14 Megapixel Nikon 1 V2 zusammen mit dem noch funktionierenden 10-30 mm Nikon 1 Zoom. Einfach, um damit ein bisschen zu dokumentieren … Zusätzlich das exzellente Nikon DX AF-S Micro NIKKOR 40mm 1:2.8 G auf dem Nikon-Adapter FT-1.

Dieser Nikon Konverter FT-1 ist übrigens die einzige Rettung der prinzipiell guten Nikon 1 Kameras

Eigentlich wollte ich für meine Einser-Nikons nach einem preiswerten 18-55 mm, 18-70 mm oder 18-105 mm AF-S Nikkor Ausschau halten. Was sich aber längst erledigt hatte, da ich mein 18-55 wiedergefunden hatte und lange vor Börsenbesuch ein vom Profianbieter 18-105 mm DX erworben hatte. Also beschränkte sich das Ganze auf einen reinen Preis-Check.

eBay-Preise

  • 18-55 mm, je nach Version (*) 25-40 Euro
  • 18-70 mm, 40-70 Euro
  • 18-105 mm, 25-80 Euro

Welche Preis gedenken die Verkäufer ohne spätere Reklamier- und Rückgabemöglichkeit für die Zooms 18-55/70/105 mm auszurufen? Auch wenn man das Gerät vor Ort ausprobieren kann!

Und der zweite Börsen-Anbieter-Test?

Werden die Händler es wagen, die Unwissenden zu spielen und die bekannt immer schneller kaputtgehenden Nikon 1 Objektive anzubieten? Da bin ich sehr gespannt!

Für Kleinzeug, Filter, abgelaufene Filme und Fotoliteratur gehen Fotobörsen immer noch in Ordnung. Bei Interesse an einem Blitzgerät unbedingt frisch geladene Akkus mitnehmen. Und natürlich die Systemkamera, für die der Blitz sein soll. Nicht nur einmal erlebt: "Gestern funktionierte der Blitz noch …" Ja, ja, wer's glaubt.

Und bei geplantem Objektivkauf unbedingt eine starke LED-Leuchte mitnehmen. Im gewöhnlich schummerigen Fotobörsenlicht werden gerne verpilzte Fungus-Objektive offeriert. Die LED-Leuchte zeigt die Realität! Ein leichter Linsenpilzbefall kann durch späteres Positionieren des Objektivs für ein paar Stunden in starkem Sonnenlicht = UV-Strahlung abgemildert oder sogar zum Stoppen gebracht werden. Aber dann muss der (Fotobörsen-)Preis stimmen!!!

Und sonstiges, optisches Gebrauchtgerät? 

Damit sind Kameras und Objektive gemeint, die wirklich zum Fotografieren benutzt werden, kein Vitrinenkram. Teure Kameras und Objektive kauft man nur beim gewerblichen eBay-Anbieter mit Rückgaberecht und oft sogar Garantie. Oder gleich bei den bekannten Standard-Anbietern wie https://www.mpb.com/de-de oder https://www.calumet.de/category/second-hand. Dort bin ich ganz sicher, reklamieren oder gleich kommentarlos zurücksenden zu können. Nur bei absolut niedrigen "Kampfpreisen" ist es vielleicht das Kauf-Risiko wert, wenn man vor Ort auf alle Funktionen getetstet hat.

Analoge Leica-, Canon-, Contax- und Nikon-Messsucherkameras, SLRs wie die Canon F1, Nikon F/F2/F3?? Auf Fotobörsen? Das muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Ich bin gespannt und werde berichten!

 


Historisches Superweitwinkelobjektiv

16. März 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

AUTO TAMRON 1:4.5 f=21mm

Als großer Anhänger historischer Superweitwinkelobjektive habe ich keinen Blick auf die modernen, teuren (!) 10, 12, 14, 15 mm Festbrennweiten oder 11-24 mm, 14-24 mm Zooms, die je nach Hersteller, Bauweise auch das Vollformat auszeichnen. Gegen diese Ultraweitwinkel(zoom)objektive waren historische 20/21 mm Objektive aus den den 1960er/70er Jahren mal gerade „starke“ Weitwinkel. Die aber mit gewollter Unperfektheit. Objektive mit Chrakter, Stil!

Wollte ich elektronisch durchkorrigierte Abbildungsqualität, geht mein „schwimmfähiges Plastik“-Zoom „on Tour“. Die Rede ist vom Nikon DX VR AF-P NIKKOR 10-20mm 1:4.5-5.6G. Ein völlig unterschätztes Zoom, ein regelrechter Geheimtip! Mit KB-äquivalenter Brennweite 15-30 mm!

