Vor vier Jahren nur ein erster, kurzer Blick in die Welt der spiegellosen Canons: Mit einer EOS M10

Canons — letztlich lange Sackgasse: Neben der etablierten EOS DSLR die erste spiegellose EOS M-Serie

Mit neuem Bajonett und neuen Objektiven aber immerhin der Möglichkeit (fast) alle Objektive der digitalen EOS Spiegelreflex mit einem Adapter weiterverwenden zu können.Meiner Meinung nach "schlug" die EOS M-Serie aber nie richtig ein. Für meine Digitalkamerasammlung hatte ich auch nur eine M10 erworben. Als 2022 im schwedischen eBay-Ableger Tradera eine EOS M10 samt 15-45 mm Zoom in praktisch Neuzustand und hochwertiger Tasche für 75 Euro angeboten wurde, habe ich keine Sekunde gezögert.

Um die M10 natürlich nicht nur rumliegen lassen, sondern auch zu benutzen!

2022: Die Canon EOS M10 und Basketball: Kann das gutgehen?

Im Beitrag zum Jahreswechsel 2023/24: "Canon EOS M10 CANON LENS EF-S 24mm 1:2.8 STM" auch die Liste der 10 existierenden Canon EOS M Modelle:

  • EOS M, 2012, 18 MP
  • EOS M3, 2015, 24 MP, EVF-DC1 Sucher nachrüstbar
  • EOS M10, 2015, 18 MP
  • EOS M5, 2016, 24 MP, E-Sucher fest
  • EOS M6, 2017, 24 MP, EVF-DC1 Sucher nachrüstbar
  • EOS M100, 2017, 24 MP
  • EOS M50, 2018, 24 MP, E-Sucher fest
  • EOS M200, 2019, 24 MP
  • EOS M6 MK II, 2019, 32 MP, EVF-DC1 Sucher nachrüstbar
  • EOS M50 MK II, 2021, 24 MP, E-Sucher fest

Das sind nur drei von mehreren Beiträgen zur Canon EOS M10. Dazu gesellen sich noch drei Erfahrungsberichte von Christian Zahn zur EOS M5:

Ich bin froh, dass ich mich nie dazu hinreißen lassen habe, eine zweite M mit eingebautem E-Sucher zu erwerben! Abgesehen davon, die Canon EOS M Objektive sind inkompatibel zum modernen R-Bjonett!

Neun Jahre produzierte Canon 10 EOS M Modelle, bis Canon im gleichen Jahr wie Nikon mit seinen Vollformatern Z6 (24 Megapixel) und Z7 (45 MP) 2018 die spiegellose 30 Megapixel EOS R vorstellte.

Und damit endlich auf dem richtigen Weg war!

Heute hat die spiegellose EOS R-Serie die EOS DSLM weitgehend verdrängt. Zumindest in meinem kleinen Basketballbereich ist die Canon DSLR komplett durch die DSLM ausgetauscht. Noch weiter in Betrieb sind zahlreiche hochwertige Canon-Objektive mit dem jetzt alten EOS EF-Bajonett, die einfach per Adapter weiter auf der spiegellosen EOS weiterbetrieben werden. Zumindest, bis sie bei den Profis steuerlich abgeschrieben sind.

Wobei Canon sein altes "Glas" bei Adoption möglicherweise gewollt ausbremst, nicht mit der möglichen Höchstgeschwindigkeit fokussieren lässt. So berichtete ein Kollege, der auch Erstligafussball fotografiert, dass sein Sigma 60-600mm f4,5-6,3 DG DN OS (Sports) deutlich schneller ist, als das betagte 2,8/400 mm. Das er aufgrund seiner Lichtstärke nur noch einsetzt, wenn Abendfussballspiele unter Flutlicht stattfinden. Vorteil des 60-600mm Sigma: Der USB-Anschluss bzw. Docking-Adapter, über den sich neue Firmware ins Objektiv zu installieren lässt. Die "Ausbremsversuche" seitens Canon möglicherweise abmildert …

Ketzerische Gedanken

Meine Nikon Z6 und Z7 gehen von ihren Vorstellungsjahren 2018 aus betrachtet 2027 ins neunte Jahr. Interessant wäre für mich allenfalls eine Z5 II mit ihrem komplett klapp- und drehbaren Monitor auch für komfortablere Hochformataufnahmen mit Monitor. Aber selbst gebraucht ist die Z5 II vom Profianbieter mit Rückgaberecht und Garantie einfach zu teuer. Wobei Nikon aktuell (September/Oktober 2026) das Kunststück fertigbringt eine Z5 II C für 1550 Euro auf den Markt zu werfen — OHNE E-Sucher …

Sony mag ich nach wie vor nicht so besonders, und so genügt mir meine gute 16 MP Halbformat Alpha NEX-6. Schaut man in Tabellen der Marktanteile, liegt Canon seit 2023 auf Platz 1 — vor Sony! Das muss doch einen Grund haben? Nikon musste sich 2025 von Fuji gar auf den vierten Platz verdrängen lassen.

