Projekt 2018: Samsung NX-100

14. Dezember 2017, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln, Ausprobieren

Versteckt, ja verliert sich fast zwischen den historischen Spiegelreflexkameras mit M42-Objektiv-Schraubanschluss: die spiegellose Samsung NX 100 DSLM.

Links eine Ricoh Singlex TLS von 1967 mit 2/50 mm Pentax Auto-Takumar 1:2 f = 55 mm von ca. 1964, rechts die Praktica IVb von 1961 mit einem Meyer Trioplan 1:2,9/50. Da wird die NX zum Objekt(iv)träger, zum  "Digital-Back" für adaptierte Analog-Objektive, hier 4/20 mm Nikkor (1974, montiert) und 1,8/50 mm AIS (1981). Ein Adapter für M42-Objektive kommt auch noch dazu.

Als spiegellose Systemkamera ist ein „Test“ der 2010 vorgestellten 14 Megapixel NX100 weitgehend überflüssig. Ich würde die Samsung NX 100 aber als "Modern Classics" bezeichnen, denn Samsung hat sich 2015 zumindest vom deutschen/Europäischen Fotomarkt zurückgezogen. Und so eine schicke Kamera nehme ich für 50 Euro (ohne Objektiv) immer an Bord! Als weiteres "Digital-Back" neben den microFourThirds DSLMs von Olympus und Panasonic für ein paar alte Objektiv-Schätzchen…

Ralf Jannke, Dezember 2017


Professionelle Fotografie mit alten Digitalkameras

08. Dezember 2017, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Belegfotos?

Viele Fotos, die hier (von mir) mit den alten Schätzchen geknipst wurden/werden, haben allenfalls Belegfoto-Charakter.

Man kann mit den alten Schätzchen aber sogar professionell fotografieren!

Wobei ich mich bemühe mit den besseren alten Kameras so gehaltvoll wie möglich zu fotografieren, statt nur zu knipsen…

Wie das vorzeigbar geht, zeigt Profi-Fotografin Sofi Lee, die mit „vintage digital compacts“ – „alten Kompakt-Digitalkameras“ fotografiert. Es macht einfach nur Freude, diesen Beitrag in Dpreview zu lesen.

Filmnostalgie in der Fotografie mag heutzutage der letzte Schrei sein - es scheint, dass viele Leute hungrig nach diesem organischen, analogen Look sind - aber der Seattle-Fotografin Sofi Lee macht die Sehnsucht nach digitalen Vintage-Kompaktkameras viel mehr Spaß. Es sind die Einschränkungen dieser Kameras, die Sofis professionelle Arbeit von der Masse abheben.

Sofi graduierte vor zwei Jahren. In dieser kurzen Zeit hat sich eine ganze Reihe von Kunden im pazifischen Nordwesten gewonnen, indem sie einfach schöne Fotos anbot. Mit ausgefressenen Lichtern, Farbsäumen, kaum unterdrücktem Rauschen und Koma. Eeben mit alten Digitalkameras aufgenommen…

Wie sieht es bei Sofi Lee mit Pixel-Peepen aus?

„Ich denke, es gibt viele Gründe, warum die Leute auf Pixel stehen. Ich denke, Pixelpeeping hat viel mit Konsumverhalten zu tun hat. Die Menschen wollen die „besten der besten“ (Kameras). Unterstützt wird das Ganze durch eine Vielzahl von „wissenschaftlichen Tests.“ 

„Persönlich bin ich keine technische Perfektionistin, habe aber das Gefühl, dass pixelorientierte Fotografie an Charakter verliert. High-End-Kameras machen es zu einfach, ein akzeptables Bild zu produzieren. Aber wo ist der Spaß dabei?“

„Die umgekehrte Richtung – im Prinzip analoge Anbetung – ist auch nicht gut. Das kommt vom Zwiespalt, dass (nur analoger) Film Charakter hat. Es gibt aber mehr als einen Weg, ein Profi oder nur ein Pixel-Peeper zu sein.“

