Casio Exilim EX-H5 Praxisbericht von Christian Zahn

Hier stelle ich eine der vielen Casio-Kompaktkameras vor. Ich hatte mir von der Kamera einiges versprochen, weil noch moderate 12 Megapixel, optische Bildstabilisierung und 24mm Weitwinkel-Objektiv. Und wurde nicht enttäuscht, die Kamera liefert bei schönem Wetter und heller Sonne ansprechende Bilder!

Spezifikationen:

  • Die 2010 vorgestellte Casio Exilim EX-H5 ist 104 x 60 x 29 mm groß und wiegt mit Akku und Speicherkarte 170 Gramm.
  • Der 1/2,3“ CCD-Sensor (6,2x4,6mm) löst maximal 4.000 x 3.000 Pixel  = 12 Megapixel auf. Der Pixelpitch beträgt 1,5µm. Mit der ISO-Automatik oder manuell sind 64 bis 3200 ASA einstellbar. AVI-Videos sind mit 1280x720 Pixeln mit Ton möglich. Bilder werden als JPEG auf SD/SDHC-Karten (max. 32 GB) gespeichert.
  • Das Objektiv ist ein 1:3,2-5,7/4,3-43 mm 10fach-Zoom, die kb-äquivalente Brennweite beträgt 24-240 mm 
  • Das Motiv wird über einen abschaltbaren 2,7“ TFT LCD Monitor mit 230.400 Subpixeln angezeigt, der auch die Menüsteuerung übernimmt.
  • Entfernungseinstellung Einzel-Autofokus (AF-S), Ermittlung durch Kontrasterkennung des Bildsensors
  • Belichtungssteuerung durch Vollautomatik. Matrixmessung, mittenbetont integral oder Spotmessung. Belichtungszeiten 1 bis 1/2000 sek., Selbstauslöser mit 2 oder 10 sek. Vorlaufzeit
  • im Gehäuse integrierter Blitz mit ca. Leitzahl 6
  • Weißabgleich automatisch oder manuell
  • Bildstabilisierung durch beweglich gelagerten Sensor
  • Energieversorgung durch Lithium-Ionen-Akku

Besonderheiten

Casio ist ein japanischer Hersteller von elektronischen Geräten. Er ist Weltmarktführer bei Taschenrechnern, stellt jedoch auch Digitaluhren und elektronische Musikinstrumente her. Die Produktion von Heimcomputern ist bereits seit etwa 1990 eingestellt, Digitalkameras wurden von 1996 bis 2018 vertrieben.

Exilim war der Name etlicher Casio-Kompaktkameras von 2002 bis 2016. Alle EX-H - Kameras haben ein Zoomobjektiv mit mindestens 10-fachem Zoombereich.

Die Exilim EX-H5 ist eine Einsteigerkamera, hat jedoch einen recht leistungsfähigem Bildprozessor und einige Einstellungen, Funktionen und Anzeigen, die in diesem Segment damals eigentlich unüblich, weil höherpreisigen Modellen vorbehalten waren:

  • Weitwinkel mit 24mm KB-äquivalenter Anfangsbrennweite
  • 10-fach Zoom
  • Belichtungskorrektur
  • Bildstabilisierung durch beweglich gelagerten Bildsensor
  • Aufzeichnung in mehreren Bildgrößen, Seitenverhältnissen und Kompressionsgraden
  • Dunstfilter
  • automatische Anhebung der Bildschattenpartien
  • Die Stromversorgung erfolgt durch einen Lithium-Akku NP-80. Er ist baugleich mit dem Olympus LI-40B/42B, dem Nikon EN-EL 10 und dem Fuji NP-45 sowie weiteren Akkus von anderen Herstellern.

Die Kamera hat relativ viele Bedienelemente, an der Oberseite befindet sich der Hauptschalter, der Auslöser und der darum herum montierte Zoomring. Die Rückseite wird vom Display dominiert, daneben befinden sich das runde Steuerkreuz mit zentraler „SET/OK“-Taste, je eine Taste für den Videostart und den Kameramodus, für die Bildwiedergabe und das Bildlöschen. Drei Richtungen des Steuerkreuzes haben eine Zweitfunktion für Blitzmodus, Umschaltung der Anzeigen im Display während Aufnahme bzw. Wiedergabe und Bildstile. Da es keine dedizierte Menu-Taste gibt, wird durch die Set-Taste zunächst das Schnellmenu und durch Anwahl des Eintags „Menu“ schließlich das Systemmenü.

Abgelegt werden die Bilder als JPGs auf SD-/SDHC-Karten bis 32 GB. Die Bildgröße kann von 12 Megapixeln auf 5, 3 bzw. 0,3 Megapixel reduziert werden, das native Seitenverhältnis 4:2 kann auf 3:2 und 16:9 umgestellt werden, allerdings durch kamerainternen Bildschnitt, die Bildbreite bleibt gleich, die Bildhöhe wird zum Seitenverhältnis passend verringert.

Der Gehäuseblitz ist fest eingebaut. Die Blitzbelichtungsmessung erfolgt vermutlich TTL mittels Vorblitz und kann leider nicht korrigiert werden, sondern nur die resultierende Gesamtbelichtung aus Blitz- und Umgebungslicht.