Wollte, bräuchte ich mehr Bildpunkte, ginge das 10-20 per FTZ-Adapter auf die 45 Megapixel Nikon Z7, wo ich im DX Modus dann 20 Megapixel habe. Für meinen Fotojahreskalender und das „Best-of-Fotobuch“ völlig ausreichend.

Und doch habe ich in der Vergangenheit ganz bewusst zu diesen drei Oldtimern gegriffen, mit denen auch das kleine Tableau fotografiert wurde. Mit den gewollten, erhofften Blendensternen, Gegenlichtreflexen und so weiter

Diese wunderbaren „Vintage-Lenses“, dieses herrliche „Altglas“ haben jetzt Verstärkung bekommen!

Durch das AUTO TAMRON 1:4.5 f=21mm

Spezifikation

  • Vorstellungsjahr 1970 (angeblich soll es von 1971-1973 3 Versionen gegeben haben)
  • Abmessungen/Gewicht: Ø 84 mm, Länge 55 mm, Filter Ø 82 und 17 mm (Hinterlinse), 332 g
  • Optischer Aufbau 8 Linsen in 6 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen nicht bekannt, kleinste Blende f/16
  • Nahdistanz 0,25 m
  • Anschluss meines Exemplars: M42

Alles über das 21 mm Weitwinkel zu Ostern

 


Eigentlich wollte ich keine (Pentax) DSLR mehr …

10. März 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Na gut, steht SAMSUNG GX-1L drauf ;-)

Auf der Suche nach Informationen landete ich umgehend auf unserer eigenen Seite!

Unter dem Menüpunkt "Kameras/alle Hersteller/Samsung" hat Boris unter anderem die SAMSUNG GX-10 beschrieben:

>> Die GX-10 war nach der GX-1L und der GX-1S bereits die dritte digitale Spiegelreflexkamera, die Samsung auf den Markt brachte. Wie die beiden Vorgänger handelte es sich um eine Kamera, die von Pentax entwickelt wurde. <<

Praktisch baugleich, nur entsprechend gelabelt:

  • PENTAX *istDS2 (2005) = SAMSUNG GX-1S (2006)
  • PENTAX *ist DL2 (2006) = SAMSUNG GX-L1 (2006)
  • PENTAX K 10D (2006) = SAMSUNG GX-10 (2006)

Jetzt also eine GX-1L

Und als nette Dreingabe noch das als Schneider KREUZNACH D-XENON 1:3.6-5.6 18-55mm AL, was nur das baugleiche umgelabelte SMC PENTAX-DAL 1:3.5-5.6 18-55mm ist.

Was das zu erwartende Handling der Samsung und die Abbildungsqualität des Kitzooms angeht, kann ich getrost auf meinen Pentax *ist D L2 Bericht aus meinen Sammelanfängen aus dem Herbst 2015 verweisen. Und 10 Jahre jünger aus dem März 2025 den Beitrag: Pentax erste/zweite DSLR, die *istD und *istD S. Alles ganz ähnliche Pentax/Samsung DSLRs. Von dieser Seite sind bezogen auf die Samsung keine Überraschungen zu erwarten. Eine Firmware für die SAMSUNG GX-L1 fand sich auch noch.

Spezifikation

  • Vorstellungsjahr April 2006
  • Abmessungen/Gewicht: B x H x T 125 x 92 x 67 mm, 553 g
  • 23,6 x 15,8 mm (Cropfaktor 1,5) APS-S CCD-Sensor, Empfindlichkeit ISO 200 bis ISO 3.200, Pixelpitch 7,8 µm
  • Auflösung 3.008 x 2.008 Bildpunkte = 6 Megapixel (3:2)
  • Speicherformat JPEG/RAW
  • Speichermedium SD Karte     
  • Objektivanschluss Pentax K
  • Autofokusart     Phasenvergleich-Autofokus mit 5 Sensoren
  • Spiegelreflexsucher (Prismensucher) (96 % Bildabdeckung), Dioptrienausgleich (-2,5 bis +1,5 dpt), Mattscheiben wechselbar
  • 2,5" TFT LCD Monitor mit 210.000 Bildpunkten, transreflektiv
  • zusätzliches Infodisplay (oben)
  • Mittenbetonte Integralmessung, Matrix/Mehrfeld-Messung über 16 Felder, Spotmessung
  • Programmautomatik, Blendenautomatik, Zeitautomatik, Manuell
  • Belichtungszeiten 1/4.000 bis 30 s (Automatik) plus B
  • Belichtungsreihenfunktion mit maximal 3 Aufnahmen, Schrittweite von 1/3 bis 1/2 EV
  • Belichtungskorrektur +/- 2 EV, Schrittgröße 1/3 EV
  • Serienbildfunktion max. 2,8 Bilder/s bei höchster Auflösung und max. 5 gespeicherten Fotos
  • Selbstauslöser mit 2 oder 12 s Vorlaufzeit
  • Eingebauter Blitz aufklappbar, Leitzahl 15 (ISO 100) plus Blitzschuh: Pentax, Standard-Mittenkontakt
  • Blitzfunktionen Ein/Aus, Automatik, Aufhellblitz, Langzeitsynchronisation, Rote-Augen-Reduktion
  • Weißabgleich Automatik, Wolken, Sonne, Schatten, Blitzlicht, Leuchtstofflampe mit 3 Voreinstellungen, Glühlampenlicht, Manuell
  • Energieversorgung 4x 1,2 oder 1,5 Volt Akkus/Batterien der Größe AA

