Die noch "erstere" Bildbearbeitung der Welt – Ein weiterer (Recherche-)Versuch

Welches Programm war die erste EBV der Geschichte? Dazu gab es den Beitrag: „Wer hat’s erfunden?“ Im Blogeintrag: „Die erste Bildbearbeitung der Welt?“ wurde Avalon PhotoMac dann von Photoshop Version 0.63 „entthront“. Auch PS 0.63 wurde 1988 vorgestellt. Aber was gab es vorher? 

In: „War PhotoMac 1988 wirklich die erste Bildbearbeitung der Welt für Homecomputer?“ werden Graphik-Softwares vorgestellt, die bereits vor 1988 existierten. Wobei die sich mehr oder weniger als Mal-/Zeichenprogramme erweisen, die allenfalls rudimentäre Bildbearbeitungsfunktionen vorweisen können.

Anlässlich der zweiten, serienmäßig produzierten DSLR der Welt, die Kodak DCS200, die 1992 unter anderem auch für Aldus Photostyler für Windows 3.11 angeboten wurde, rückte das Thema: „Die (wirklich) erste EBV der Welt“ wieder in den Blickpunkt. Dabei fand sich im eigenen Archiv ein Beitrag über die Geschichte Photoshops, wo die frühen Adobe-Konkurrenten gewürdigt wurden, von denen allerdings keiner überlebt hat.

Die erste Version des „Digital Darkroom“ wurde bereits 1987 von Silicon Beach programmiert! Damit konnten allerdings nur Graustufen- (SW-)Fotos bearbeitet werden, aber immerhin: echte Bildbearbeitung! Und für Zeitungen, die in den 1980ern überwiegend SW-Fotos druckten, vollkommen OK. Von der Version 1.1 habe ich nur noch einen Screenshot, aber dafür fand sich im Internet der Nachfolger Version 2 „Digital Darkroom“, die den Herstellernamen „Aldus“ trägt, nachdem Aldus Silicon Beach Software übernommen hatte. Solche Übernahmen waren nichts ungewöhnliches, Adobe (Photoshop) hatte 1992 ALDUS übernommen.

Avalon PhotoMac 1.52 für Mac OS 7/8/9 (1985 bis 1989)

Silicon Beach Digital Darkroom 1.1 für Mc OS 7/8/9 (1987, 1988)

Um die Rechnerumgebung von 1988 zu simulieren, wurde der Monitor auf 256 Graustufen bei 640x480 Pixel Auflösung reduziert. Die Solarisation des im Programmpaket enthaltenen Katzen-Beispielbilds entstand durch das Rücksetzen auf die ”Steinzeit”-Monitorauflösungswerte.

Aldus Digital Darkroom 2 für Mac OS 7/8/9 (1988, 1989, 1990)

Adobe Photoshop 0.63 (1988)

Einmontiert in die Photoshop Version 0.63 noch das Icon zu Photoshop 0.87. Zu dem verwendeten Foto gibt es noch eine Geschichte. Es lag auf der fest einbauten Festplatte einer Kodak DCS200ci. Das ist die zweite, 1992 von Kodak gebaute Serie digitaler Spiegelreflexkameras auf Basis der Nikon N8008s (in Europa Nikon F801s). 

Und was ist mit den Jahren vor 1987?

Die in den oben vorgestellten Bildbearbeitungen genannten Jahreszahlen müssen nicht zwangsläufig mit der Vorstellung der jeweiligen Software übereinstimmen. Es könnte sich auch das Gründungsjahr des Herstellers handeln.

1983 führt die Bildzentrale der Deutschen Presse Agentur – DPA – elektronische Bildbearbeitung ein. 

Aber mit welcher Hard- und Software wurden die Bilder 1983 bearbeitet? Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht ;-) Denn jeder Scanner der Mitte der 1980er-Jahre brachte oder bot neben der benötigten Hardware – Karte zum Einbau in den Rechner, Kabel zum Verbinden von Scanner und Rechner – auch (s)eine eigene Software mit, die Vorlagen auf den gewünschten Ausschnitt oder komplett verkleinern konnten, sowie Helligkeits- und Kontrastkorrekturen boten! Ggf. ließ man den Scanner-Treiber einfach aus einer vorhandenen Grafik-Software starten. Wie später unter Windows als TWAIN oder Plugin für Photoshop unter Mac OS 7-9. Was für die Reproduktion von Papierabzügen ausreichte.