„Eine Menge Interviews, die ich auf Fotografieseiten lese, enden mit einer Art Sprichwort: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Fotografie ist mehr als nur ein Bild zu erfassen. Es geht auch darum, deine Vision zu vermitteln. Die beste Kamera ist die, die für dein Sehen richtig ist, mit dem richtigen Rauschprofil, Linsenverzerrungen, etc. Ich schweife ab…“


Bastelarbeiten…

06. Dezember 2017, Ralf Jannke - Wissen, Ausprobieren

Bei Stöbern in meinem „Altpapier“ fielen mir diese beiden „Bastelarbeiten“ in die Hand. 1938 sollte eine gewöhnlich mit Glasplatten- oder Packfilm umständlich zu ladende Plattenkamera ein komfortableres Rückteil, „Back“ bekommen. Selbiges mit gewöhnlichem Kleinbildfilm geladen. Das brachte vor bald 80 Jahren findige Bastler auf den Plan. Die ihrer Plattenkammera ein Kleinbildkamera-„Back“ verpassten. 

Woran erinnerten mich diese uralten Basteleien? 

Gab es hier im Blog doch den Beitrag „Digitalback für Analogkameras…

Dort sollte über eine Kickstarter-Kampagne Geld zur Fertigung eines Digtal-Backs gesammelt werden, das zum Beispiel eine analoge Nikon F digitalisiert: Get digital images and video with an "old times" flavour... I'm Back™ - A "Multi-System module" which transforms into digital your old analog camera the 50s until the 90s“ etwa: "Ein "Multi-System-Modul", das Ihre alte analoge Kamera aus den 50er Jahren zur Digitalkamera der 90er Jahre macht."

Ein Klick auf den Link zeigte, dass die angestrebten, erhofften 85.000 Euro Startkapital nicht annähernd erreicht wurden. Bastelarbeiten halt?

Ralf Jannke, Dezember 2017


Ultra-Lichtstärke

03. Dezember 2017, Ralf Jannke - Wissen

Kein Druckfehler in der Bildunterschrift!

Das zweitlichtstärkste Objektiv der Welt“ lautete die Überschrift von einem Blogbeitrag im März 2017. Vorgestellt wurde das niederländische, eigentlich für die Röntgenfotografie vorgesehene 0,75/50 mm RAYXAR. Es geht noch lichtstärker! Nicht absolut, aber wenn man die Brennweite gegen die Lichtstärke aufrechnet. Gäbe es ein 0,6/120 mm Tele, würde das mit einem 2-fach Telekonverter in der Brennweite verdoppelt, einem 1,2/240 mm entsprechen.

Und so ein Objektiv muss mal geplant gewesen sein. Ob es je gebaut wurde, kann ich nicht sagen. Ich fand in einem alten Magazin dieses 1,2/240 mm ZOOMAR (obwohl es kein Zoomobjektiv ist). Es wiegt irre 11 kg und ist 32,4 cm lang. Es sollte für Kameras bis 6x9 cm Format einsetzbar sein, z.B. eine Pentax 6x7. Aber irgendwie passt das nicht: Brennweite, Wahnsinns-Lichtstärke und so große Filmformate. Ich fand es trotzdem interessant!

Ralf Jannke, Dezember 2017


Logitech Pocket Digital

24. November 2017, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Als "Dachbodenfund" für 1 Euro plus Briefporto nehme ich auch solche Kuriositäten an Bord. Zum Glück muss ich damit nicht fotografieren ;-) Der Akku ist tot. Leben hat die Logitch Pocket Digital aber noch, denn per USB-Kabel an den Rechner angeschlossen, wird die Verbindung sofort auf dem Kameradisplay angezeigt. Ansonsten nützt die USB-Verbindung aber nichts, da die Logi nicht  als Laufwerk erkannt wird. Da war also nur per Software an die Bildchen in wahlweise 1.280 x 960/640 x 480 Pixel Auflösung zu kommen. Die "Pocket Digital" gehört in die gleiche Spielecke wie die FUJIFILM @xia SLIM SHOT und FUJIFILM iX-1.