Über die Osterfeiertage werde ich einen kleinen Rundgang machen und berichten. Über eine willkommene jetzt 20 Jahre alte Digitalkamera-Sammlungsbereicherung …

 


Flohmarkt und kein Ende …

05. März 2026, Ralf Jannke - Sammeln, Ausprobieren

Nur gefühlt? Oder "zieht" es 2026 tatsächlich an, das Finden netter Sachen auf unbedeutenden Flohmärkten?

Bei der funktionierenden 6x6 Rollfilm Certo-phot aus dem Vorstellungsjahr 1958 konnte ich für 5 Euro nicht widerstehen ;-) Das Objektiv ist ein primitiver, zweilinsiger Achromat 1:8,0/80 mm, der per Lochblende auf f/11 abgeblendet werden kann. Manuelle Entfernungseinstellung ab 1,5 m; Tiefenschärfenskala am Objektiv. Lamellenverschluss (B und 1/50 Sekunde). Laut damaliger Werbung ist die CERTO-phot „spielend leicht zu bedienen und sieht flott und modern aus“. Na ja ;-) Der belichtete Film steckte noch drinnen. Ich werde den gelegentlich entwickeln/lassen und bin ganz gespannt, was da drauf ist! Das Emblem auf der Front ist übrigens das Dresdner Stadtwappen!

Den Hintergrund hat natürlich die böse künstliche Intelligenz von Photoshop erfunden — 1950er Jahre oder so … Was aber ein "Nierentisch" oder einen "Tulpenlampe" ist, weiß das US-Programm dann doch nicht … Die Certeo-phot funktioniert noch. Ich muss die glatt mal mit einem SW Rollfilm laden. Die erstaunten Blicke sind es immer wieder wert, wenn man neben einer hochwertigen Digital-Systemkamera ein Steinzeitgerät mitführt ;-)

Zum zweiten Foto: Preiswerter kann man sich kaum noch mit sehr gutem Pentax K MF "Altglas" eindecken! Ein SMC PENTAX-M 1:2.8 28mm und ein SMC PENTAX-M MAKRO 1:4 100mm. Flohmarktstückpreis 15 Euro! Hier auf meiner Pentax K20. Und später per Adapter auch im Vollformat der Nikon Z!

 


Und nochmal: „Happy Flohmarkt“!

28. Februar 2026, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Ich beginne mich wirklich zu fragen, ob ich mir im März 2x120 km Autobahnfahrt antun soll, um nach Jahren mal wieder eine Fotobörse zu besuchen. Aber mich interessiert einfach, ob sich das Angebot, Händlerverhalten besonders in Sachen Preisvorstellungen geändert hat. Wie voll ist es im Vergleich zu den Börsen-Hochjahren vor 2000? Und noch mehr fahre ich, um auf der Fotobörse vielleicht ein paar alte Bekannte zu treffen …

Vom letzten lokalen Flohmarkt

Ich bin ein Fan „krummer“ Brennweiten ;-)

Obwohl ich wusste, dass das PENTACON auto 2.8/29 MADE IN G.D.R bereits im Bestand ist und benutzt wurde, habe ich für 5 Euro eine weitere, aber neuere Version PENTACON auto 2.8/29 MULTI COATING mitgenommen. Und schnell ins bereits vorhandene Foto (unten) montiert.

Nach den umfangreichen Spielereien mit den beiden Nikon NIKKOREX Objektiv-Vorsätzen, die den von Mamiya im Auftrag für Nikon produzierten NIKKOREX Billig SLRs und ihren nicht wechselbaren Normalobjektiven zu etwas Weitwinkel und Tele verhalfen, bin ich irgendwie auf den Geschmack gekommen ;-)

Nein, eine zu den beiden Vorsätzen
    •    Nippon Kogaku Japan NIKKOR-Tele 1:4 85/48
    •    Nippon Kogaku NIKKOREX-Wide 1:5.6
genau passende NIKKOREX-SLR habe ich nicht.

