Leica V-Lux 20 Funktionstest 2026 von Christian Zahn
Diese Reisezoom-Kompaktkamera mit eingebauten GPS-Empfänger zeigte ich Ende 2020, es war eine der ersten Digitalkameras, die ich hier vorstellte. Nach ziemlich genau 5 Jahren habe ich sie wieder einmal in Betrieb genommen und einen Fotoausflug gemacht.
Besonderheiten
Die Leica V-Lux 20 wurde in Kooperation mit Panasonic gebaut. Das 12fach Zoom mit asphärischen Elementen wurde unter Einhaltung von Qualitätskriterien der Fa. Leica Camera AG und mit Leica-Messmitteln seriengeprüft. In wie weit Leica an der Entwicklung des Objektivs beteiligt war, ist heutzutage nicht mehr nachvollziehbar.
Die Kamera hat ein relativ starkes Weitwinkel von 25mm und reicht bis in den deutlichen Telebereich von 300mm, in Verbindung mit dem eingebautem GPS-Empfänger und dem optischem Bildstabilisator ist die V-LUX 20 ideal als „Reise-Kompaktknipse“. Laut technischen Daten hat der Sensor 14,5 Megapixel Auflösung, die Kamera nutzt davon nur 12 Megapixel.
Die Kamera hat eine „Clipboard“-Funktion, beispielsweise kann ein zum Beginn der Wanderung am Wegesrand aufgenommenes Schild mit einer Wanderkarte in den internen Speicher abgelegt und auf Knopfdruck jederzeit angezeigt werden, ohne mühselig durch die danach entstandenen Bilder „scrollen“ zu müssen.
Die Kamera hat einen GPS-Empfänger eingebaut, der etwa alle 5 Minuten die aktuelle Position holt und in die EXIFs der danach folgenden Bilder bzw. Videos schreibt. Außerdem kennt die Kamera weltweit eine große Zahl von Sehenswürdigkeiten, so daß z. B. am Kölner Dom nicht nur die GPS-Position, sondern auch der Ort und die Sehenswürdigkeit im Display angezeigt wird. GPS kann beim Abschalten der Kamera abgeschaltet sein oder auf Wunsch auch weiter aktualisiert werden, so daß die aktuelle Position nach dem Kameraeinschalten sofort zur Verfügung steht (das kostet natürlich Akkuenergie).
Die Bilder werden als JPGs auf SD-/SDHC-/SDXC-Karten gespeichert, die V-LUX 20 war damals eine der ersten Kameras, die die neuen und großen Speicherkarten nutzen konnten, laut Handbuch jedoch nur bis 64 GB. Und auch diese Kartengröße erfordert ggf. eine Formatierung durch die Kamera, um sie nutzen zu können.
Der Akku ist baugleich zu dem der Lumix TZ10 und wurde auch in etlichen anderen Panasonic-Kompaktkameras eingesetzt.
Der UVP der Panasonic Leica V-Lux 20 betrug etwa 550 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei ca. 100-150 Euro je nach Zustand und Lieferumfang. Die weitgehend baugleiche Panasonic FZ10 ist günstiger zu bekommen, die aktuelle Gebrauchtpreisspanne liegt bei ca. 25 bis 100 Euro.
Die Beispielaufnahme entstand bei 100 ASA, gespeichert als JPEG, bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde nicht bearbeitet, es sind also fast unveränderte Bilder „Out of the Cam“. In einige Beispiele sind 100%-Ausschnitte einmontiert. Belichtungszeiten- und Brennweiten-Angaben sind in die Bilder eingefügt.
Fazit 2026
Meine V-LUX 20 hat die typische „Panasonic-Kompaktkamera-Krankheit“ der 2010er-Jahre: Der Zoomhebel um den Auslöser funktioniert nicht mehr richtig. Vielleicht korrodieren die Kontakte, die beim Bewegen des Hebels der Kamera die Zoombefehle übermitteln oder die federnden Metallteile, die sich berühren müssen, „leiern aus“. Das Ergebnis ist, daß der Hebel sehr kräftig an die Anschläge oder auch mehrfach bewegt werden muß, damit die Kamera die Brennweite verstellt. Dieses Verhalten kenne ich von etlichen Panasonic-Kompaktkameras in meinem Fundus.
Der Sensor ist mit 1/2,33“ kompaktkameratypisch klein, weil die Kamera aber nur 12 Megapixel Auflösung hat, ist die Bildqualität besser als die der höherauflösenden Nachfolgermodelle.
Trotz trübem Wintertag hat die Kamera bei 100 ASA recht gute Bilder abgeliefert, dank optischem Bildstabilisator auch im Telebereich weitgehend unverwackelt, aufgrund der Zoomhebelprobleme kommt sie jedoch wieder zurück in die OVP, um dort bis zur nächsten Benutzung in einigen Jahren zu ruhen.
Christian Zahn, Januar 2026
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 6.01.2026 |



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