Also nach 1992 der zweite "Rücksturz" zu Canon?

Ganz sicher nicht komplett, aber ein erster Versuch mit einer gebrauchten Canon EOS R100 ist gestartet. Die kleinste spiegellose EOS R mit APS-C-/Halbformatsensor. Dazu muss natürlich gleich der Adapter zur Verwendung vorhandener Canon Objektive mit dem alten EOS-Bajonett dazu. Und erst später ein universelles, bezahlbares (!) Objektiv mit R-Bajonett.

Genauso verlief 2020 mein Nikon DSLM-Einstieg. Halbformat Z50, Adapter FTZ zur Weiterverwendung von Nikon AF-Objektiven mit Nikon F-Bajonett und nur das Kitzoom 50-250 mm. Das ich aufgrund seines geringen Gewichts und seiner Abbildungsqualität in Urlauben und aktuell in der Basketballhalle einsetze. Im DX-Modus der Z7 bleiben 20 Megapixel, die für meine Zwecke vollkommen ausreichen! Aktuell habe ich das sehr gute Nikon VR ED AF-P NIKKOR 70-300 mm 1:4,5-5,6E verkauft. Ob f/5,6 des 70-300 bei Endbrennweite oder f/6,3 des 50-250, es spielt in der Basketballhalle keine Rolle mehr, weil in der Sommerpause die Hallenbeleuchtung komplett erneuert wurde. Und jetzt fast doppelt so hell wie früher ist!

Warum Canon?

Schaut man auf die Anzahl AF-Sensoren, ist die EOS R100 mit 3.975 Phasenvergleich-Autofokus-Sensoren der Nikon Z6/7 mit 493 Phasenvergleich-Autofokus-Sensoren zumindest von der Papierform haushoch überlegen. Wobei da die Rechenleistung des "Bordcomputers" sicher eine entscheidende Rolle spielt. Lässt sich die 8-fache Menge an AF-Sensoren in AF-Leistung umsetzen?

Das werde ich ausprobieren!

Sowohl bei Nikon als auch bei Canon wurde gerne „gestreut“, dass die hohe Autofokusleistung nur mit den dazugehörigen Z- bzw. R-Objektiven erreicht würde. Klar, man will ja die teueren Neu-Objektive an den Mann, die Frau bringen! Die adaptierten Altlinsen wären langsamer. Wirklich? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mein betagtes Nikon ED AF-S NIKKOR 80-200mm 1:2.8 D seinerzeit auf der Kombination Nikon Z50/FTZ-Adapter zur Schnecke geworden wäre.

Auch das gerade verkaufte Nikon VR ED AF-P NIKKOR 70-300 mm 1:4,5-5,6E fiel nicht durch miserable AF-Trefferquote wegen Langsamkeit auf der Nikon Z6/7 mit FTZ auf!

Spezifikation, die wichtigsten Daten der R100:

  • Größe/Gewicht: B x H x T 116 x 88 x 59 mm, 356 g
  • CMOS-Sensor APS-C 22,5 x 15 mm (Cropfaktor 1,6), Pixelpitch 3,7 µm, Empfindlichkeit ISO 100 bis ISO 12.800 (Automatik), ISO 100 bis ISO 25.600 (manuell)
  • 6.000 x 4.000 Bildpunkte 24 Megapixel
  • Speicherformat RAW, JPEG
  • Videoauflösung 3.840 x 2.160 (16:9) 25p
  • Videospeicherformat MP4    (Codec H.265 und H.264)
  • Speichermedium SD (SDHC, SDXC, UHS I, UHS II)
  • Serienaufnahmen mit 6,5 Bilder/s bei höchster Auflösung
  • Phasenvergleich-Autofokus mit 3.975 Sensoren, AF-Arbeitsbereich von -4 EV bis 18 EV
  • 3,0" (7,5 cm) TFT LCD Monitor mit 1.040.000 Bildpunkten, Videosucher (100 % Bildfeldabdeckung) mit 2.360.000 Bildpunkten, Dioptrienausgleich (-3,0 bis 1,0 dpt)
  • Mittenbetonte Integralmessung, Matrix/Mehrfeld-Messung über 384 Felder, Spotmessung (Messung über 6 % oder 3 % des Bildfeldes, AF-AE-Kopplung
  • Belichtungszeiten 1/4.000 bis 30 s (Automatik/Manuell) und B, Blitzsynchronzeit 1/250 s 
  • Programmautomatik (mit Programm-Shift), Blendenautomatik, Zeitautomatik, Manuell
  • Blitzschuh: Canon und eingebauter Klappblitz Leitzahl 6  18 mm Brennweite (ISO 100)
  • Bluetooth, WLAN Typ: b, g, Wi-Fi 4 (n)
  • Stromversorgung  1 x Canon LP-E17 (Lithiumionen (Li-Ion), 7,2 V, 1.040 mAh)