Die Kamera dürfte keine Casio-Entwicklung gewesen sein, sondern eine OEM-Auftragsproduktion, denn die EX-H5 ist „Made in China“. Jedoch wurde das Gehäuse und das Menüdesign stark angepaßt, wer andere Casio-Kompaktkameras kennt, findet sich in der Bedienung ohne viele Rückgriffe auf die Anleitung zurecht.

Zwei besondere Filter/Bildstile „Make-up“ und „Entnebeln“ betonen das Gesicht bzw. entfernen störenden Dunst bei Fernsicht. Allerdings ohne heutzutage „KI“ genannte Bildaufbereitung, sondern durch Anpassung der Gradationskurve der Farbkanäle, so daß die flauen Farben bei Nebel in den Bergen weniger stark sichtbar sind.

Die Kamera arbeitet nach dem Einschalten zunächst immer mit ISO-Automatik und Einzelbildschaltung, ein von anderen Kameras bekanntes und mich sehr störendes Phänomen. 
Im Systemmenü gibt es jedoch unter „Aufnahme“ einen Eintrag „Speicher“, dort kann für viele Bildparameter wie ISO, Blitzmodus, Weißabgleich, AF-Feld, Serienbild, Zoomposition uvm. festgelegt werden, daß diese Parameter beim Abschalten auf dem gewählten Wert beibehalten und nicht auf die Defaultwerte zurückgesetzt werden.

Die H5 schreibt etliche Details in den MakerNotes-Teil der EXIFs, unter anderem: das Firmwaredatum, den Weißabgleich, den gewählten AF-Punkt, den ermittelten Blitz- sowie Motivabstand, die Zahl der erkannten Gesichter, die Bildqualität, den eingestellten Heimatort, Status der ISO-Automatik, Status der Bildverbesserungsmodi (Make Up, Dunst, Schattenaufhellung), Bildstabilisierungsmodus uvm.

Das für damalige Verhältnisse zwar recht große, aber nicht besonders fein auflösenden Display ist fest eingebaut, es befindet sich hinter einer stabilen Schutzscheibe aus transparentem Kunststoff. Wie üblich: diese kann leicht verkratzt werden, darum sollte eine Schutzfolie aus dem Zubehörhandel aufgebracht werden.

Für die Schnittstellen sind wie so oft Spezialkabel notwendig, da es nur eine Video-/USB-Kombibuchse gibt.

Die UVP der Casio EX-H5 betrug etwa 200 Euro. Ich bekam mein Exemplar Anfang 2026 geschenkt. Der Zeitwert ist etwa 5 bis 25 Euro je nach Zustand und Lieferumfang gesunken.

Beispielfotos

Alle Beispielaufnahmen entstanden bei 64 ASA, gespeichert als JPEG, bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde nicht bearbeitet, es sind also fast unveränderte Bilder „Out of the Cam“. In die Beispiele sind 100%-Ausschnitte einmontiert. Belichtungszeiten- und Brennweiten-Angaben sind in die Bilder eingefügt.

Qualitäts- und sonstiger Eindruck

Das Gehäuse der Exilim EX-H5 macht einen wertigen Eindruck, es ist äußerlich größtenteils aus Metall, das Stativgewinde ist jedoch nur ein Kunststoffteil. Aufgrund des geringen Gesamtgewichtes dürften die äußeren Metallschalen jedoch nur hauchdünnes Aluminiumblech sein, darunter wird sicherlich alles aus Kunststoff gefertigt sein. Wie üblich war die Kamera im verschiedenen Farben erhältlich, neben dem gezeigtem Schwarz in Silber und Rot. Unterschiedlich gefärbt sind immer nur die Vorder- und Rückseite, Oberseite und Objektiveinfassung bleiben Silbern bzw. Schwarz. Bei der schwarzen Variante kommen die silbernen Akzente besonders gut zur Geltung, bei der silbernen Version fällt der Unterschied zwischen hellem und dunklerem Silberton kaum auf, bei der roten Variante dominiert das recht aufdringliche Rot, so daß die silbernen Akzente zurückstehen.

Die Kamera gehört zur Klasse der etwas gehobenen Einsteiger-Kompaktkameras. 

Bei 24mm verzeichnet das Objektiv kaum, die Bildfehler werden vermutlich vom Kamera-Prozessor beseitigt. Die Bildschärfe ist an den Bildecken im Weitwinkelbereich gut, ich habe etliche Kameras im Bestand, die dort wesentlich weniger Auflösung haben.

Bei niedrigen Empfindlichkeiten bis ca. 200 ASA sind die Aufnahmen ansehnlich, 1600 und 3200 ASA hingegen sollten vermieden werden, da dann kaum noch Bilddetails vorhanden sind.

Fazit: eine digitalkamerahistorisch wenig interessante Kamera (weil eine der ungezählten Kompaktkameras, das Design ist jedoch gelungen und sammlungswürdig), heutzutage zum ernsthaften Bildermachen noch geeignet, denn im Gegensatz zu einem Handy hat man ein echtes Zoomobjektiv. Jedoch werden Aufnahmen aktueller Smartphones durch leistungsfähige Prozessoren deutlich aufgewertet, darum sind die 12-Megapixel - Bilder der EX-H5  diesen deutlich unterlegen, sofern nicht Schönwetter-Verhältnisse wie bei den gezeigten Bildbeispielen vorliegen.

Christian Zahn, März 2026

 

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