Canon/Microtek Scanner-Software 1986

Zumindest einfache Bildbearbeitungsschritte waren mit den Scanner-Softwares möglich: Ausschnitt, Größe und Auflösung festlegen, dazu einfache Hell-/Dunkel-/Kontrast-Regler. Was für die Reproduktion von Papierabzügen ja ausreichte.

Deluxe Paint (II) für Amiga und DOS (1985, 1988) und PC Paintbrush 1.0 für Windows (1990)

Um einen Eindruck zu bekommen, hier statt PC Paintbrush die DOS Software Deluxe Paint II und die "Venus", die der Amiga-Version von Deluxe Paint als Beispielbild beilag. Quelle Wikipedia. Dadrunter PC Paintbrush für Windows 3.x. Das Programm läuft auch unter Windows 98!

PC Paint-Versionen:

1984 (Juni) PC Paint 1.0

1984 PC Paint Version 1.5

1985 (Oktober) PCPaint 2.0

1989 PC Paint 3.1

PC Paintbrush-Versionen

1984 PC Paintbrush

1985 PC Paintbrush 3.10

1985 PC Paintbrush II

1987 Microsoft Paintbrush 2.0

1987 PC Paintbrush 1.05 for Microsoft Windows

1988 PC Paintbrush III 

1990 PC Paintbrush IV

1992 PC Paintbrush V+

1993 PC Paintbrush for Windows 3.0

1985 hatte Electronic Arts sein Malprogramm Deluxe Paint vorgestellt.

1985 lieferte Digital Research zu GEM visuell orientierte Software, wie u.a. das Pixelprogramm „GEM Paint“

Silicon Beach Super Paint 2.0 für Mac OS 7/8/9 (1986, 1988, 1989)

Ein (anderes?) SuperPaint stand sogar schon 1972 als frühes Malprogramm und Teil eines größeren Grafiksystems zur Verfügung, das eine entsprechende Hardware, eine Xerox PARC Workstation benötigte:

"Echter" Screenshot von der Oberfläche des Monitors einer Workstation, aufgenommen mit einer Kamera... In den 1970er Jahren hatte wohl noch niemand ein Tool programmiert, um einen Screenshot per Tastenkombination zu erstellen. Ich weiß nicht mehr, wo dieses Bild her ist, konnte es auch nach intensiver Suche nicht mehr im Internet finden. Bin mir aber sicher, dass es im Zusammenhang mit einer Workststation gezeigt wurde!

Das Einlesen eines Fotos zum Versand über eine Telefonleitung war bereits seit 1935 (!) möglich und wurde jahrzehntelang so durchgeführt:

Bildsenderaum der schwedischen "Dagens Nyheter" 1967. Auf mehreren analogen Tromelscannern wurden die Fotos aufgespannt und über Telefonleitung versandt. Damit der Empfänger den Fortschritt der Übertragung kontrollieren konnte, waren Fernsehkameras auf den jeweiligen Trommelscanner gerichtet. Für 1967 eine fortschrittliche Technik. Drei Millionen Bilder hatte "Dagens Nyheter" 1967 in seinem Archiv.

Russell Kirsch entwickelte 1957 einen echten (!) Digitalscanner, der 176 x 176 = 30.976 Pixel auflöste. Allerdings nur in Schwarz und Weiß = 1bit „Farbtiefe“. Also KEINE Graustufen! Für seinen ersten Test scannte Kirsch ein 5 x 5 cm großes Foto seines 3 Monate alten Sohns, was hier angeschaut werden kann.

Durch Kombination mehrerer Scans konnten seinerzeit wohl auch Graustufen erfasst werden.

1984 präsentiert Microtek mit seinem MS-200 einen Einzugscanner, der Vorlagen bis 8,5 x 14 Inch = 21,6 x 35,6 cm digitalisieren kann und 200 dpi auflöst, ein zeitungs-/magazintaugliches Gerät! Eine Angabe der Anzahl Graustufen war nicht zu finden. Sicher waren es mindestens 16, vielleicht sogar mehr wie 32, 64 oder doch schon 256 Graustufen = 8 bit. Der MS-200 konnte über verschiedene Schnittstellen an verschiedene Rechnersysteme angeschlossen werden.