Aber eine reaktivierte CHIYODA KOGAKU MINOLTA ER. Die nach dem gleichen Prinzip aufgebaut ist: Spiegelreflexkamera, fest montiertes Normalobjektiv, Zentralverschluss mit maximal 1/500 s als schnellster Verschlusszeit. Brennweitenverkürzung oder -verlängerung nur durch Vorsätze. Und dabei haben sich die beiden oben genannten NIKKOREX-Vorsätze als kompatibel erwiesen. Ein Praxisbericht ist im Entstehen!

Aber das war noch nicht alles

Neben der MINOLTA ER wartet in den Osterferien eine Mamiya Family auf mich, die nach dem gleichen Prinzip arbeitet. Sollte die noch funktionieren, was ich erst Ostern feststellen kann, werde ich einen Farbnegativfilm spendieren und ausprobieren, ob sich ein NIKKOREX Vorsatz montieren und einsetzen lässt. Ist das nicht der Fall, wird eben so etwas in der Gegend „rumgeknipst“ ;-)

Dabei hat sich der gewöhnliche Farbnegtivfilm wieder am praktischten erwiesen

Mit gewissem Belichtungsspielraum und Entwickeln dann beim Stammhändler. Der bietet Entwicklung und direktes Digitalisieren bei 4K Auflösung, was mehr als ausreichen für die KB-Negative ist. Keine Zwangsabnahme von Papierabzügen, die 4K-Scans landen zum Download für ein paar Wochen auf einem Server. Die Negative können auf Kundenwunsch entsorgt werden! O.K., SW würde ich noch selbst verarbeiten und digitalisieren …

Nicht warten muss ich nach dem aktuellen Flohmarktrundgang, der eine weitere "Mamiya" in die Sammlung spülte

Die Rede ist von der PORST autoflex, die in den 1960er Jahren die erste SLR aus der heute nicht mehr existierenden Kette Photo-Porst war. Diese SLR soll rar sein, da sie nicht in großen Stückzahlen verkauft wurde. Die als PORST autoflex gelabelte SLR wurde von Mamiya hergestellt und selbst als Mamiya Auto-Lux 35 verkauft.

Die PORST autoflex

  • ist mit einem dreilinsigen SEKOR (die Mamiya Objektivbezeichnung) 1:2.8 f=48mm ausgestattet, Blendenwerte bis f/22
  • hat einen Copal-Zentralverschlusszeiten B(ulb) und 1/15 bis 1/500 s
  • kann ASA/ISO Filmempfindlichkeiten von 10-400 einstellen
  • hat einen Blitzschuh mit Mittenkontakt, zusätzlich PC-Buchse am Gehäuse
  • hat eine Nahdistanz von 0,8 m

Und das Beste: Die autoflex ist mit einer batterielos selenzellen-gesteuerten Blendenautomatik für ihre Zeit sehr komfortabel ausgestattet, kann natürlich auch manuell gesteuert werden. Mit Belichtungsanzeige (Nadel) im Sucher! Und diese Automatik funktioniert noch!

Wie weit die Belichtungswerte stimmen, habe ich noch nicht kontrolliert. Nach mehreren Anläufen ist es mir endlich gelungen, den festgefressenen Filter zu entfernen. Dazu verbrachte die PORSt unter anderem in Folie verpackt eine Nacht in der Gefriertruhe. Und nach einer weiteren Nacht – das Gewinde mit "STAHLWERK ROSTLÖSER EXTRA STARK" zur chemischen Entfernung von Rost eingesprüht – ließ sich der Filter endlich abdrehen. Mit "Rost" verbinde ich zwar Eisen, aber es könnte wohl doch auf Aluminium gewirkt haben … Mit Filterzange fürs empfindlichere Objektiv und Rohrzange für den Filter war der Filterrest dann schnell rausgedreht. Denn das war die Voraussetzung, um einen Weitwinkel- oder Televorsatz ins 40,5 mm Filtergewinde zu montieren.

Im Foto ist der NIPPON KOGAKU JAPAN NIKKOR-Tele 1:4 85/48 Vorsatz. Für eine kleine Runde mit der PORST autoflex werde ich aber den Nippon Kogaku NIKKOREX-Wide 1:5.6 bevorzugen. Der erweitert den Bildwinkel auf Größenordnung 60º, was einem 35 mm Objektiv entspricht. Der Praxisbericht ist im Entstehen!

