Olympus E1 und E-300 Funktionstest 2025-2026 von Christian Zahn

Die beiden digitalen Spiegelreflexkameras des FourThird-Systems hatte ich Ende 2021 bereits vorgestellt. Zzum Jahreswechsel 2025/2026 habe ich beide wieder für einen Kurzcheck aus der Sammelbox hervorgeholt. 

Zur Olympus E-1 und E-300 gab es im Digicammuseum.de bisher diese Beiträge

Gemeinsamkeiten und Unterschiede der E1 und E-300

Die E-1 war die erste Kamera des FT-Systems, sie richtete sich an den Profifotografen. Auch die zeitgleich vorgestellten Objektive waren lichtstark und professionell, meist wie die Kamera gegen Luftfeuchtigkeit und Staub abgedichtet. Erst mit der Einsteiger-FT-dSLR E-300 baute Olympus auch preiswertere Kameras und Objektive. Nach der E-1 baute Olympus nur zwei weitere Profimodelle, die E-3 mit 10 Megapixeln von 2007 und die E-5 mit 12 Megapixeln von 2010, die die letzte FT-Kamera des Weltmarktes überhaupt war, nachdem sich Panasonic bereits viel früher auf das spiegellose mFT-System beschränkt hatte. 

Die E-300 ist die zweite digitale Spiegelreflexkamera von Olympus, im Gegensatz zu dieser ist die E-300 eine Einsteiger-Amateurkamera. Für sie wurden preiswerte Setzooms  mit 14-42 und 40-150mm vorgestellt.

Während die E-1 ein Glas-Pentaprisma hat, ist in die E-300 aus Gewichts- und Kosten- und Designgründen eine Porrospiegelkonstruktion aus verspiegelten Kunststoff-Elementen eingebaut worden. Die Mattscheibe sitzt seitlich neben dem Verschluss und die Umlenkungen erfolgen seitlich nach oben. Darum ist eine Gehäuse-Ecke auch abgeschrägt, weil dort einer der Umlenkspiegel sitzt. Der Suchereinblick ist recht klein und düster, da Sensor und Mattscheibe nur ein Viertel der Fläche von Kleinbild haben. Es gab für 50 EUR einen Okularvorsatz ME-1, er vergrößert den Suchereinblick um den Faktor 1.2.
Prinzipbedingt ist der Suchereinblick auch nicht in der optischen Achse, sondern eher wie bei einer Sucherkamera seitlich angebracht. Das hilft zwar dagegen, das die Fotografennase mit dem Display in Berührung kommt, aber nur, wenn das rechte Auge benutzt wird. 

Das Spiegelsystem ermöglicht auch eine „billige“ Art, die drei AF-Sensoren im Sucher einzublenden. Hinter einem der Spiegel sind einfach drei normale 3mm-LEDs montiert, die als AF-Bestätigung durch den Spiegel hindurch leuchten und somit vom Fotografen gesehen werden. „Virtuell“ liegen sie in der Mattscheibenebene.

Die AF-Sensoren befinden sich im Spiegelkasten; klappt man den teilreflektierenden Hauptspiegel vorsichtig zur Seite, sieht man dahinter den Hilfsspiegel, der die Objektivstrahlen auf die AF-Sensoren lenkt. Dieser Hilfsspiegel wird bei jeder Auslösung nach unten bewegt, damit er den Bildsensor nicht mehr abdeckt, nach der Bildaufzeichnung wird er wieder zurückbewegt. Eine recht umständliche Konstruktion, die einen weiteren Antrieb erfordert. Bei fast allen anderen analogen bzw. digitalen AF-Spiegelreflex-Kameras (also auch bei der E-1) ist der Hilfsspiegel am Hauptspiegel beweglich befestigt, die Klappmechanik schwenkt beide Spiegel gleichzeitig aus dem Strahlengang.

Als Speichermedium dienen beiden Kameras CompactFlash-Karten bis ca. 32 GB, wobei auch die etwas dickeren Karten des Typs II passen, also auch Microdrives oder Adapter CF-auf-SD. Zum Verkaufsstart der E-1 waren CF-Karten mit 1 GB noch exorbitant teuer und Karten größer als 8 GB in weiter Ferne. Trotzdem kann die E-1 diese großen Karten problemlos benutzen, allerdings nutzt sie die höheren Geschwindigkeiten der jüngeren Karten nicht aus, da ihr Kartencontroller die schnellen Karten nur in der langsamsten Betriebsart beschreiben kann.

Der Sensor der E-1 wurde vom Kodak entwickelt und hergestellt. Vor dem Sensor sitzt ein bewegliches Staubschutzfilter, das entweder automatisch bei jedem Einschalten oder manuell per Menu anhaften Staub einfach abschüttelt und mit Hilfe eines kleinen Klebestreifens auffängt.

Die UVP der Olympus E-1 betrug etwa 2200 Euro. Es gab auch verschiedene Sets mit Objektiven oder einem Batteriegriff mit Hochformatauslöser. Ende 2025 ist der Gebrauchtpreis schwer ermittelbar, da es sich inzwischen um ein Sammlerstück und nicht mehr um eine Gebrauchskamera handelt.

Die UVP der Olympus E-300 betrug etwa 1000 Euro. Es gab auch verschiedene Sets mit Kit-Objektiven. Der Zeitwert ist mit ca. 50-100 Euro anzunehmen.

Beide Beispielaufnahmen entstanden bei 100 ASA, gespeichert als ORF, gewandelt mit Adobe Camera RAW 5, bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde bearbeitet.

Fazit zum Jahreswechsel 2025/2026

Beide Kameras ließen sich ohne Probleme in Betrieb nehmen: Akku einlegen, Datum einstellen, Speicherkarte einschieben, Objektiv ansetzen, losknipsen. Die originalen Olympus-Akkus aus den Jahren um 2005 haben inzwischen fast alle ihre Kapazität verloren und sind entsorgt, ich habe bis auf einen Originalakku nur noch Nachbau-Akkus, die ich um 2020 herum gekauft hatte. Der verbliebene Olympus-Akku ist vermutlich vom Vorbesitzer nur wenig oder gar nicht genutzt worden, da ich ihn zusammen mit einer C-7070 erhielt, die kaum verwendet wurde.

Speichergeschwindigkeit und Größe des Pufferspeichers von E-1 und E-330 ist in den Herstelljahren angemessen gewesen, heutzutage reißen sie nicht zu Begeisterungsstürmen hin, aber niemand wird mit den beiden Kameras noch Sport- oder Action-Fotos machen wollen. Bei statischen Motiven ist die Geschwindigkeit zweitrangig, dort limitiert eher die recht geringe Auflösung von nur 5 bzw. 8 Megapixeln. Ich habe auch keinen Fotoausflug gemacht, sondern aufgrund des trüben Wetters nur wenige Aufnahmen im Zimmer angefertigt.

Im Frühling oder Sommer will ich beide Kameras bei Sonnenschein „ausführen“, mal sehen, ob es auch klappen wird, oder ob die beiden Olympus-Kameras wieder viele Jahre in der Aufbewahrungsbox ruhen werden.

Christian Zahn, Jahreswechsel 2025/2026

 

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben