Panasonic Lumix FX37 und TZ20 Funktionstest 2026 von Christian Zahn
Diese beiden Kameras fielen mir in der Vorbereitung für einen anderen Funktionstest einem Aufbewahrungskarton in die Hände, darum habe ich sie nach längerer bzw. kürzerer Zeit nochmals ausprobiert.
Die FX37 habe ich 2020 mit allen technischen Daten gezeigt. Die TZ20 kam Ende 2024.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Beide Kameras entstanden in Kooperation mit Leica, wobei der Anteil des Wetzlarer Unternehmens nicht genau bekannt ist, es wird von „am Objektiventwicklungsprozeß beteiligt“, „Geräte nach Leica-Vorgaben gebaut und getestet“ usw. gesprochen. Die TZ20 wurde auch als Leica-Kamera verkauft, sie ist mit der V-Lux 30 weitgehend baugleich. Die FX37 wurde mit anders abgestimmten Bildparametern als C-Lux 3 verkauft.
Beide Lumixe sind „Made in Japan“, eine Auslagerung der Produktion in Billiglohnländern erfolgte erst bei späteren Modellen. Beide waren in in verschiedenen Farben (Schwarz, Silber, Weiß, Blau und Chocolat-Braun) erhältlich. Die TZ20 hieß in Europa TZ22.
Die Stromversorgung erfolgt mit zwei verschiedenen LiIon-Akkus, denn Panasonic hat für jede Kameralinie mindestens einen zu anderen hauseigenen Kameras inkompatiblen Akkutyp entworfen.
Beide Kameras haben einen Schiebeschalter für die Umschaltung zwischen Aufnahme und Bildwiedergabe. Auch der Hauptschalter ist kein Taster, sondern ein Schiebeschalter. Neben den Auslöser und dem darum angeordneten Zoomring befindet sich bei der TZ20 das Moduswahlrad, bei der FX37 ist es aus Platzgründen in die Rückseite versenkt eingebaut. Auf der Rückseite gibt es je eine Taste für Display, Quickmenu und Displayumschaltung. Das Steuerkreuz mit mittlerer Menu/OK-Taste hat Zweitfunktionen für Belichtungskorrektur, Selbstauslöser, Blitzfunktionen und Makromodus. An der Oberseite gibt es den Auslöser mit Zoomhebel.
In der TZ20 ist es möglich, einen virtuellen „Zoomhebel“ einzublenden, statt den mechanischen um das Objektiv zu nutzen. Da ich diverse Panasonic-Kameras mit mehr oder minder schwergängigem Zoomhebel im Bestand habe (mal läßt sich die Kamera nur in den Weitwinkelbereich zoomen, die Televerstellung reagiert nicht mehr, mal funktioniert der Hebel überhaupt nicht mehr oder nur mit sehr starkem Druck o. Ä.), ist es erfreulich, daß sich bei einem defektem Zoomhebel die TZ20 trotzdem noch zoomen läßt. Allerdings prinzipbedingt nicht intuitiv durch mehr oder minder starkes Drehen am Hebel, sondern etwas umständlich durch „Fingertipper“.
Die FX37 hat ein solches Feature nicht, denn ihr Display ist nicht berührungsempfindlich.
Die Kameras haben eine „Clipboard“-Funktion, ein zum Beginn der Wanderung am Wegesrand aufgenommenes Schild mit einer Wanderkarte kann in den internen Speicher abgelegt und auf Knopfdruck jederzeit angezeigt werden, ohne mühselig durch die danach entstandenen Bilder „scrollen“ zu müssen.
Die Objektive beginnen bei damals durchaus respektablem Weitwinkel von 24mm bzw. 25mm und reichen bei der FX37 bis 115mm, in der TZ20 in den Supertelebereich von 384mm. Ohne Bildstabilisator wäre es nicht möglich, im Telebereich unverwackelte Aufnahmen anzufertigen, die Stabilisierung erfolgt durch den Power O.I.S benannten Optical Image Stabilisator mittels beweglichen Elementen im Objektiv.