Ein standardisiertes, heute noch aktuelles Format für digitalisierte Fotos ist ebenfalls vorhanden: TIFF – TaggedImageFileFormat. Aldus hatte die erste TIFF-Version 1986 vorgestellt. 1988 kam Version TIFF 5.0, die verlustfrei nach dem Lempel-Ziv-Welch-Algorithmus – LZW – komprimieren konnte, um die Datenmenge zu reduzieren. 

Das Interchange File Format (IFF) wurde 1985 von der Firma Electronic Arts als Standard-Dateiformat in ihren Produkten eingeführt.

Vor 1986 musste man für Bild (Foto) Dateien zum PiCture eXchange – PCX – Format greifen, was bereits 1982 von der Firma ZSoft entwickelt und in den eigenen Produkten wie das Malprogramm Paintbrush eingesetzt wurde. Heute wird das Format von den meisten Grafikprogrammen kaum mehr unterstützt.

Zum Zeitpunkt der Entwicklung von PCX gab es lediglich Hercules-Grafikkarten und ColorGraphicsAdapter – CGA-Grafikadapter – von bescheidener Auflösung und Anzahl der wiederzuegebenden Farben! Sehen Sie selbst:

Und Grafik-Software, die mehr konnte als die Scanner-Teiber? Der Wikipedia-Eintrag „Comparison of raster graphics editors listet als Beispiele für 1984 MacPaint und PC Paintbrush, für 1985 Deluxe Paint und Microsoft Paint.

Mac Paint von 1984

MacPaint war ein bitmaporientiertes Bildbearbeitungsprogramm, das bereits 1984 auf den ersten Macintosh von Apple ausgeliefert wurde. Da der erste Macintosh nur einen Schwarzweißbildschirm hatte, konnte man mit MacPaint nur Schwarzweißbilder (Auflösung nur 576 × 720 Pixel) editieren. Beachten Sie den Screenshot von MacPaint. Im Gegensatz zu meiner stümperhaften Mac Paint-"Arbeit" können Sie sich hier mit Mac Paint erzeugte professionelle Arbeiten ansehen.

Hardware für die EBV vor 1985

Apple Lisa (1978/1983)

Das Lisa-Projekt wurde bereits 1978 gestartet, allerdings sollte dabei zunächst ein Supercomputer (...) entwickelt werden. Entwicklungsleiter war Steve Woziak. Die Wende kam nach einem Besuch von Steve Jobs bei der Forschungseinrichtung XEROX PARC, bei dem ihm mit dem XEROX Star ein in Entwicklung befindliches Computersystem mit grafischer Benutzeroberfläche und Maus präsentiert worden war. Apple's Lisa sollte all das auch können. Quelle: Boris Jakubaschk homecomputermuseum.de (computergeschichte.de)

Der Apple Lisa bot mit dem Zeichen-/Malprogramm LisaDraw den Vorgänger von MacDraw bot. MacDraw war allerdings ein vektorbasiertes Programm. Immerhin wurde MacDraw als der "Vektor-Cousin" von MacPaint bezeichnet.

IBM PC (1981)

Ein Diskettenklaufwerk für 5,25" Disketten à 360 KB Fassungsvermögen als Datenträger, sonst nichts!

IBM XT (1983) XT für eXTended (erweitert) 5,25“ 360 KB Diskettenlaufwerk UND Festplatte mit 10 MB

IBM AT (1984)

Der größte Vorteil gegenüber seinen Vorgängern zeigte der AT bei der Rechenleistung: Durch die durchgängige 16-Bit-Architektur und die Fähigkeit des 80286-Prozessors, etliche Befehle mit weniger Taktzyklen zu erledigen als der 8088, liefen die meisten Programme auf dem AT zwischen 3 und 5 mal so schnell.