Zur Canon EOS R100 mit dem Canon Bajonettadapter EF-EOSR stehen zum Start unter anderem zur Verfügung:

Alle Zooms alt, sehr alt. Aber alle mit sehr guter Abbildungsleistung! O.K. das Weitwinkelzoom glänzt nicht gerade mit Lichtstärke bei Endbrennweite. Ist aber das erste Canon Kit-Zoom zur EOS Elan/100, das eine gepresste, asphärische Linse enthält!

Mit der CANON LENS EF-S 24mm 1:2.8 STM ist sogar ein vergleichsweise „junges“ Objektiv mit schnellem STepMotor aus dem Produktionsstart 2014 vorhanden:

Diese Objektve müssen zum Start mit der EOS R100 erstmal reichen! Später im Zugriff sind noch zwei weitere moderne STM-Festbrennweiten

CANON LENS EF 40mm 1:2.8 STM aus 2012:

CANON LENS EF 50mm 1:1.8 STM

und die ebenfalls exzellente CANON ZOOM LENS EF 35-135mm 1:4-5.6 Ultrasonic von 1990, ebenfalls bestückt mit einer asphärisch gepressten Glaslinse!

Dazu kommen noch Uralt EOS Linsen ohne USM aus dem Bestand meiner Schwester, die mal mit einer EOS 1000 fotografierte.

"Eingangstest" bestanden!

Canon Objektiv von 1989 adaptiert auf die spiegellose Canon EOS R100

Die CANON ZOOM LENS EF 80-200 1:2.8 L war Canons erstes Profisport-Universal-Telezoom. Noch ohne Ultraschallantrieb. Ich habe es für 90 Euro erworben, weil der Enfernungsbereichsumschalter abgebrochen war und fehlte. Ersatzteile gibt es nicht mehr. Und selbst wenn, käme bei dem Objektivpreis keine kostspielige Reparatur in Frage. Das Telezoom fokussiert im Bereich 3,5 m bis Unendlich. Für "meinen" Basketball ausreichend! Und im Unterschied zur EOS M10 in der R100 auch mit Nachführ-Autofokus. Sonst wäre das Ganze für schnellen Sport ja sinnlos.

Die bisherigen Beiträge zum 2,8/80-200:

Alle meine oben genannten EOS EF Objektive laufen auf der EOS R100 einwandfrei!

Für den ersten AF-Test in der Basketballhalle gehen diese beiden Zooms und eine lichtstärkere Festbrennweite mit:

Das 2,8/80-200 kommt erst später dran. Grund: Am Sonntag ging noch die megaschwere Kodak DCS620x zusammen mit dem massiven 2,8/28-70 mm Sigma mit in die Basketballhalle!

Mit Canons zweiter, dritter Garde an R/RS Objektive bleibt es für die Zukunft preislich auch im Rahmen!

  • Canon RF-S 18-150mm f/3,5-6,3 IS STM Canon RF-S 395 Euro
  • Canon RF-S 10-18mm f/4,5-6,3 IS STM Canon RF-S 399 Euro
  • Canon RF 24-105mm f/4,0-7,1 IS STM Canon RF 459 Euro
  • Canon RF 16mm f/2,8 STM Canon RF 294 Euro
  • Canon RF 75-300mm f4-5,6 Canon RF 259 Euro
  • Canon RF-S 55-210mm f/5-7.1 IS STM Canon RF-S 449 Euro
  • Canon RF-S 14-30mm f/4-6,3 IS STM PZ Canon RF-S 359 Euro
  • Canon RF-S 18-45mm f/4.5-6.3 IS STM Canon RF-S 303 Euro

Und nochmal deutlich sparen kann man mit Canon EOS EF-S Objektiven für den kleinen APS-C Sensor.

Meine schäbige CANON ZOOM LENS EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 läuft übrigens auch problemlos auf der R100!