Ein englisches Manual (PDF Download) ist hier zu finden

Ralf Jannke, November 2017


Kontron / Jenoptik Eyelike

05. November 2017, Boris Jakubaschk - Sammeln

Gestern ist erstmalig eine Digitalrückwand für Mittelformat- oder Fachkameras in der Sammlung gelandet. Herzlichen Dank an Helfried Vollbrecht für die Spende!

Das Gerät ist nicht vollständig - Netzteil und Adapter zum Computer fehlen. Trotzdem beeindruckt der riesige Kasten mit seinem mechanischen Aufbau, der imposanten Elektronik und dem riesigen Sensor. Es ist beeindruckend, dass man mit der Kamera bereits 1996 Aufnahmen von 38 Megapixeln Auflösung produzieren konnte - wenn auch nur von Stilleben, weil eine einzige Aufnahme fast eine Minute dauerte.

Hier geht's zum Steckbrief dieses tollen Neuzugangs.


Neuzugänge...

25. Oktober 2017, Boris Jakubaschk - Sammeln

Die letzten Wochen waren sehr ergiebig, was Neuzugänge in der Sammlung angeht – eigentlich ungewöhnlich, weil es in den letzten Jahren im Herbst meist eher wenig Neues gab. Es ging gleich los nach der Rückkehr aus dem Urlaub mit einer gespendeten Fuji S1 Pro (Dank an Ludwig Zacher), zu der sich genau einen Monat später noch eine ebenfalls gespendete Fuji S2 Pro gesellte (Dank an Thomas Wölpert). Beide Kameras funktionieren tadellos. Zusammen mit der bereits seit längerem vorhandenen S3 Pro habe ich diese hochspannende Familie nun komplett. Eine weitere Spende habe ich von Armin Genser bekommen: Die Minolta F200 hatte ich zwar schon in blau, nun kam ein originalverpacktes silbernes Exemplar dazu.

Einen überraschenden Erfolg brachte ein Ausflug nach Tübingen am 23.9.. Kurz nachdem ich eine originalverpackte Canon EOS 10D für 57 Euro erstanden hatte, sah ich an einem der nächsten Stände eine Sony Alpha 230 mit Kitobjektiv, die 45 Euro kosten sollte. Leider hatte ich nur noch 30 Euro dabei – womit der Verkäufer zu meiner Überraschung ebenfalls einverstanden war. Die EOS 10D stand schon lange auf meinem Wunschzettel und eine 10 MP-DSLR mit Bildstabilisator kann ich für 30 Euro natürlich  nicht liegen lassen.

Hier geht’s zu den Steckbriefen:

Fujifilm S1 Pro
Fujifilm S2 Pro
Minolta F200
Canon EOS 10D
Sony Alpha 230

Neuzugänge...

Nikon Coolpix S6

24. Oktober 2017, Ralf Jannke - Sammeln, Ausprobieren

Am 30.Oktober war in Dpreview.com zu lesen: „Nikon shuts down camera factory in China, blames 'the rise of smartphones‘“ – „Nikon schließt Kamerafabrik in China. Schuld ist der Aufstieg des Smartphones“

Richtig erkannt!

Und dadurch war es möglich unter anderem eine funktionierende WiFi-fähige 6 Megapixel Nikon Coolpix S6 mit 3,0-5,4/5,8-17,4 mm (35-105 mm @KB) 3-fach Zoom Periskop-Optik für einen Fünfer vom (schwedischen) Flohmarkt zu bekommen… Auch wenn diese Nikon in die von mir wenig geschätzte „Chrom-Zigaretten-Etui-Klasse“ gehört, bei dem Preis greife ich zu! Und mit Vorstellungsjahr 2006 ist diese Coolpix ja fast noch sammelfähig ;-)

Daten zur Nikon Coolpix S6 im englischen Manual

Gerne hätte ich die WiFi-/WLAN-Fähigkeiten der 2018 12 Jahre alten Coolpix ausprobiert. Die benötigte Nikon Software ist noch zu finden und runterzuladen. Das nützt aber nichts, denn Nikon hat das Kunststück fertiggebracht, der Coolpix S6 einen Standard USB-Anschluss zu verweigern. Stattdessen wird eine Dockingstation benötigt, um die Verbindung zwischen Rechner und Kamera herzustellen. Meines Wissens ist nicht nur Nikon so vorgegangen. Ein umständliches, umkomfortables Verfahren, was aber nicht funktioniert, wenn die Dockingstation verloren gegangen ist :-( Auch das ist ein Grund, dass diese Kameraklasse völlig zu Recht vom fast idiotensicheren Smartphone überflüssig gemacht wird.