Die minimale Ausstattung hob sich hingegen noch nicht besonders vom XT (286) ab: 256 KB RAM, ein einziges 5,25" Diskettenlaufwerk - und keine Festplatte. Dafür fasste eine Diskette nun bis zu 1,2 MB (High Density). Zunächst standen nur MGA (Text, monochrom) und CGA (640x200, 16 Farben) zur Auswahl, später dann Hercules (s.o.) und auch VGA (640x480, 16 Farben). Quelle Boris Jakubaschk, homecomputermuseum.de (computergeschichte.de)

Das erinnert mich lebhaft an meine Computeranfänge. Erste Home-PC war ein IBM PC-Klon mit zwei 5,25" 360 KB Diskettenlaufwerken, denen ein besser ausgestatteter Original IBM AT folgte, der neben dem 5,25" 1,2 MB HD Diskettenlaufwerk eine 20 MB Festplatte besaß! Beruflich war es ein IBM XT mit 5,25" 360 KB Diskettenlaufwerk und 10 MB Festplatte, die schnell aus allen Nähten platzte ;-) Weiter will ich meine persönlich PC-Geschichte nicht erzählen. Nur soviel: Sobald verfügbar kam eine VGA-Monitor dazu, der 640 x 480 Pixel auflöste und 256 Farben darstellen konnte. 

Zurück zur EBV: Von dieser Seite war das Rüstzeug für Bildbearbeitung also VOR 1987 also bereits vorhanden.

Analoges TV oder analoge Videokamera als Bildquelle

Ich konnte es mir nicht verkneifen das Erinnerungsbildchen von der Wildwasser-WM 1993 in Val di Sole (Italien) per Framegrabber aus dem Fernsehbild "dauer-aus-zu-leihen". Und dieses Verfahren funktionierte schon in den 1980er Jahren! Daneben der kitschige Sonnenuntergang, "fotografiert" mit der Video-Kamera...

Neben der Möglichkeit ein Bild (Papierfoto) per Scanner zu digitalisieren und in den Rechner zu bekommen, konnten aus Fernsehsignalen/Videos über einen Vidiodigitizer/Framegrabber Einzelbilder extrahiert werden – siehe oben.

So berichtet WOODHOUSE von Farbfotos über einen Boxkampf in Los Angeles, die in einer Londoner Tageszeitung erscheinen sollten: ”Der Kampf begann um 4 Uhr (britische Zeit) in Las Vegas, Nevada (...) Zusätzlich zur Fotoübertragung wurde ein per Framegrabber digitalisiertes Fernsehbild übermittelt. (...) Noch vor 6 Uhr begann der Druck der Zeitung. (...) Damit waren wir die einzige überregionale britische Zeitung, die ein Farbbild des Boxkampfs veröffentlichte. Aus: „Arbeiten mit elektronischen Redaktionssystemen“ von Ulrich Hansen, 4. Fachsemester Journalistik

Je nach Fernsehsystem ergaben sich Auflösungen der Größenordnung 700 x 500 Bildpunkte und weit weniger! Was die Still-Video-Kameras von Canon und Nikon nutzten.

Was in diesem Beitrag fast zur Fußnote verkümmert ist – das Einfangen von Video-(Stand-)Bildern über eine entsprechende Grafikkarte im Rechner –, muss zumindest 1991 einen hohen Stellenwert gehabt haben. Nach Studium des Buchs "BASIC DIGITAL PHOTOGRAPHY" von Norman Breslow aus dem gleichen Jahr, las ich auf Seite 81 (gekürzt etwa):

„Eine Videokamera ist für den Fotografen der einfachste Weg, ein Bild in einen Computer zu bekommen. Leider hat dieses Verfahren zwei Hauptprobleme. Die (Video-) Bilder sind nicht scharf und detailreich genug. Erschwingliche Videokameras lösen nur etwa 230 Linien/250.000 Bildpunkte auf und benötigen eine extrem kontrastarme Beleuchtung, um in Lichtern und Schatten kein Details zu verlieren. (...) Nur mit einer besseren Mehr-Sensor-Videokamera, wo beispielsweise zwei CCD-Sensoren Farbton/Sättigung und Luminanz (Helligkeit) getrennt erfassen und einer Grafikkarte, die deutlich höher auflöst, mehr Farben darstellen kann wie die 2000 (!) Dollar TARGA Grafik-Karte mit ihren maximal 512 x 482 Bildpunkten/32 K (exakt 32.768 Farben), kann bessere Qualität erzielt werden.“ Targa steht für: Truevision Advanced Raster Graphics Adapter oder kurz: Truevision Graphics Adapter. Das dazugehörende Graphik-Datenformat trägt die Endung *.tga.