Die TZ20 hat einen GPS-Empfänger eingebaut, der etwa alle 5 Minuten die aktuelle Position holt und in die EXIFs der danach folgenden Bilder bzw. Videos schreibt. Außerdem kennt die Kamera weltweit circa eine Million von Sehenswürdigkeiten, so daß z. B. am Kölner Dom nicht nur die GPS-Position, sondern auch der Ort und die Sehenswürdigkeit im Display angezeigt wird. GPS kann beim Abschalten der Kamera automatisch deaktiviert oder auf Wunsch auch weiter aktualisiert werden, so daß die aktuelle Position nach dem Kameraeinschalten sofort zur Verfügung steht (das kostet natürlich Akkuenergie). Die automatische GPS-Abschaltung in ausgeschaltetem Zustand wird im Menu als „Flugmodus“ bezeichnet, die dauerhafte GPS-Positionierung als „Ein“. Ist GPS eingeschaltet und aktiv, leuchtet im „Antennenbuckel“ auf der Kameraoberseite eine grüne LED. Das GPS-Rollover im Jahr 2019 hat die Kamera überstanden, auch 2026 werden korrekte GPS-Zeiten eingetragen.
Die UVP der Panasonic TZ20 betrug etwa 430 Euro. Der heutige Gebrauchtpreis liegt bei ca. 30-50 Euro je nach Zustand und Lieferumfang. Der UVP der Panasonic DMC-FX37 betrug etwa 350 Euro. Heutzutage kostet sie 25-75 Euro je nach Zustand und Lieferumfang, ist also im Vergleich zum Jahr 2020 teurer geworden.
Beispielaufnahmen
Die beiden Beispielaufnahmenentstanden mit Programm- und Empfindlichkeitsautomatik, gespeichert als JPEG, bearbeitet mit Photoshop CS4. Die Größe wurde auf 1500 Pixel bikubisch verkleinert. Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung, Gradationskurve usw. wurde nicht bearbeitet, es sind also fast unveränderte Bilder „Out of the Cam“. In einige Beispiele sind 100%-Ausschnitte einmontiert.
Fazit 2026
Beide Kameras ließen sich leicht wieder in Betrieb nehmen, Akku einlegen, Datum einstellen und losfotografieren. Jedoch ist der Zoomring der TZ20 nun quasi unbenutzbar geworden, er funktioniert nur teilweise, mal läßt sich die Brennweite leicht verstellen, mal überhaupt nicht, mal nur in eine Richtung. Und obwohl sich ein „virtueller Zoomring“ im Display einblenden läßt, mit dem die Brennweite verstellt werden kann, hat mir die Kamera keine große Freude bereitet, denn diese Funktionalität ist nicht besonders intuitiv. Zwar gibt es vier Schaltflächen für schnelle bzw. präzise Brennweitenverstellung nach Weitwinkel bzw. Tele, aber die Tippdrei erfordert genaues Beobachten der eingestellten Brennweite und die Kamera springt auch bei langsamer Verstellung zu leicht über die gewünschte Brennweite hinaus, weil alles etwas verzögert reagiert. Die FX37 hat dieses Problem (noch) nicht, obwohl sie älter ist und auch wesentlich mehr Bilder mit ihr gemacht wurden.
Die Bildqualität der FX37 ist mit 10 Megapixeln etwas besser, die TZ20 mit ihren 14 Megapixeln zwar theoretisch mehr Auflösung, aber mehr Details bildet sie nicht ab, denn der Bildprozessor muß wegen der kleineren Bildpunkte das Rauschen stärker beseitigen.
Also: beide Kameras kommen zurück in die Aufbewahrungsbox, mal sehen, wann ich die FX37 mal wieder nutze, die TZ20 hingegen werde ich wegen der Zoomhebelproblematik wohl nicht mehr herausnehmen.
Christian Zahn, März 2026
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| Autor: | Christian Zahn |
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| Erstellt: | 23.03.2026 |





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