Dockingstation

Aus dem Gedächtnis habe ich an die fünf Dockingstationen... Die aber natürlich für andere Kameras. Dass die Coolpix S6 da auf Anhieb drauf passt, wäre ein Wunder. Aber vielleicht lässt sich etwas "frickeln". Wobei ich fast befürchte, dass sich auch in diesem Bereich die Hersteller unterschiedliche Steckverbindungen und Kontaktierungen einfallen lassen haben... Ich werde nachschauen.

Wenigstens steckte in der Coolpix noch eine 4 GB SD-Karte und ein brauchbarer Akku.

Erfahrungsbericht zur S6 demnächst ;-)


UMAX AstraCam 670 - Muss(te) das sein?

13. Oktober 2017, Ralf Jannke - Wissen, Sammeln

Eigentlich nicht, aber für’n Fünfer hab ich diese Umax gerne vom Flohmarkt mitgenommen. Unterscheidet sie sich schon fast wohltuend von meiner wenig geliebten "Chrom-Zigarettenetui-Langweiler-Digitalkamera-Klasse". Mittlerweile halte ich neben echten Raritäten nur noch nach Kameras wie der Umax Ausschau. Nach der historisch interessanten und wirklich seltenen Umax PhotoRun und der Umax DC AstraPix 540 meine dritte und etwas spannendere Umax. Zum Fotorundgang mit der 3 Megapixel AstraPix 670 werde ich aber erst 2018 starten…

UMAX AstraCam 670 - Muss(te) das sein?

Vom Verkäufer generalüberholt…

11. Oktober 2017, Ralf Jannke - Wissen

Immer wieder erscheint dieser werbewirksame Zusatz in Anzeigen einer bekannten Online-Auktionsplattform

Aber was bedeutet „generalüberholt"?

Der komplette Wechsel von Verschluss und Spiegelmechanik einer Profi-DSLR beginnt bei Größenordnung 500 Euro. Und dazu ggf. noch ein Tausch des Sensors? Beides hochkarätige Reparaturen, die nur der Hersteller selbst oder von ihm autorisierte Fachwerkstätten durchführen können.

Oder bei einem hochwertigen Objektiv der Austausch einer verkratzten Rück- oder Frontlinse, einer defekten (verölten) Blende, die Reparatur eines eingedrückten Filtergewindes…

DAS wäre eine Generalüberholung von Kamera oder Objetiv!

Was soll der aus dieser Sicht fragwürdige Zusatz "Vom Verkäufer generalüberholt" Oder machen Anbieter genau das? Und wenn das so wäre, warum schreiben die Anbieter es dann nicht?

Verfügt der Anbieter wenigstens über Messgeräte, um alle Verschlusszeiten zu überprüfen? Kann er Autofokus und Belichtung professionell kontrollieren und justieren, das Auflagemaß bestimmen, sprich messen, dass ein Bajonett nicht verzogen ist und gerichtet werden muss. Ein eingedrücktes Filtergewinde am Objektiv so richten, dass wieder ein Filter aufschraubbar ist. Dafür gibt es Anleitungen und frei verfügbare Spezialwerkzeuge. Was dann aber immer noch keine „Generalüberholung“ ist! Wäre dem so, würde es ein Anbieter vermutlich auch genau so schreiben!

Warum nicht der seriöse Anzeigentext "Professionell gereinigte(r) Mattscheibe, Spiegel und – am wichtigsten – Sensor, eine wieder befestigte lose oder gleich komplett ausgetauschte Belederung“? Wobei die Kamera-„Belederung“ schon lange aus Kunststoff ist…

DIESEN Anzeigentext würde ich gelten lassen! Aber nicht diesen Unsinn "Vom Verkäufer generalüberholt"