Fuji FinePix S602 Zoom und HS10 Funktionstest 2026 von Christian Zahn
Diese beiden Bridgekameras hatte ich hier vor etwa fünf Jahren gezeigt, Anfang 2026 habe ich sie kurz erneut in Betrieb genommen:
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/fuji-finepix-s602-zoom-c-zahn/
- https://www.digicammuseum.de/gechichten/erfahrungsberichte/fujifilm-finepix-hs10-c-zahn/
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Man merkt, daß zwischen der 2002 erstmals verkauften HS602 und der ab 2010 gebauten HS10 acht Jahre liegen, in dieser Zeitspanne ist die Digitalkameratechnik stark verbessert worden. Sowohl Sensorauflösung, Objektiv, Autofokusgeschwindigkeit, Bild-Speichergeschwindigkeit, Bedienbarkeit usw. der HS10 ist deutlich gesteigert, die S602 wirkt dagegen wie ein Saurier.
Die S602 hat ein Zoom-Objektiv, das KB-äquivalent von 35 bis 210 mm reicht, die Brennweitenverstellung erfolgt mit einer Zoomwippe. Die HS10 hat ein Superzoom-Objektiv, das umgerechnet von 24 bis 720 mm reicht. Da es am langen Ende lichtschwach ist (1:5,6), ist die eingebaute Bildstabilisation nicht immer ausreichend, um freihand ein unverwackeltes Bild zu ermöglichen. Das Objektiv wird manuell mit klassischen Drehring gezoomt, auf dem ausfahrenden Teil sind die Brennweitenangaben in wirklicher und KB-entsprechender Brennweite aufgedruckt. Die blütenförmige Streulichtblende mußte extra erworben werden.
Für die manuelle Fokussierung ist bei beiden Kameras ein elektrischer Encoderring um das Objektiv angeordnet, bei der älteren Kamera griffgünstig weit frontseitig, bei dem neuerem Modell sehr nah am Gehäuse.
Die Stromversorgung erfolgt mit vier überall erhältlichen Mignonzellen. Akkus oder Alkali-Batterien können verwendet werden.
Die Kameras haben sowohl ein rückseitiges Display als auch einen Videosucher, heutzutage gelten die ca. 200.000 Subpixel der Sucher als grob aufgelöst, 2002 war das hochauflösend. Eine Schärfenbeurteilung ist kaum möglich, es reicht nur zur Wahl des Bildausschnitts.
Das Kameradisplay der HS10 kann nach oben und nach unten geklappt werden, in der S602 ist es fest montiert. Obwohl 2010 die Displaytechnik eigentlich weit fortgeschritten war, lösen die Displays in beiden Kameras mit etwa 200.000 Farbtripeln gleich auf. Das Display der S602 galt zum Verkaufszeitraum aus hochauflösend, das der HS10 galt 2010 nur als unterdurchschnittlich.
Als Speichermedium dienen der S602 CompactFlash-Karten bis 2 GB oder SmartMedia-Karten bis 128MB. CompactFlash- und Startmedia-Karten können gleichzeitig eingesteckt werden, per Menu wird festgelegt, auf welche Karte die Kamera schreiben soll. Der CF-Slot entspricht der CF-II-Norm, somit passen auch IBM Microdrive oder Adapter SD-auf-CF.
Die HS10 verwendet SD-/SDHC-Karten bis 32 GB, CF-Karten wurden im Jahr 2010 nur noch in teuren Profikameras genutzt.
Die S602 speichert die Bilder als JPGs oder TIFFS, die HS10 als JPEGs oder im Fuji-RAW-Format RAF. Letztere kann auch Schwenkpanoramas in der Kamera zusammensetzen, diese haben aber meist deutliche Fehlerstellen an den Bildübergängen.
Die Farbmatrix des Sensors in der S602 ist kein klassisches Bayer-Pattern, sondern es kommt die Fuji-Spezialität „SuperCCD“ mit wabenförmiger Pixel-Anordnung zur Anwendung. In die HS10 hat Fuji einen rückseitig belichteten Sony-Sensor mit allgemein üblicher schachbrettartiger Pixelverteilung verbaut.
Beide Kameras haben einen internen Blitz zum Hochklappen und einen Blitzschuh ohne TTL-Kontakte, Zusatzblitze müssen sich selbst steuern und Kamera sowie Blitzgerät manuell auf Empfindlichkeit, Zeit und Blende eingestellt werden.
Die UVP der Finepix S602 Zoom betrug ca. 1000 Euro. Anfang 2026 ist der Gebrauchtpreis auf 5 bis 30 Euro je nach Zustand und Lieferumfang gefallen.
Die UVP der HS10 betrug ca. 430 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei etwa 50 bis 100 Euro.
Die beiden Beispielaufnahmen entstanden bei 160-400 ASA, gespeichert als JPG bzw. TIFF, bearbeitet mit Photoshop CS4. Bildausschnitt, Helligkeit, Farben, Lichter / Schatten sowie Schärfe wurden korrigiert, die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert.
Fazit 2026
Die Wieder-Inbetriebnahme gestaltete sich nach 5 Jahren Liegezeit problemlos: Akkus und Speicherkarte einlegen, Datum und Uhrzeit einstellen. Fotografieren. Trotz des Alters ist das Akkufach bei beiden Kameras noch nutzbar, abgebrochene Haltenasen des Schließmechanismus’ wie bei etlichen alten Digitalkameras ist noch nicht aufgetreten. Trotzdem habe ich bei der S602 sicherheitshalber wie üblich zur Entlastung der Klammern eine Blitzschiene untergeschraubt.
Die S602 verzeichnet relativ wenig, was an der moderaten Anfangsbrennweite 35mm liegen dürfte, die HS10 beginnt bei 24mm und verzeichnet dann deutlich tonnenförmig, sofern man die Kameras JPEGs erzeugen läßt. Nutzt man das RAW-Format, sind die 24mm-Aufnahmen hingegen stark kissenförmig, der Bildprozessor übertreibt die Korrektur also. Warum die Ingenieure das damals so implementiert haben? Weil tonnenförmige Weitwinkelaufnahmen dem Kunden normal erschienen? Ein simpler Programmierfehler? Ich habe es nicht herausfinden können.
Während ich die S602 direkt zurück in die Sammelbox gelegt habe, wo sie wieder etliche Jahre liegen wird, habe ich mir für 2026 vorgenommen, die HS10 mindestens einmal auf eine Fototour mitzunehmen. Natürlich werde ich im RAW-Format fotografieren, um die Objektivverzeichnung richtig auszukorrigieren.
Christian Zahn, Januar 2026
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 5.01.2026 |





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