Das sind Größen- und Gewichtsunterschiede ;-) Die 1,9 Kilogramm 2 Megapixel Kodak DCS620 gegen sie 356 g 20 MP Canon EOSR100

Um es nicht ganz so riesig werden zu lassen, wurden die 1:1 Crops der R100 in einem ca. 15.000 x 15.000 Pixel Tableau auf 12.000 x 12.000 Bildpunkte reduziert

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Erster Eindruck der Canon EOS R100? Positiv!

Was mich allerdings die ersten Minuten wahnsinnig gemacht hat, das war die automatische Bildanzeige nach jedem Foto. O.K. das Abstellen hatte ich dann bald gefunden. 

Für die kleinste Einsteiger R-Canon ist der Autofokus schnell. Auch mit den eingesetzten 30 Jahre alten Zooms! Nach dem ersten Einsatz besonders des 3,5-4,5/70-210 mm USM ist aber klar, dass auf Sicht noch ein Canon EF-S 55-250mm F4-5.6 IS STM erworben wird. Mit Stabilisierung und schnellem STepMotor. Hauptgrund: Es passt von den Endbrennweiten her für meine Zwecke viel besser. Mit dem Canon 1,6 Crop ist das 70-210 mm ein KB-äquivalentes 112-336 mm, das 55-250 mm ein 88-400 mm. Perfekt fürs Basketballfeld. Nur unterm Korb muss es kürzer sein. Da nehme ich einstweilen das 3,5-5,6 28-80 mm USM und das 2,8/24 mm STM.

Umgewöhnen musste ich mich mit der "kastrierten" ISO-Automatik der R100. Grundlos hat man das Festlegen der gewünschten kürzesten Verschlusszeit z.B. für Action weggelassen. Was man durch Wahl der Betriebsarten M oder in meinem Fall TV (Blendenautomatik) mit 1/1000 s Verschlusszeit als Vorgabe und Auto-ISO bis 6.400 aber umgehen kann. Im Sucher halt kontrollieren ...

ISO 6.400

Da hat sich über die Jahre nicht nur bei Canon einiges getan! Für den kleineren APS-C Sensor rauschen ISO 6.400 erfreulich wenig! Im Vergleich zum Nikon Z6/7 Vollformat.

Auch wenn ich ihn nicht so oft benutze, man merkt, warum die Einsteiger EOS R 100 keinen Klapp-Monitor hat. Und die R100 kann auch nur beim videografieren elektronisch stabilisieren … Aber irgendwoher muss der Preis ja kommen.

Stromverbrauch

Nicht gemessen, aber ich werde auf jeden Fall auch für Reisen noch einen weiteren Ersatzakku spendieren.

Was gegenüber der Nikon Z6/7 unkomfortabler und langsamer ist, das ist die In-Kamera-RAW-JPEG Konvertierung mit anschließender drahtloser Übertragung ins Smartphone oder Tablet. Ich muss in der R100 parallel RAW und JPEG speichern. O.K. die RAW in voller 20 Megapixel-Auflösung, die JEPGs in 2.400 x 1.600 = 4 Megapixel. Konvertierung gibt es beim Einsteiger-Modell nicht. Dadurch ändert sich auch die weitere Verarbeitung. Sobald die ausgewählten Fotos im Tablet oder Smartphone sind, werden sie dort noch im Ausschnitt korrigiert und automatisch verbessert. Was bei 2.400 x 1.600 Bildpunkten = 4 Megapixel genug Reserven hat. Warum die Übertragung der ausgewählten Fotos auf dem Tablet nur im Schneckentempo ging, auf dem Smartphone aber vergleichsweise blitzartig, habe ich noch nicht herusgefunden …

Alles in allem

Mit der Nikon Z6/7 habe ich samt zahlreicher Adapter alles, um mit Freuden und interessantem "Altglas" im Vollformat zu fotografieren. Dazu kommen fünf Objektive mit Z-Bajonett und einige Nikon AF-Objektive mit F-Bajonett für den FTZ. Bedeutet: Keine Neu-/Gebrauchtkäufe mehr von Nikon-Gehäusen und Objektiven!

Und Canon spiegellos?

Jetzt ist erstmal Kaufstopp — weitgehend. Die erhöhte Grundsteuer will bezahlt sein wie auch die Reparatur der Heizung :-( Dazu Richtung Jahresende die notwendigen Versicherungen und die Steuer. Ab Januar wird es dann wieder besser. Gegönnt habe ich mir jetzt noch den Nikon F-/R- und den Canon FD-/R-Adapter für die vielen schönen Canon und Nikon MF Objektive. Und einen dritten Ersatzakku.

Ralf Jannke, September/Oktober 2026

 

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