Diese zwei Beiträge gab es zu den beiden Kodak Einstiegs-DSLRs und Minoltas untauglichem Versuch mit einer APS Film basierten Kamera in die DSLR-Welt einzusteigen:
- 2019: Kodak/Nikon DCS 315, DCS 330, Minolta Dimâge RD 3000
- Kodak/Nikon Pronea DCS315 (1998), DCS330 (1999) Update 2023
Ende der 1990er Jahre verlangten Zeitungen sofortige Bildübertragung, Agenturen begannen, Digitalfotografie zu fordern statt nur zu erlauben! Problem: Mit Kosten von 15-30.000 US Dollar waren die Kodak DSLRs zumindest für kleine Redaktionen unerschwinglich, was angestellte wie freie Fotografen ins Hintertreffen bis hin zur Aufgabe brachte.
Ganz sicher hatte Kodak da nicht sein soziales Gewissen entdeckt, aber mit Preisalternativen darauf gesetzt, dass mehr Bildmachern der Sprung in die digitale Fotografie möglich wurde. Bei Einführung 1998 kostete die 1,5 Megapixel Kodak DCS315 "nur" 5.000 Dollar! Beim doppelt so hoch auflösenden 3 Megapixel Nachfolger DCS330 war der Preis 1999 weiter auf ca. 3.200 Dollar gesunken.
Wodurch war es möglich, den Preis so nach unten zu drücken?
Die Kodak DCS315/330 basierte nicht auf den analogen Semiprofi Nikons N8008s (in Europa F801s) bzw. N90s (in Europa F90x) sondern auf den deutlich leistungsschwächeren Nikons der Pronea 6i (in Europa 600i). Als Analog-SLRs, zu laden mit dem größten Flop der Fotogeschichte — APS-Film —, waren sie als Grundlage für eine digitale Spiegelreflex ideal. Hatte der jahrzehntelang bewährte Kleinbildfilm eine belichtbare Fläche von 24 x 36 mm, war die des nur 24 mm breiten APS-Films 16,7 mm × 30,2 mm. Da passten die kleinen Bildsensoren der DCS315 — 9,2 x 13,8 mm, Cropfaktor 2,6 — und DCS330 — 13,5 x 18,1 mm Cropfaktor 2 — perfekt in die Bildfenster der von Kodak oder Nikon modifizierten, umgebauten Proneas. Und das in Verbindung mit dem beibehaltenen Objektivanschluss: Nikon F. Was da an Objektiven wie und in welche Kodak DCS315/330 passte, ist in den beiden oben verlinkten Praxisbeiträgen ausführlich beschrieben.
Und Minolta als Dritter im Bund der DSLRs, der auf ein analoges APS-Film Gehäuse setzte?
Erlitt mit der vom Gesamt-Konzept erfolglosen 2,7 Megapixel Dimage RD 3000 (links im Foto, rechts die analoge Vectis S1) zu Recht Schiffbruch. Wenn man wenigstens beim bewährten Minolta A Bajonett geblieben wäre. Stattdessen entschied man sich fürs inkompatible Vectis-Bajonett der APS-Flop-Analog Minoltas. Alles im ersten verlinkten Praxisbericht von ganz oben und in diesen drei Beiträgen beschrieben:
- 2017: Minolta Dimâge RD 3000 zum Zweiten – oder: Die unfreiwillige FourThirds (FT) Minolta...
- 2023: Minolta AnalogDigital-Wandlung
- Minolta Dimage RD 3000 Funktionscheck 2025
Um Minolta abzuschließen: Ziemlich sicher dürfte der Millionenschaden APS-Film mit dazu beigetragen haben, dass Minolta, zum Schluss KonicaMinolta, 2006 aufgeben musste.
Jetzt aber zur Kodak DCS315, DCS330, Objektivfrage
Sowohl die DCS315 als auch die DCS330 haben das Nikon F Bjonett. Die DCS315 ist "dichter" an der analogen Pronea. Hier lassen sich die einst von Nikon speziell für die APS-Film Proneas gerechneten "Plastik-Objektive" montieren, deren Tuben relativ weit ins Kameragehäuse ragen. Bei der DCS315 kein Problem, bei der DCS330 nicht montierbar. Dort ist ein Filter im Weg, der die Montage unmöglich macht. Um Verwechselungen mit gewöhnlichen Nikon-objektiven mit F-Bajonett zu verhindern, hatte Nikon diese Blockade durch den Verlängerten Tubus gewählt. Die sich übrigens durch Entfernen des Tubus in Grenzen umgehen lässt. Denn auch ohne den Blockier-Tubus stößt die Fassung der Hinterlinse an den Filter der DCS330.

Startversuche
Trotz längerer Nichtbenutzung starteten beide DSLRs nach Einlegen der Akkus sofort und speicherten die Fotos auf die CompactFlash-Karten im PCMCIA-Adapter.
Die 1,5 Megapixel DCS315 wollte ich zunächst nicht einsetzen, aber lesen Sie weiter hinten …
Die 3 Megapixel DCS330 wirkt noch sehr agil und kommt "an die frische Luft" ;-)
Dabei eine unerwartete Überraschung: Das moderne Yongnuo YN35mm F2N funktioniert perfekt auf der vergleichsweise uralten DCS330!
Mit KB-äquivalenter Brennweite von 56-140 mm. Ich hätte alternativ auch das frisch erworbene VR Nikon DX AF-S NIKKOR 18-105mm 1:3.5-5.6G ED montieren können, habe es dann aber beim ungleich kompakteren und etwas lichtstärkeren 28-70 mm belassen.
Und die DCS330?
Die Kameraoberfläche, besonders die Rückseite ist durch die falsche Kunststoffwahl (zersetzendes, klebendes TPU) in erbarmungswürdigem Zustand :-( Aber nur optisch. Nach mehrmaliger Benutzung weiß man wieder, welches Knöpchen welche Funktion hat. Unterstützt durch die einschaltbare Monitor-Menübeleuchtung. Technisch funktioniert die DCS330 einwandfrei!
Ich konnte hier und den folgenden Farbfotos an den Lightroom- und Photoshop-Weißabgleich-, Farb- und Sättigungsreglern drehen und schieben wie ich wollte, die Farbe war nicht in den Griff zu bekommen. Irgendwie verblasste Postkarte … Konsequenz: SchwarzWeiss! Das Nikon AF NIKKOR 28-70mm 1:3.5-4.5D hat sich wieder als exzellent erwiesen. Und der Sensor der Kodak DCS330 liefert ebenfalls Superschärfe. Vielleicht sollte ich die DCS330 zur reinen SW-Kamera deklarieren ;-)
Qualitäts- und sonstiger Eindruck
Zur Farbwiedergabe und der Abbildungsschärfe des Systems ist alles gesagt. Es ist nicht auszuschließen, dass die Original Kodak Software von der Farbumsetzung/-wiedergabe ein besseres Ergebnis geliefert hätte. Ich müsste sie sogar noch irgendwo haben. Problem: Sie läuft nur auf (ur)alten Windows und Mac Rechnern. Die 3 Megapixel Kodak/Nikon PRONEA 6i DCS330 funktioniert noch und geht jetzt wieder in den verdienten Ruhezustand.
Danach ist die 1,5 Megapixel Kodak/Nikon PRONEA 6i DCS315 dran!
Ralf Jannke, März 2026
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| Autor: | Ralf Jannke |
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| Erstellt: | 8.03.2026 |
















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