 


Was ist digicammuseum.de?

Die analoge Fotografie blickt auf eine etwa 170-jährige Geschichte zurück, seit etwa 100 Jahren sind Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich. Trotzdem sollte es noch Jahrzehnte dauern, bis die Fotografie zu einem Hobby für Millionen von Menschen wurde und der Fotoapparat zum selbstverständlichen Accessoire jeder Urlaubsreise.

Um so überraschender ist es zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit die etablierte Technik in wenigen Jahren nach der Jahrtausendwende in eine Nischenexistenz zurückgedrängt wurde. Ersetzt wurde sie durch Digitalkameras. Diese haben in kürzester Zeit eine atemberaubende Evolution durchlaufen und haben ihre analogen Vorfahren weitgehend überflüssig gemacht. In fast allen Haushalten wurde die alte Spiegelreflex- oder Kompaktkamera durch ein digitales Modell ersetzt.

Während die meisten analogen Kameras viele Jahre, teilweise auch Jahrzehnte lang genutzt wurden, landen die meisten Digitalknipsen nach drei bis vier Jahren in der Schublade und müssen einem leistungsfähigeren Modell weichen. Die technischen Fortschritte werden jedoch immer kleiner. Digitalkameras haben einen Stand erreicht, der keine drastischen Verbesserungen mehr zulässt. Der Boom fand seinen Höhepunkt um die Jahre 2008-2010 und hat seither deutlich nachgelassen.

Das ist auch schon rein äußerlich zu erkennen: In den ersten Jahren war bei den Herstellern von Digitalkameras der Wille zu beobachten, die neue Technik auch für Innovationen in Design, Bedienung und Funktionalität zu nutzen. Inzwischen ist diese Phase weitgehend vorbei und die Hersteller haben zu den aus analoger Zeit bekannten Kameratypen zurückgefunden: Kompaktkameras auf der einen und Systemkameras auf der anderen Seite.

Die in Smartphones eingebauten Kameras sind inzwischen jedoch so gut, dass sie Kompaktkameras die Existenzberechtigung geraubt haben. Wozu ein separates Gerät kaufen, wenn man vergleichbare Bilder auch mit dem Handy hinbekommt, das man zudem immer in der Tasche hat?

Es entsteht so im Moment die paradoxe Situation, dass so viel fotografiert wird, wie noch nie in der Geschichte - und gleichzeitig immer weniger "richtige" Kameras verkauft werden. Mag sein, dass die Ära der Fotoapparate für jedermann zu Ende geht und bald nur noch Hobbyfotografen und Profis als Kamerakäufer übrig bleiben. Deswegen ist nicht zu früh, die "wilden Jahre" der Digitalkamera-Entwicklung zu dokumentieren.

Diese Homepage war anfangs vor allem als virtuelles Museum meiner Kamerasammlung gedacht. Inzwischen ist daraus ein Projekt geworden, bei dem ein wachsender Kreis von Autoren tolle Beiträge zur Digitalkamera-Geschichte beisteuert. Den weitaus größten Anteil daran hat Ralf Jannke, der mit seinen Praxisbeiträgen die verschiedensten Themen detailliert behandelt und großartig bebildert. Was sich allerdings nicht geändert hat: Die Homepage ist ein reines Hobby- und Spaßprojekt. Wir freuen uns über den Austausch mit anderen Sammlern und Fotobegeisterten. Es gibt keine Werbung und wir sind auch keine bezahlten Influencer. Falls Sie allerdings noch eine spannene Kamera herumliegen haben, die Sie nicht mehr brauchen - wir sind immer auf der Suche nach weiteren Exponaten.

Boris Jakubaschk

Das virtuelle Digicammuseum gibt es jetzt auch als reales Museum

Meine Sammelei hatte eigentlich schon immer das Ziel, meine Geräte eines Tages nicht nur auf dieser Homepage zeigen zu können, sondern auch live in einem richtigen Museum. Mit Holger W. Müller habe ich nun einen Partner, der meine Leidenschaft für die Technikgeschichte teilt. Außerdem haben wir in Rastatt Büroräume der ehemaligen Thaleswerke gefunden, dem Hersteller der bekannten Thales-Rechenmaschinen.

Dort haben wir ein Museum eingerichtet, das Rechenmaschinen, Computer und Videospiele als Schwerpunkt hat. Digitalkameras sind ebenfalls mit einigen spannenden Exponaten vertreten. Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 - 18 Uhr. Auf der Projekthomepage gibt es weitere Infos.

Zur Homepage des µ-Museums