Noch eine Grafik Software der 1980er Jahre

Abbildung/Screenshot aus der Software Island Graphics TIPS – Truevision-Image-Processing-Software – für die TARGA 16 Grafik-Karte (512 x 482 Pixel, 32 K Farben) für das Betriebssystem DOS. Für eine Targa 32 Karte wird eine andere Version TIPS benötigt!

In den 1980er Jahren waren High-End-Workstations in der Preisklasse 30.000 bis 100.000 Dollar in der Lage, plausible Bilder nahezu in Echtzeit zu rendern. (...) Der erste kostengünstige Farb-Framebuffer für PCs wurde 1985 mit der TARGA-Grafikkarte von AT&T eingeführt.[14] True-Color-Bildschirme mit über 1000 Bildzeilen wurden weithin verfügbar; Monochrombildschirme mit 3000 Bildzeilen waren für etwa 5000 Dollar zu haben.[15] Die Maus entwickelte sich zum allgegenwärtigen Zeigegerät; die ersten Datenhandschuhe erschienen. Farbdrucker unterschiedlichster Typen eroberten den Markt. Quelle: Wikipedia

Eine ATVista 1M(P) Grafik-Karte mit den Einstellungen 512 x 512 Pixel 16,8 Millionen Farben (3x8=24 bit, pro Farbe RGB 256 Abstufungen) oder 1.024 x 512 Pixel 32 K Farben(3x5=15 bit, pro Farbe RGB 32 Abstufungen) oder 1.024 x 1.024 Pixel 256 (8 bit) kostete 3000 Dollar, die ATVista NuVista 2M(P) Grafik-Karte 4300 Dollar, die ATVista NuVista 4M(P) Karte 7500 dollar...

Industrie-Videokameras lösen 380 bis 600 Linien oder 600.000 Bildpunkte auf. Neben der reinen Auflösung sollte die Belichtung manuell steuerbar und Verschlusszeiten wählbar sein. Die Nennung der Videokamera an erster Stelle ist natürlich kein Wunder! Wobei Still-Video-Kameras, wie beispielsweise die Canon RC-760 auch nicht vergessen werden, die in ihrem Frame-Vollbild-Modus wie die Canon ION RC-560 auf über 430.000 Bildpunkte Auflösung kommt. 

Viele Jahre lang ist die Videokamera die einzige Möglichkeit nach deren Einsatz nicht nur vor Ort Bilder sofort kontrollieren zu können, sondern bei Vorhandensein einer entsprechenden Grafikkarte, die per Framegrabber einzelne Frames = Einzelbilder aus dem Video extrahieren kann, innerhalb Minuten Bilder zur Verfügung zu haben! Denn trotz bereits vorhandener Flachbettscanner muss dort auf konventionellem Weg immer erst der Film entwickelt werden, um davon zu digitalisierende (zu scannende) Vergrößerungen anzufertigen. 

Deshalb weist das Buch auch erst im Kapitel nach Video als Bildquelle auf den Scanner hin! 

Zu Scannern der 1980er Jahre:

Der oben schon genannte Microtek 200 dpi SW (Graustufen) MS200 Einzug(flachbett)scanner kostete 1986 1700 Dollar. Im Microtek-Paket enthalten eine Bildkonvertier-Software, die Bilder für die Grafikprogramme PC Paint, PCPaintbrush und Digitals Research (DR) GEM zur Verfügung stellt. Übrigens: "PC MAGAZINE" bezeichnete den Microtek als "Low-Cost Scanner" – "Tiefpreis-Scanner" ;-)

Ein Howtek Scanmaster 35 (Filmscanner!), der 2.000 x 1.333 pixel = 2,7 MP mit 24 bit Farbtiefe auflöst, kostete 1986 rund 7000 Dollar ohne Treiber, die extra zu bezahlen sind.Immerhin musste da „nur“ der Film entwickelt werden, um ans digitalisierte Foto zu kommen. Aber zu welchem Preis! OK, für die Deutsche Presse Agentur (DPA) - siehe oben - waren 7000 Dollar vermutlich "kein" Geld...

Ralf Jannke

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